Ressortarchiv: Kultur

Nach langer Krankheit: Dänische Rock-Legende gestorben

Nach langer Krankheit: Dänische Rock-Legende gestorben

Die dänische Rock-Ikone Kim Larsen ist tot. Der Sänger sei am Sonntag im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit gestorben, teilte sein Produzent Jörn Jeppesen auf Larsens Website mit.
Nach langer Krankheit: Dänische Rock-Legende gestorben
Kleine Bühne, große Hölle

Kleine Bühne, große Hölle

Bremerhaven - Von Rolf Stein. Wann fühlt man sich richtig gut als Mann? Wenn man verzeihen kann. Zum Beispiel der Frau die kleinen Sünden. Je größer die vermeintliche Verfehlung, desto ausgeprägter die Freude über die eigene Großartigkeit. Besonders sympathisch wirkt diese Angeberei nicht, weshalb man sich mit allzu offensichtlichem Eigenlob zurückhält – eigentlich.
Kleine Bühne, große Hölle
Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt das Spätwerk von Henri Laurens

Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt das Spätwerk von Henri Laurens

Bremen - Von Mareike Bannasch. Es war im Jahr 1937, als Henri Laurens zum ersten Mal das Meer sah. In der Bretagne beobachtete der französische Bildhauer die Kraft der Natur, das Vor und Zurück der Wellen. Fließende Bewegungen, die den Impuls zu einer Serie von mythologischen Meeresgestalten bildeten. Laurens überschrieb diese Arbeiten mit dem Begriff „Ondines“, im Deutschland der 50er-Jahre wurde dies mit „Wellentöchter“ übersetzt.
Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt das Spätwerk von Henri Laurens
Requiem für einen Traum

Requiem für einen Traum

Wien - Von Rolf Stein. Es ist ein Traum – und es muss leider einer bleiben. Denn 1991 starb mit Serge Gainsbourg der Mann, der als männlicher Hauptdarsteller für „Eine Partie Dame“ vorgesehen war. Gainsbourg, 1969 mit „Je t’aime ... moi non plus“ im Duett mit Jane Birkin berühmt geworden, hätte, wäre es nach Elfriede Jelinek gegangen, den Halbwelt-Charakter Andrzej gespielt, der während des Kalten Krieges in Wien einen Agentenring anführt. Angeneigt war er nicht, und für die weibliche Rolle hatte man Tilda Swinton avisiert. Was das für ein Film geworden wäre!
Requiem für einen Traum
„Neue Vahr Süd“ im Schnürschuh-Theater: Randale in Zeitlupe

„Neue Vahr Süd“ im Schnürschuh-Theater: Randale in Zeitlupe

Bremen - Von Mareike Bannasch. Gebrüll, jeden Tag Gebrüll. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, immer nur Befehle. Egal, ob diese Sinn ergeben oder nicht. Denn nach Sinn wird nicht gefragt, hier bei der Bundeswehr. Warum auch: Kritisches Denken und Vaterlandsverteidigung passen sowieso nicht zusammen. Erst recht nicht für Frank Lehmann, der verpennt hat, zu verweigern – und nun zum Drill in der Dörverdener Kaserne gebeten wird.
„Neue Vahr Süd“ im Schnürschuh-Theater: Randale in Zeitlupe
Magazin „Spring“ präsentiert 15. Ausgabe

Magazin „Spring“ präsentiert 15. Ausgabe

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. So in schwarz, weiß und rot und hat das Bild glatt etwas Diabolisches. Das Bett wirkt wie ein Altar aus Gitterstäben, in der Mitte leuchtet das Herstelleremblem eines aufgeklappten Laptops. Daneben zwei schlafende Gesichter: links der Mann, rechts das Kind. Und hinter dem Ganzen sitzt die „Teilzeitmutter“ und arbeitet. „Acht bis drei: auf Arbeit / drei bis acht: auf dem Spielplatz / danach: aufarbeiten“. Das illustrierte Haiku von Doris Freigofas wirkt so leicht, fast witzig, und erzählt wohl trotzdem von der Hölle.
Magazin „Spring“ präsentiert 15. Ausgabe
Stadttheater Bremerhaven eröffnet Saison mit Musical „Sunset Boulevard“

Stadttheater Bremerhaven eröffnet Saison mit Musical „Sunset Boulevard“

Bremerhaven - Von Erik Hermann. Das war ein Auftakt nach Maß! Seit das Stadttheater Bremerhaven die neue Spielzeit regelmäßig mit einem Musical eröffnet, war das Ergebnis eigentlich immer begeisternd. Das ist in diesem Jahr mit „Sunset Boulevard“ von Andrew Lloyd Webber nicht anders. Die Produktion dürfte bei jeder Aufführung für ein volles Haus sorgen. Denn Regisseur Ansgar Weigner ist eine rundum stimmige, mit einer bis in die kleinsten Rollen treffsicheren Besetzung gelungen.
Stadttheater Bremerhaven eröffnet Saison mit Musical „Sunset Boulevard“
Bremens freie Szene präsentiert sich

Bremens freie Szene präsentiert sich

Bremen - Von Rolf Stein. Alle Bundesländer hatten schon einen, in Bremen gibt es ihn erst seit ein paar Jahren – den Landesverband Freie Darstellende Künste (LAFDK), angetreten mit dem Ziel, alles, was sich auf die Bühne traut, aber nicht fest an einer der Bühnen des Bundeslandes angestellt ist, zu vernetzen und zu vertreten. Was sich da unterm Dach des Verbands tummelt, der heute knapp 80 Mitglieder – Tendenz: steigend – zählt, ist ab heute im Rahmen eines Gastspielmonats in der Schwankhalle zu erleben – zumindest einiges davon.
Bremens freie Szene präsentiert sich
„Siegfried“, dritter Teil des „Rings der Nibelungen“, in Oldenburg

„Siegfried“, dritter Teil des „Rings der Nibelungen“, in Oldenburg

Oldenburg - Von Markus Wilks. Der Höhenflug des Oldenburgischen Staatstheaters dauert an, denn „Siegfried“, der dritte Teil von Richard Wagners vier Musikdramen umfassenden „Ring des Nibelungen“, gelingt auf meisterhaftem Niveau. Orchester und Sänger holen am umjubelten Premierenabend (fast) alles aus der Partitur heraus, was möglich ist, und Regisseur Paul Esterhazy macht aus der netto vier Stunden dauernden Oper quasi ein kurzweiliges Theaterfest.
„Siegfried“, dritter Teil des „Rings der Nibelungen“, in Oldenburg
20. Neue-Musik-Biennale überfordert mit Fülle von Konzerten

20. Neue-Musik-Biennale überfordert mit Fülle von Konzerten

Bremen - Von Tim Schomacker. Und dann sind da die Hummeln. Man hört sie kaum. Still malochen sie sich durch auf Etageren verteilte Blumenarrangements. Im weiten Raum steht ein kubisches Gebilde aus Metall, offen. Darin Palmenartiges, Video auch, eine Kamera kreist. Marcus Kaiser sitzt mit seinem Cello auch drin. Spielt lange Töne, angehalten Melodisches. Hält inne. Er hat dies „opernfraktal“ gebaut. Über ihm, im vielfenstrigen Holzkasten dreht sich auf fünf Metern Höhe ein Ventilator. Als Blätter echte Blätter, trocken kratzen sie in langsamen Schleifen am Holz. Die Geräusche, die dabei entstehen, sind vielbeinig. Greifen ganz anders in den Körper hinein als nur übern Kopf.
20. Neue-Musik-Biennale überfordert mit Fülle von Konzerten
Wer ist das Modell? Geheimnis um dieses Skandal-Kunstwerk gelüftet

Wer ist das Modell? Geheimnis um dieses Skandal-Kunstwerk gelüftet

Es ist ein Kunstwerk, das einem die Röte ins Gesicht treiben kann. Doch es ist ein Meisterwerk von Gustave Courbet. Lange rätselte die Kunstwelt, wer dem französischen Maler als Modell diente.  
Wer ist das Modell? Geheimnis um dieses Skandal-Kunstwerk gelüftet
Moks zeigt „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“

Moks zeigt „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“

Bremen - Von Rolf Stein. In der Tat ein erstaunliches Mädchen, diese Maulina Schmitt! Sie ist erst zehn Jahre alt, aber weiß alles über Happy Ends. Dass diese nämlich immer nur eine Konstruktion sind. Das Leben geht schließlich weiter – bis wir sterben. Maulina, die eigentlich Paulina heißt, hat allerdings auch einen Ratgeber: den schrulligen Großvater, der als „General Käse“ für weise Tipps zur Bewältigung des Lebens gut ist. Lachen, meint er, solle man möglichst oft. Und weitermachen.
Moks zeigt „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“
Sterben fürs Smartphone

Sterben fürs Smartphone

Bremen - Von Mareike Bannasch. Manchmal, eigentlich sogar ziemlich oft, werden Ausstellungen von der Realität eingeholt. So auch am Freitag, als bekannt wurde, dass die Bundesregierung Waffenexporte an Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien genehmigt hat. Alle drei Länder sind am Jemen-Krieg beteiligt – und waren sicher schon einmal bei der Waffenmesse in Abu Dhabi, der größten im Nahen Osten, vertreten. Die Idex hat auch der Künstler Julian Röder besucht, seine Arbeiten sind aktuell in der Bremer Weserburg zu sehen.
Sterben fürs Smartphone
Bremen feiert noch bis Sonntag die vierte Auflage seines Filmfests

Bremen feiert noch bis Sonntag die vierte Auflage seines Filmfests

Bremen - Von Ulla Heyne. Cannes hat eins, Venedig, Oldenburg auch. Das in Hamburg ist gerade zu Ende gegangen. Braucht Bremen ein eigenes Filmfest? Eine rhetorische Frage – zumindest, wenn man sie wie Moderator Felix Krömer bei der Premierenfeier drei Gesprächspartnern stellt, die als Sponsoren und Mit-Macher im Boot sind. Das 2015 ins Leben gerufene Filmfest Bremen soll nach dem Bekunden von Staatsrat Ekkehart Siering, der Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, Cornelia Holsten, und Thomas Schäffer, Geschäftsführer der Nordmedia, als Szenetreff Filmschaffenden die Möglichkeit zum Netzwerken geben.
Bremen feiert noch bis Sonntag die vierte Auflage seines Filmfests
Marko Letonja, neuer Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker, im Gespräch

Marko Letonja, neuer Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker, im Gespräch

Bremen - Von Markus Wilks. „Angekommen“. Die Plakate in der Bremer Innenstadt zeigen es deutlich: Die Bremer Philharmoniker sind stolz auf ihren neuen Generalmusikdirektor (GMD), der morgen die neue Spielzeit eröffnet. Mit Beethovens 5. Klavierkonzert und Bartóks „Konzert für Orchester“ stehen entsprechend gewichtige Werke auf dem Programm.
Marko Letonja, neuer Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker, im Gespräch
Neue-Musik-Biennale der „projektgruppe neue musik“ erkundet „Ortnungen“

Neue-Musik-Biennale der „projektgruppe neue musik“ erkundet „Ortnungen“

Bremen - Von Tim Schomacker. Gleishalle, Schwankhalle, Spedition. Sendesaal. Keiner der Räume, in denen die Konzerte des diesjährigen Festivals für aktuelle Musik der Bremer „projektgruppe für neue musik“ (pgnm) stattfinden, erfüllt heute noch die Funktion, die ihm, dem Raum, einst den Namen gab. Zufall? Oder sind Räume mit einer Andersgeschichte prädestiniert für gegenwärtige Kunst?
Neue-Musik-Biennale der „projektgruppe neue musik“ erkundet „Ortnungen“
Katja Klengel stellt ihren Comic „Girlsplaining“ in Bremen vor

Katja Klengel stellt ihren Comic „Girlsplaining“ in Bremen vor

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Die Zauberschule Hogwarts ragt hinauf in einen blass-roten Himmel, wo hoch oben ein mit Zähnen gespicktes Knäuel über den gotischen Türmchen schwebt: Die „Vagina dendata“ versetzt die Männerwelt in Schrecken. Ein bisschen weiter treibt Comicautorin Katja Klengel ihre Harry-Potter-Anspielung zwar noch, aber wie immer in diesem Buch folgt nach zwei, drei Seiten der nächste Sprung.
Katja Klengel stellt ihren Comic „Girlsplaining“ in Bremen vor
Georg R.R. Martin feiert runden Geburtstag

Georg R.R. Martin feiert runden Geburtstag

Santa Fe - Auf Facebook und Twitter angemeldet hat er sich irgendwann doch, womöglich auf Drängen eines Marketing-Assistenten. Ein Mann der alten Schule ist Schriftsteller George R.R. Martin, dem Fans die literarische Vorlage der Serie „Game of Thrones“ verdanken, trotzdem: „Ich bin ein Dinosaurier, das werden alle meine Freunde euch sagen.
Georg R.R. Martin feiert runden Geburtstag

Museen Böttcherstraße zeigen „Spurensuche: Rilke in Bremen“

Bremen - Von Mareike Bannasch. „Es ist über alle Beschreibung romantisch“ – ein Urteil über Bremen, das sicher nicht jeder Zeitgenosse teilt. Auch nicht im Jahr 1898, als Rainer Maria Rilke seiner Mutter kurz nach seiner Ankunft eine Postkarte schickte. Jene Zeile war aber weit mehr als die Schwärmerei eines Reisenden. Rilke bleibt Bremen in den folgenden Jahren stets eng verbunden und entwickelte sich an der Weser zu einem Autor der Moderne
Museen Böttcherstraße zeigen „Spurensuche: Rilke in Bremen“
Kunsthaus Hamburg und GAK Bremen zeigen Kunst mit Keramik

Kunsthaus Hamburg und GAK Bremen zeigen Kunst mit Keramik

Bremen/Hamburg - Von Jan-Paul Koopmann. Unter all den Moden und Hypes, die in der zeitgenössischen Kunst kommen und gehen, ist die Keramik aktuell einer der irritierendsten. Nicht weil das Material in der Kunst so abwegig wäre, sondern weil es im Gegenteil auf den ersten Blick eher wenig Ungesagtes gibt, seit irgendein Jäger und Sammler des Jungpaläolithikums vor rund 30 000 Jahren die Venus von Dolní Vestonice gebrannt hat.
Kunsthaus Hamburg und GAK Bremen zeigen Kunst mit Keramik
GAK stellt neue Leiterin Regina Barunke vor

GAK stellt neue Leiterin Regina Barunke vor

Bremen - Von Mareike Bannasch. Die meiste Zeit dürfte Regina Barunke im Moment im Zug verbringen – im Pendelverkehr zwischen Bremen und Köln. Allerdings nicht mehr lange: Am 1. Januar übernimmt die 44-Jährige als neue kuratorische Leitung der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) in Bremen die Nachfolge von Janneke de Vries.
GAK stellt neue Leiterin Regina Barunke vor
Beethovens „Fidelio“ eröffnet Spielzeit am Theater Bremen

Beethovens „Fidelio“ eröffnet Spielzeit am Theater Bremen

Bremen - Von Markus Wilks. So stellt man sich die Eröffnungspremiere einer neuen Spielzeit vor – ein Spektakel für alle Sinne und das Gehirn. Regisseur Paul-Georg Dittrich gelang mit Beethovens Oper „Fidelio“ über weite Strecken das Kunststück, die Handlung zu erzählen, zugleich den geistigen Gehalt des Werkes mit Hilfe einer Reise durch die Rezeptionsgeschichte zu analysieren und das Publikum einzubeziehen. Realisiert wurde dieses Konzept am Sonntagnachmittag von starken Sängerdarstellern und den großartig disponierten Bremer Philharmonikern.
Beethovens „Fidelio“ eröffnet Spielzeit am Theater Bremen
Musikfest-Finale mit Rossinis „Petite Messe solennelle“

Musikfest-Finale mit Rossinis „Petite Messe solennelle“

Bremen - Von Erik Hermann. Nun ist es schon wieder vorbei, das an Höhepunkten reiche 29. Musikfest Bremen, das etwa mit den Aufführungen von „Hoffmanns Erzählungen“ und dem „Barbiere di Siviglia“ Maßstäbe und mit den beiden Bremer Orchestern (Bremer Philharmoniker und Deutsche Kammerphilharmonie) weitere Glanzpunkte neben vielen anderen setzte.
Musikfest-Finale mit Rossinis „Petite Messe solennelle“
Armin Petras stellt sich mit „Love You, Dragonfly“ als Hausregisseur vor

Armin Petras stellt sich mit „Love You, Dragonfly“ als Hausregisseur vor

Bremen - Von Rolf Stein. Ein bisschen durfte man sich am Freitag vorkommen, als sei man im Kleinen Haus in Bremen an einem Ort, auf den Theaterdeutschland blickt. Überrregionale Kritiker, aber auch Klaus Dörr, Interimschef der Berliner Volksbühne wurden im Publikum gesichtet, als Armin Petras, sich als neuer Hausregisseur am Theater Bremen vorstellte.
Armin Petras stellt sich mit „Love You, Dragonfly“ als Hausregisseur vor
„Trutz“ - ein Plädoyer wider das Vergessen

„Trutz“ - ein Plädoyer wider das Vergessen

Hannover - Von Jörg Worat. 140 Minuten Theater ohne Pause: Das klingt erst einmal nach einem mächtigen Brocken. Und ist doch, wie so vieles, relativ zu betrachten – immerhin geht es in Christoph Heins Roman „Trutz“ um nichts Geringeres als große Teile der deutsch-russischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Im hannoverschen Schauspielhaus ist jetzt die Bühnenfassung angelaufen, eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen.
„Trutz“ - ein Plädoyer wider das Vergessen
Menschen, die auf Post-its starren

Menschen, die auf Post-its starren

Bremen - Von Rolf Stein. Es gibt Menschem die wollen sich nach Feierabend vor allem mit einem nicht beschäftigen: mit der Arbeit. Andere, und deren Zahl hat gefühlt in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen, kennen derweil so etwas wie Feierabend gar nicht. Sagen zumindest einige von ihnen. Von denen wiederum finden zumindest einige das gar nicht schlimm, weil: Selbstverwirklichung, Arbeit als Lebenssinn.
Menschen, die auf Post-its starren
Die Schwankhalle präsentiert zwei Performances zum Islam

Die Schwankhalle präsentiert zwei Performances zum Islam

Bremen - Von Rolf Stein. Man kann es nach einem langen Abend schwarz auf weiß nach Hause tragen: Das Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an einem Islam-Kurs, Level A1. Was das heißt? Das ist ein bisschen schwer zu sagen. Denn Wissen lässt sich nicht ohne Weiteres quantifizieren, auch wenn unser Schulwesen anderes suggeriert.
Die Schwankhalle präsentiert zwei Performances zum Islam
Regisseur Paul-Georg Dittrich: „Der Mensch ist sein eigenes Gefängnis“

Regisseur Paul-Georg Dittrich: „Der Mensch ist sein eigenes Gefängnis“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. „Die Ouvertüre missfällt wegen der unaufhörlichen Dissonanzen und des überladenen Geschwirres der Geigen“, war in der Uraufführungskritik der zweiten Fassung (1806) von Ludwig van Beethovens einziger Oper „Fidelio“ zu lesen. In der dritten Fassung von 1814 tritt das Werk seinen Siegeszug an.
Regisseur Paul-Georg Dittrich: „Der Mensch ist sein eigenes Gefängnis“
Theater der Jungen Welt Leipzig zeigt „Juller“ am Theater Bremen

Theater der Jungen Welt Leipzig zeigt „Juller“ am Theater Bremen

Bremen - Von Rolf Stein. Dass es Regisseure nicht nur in Film und Fernsehen sowie am Theater gibt, sondern auch im Fußball, das ist freilich nichts Neues. Dass allerdings König Fußball Thema am Theater ist, das ist doch eher die Ausnahme. Jedoch: Zwischen dem Theater Bremen und dem SV Werder gibt es enge Bande, die in der Stadt nicht immer sichtbar, aber offenbar bei Bedarf sehr effizient sind.
Theater der Jungen Welt Leipzig zeigt „Juller“ am Theater Bremen
Willkommen im bonbonfarbenen Absurdistan

Willkommen im bonbonfarbenen Absurdistan

Hamburg - Von Wolfgang Denker. Der Regisseur Herbert Fritsch ist bekannt dafür, dass er in seinen Inszenierungen mitunter wenig Respekt für das jeweilige Werk zeigt und es durchaus auch mal mit Klamauk und Albernheiten anreichert. Wer sich nun mit gemischten Gefühlen in die Eröffnungspremiere der neuen Spielzeit in der Hamburgischen Staatsoper begeben hat, wurde angenehm überrascht. „Cosi fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart kann auch in der Lesart von Herbert Fritsch durchaus gefallen. Man darf eben nur keine ausgefeilte Charakterisierung der Personen und kein psychologische Ausleuchtung ihrer Konflikte erwarten.
Willkommen im bonbonfarbenen Absurdistan
„Audition for Life/Art“: Der Fremdeste gewinnt

„Audition for Life/Art“: Der Fremdeste gewinnt

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Roua Reshah müsse jetzt auch nicht unbedingt weitertanzen, findet die Jury – sie tauge ohnehin nur für die Rolle der Flüchtlingsfrau. Die Wahrheit dieser zynischen Spitze hat nun wirklich gar nichts mit dem Tanz der aus Syrien stammenden Reshah zu tun, dafür aber umso mehr mit dem hiesigen Kulturbetrieb. Denn natürlich würde in der Kulturszene niemand etwas gegen Geflüchtete am Theater sagen. Nur sind dann eben auch ihre Rollen klar.
„Audition for Life/Art“: Der Fremdeste gewinnt
„Tanztheater International“: Wahnsinn mit Methode

„Tanztheater International“: Wahnsinn mit Methode

Hannover - Von Jörg Worat. Abschluss-Wochenende bei „Tanztheater International“ – und wer das Festival kennt, wird nicht überrascht gewesen sein, dass noch einmal satt Kontraste aufgefahren wurden. Zunächst gab es in der Orangerie eine weitere Facette des diesjährigen Programm-Schwerpunkts Hip-Hop zu bestaunen.
„Tanztheater International“: Wahnsinn mit Methode
Musikfest: Christian Gerhaher gibt in der Glocke einen intensiven Liederabend

Musikfest: Christian Gerhaher gibt in der Glocke einen intensiven Liederabend

Bremen - Von Wolfgang Denker. Die vierzehn Lieder von Franz Schuberts Zyklus „Schwanengesang“ wurden erst nach seinem Tod von dem Wiener Verleger Tobias Haslinger zu einem solchen zusammengefasst. Es sind Schuberts letzte Lieder aus dem Jahr 1828 auf Texte von Ludwig Rellstab, Heinrich Heine und Johann Gabriel Seidl. Sie standen im Zentrum des Liederabends von Christian Gerhaher, ergänzt um die fünf Lieder, die Schubert auf Texte von Friedrich Rückert schrieb.
Musikfest: Christian Gerhaher gibt in der Glocke einen intensiven Liederabend
Das Duo Gintersdorfer/Klaßen inszeniert „Nathan der Weise“ in Bremen

Das Duo Gintersdorfer/Klaßen inszeniert „Nathan der Weise“ in Bremen

Bremen - Von Rolf Stein. Der Blick wird schon im Einlass von seiner gewohnten Bahn gelenkt. Über die Bühne betritt das Publikum das Kleine Haus, wo in Knut Klaßens sprödem Stahlbalkenverhau mit beweglichen Elementen eine Reihe kleiner Performances arrangiert ist.
Das Duo Gintersdorfer/Klaßen inszeniert „Nathan der Weise“ in Bremen
Bokanté, Jacob Collier und das Metropole Orkest spielen beim Musikfest Bremen

Bokanté, Jacob Collier und das Metropole Orkest spielen beim Musikfest Bremen

Bremen - Von Jens Fischer. Pastos verwirbelt es Klangfarben oder tuscht sie zart dahin, bastelt abstrakte Tongemälde neuer Musik, kann jazzig improvisieren, Schlager umsäuseln, auch zischeln, glucksen, schunkeln und mit Getöse aufbrausen – das als Rundfunktanzorchester gegründete Metropole Orkest gilt europaweit als einzige Bigband mit kompletter Streicherformation.
Bokanté, Jacob Collier und das Metropole Orkest spielen beim Musikfest Bremen
Musikfest I: Marc-Andrè Hamelin in der Bremer Glocke

Musikfest I: Marc-Andrè Hamelin in der Bremer Glocke

Bremen - Von Wolfgang Denker. Der 1961 in Kanada geborene Marc-André Hamelin gehört zu den führenden Pianisten unserer Zeit. Auch als Komponist ist Hamelin hervorgetreten, etwa mit seinen zwölf Etüden über alle moll-Tonarten. Von seiner Erscheinung her wirkt er nicht unbedingt wie ein Tastenvirtuose, eher wie ein feiner, gelehrter Herr. Dass er auch Philosophie studiert hat, passt da ins Bild.
Musikfest I: Marc-Andrè Hamelin in der Bremer Glocke
Musikfest II: Kate Lindsey und Baptiste Trotignon interpretieren Kurt Weill und Zeitgenossen

Musikfest II: Kate Lindsey und Baptiste Trotignon interpretieren Kurt Weill und Zeitgenossen

Bremen - Von Katia Backhaus. Schon mit dem ersten Lied wird klar, warum Kurt Weill bereits 1933 beschloss, Deutschland zu verlassen. Es ist allerdings weniger der Text von „Nanna’s Lied“, es ist die Stimmung, die es vermittelt: düster und deutsch.
Musikfest II: Kate Lindsey und Baptiste Trotignon interpretieren Kurt Weill und Zeitgenossen
Musikfest Bremen zeigt das Videospiel „Dear Esther“ mit Live-Musikern

Musikfest Bremen zeigt das Videospiel „Dear Esther“ mit Live-Musikern

Bremen - Von Mareike Bannasch. Er ist am Ende, mühsam schleppt er sich die Stufen hoch. Stemmt sich gegen den heulenden Wind, stapft an Gräsern und alten Maschendrahtzäunen vorbei, immer höher, dem verheißungsvollen Blinken des Funkmastes entgegen. Nur ein paar Schritte noch, dann ist es vorbei – endlich.
Musikfest Bremen zeigt das Videospiel „Dear Esther“ mit Live-Musikern
„Musikfest Surprise“ im BLG-Forum

„Musikfest Surprise“ im BLG-Forum

Bremen - Ein Hackbrett, auch Hammered Dulcimer genant, ist in der Tat ein eher überraschendes Instrument beim Musikfest, wo sonst Orgeln, Streicher, Bläser dominieren. Wie vielseitig einsetzbar dieses mit der Zither verwandte Gerät ist, führte am Dienstag zur Eröffnung der Reihe „Musikfest Surprise“ im BLG-Forum in der Bremer Überseestadt das Trio House Of Waters aus Brooklyn, New York, vor.
„Musikfest Surprise“ im BLG-Forum
„Il Barbiere di Siviglia“: Im Strudel der Musik

„Il Barbiere di Siviglia“: Im Strudel der Musik

Bremen - Von Erik Hermann. Zum 150. Mal jährt sich in diesem Jahr der Todestag von Gioachino Rossini (1792 bis 1868). Was liegt da näher, als ihn auch beim Bremer Musikfest in das Programm einzubinden? Daher gibt es beim diesjährigen Abschlusskonzert seine „Petite Messe solennelle“ am 15. September im Bremer Dom. Aber vorher bescherte das Musikfest mit einer konzertanten Aufführung seiner Oper „Il Barbiere di Siviglia“ in der Glocke einen vergnüglichen Abend voller Höhepunkte.
„Il Barbiere di Siviglia“: Im Strudel der Musik
Oliver Frljic mischt Lessings Plädoyer für Toleranz auf

Oliver Frljic mischt Lessings Plädoyer für Toleranz auf

Hannover - Von Jörg Worat. Sind Sie Schuhfetischist? In „Nathan“, der neuen Produktion des Jungen Schauspiels am Staatstheater Hannover, spielen die Treter eine große Rolle. Doch dürften, nach der Ballhof-Premiere zu urteilen, lustvoll-sinnliche Gefühle ausbleiben.
Oliver Frljic mischt Lessings Plädoyer für Toleranz auf
Wie Varoufakis Europa retten wollte

Wie Varoufakis Europa retten wollte

Bremen - Von Rolf Stein. Er ist ja dann wohl doch, wenn schon nicht der größte Finanzminister der jüngeren Vergangenheit, dann wenigstens einer der international bekanntesten griechischen Politiker des Jahrhunderts: Yanis Varoufakis war nur rund ein halbes Jahr im Amt, vom 27. Januar bis zum 6. Juli 2015, um genau zu sein. Dass er in dieser Zeit sehr erfolgreich gewesen wäre, lässt sich nicht behaupten. Was wiederum seinem Fame unter linken EU-Kritikern eher zuträglich sein dürfte.
Wie Varoufakis Europa retten wollte
Luise Voigt setzt in Oldenburg den Orwell-Klassiker „1984“ in Szene

Luise Voigt setzt in Oldenburg den Orwell-Klassiker „1984“ in Szene

Oldenburg - Von Rolf Stein. Früher einmal, da nahm man George Orwells Roman „1984“ gern als Parabel auf die Sowejtunion, oder besser wohl: auf alles, was irgendwie nach Kommunismus roch. Manche wiederum entdeckten später in den immer umfänglicher werdenden Möglichkeiten der Überwachung auch in freiheitlicheren Gesellschaften Parallelen zu dem düsteren Bild, das der bekennende „demokratische Sozialist“ von der Zukunft zeichnete.
Luise Voigt setzt in Oldenburg den Orwell-Klassiker „1984“ in Szene
Lars-Ole Walburg verabschiedet sich als Regisseur von Hannover

Lars-Ole Walburg verabschiedet sich als Regisseur von Hannover

Hannover - Von Jörg Worat. Begrüßung und Abschied zugleich: „Der schwarze Obelisk“, die erste Saisonpremiere des hannoverschen Staatsschauspiels, ist das einzige Stück, das Lars-Ole Walburg in dieser Spielzeit vor Ort inszeniert – und somit seine letzte Regiearbeit als hiesiger Intendant, wird Walburg doch 2019 den Stab an Sonja Anders weiterreichen. Dass er für das Finale gerade einen Stoff von Erich Maria Remarque gewählt hat, ist kein Zufall.
Lars-Ole Walburg verabschiedet sich als Regisseur von Hannover
Offenbachs Oper „Hoffmann Erzählungen“ beim Musikfest Bremen

Offenbachs Oper „Hoffmann Erzählungen“ beim Musikfest Bremen

Bremen - Von Markus Wilks. Spannendes Musiktheater geht auch ohne visuelle Überfrachtung. Einen Beleg für diese These lieferte das Musikfest Bremen mit der konzertanten Aufführung von Jacques Offenbachs Oper „Les Contes d’Hoffmann“ („Hoffmanns Erzählungen“).
Offenbachs Oper „Hoffmann Erzählungen“ beim Musikfest Bremen