Ressortarchiv: Kultur

Dann lieber Blues

Dann lieber Blues

Smyrna - Von Rolf Stein. Im September 2016 erschien in den USA das Buch „Without Getting Killed Or Caught: The Life and Music of Guy Clark“ von Tamara Saviano (Texas A&M University Press). Der Sänger und Songwriter Clark, dessen Leben das Buch erzählt, war erst im Mai vergangenen Jahres gestorben.
Dann lieber Blues
„Bild“-Herausgeber Diekmann verlässt Springer-Verlag

„Bild“-Herausgeber Diekmann verlässt Springer-Verlag

Berlin - Der Herausgeber der "Bild"-Zeitung, Kai Diekmann (52), scheidet aus dem Springer-Verlag aus. Er beendet seine Tätigkeit auf eigenen Wunsch und will sich anderen Aufgaben widmen. 
„Bild“-Herausgeber Diekmann verlässt Springer-Verlag
Kiloweise Klassik-Kisten

Kiloweise Klassik-Kisten

Hannover - Von Jörg Worat. Wie viele Regalmeter sind noch frei? Als gäb’s kein Morgen mehr, hauen die Plattenfirmen eine preisgünstige Box nach der anderen heraus. Auch und vor allem im Klassiksektor: Wer sein Weihnachtsgeld noch nicht verprasst hat, kommt vielleicht bei folgenden sechs Highlights des Jahres 2016 in Versuchung.
Kiloweise Klassik-Kisten
Unsittliche Sitten

Unsittliche Sitten

Bremerhaven - Von Rolf Stein. In der Seestadt ist’s so Sitte, dass am ersten Weihnachtsfeiertag Premiere gefeiert wird. Und weil Weihnachten ein Familienfest ist, geht es dabei wiederum meist recht gesittet zu. Insofern ist die „Fledermaus“ von Johann Strauss beinahe schon eine subversive Setzung.
Unsittliche Sitten
Lemmy Kilmister: „Bis ich tot umfalle“

Lemmy Kilmister: „Bis ich tot umfalle“

Hannover - Von Rolf Stein. Es war wirklich ein Schock, als vor einem Jahr bekannt wurde, dass Ian Kilmister, besser bekannt als Lemmy, Gründer, Bassist und Stimme der legendären Rockband Motörhead im Alter von 70 Jahren gestorben war. Nicht wenige waren wider besseres Wissen davon ausgegangen, dass Lemmy gar nicht sterben könnte.
Lemmy Kilmister: „Bis ich tot umfalle“
Mit Abbamania auf Zeitreise in die 70er Jahre

Mit Abbamania auf Zeitreise in die 70er Jahre

Stockholm - Als Abba haben die vier Schweden Anni-Frid Lyngstad, Benny Andersson, Björn Ulvaeus und Agnetha Fältskog Musikgeschichte geschrieben. 45 Jahre nach der Bandgründung lässt die Tribute-Show Abbamania das 70er-Jahre-Gefühl aufleben – im kommenden Jahr ist die Show auf Deutschland-Tour.
Mit Abbamania auf Zeitreise in die 70er Jahre
„Das Paket“: Verstörend, düster, ausweglos

„Das Paket“: Verstörend, düster, ausweglos

Syke - Von Jan Dirk Wiewelhove. Besser könnte es für Psychologin Emma Stein nicht laufen: Auf einer Fachtagung stellt sie beängstigende Ergebnisse ihrer verdeckten Untersuchung in einem psychiatrischen Krankenhaus vor. Eine Sensation, die für große Unruhe unter den Kollegen sorgt.
„Das Paket“: Verstörend, düster, ausweglos
Sicherer Blick für menschliche Momente

Sicherer Blick für menschliche Momente

Hannover - Von Jörg Worat. Sie haben es wieder getan: Der Strom von bemerkenswerten Ausstellungen in der „Galerie für Fotografie“ scheint niemals abzureißen. Jetzt hat man ein hierzulande fast völlig unbekanntes Juwel ausgebuddelt: Der russische Fotograf Emil Gataullin zeigt in der Schau „Bis zum Horizont“ die hohe Kunst der subtilen Beobachtung.
Sicherer Blick für menschliche Momente
Die Realität ist schuld

Die Realität ist schuld

Oldenburg - Von Rolf Stein. Es gehört schon einiges dazu, ein Theaterstück zu schreiben, darin in der Hauptrolle zu agieren und auch noch die Regie zu führen. Bei Franziska Werner kommt noch dazu, dass sie als festes Ensemblemitglied des Oldenburger Staatstheaters in dieser Spielzeit auch noch einige andere, teils große Rollen spielt. Zuletzt feierte sie beispielsweise Premiere mit „Schönheit“, außerdem ist sie in „Golem“, „Terror“ und weiteren Inszenierungen zu sehen.
Die Realität ist schuld
„Festung Europa“ feiert Premiere in Bremerhaven

„Festung Europa“ feiert Premiere in Bremerhaven

Bremerhaven - Von Rolf Stein. Was Europa ist und was es sein soll, das ist spätestens seit der Finanzkrise höchst umstritten. Ist der Staatenbund vor allem ein Wirtschaftsprojekt – oder ein Friedensgarant? Muss die Integration der Nationalstaaten noch verstärkt werden oder sollten sie – im Gegenteil – an Souveränität zurückerhalten, was sie aufgegeben haben? Nicht wenige sehen das Projekt, ungeachtet seines Inhalts, als ohnehin gescheitert an.
„Festung Europa“ feiert Premiere in Bremerhaven
Der Extraschuss Sensibilität

Der Extraschuss Sensibilität

Hannover - Von Jörg Worat. Ein monströses Thema. Aber keine monströse Inszenierung. Ilija Trojanows Roman „Macht und Widerstand“ behandelt nicht nur das Wesen politischer Systeme, sondern stellt letztlich die elementare Frage: Was ist Wahrheit? Klingt so, als könne das auf der Bühne kaum funktionieren. Aber es kann, bewies die Uraufführung im Schauspielhaus.
Der Extraschuss Sensibilität
Der Mozart des 19. Jahrhunderts

Der Mozart des 19. Jahrhunderts

Laaber - Von Ute Schalz-Laurenze. Im November 2017 jährt sich sein 170. Todestag: 1847 starb der 38-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy nach drei Schlaganfällen. Er folgte seiner im Mai gestorbenen, vier Jahre älteren Schwester Fanny, die er über die Maßen liebte und von deren menschlichem und künstlerischem Urteil er abhängig war.
Der Mozart des 19. Jahrhunderts
Chilly Gonzales: Unterschwellig hip

Chilly Gonzales: Unterschwellig hip

Bremen - Von Rolf Stein. „Mein Name ist Chilly Gonzales, und ich bin kein musikalisches Genie“, verabschiedet sich der in Köln lebende kanadische Musiker bei einem Konzert von seinem Publikum, wie ein Video auf seinem Youtube-Kanal dokumentiert.
Chilly Gonzales: Unterschwellig hip
„Kein blinkendes Happy End“

„Kein blinkendes Happy End“

Oldenburg - Von Rolf Stein. Als Vorbote des Performance-Festivals „Banden!“ hat am Sonntag „Eurydike. Orpheus.“ Premiere in der Oldenburger Exerzierhalle – ein Stück der Schauspielerin Franziska Werner vom Ensemble des Staatstheaters. Die nicht nur als Autorin beteiligt ist, sondern auch noch selbst Regie führt und auf der Bühne steht. Vor der Uraufführung sprachen wir mit der Schauspielerin und Autorin.
„Kein blinkendes Happy End“
Bremer Autor fragt: „Wer war Hitler“

Bremer Autor fragt: „Wer war Hitler“

Bremen - Die Frage ist zumindest vordergründig schlicht: „Wer war Hitler“ hat Hermann Pölking sein Buch überschrieben, das er am Sonntag in der Schauburg vorstellt – ohne Fragezeichen. Aber auch wenn sich bekanntlich schon viele an der Beantwortung dieser Frage versucht haben, scheint das Thema bis heute nicht auserforscht. Ganz zu schweigen davon, dass immer noch für Einschaltquoten sorgt, wo Hitler draufsteht.
Bremer Autor fragt: „Wer war Hitler“
Fast zu viel Ekstase

Fast zu viel Ekstase

London - Von Jörg Worat. So, nun ist es raus. Das Album nämlich, das viele Fans sehnlichst erwartet haben: Als Kate Bush 2014 eine Serie von Konzerten im Londoner „Hammersmith Apollo“ ankündigte, schauten etliche Interessenten in die Röhre, weil die Tickets nach rund einer Viertelstunde vergriffen waren. Zumindest akustisch kann man jetzt auf drei CDs (wahlweise vier LPs) nachspüren, wie die Show „Before The Dawn“ (Fish People) gewesen sein mag.
Fast zu viel Ekstase
Karin-Hollweg-Preisträger Tobias Heine befasst sich mit Leere und Langeweile

Karin-Hollweg-Preisträger Tobias Heine befasst sich mit Leere und Langeweile

Bremen - Von Radek Krolczyk. Der Winter ist eine Jahreszeit der Langeweile und des Wartens. Eine Zeit des Rückzugs und der Leere. In eben genau diese Zeit fällt „Muster“, eine Ausstellung des Bremer Künstlers Tobias Heine in der Galerie des Künstlerhauses, und genau Rückzug, Leere und Langeweile sind Themen seiner künstlerischen Arbeit.
Karin-Hollweg-Preisträger Tobias Heine befasst sich mit Leere und Langeweile
„Seit wann sind Kriminelle konfessionslos?“

„Seit wann sind Kriminelle konfessionslos?“

Bremen - Von Radek Krolczyk. Im Jahr 2012 reiste die Bremer Künstlerin Elianna Renner auf den Spuren eines jüdischen Zuhälterrings durch die Welt. „Zwi Migdal“ hieß die Organisation, die vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Warschau gegründet und 1930 zerschlagen wurde. Der Ring hatte um etwa 1890 seinen Sitz in Buenos Aires. Zurzeit zeigt Renner in Bremen ihre Videoinstallation „La organización“ zu diesem Thema.
„Seit wann sind Kriminelle konfessionslos?“
Caught in the Act tritt im Modernes auf

Caught in the Act tritt im Modernes auf

Bremen - Von Mareike Bannasch. Die Ellbogen kantig nach außen strecken, die Faust vor dem Gesicht ballen, langsam nach unten ziehen – und auf gar keinen Fall die Mimik vergessen. Wenn sich der Mund im Angesicht des geballten Weltschmerzes verzieht und in eine überzogene Fratze verwandelt, dann, und nur dann, ist sie geschafft: die perfekte Boygroup-Choreografie. Tausende Teenager gerieten Mitte der 90er-Jahre angesichts dieser ausdrucksstarken Meisterleistung in ekstatische Zustände – am Sonntagabend reicht es gerade mal für ein paar Hundert.
Caught in the Act tritt im Modernes auf
Klavierlegende Menahem Pressler zu Gast in Bremen

Klavierlegende Menahem Pressler zu Gast in Bremen

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Für die Freunde der Kammermusik ist das Beaux Arts Klaviertrio eine Legende: Als es sich 2008 auflöste, konnte es auf 55 Jahre mehr als erfolgreicher Präsenz zurückblicken. Mehr noch als das Trio ist sein Pianist Legende. Menahem Pressler wird nächste Woche 93 Jahre alt und spielte nun in Bremen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Mozarts Klavierkonzert in A-Dur KV 488.
Klavierlegende Menahem Pressler zu Gast in Bremen
Caught in the Act im Modernes 

Caught in the Act im Modernes 

Während ihrer „Love is everywhere Tour“ hat die Boyband Caught in the Act halt im Modernes in Bremen gemacht. 
Caught in the Act im Modernes 
Unterkomplex unterworfen

Unterkomplex unterworfen

Bremen - Von Rolf Stein. Man hätte ja durchaus gewarnt sein können: Den Roman „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq hätten manche Menschen „interessanterweise nicht als Satire verstanden, sondern als zukunftsdeutende, realitätsnahe Vision. Vielleicht ein Grund mehr, die ganz eigene Lesart der Regisseurin und ihrem jungen, zum großen Teil weiblichen Team Raum und Stimme zu geben, und sie danach fragen zu lassen: Wovor habt ihr wirklich Angst?“ So orakelte das Theater Bremenb auf seiner Internetseite in bemerkenswert verunglückter Grammatik zur Ankündigung von Leonie Böhms Bühnenfassung des vieldiskutierten Romans „Unterwerfung“ von Michel Houellbecq.
Unterkomplex unterworfen
Wann kommst du, Bob?

Wann kommst du, Bob?

Stockholm - Von Julia Wäschenbach. Selten hat die Schwedische Akademie so einen Coup gelandet. „Der Literaturnobelpreis 2016 geht an... Bob Dylan!“, verkündet Akademie-Chefin Sara Danius Anfang Oktober. Die einen jubeln, die anderen fluchen – und die Jury reibt sich die Hände. Denn wenn es eins gibt, das dem Nobel-Ruf gut tut, dann ist es ein umstrittener und vor allem völlig überraschender Preis.
Wann kommst du, Bob?
Voller Widersprüche

Voller Widersprüche

Berlin - Hamburg, Anfang 1947. Auch eineinhalb Jahre nach Kriegsende ist die Hansestadt eine Trümmerwüste, in der sich die Menschen mehr schlecht als recht am Leben erhalten. Unter ihnen auch der Junge Hanno. Seit sein Vater Soldat wurde, ist er so etwas wie das Familienoberhaupt. Als solcher unterstützt er Mutter und Schwester, indem er durch die Trümmerhäuser streift und Verwertbares sammelt.
Voller Widersprüche
Oper „La fille du régiment“ begeistert mit leichtfüßiger Inszenierung

Oper „La fille du régiment“ begeistert mit leichtfüßiger Inszenierung

Oldenburg - Von Corinna Laubach. Dieser Opernabend ist pures Vergnügen. Mit einer leichtfüßigen und humorvollen Inszenierung von „La fille du régiment“ (Die Regimentstochter) ist dem Staatstheater Oldenburg ein großer Wurf gelungen. Der Abend verspricht einen vorgezogenen Festrausch für alle Sinne. Und das, obwohl Regisseur Felix Schrödinger mutig auf minimale Kostüme und Kulisse setzt. Erst nach und nach entwickelt sich dieser Oper von einer rein konzertanten zu einer halbszenischen Aufführung. Ein Konzept, das aufgeht und bei dem jedes Detail pointiert sitzt – auch Dank des großartig singenden und spielenden Ensembles.
Oper „La fille du régiment“ begeistert mit leichtfüßiger Inszenierung
Brian Fallon stellt sein erstes Soloalbum vor

Brian Fallon stellt sein erstes Soloalbum vor

Bremen - Von Ulla Heyne. Eine charismatische Stimme auf Solopfaden, ein Sänger, der sich weiter entwickelt, weg von der Band, mit der er eine Dekade lang Musikgeschichte schrieb, weg von seinen musikalischen Wurzeln des Punkrock – mit Spannung wurde das Konzert von Brian Fallon erwartet, der nun im Bremer Schlachthof sein erstes Soloalbum „Painkillers“ vorstellte.
Brian Fallon stellt sein erstes Soloalbum vor
Desorientiert in der Mitte

Desorientiert in der Mitte

Hamburg - Von Ulrike Cordes. Eine verkommene Turnhalle mit kaputten Fenstern, schmuddeligen Wänden und Neon-Beleuchtung, auf dem Fußboden bunte Matratzen. Zögernd treten einige Menschen europäisch-bürgerlichen Typs ein, die Frauen teils im aufgemotzten Chanel-Look der 70er- Jahre gekleidet. Auch ein dicker Mann in Donald-Trump-Optik (Josef Ostendorf) ist dabei.
Desorientiert in der Mitte
Syke zeigt sein Gesicht

Syke zeigt sein Gesicht

Syke - Von Mareike Bannasch. Er ist traurig, richtig traurig. Mit hängendem Kopf, nach vorne gezogenen Schultern und rundem Rücken stiert er auf den Boden und steht einfach da, an einer Wand im Gemeindehaus. Andere Menschen wird der junge Syrer an diesem Nachmittag treffen. Menschen, die wie er ihre Heimat verloren haben und nun neue Freunde finden sollen – hier im Syker Flüchtlingscafé.
Syke zeigt sein Gesicht
An der Spitze der Kunst

An der Spitze der Kunst

Köln - Von Christoph Driesse. Wenn Linde Rohr-Bongard (70) eine Galerie betritt, dann fällt schon mal der Satz: „Ach guck mal, da kommt der Kompass!“ Seit Jahrzehnten erstellt sie das einflussreichste in Deutschland erscheinende Kunstranking – den Kunstkompass. Wie in einer Bundesliga-Tabelle ist dort aufgelistet, wer zurzeit die Nummer eins ist, wer aufgestiegen und wer abstiegsgefährdet. Das Ganze beschränkt sich aber nicht nur auf Deutschland: Rohr-Bongard hat den Anspruch, die ganze Welt im Blick zu haben.
An der Spitze der Kunst