Ressortarchiv: Kultur

Knautschige Vergänglichkeit

Knautschige Vergänglichkeit

Bremen - Von Rolf Stein. Sie erinnern ein bisschen an die Wirbelknochen eines gewaltigen Tieres, archaisch und geheimnisvoll: „Quarte anneaux“ – vier Ringe – heißt die vierteilige Arbeit von Vincent Barré, die den zentralen Raum des wieder eröffneten Gerhard-Marcks-Hauses prägt.
Knautschige Vergänglichkeit
„Die ungarische Kulturszene wurde komplett umgekrempelt“

„Die ungarische Kulturszene wurde komplett umgekrempelt“

Oldenburg - Von Radek Krolczyk. Das Oldenburger Edith-Russ-Haus zeigt derzeit unter dem Titel „Bulding a Nation“ Arbeiten des ungarischen Künstlers Szabolcs Kisspál, die sich mit dem ungarischen Nationalismus beschäftigen.
„Die ungarische Kulturszene wurde komplett umgekrempelt“
Eine kurze Attacke der Zeit

Eine kurze Attacke der Zeit

Bremen - Von Rolf Stein. Es ist eine dieser ewigen Fragen: Ob der Baum beim Fallen auch dann ein Geräusch macht, wenn keiner zuhört. Zum Beispiel. Oder: Zeit, was ist das eigentlich? Wir können sie messen, verschwenden, gewinnen, stehlen, vertreiben – und eigentlich müssten wir sie, wie beinahe alles andere, auch kaufen können. Schließlich richten manche Unternehmen Zeitkonten für ihre Mitarbeiter ein.
Eine kurze Attacke der Zeit
Ein Stück Seele für einen Gag

Ein Stück Seele für einen Gag

Hannover - Von Jörg Worat. Schauspiel? Doch, schon. Musik? Viel. Gesang? Auch viel. Also ein theatraler Liederabend? Nicht wirklich. Was hier in der Cumberlandschen Bühne läuft, ist ein eigenes Genre. Und hat einen ebenso langen wie passenden Titel: „Madame Bovary – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie“ nach Gustave Flaubert.
Ein Stück Seele für einen Gag
„Die Favoritin“: Fertig, aber bestimmt nicht nett

„Die Favoritin“: Fertig, aber bestimmt nicht nett

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Was wirklich schmerzt, steht gar nicht drin in diesem Comic. Dabei mangelt es ihm nicht an Grausamkeiten: Da ist ein Knabe, dessen kaltherzige Oma ihn einsperrt, prügelt und gegen seinen Willen als Mädchen aufzieht. Da ist Opas besoffener Besucher, der unbedingt mit ihm „Hoppe, hoppe Reiter“ spielen will.
„Die Favoritin“: Fertig, aber bestimmt nicht nett
Kreisende Demonstranten

Kreisende Demonstranten

Bremen - Das geplante Denkmal für Freiheit und Einheit in Berlin soll eigentlich an freiheitliche Bewegungen und Einheitsbetrebungen in den vergangenen Jahrhunderten in Deuschland erinnern. Eigentlich, denn das Bauwerk existiert noch immer nur auf dem Papier.
Kreisende Demonstranten
„Keine Wahrheitsmaschinen“

„Keine Wahrheitsmaschinen“

Bremen - Von Rolf Stein. Vor rund fünfzehn Jahren veröffentlichte der Bremer Autor und Linke-Politiker Christoph Spehr sein Buch „Die Aliens sind unter uns! Herrschaft und Befreiung im demokratischen Zeitalter“. Mit dem experimentellen Musiker-Kollektiv Klank überprüft er seine Thesen nun auf der Bühne.
„Keine Wahrheitsmaschinen“
Vom Geheimnis des Schenkens

Vom Geheimnis des Schenkens

Bremen - Von Rolf Stein. Luftballons, Knabbergebäck, Getränke – und eine Begrüßung per Handschlag von fünf jungen Menschen. Sind wir denn hier auf einem Kindergeburtstag? Geschenke soll es nämlich auch geben – und sie sind erbeten. Denn statt Tickets gibt es am Eingang der Schwankhalle einen Spendentopf. „A piece for you“ des Tänzers und Choreographen Thomas Lehmen trägt den Kern seines Konzepts schon im Titel: Es geht hier in der Tat um Geschenke – allerdings weniger zur Befriedung, wie bei der ritualisierten Absicherung des Familiengefüges an Weihnachten, sondern um Begegnung.
Vom Geheimnis des Schenkens
„Eine Schnapsidee“

„Eine Schnapsidee“

Bremen - Von Rolf Stein. Der Schauspieler Thomas Thieme (zuletzt unter anderem in dem Kinofilm „Er ist wieder da“ und regelmäßig im „Tatort“ zu sehen) hat sich nicht wenig vorgenommen: Bertolt Brechts „Das Leben des Galilei“ zu zweit auf die Bühne zu bringen. Warum er das wagt und wie es dazu kam, erzählt er im Interview.
„Eine Schnapsidee“
Nur ein Schuss

Nur ein Schuss

Bremen - Von Mareike Bannasch. Er ist musikalisch, ziemlich musikalisch sogar, spielt Gitarre – und träumt von einer Karriere als Musiker. Zumindest bis zum 17. Februar 1987. Denn seit diesem Tag ist für Yasser Mroué alles anders, der Kopfschuss eines Heckenschützen hat den 17-Jährigen von einer Sekunde auf die andere zurück auf das Niveau eines Grundschülers katapultiert.
Nur ein Schuss
Im Dienst deutscher Interessen

Im Dienst deutscher Interessen

Bremen - Von Rolf Stein. Schade, dass es nur ein einmaliges Gastspiel ist. Sehr schade. Seit das Duo Gintersdorfer/Klaßen mit seinem flexiblen Performer-Kollektiv nicht mehr als fester Gast am Theater Bremen weilt, sind die Begegnungen seltener geworden. Immerhin: Neben der Bremer Produktion „Dantons Tod“ gab es am Samstag noch einen weiteren Auftritt der Truppe, der Anfang des Jahres in Berlin Uraufführung feierte.
Im Dienst deutscher Interessen
Residenztheater startet politisch in die Saison

Residenztheater startet politisch in die Saison

München - Politisch wird es zu Beginn der neuen Spielzeit am Münchner Residenztheater - mit dem Drama „Die Räuber“ von Schiller. Regisseur Ulrich Rasche bringt eine spektakuläre Maschinerie auf die Bühne.
Residenztheater startet politisch in die Saison
Hieronymus-Bosch-Schau: Alle Rekorde in Madrid gebrochen

Hieronymus-Bosch-Schau: Alle Rekorde in Madrid gebrochen

Madrid - Noch nie hat eine Ausstellung im Madrider Prado so viele Besucher angelockt wie die Schau zum 500. Todestag von Hieronymus Bosch (ca. 1450-1516).
Hieronymus-Bosch-Schau: Alle Rekorde in Madrid gebrochen
The Ex eröffnet die Konzertsaison in der Bremer Schwankhalle

The Ex eröffnet die Konzertsaison in der Bremer Schwankhalle

Bremen - Von Rolf Stein. Wie um Himmels Willen schafft man das? Seit 1979 sind The Ex aktiv, einst in der Amsterdamer Hausbesetzer-Szene gegründet, als bekennende Autodidakten – der Legende nach losten die Gründer einst einfach aus, wer welches Instrument spielt.
The Ex eröffnet die Konzertsaison in der Bremer Schwankhalle
Fratzen des Infernos

Fratzen des Infernos

Bremen - Von Wolfgang Denker. Ein Orchesterstück und ein Cellokonzert von Joseph Haydn, dann umgekehrt Gleiches von Luigi Boccherini: So symmetrisch ausgewogen zeigte sich das Programm in der Bremer Glocke, so ausgezirkelt die Interpretation der Deutschen Kammerphilharmonie und des Solisten Steven Isserlis.
Fratzen des Infernos
Bremens blutige Beziehungen

Bremens blutige Beziehungen

Bremen - Von Rolf Stein. Derzeit ist am Theater Bremen in der so sehenswerten wie eigensinnigen Inszenierung von „Dantons Tod“ von Gintersdorfer/Klaßen unter anderem die satirische Dekonstruktion einer Sarkozy-Rede zu erleben, in der der damalige Premierminister Frankreichs der senegalesischen Jugend nahelegt, dass ja nicht alles am Kolonialismus schlecht war – Infrastruktur zum Beispiel. Ein Schuft, wer da an Autobahnen denkt.
Bremens blutige Beziehungen
Der Salvador Dalí des Dub

Der Salvador Dalí des Dub

Einsiedeln - Von Rolf Stein. Die Musikgeschichte lässt sich nicht vollständig entlang der großen Metropolen schreiben. Gewiss waren und sind Städte wie Wien, London, New York oder Los Angeles, um nur einige zu nennen, wichtige Katalysatoren, Orte, an denen sich Szenen herauskristallisieren konnten.
Der Salvador Dalí des Dub
In Wien ist junge Bremer Kunst zu sehen

In Wien ist junge Bremer Kunst zu sehen

Bremen - Von Rolf Stein. Bremen ist nicht unbedingt ein Hotspot des Kunstmarkts. Umso bemerkenswerter, dass ausgerechnet die noch recht junge Galerie K‘ jetzt an der „viennacontemporary“ teilnimmt. Wie es dazu kam, erzählt Radek Krolczyk, einer der beiden Betreiber der Galerie, im Gespräch.
In Wien ist junge Bremer Kunst zu sehen
Geheimnisvoller Mann aus dem Eis

Geheimnisvoller Mann aus dem Eis

Umhausen - Es ist der archäologische Jahrhundertfund: Am 19. September 1991 entdecken zwei Bergsteiger aus Nürnberg in den Ötztaler Alpen eine fast 5300 Jahre alte Mumie - den Ötzi.
Geheimnisvoller Mann aus dem Eis
Puppen, überall Puppen

Puppen, überall Puppen

Oldenburg - Von Ute Schalz-Laurenze. „Die Schlafwandlerszene allein kostete mich drei Monate Einstudierungszeit: morgens und abends versuchte ich jene zu imitieren, die im Schlaf sprechen, Worte stammeln (wie Verdi es mir vorschrieb), fast ohne die Lippen zu bewegen, den Rest des Gesichts unbeweglich zu lassen, einschließlich der Augen. Es war zum Verrücktwerden!“ Das schrieb Marianna Barbieri-Nimis anlässlich der Uraufführung von „Macbeth“ von Giuseppe Verdi (1847). Wären solch langwierige Proben auch am Staatstheater Oldenburg möglich gewesen, vielleicht wäre das Ergebnis überzeugender geworden.
Puppen, überall Puppen
Ötzi-Finderin: „Wir haben keine Ruhe mehr gehabt“

Ötzi-Finderin: „Wir haben keine Ruhe mehr gehabt“

Umhausen - Ötzi hat ihr Leben verändert: Erika Simon (75) aus Nürnberg entdeckte vor 25 Jahren in den Ötztaler Alpen die Gletschermumie.
Ötzi-Finderin: „Wir haben keine Ruhe mehr gehabt“
So viele Ötzi-Verwandte gibt es in Europa

So viele Ötzi-Verwandte gibt es in Europa

Umhausen - Mehr als 200 Generationen nach Ötzi sollen in Europa geschätzt etwa eine Million Menschen aus dessen väterlicher Erbgutlinie leben, also weitläufige Verwandte sein. Einer von ihnen ist Simon Gerber.
So viele Ötzi-Verwandte gibt es in Europa
Justin Bieber in München: Wie YouTube, nur größer

Justin Bieber in München: Wie YouTube, nur größer

München - Justin Bieber füllte mit seinem Konzert in München am Freitag die Olympiahalle. Er lieferte ein Konzert wie bei YouTube. Echt war da wenig. Die Konzertkritik.
Justin Bieber in München: Wie YouTube, nur größer
Manchmal ist das Leben doch ein Wunschkonzert

Manchmal ist das Leben doch ein Wunschkonzert

Bremen - Von Claas Reiners. Nichts weniger als ein Minifestival wünschte sich Gunnar Christiansen, Wahlbremer, Gründer und Chef des Musiklabels Gunner Records, zu seinem zehnten Labelgeburtstag.
Manchmal ist das Leben doch ein Wunschkonzert
Tänzerlos im Bass-Gewitter

Tänzerlos im Bass-Gewitter

Bremen - Von Mareike Bannasch. Dröhnend wummert der Bass. Immer lauter, ohne Pause. Zu sehen gibt es nichts, von den beiden angekündigten Tänzern keine Spur. Stattdessen nur Halbdunkel, das theoretisch einschläfern könnte, wäre da nicht dieser unerträgliche Bass. Eine Geräuschkulisse, die dem ein oder anderen zu viel wird, die ersten verlassen am Donnerstagabend die Schwankhalle bereits nach einigen Minuten. Doch ganz so schnell will man dann doch nicht aufgeben, irgendwo muss schließlich ein Tänzer sein. Vielleicht zwischen dem auf dem Boden sitzenden Publikum? Nein, hier ist wirklich niemand.
Tänzerlos im Bass-Gewitter
Auf dieses goldene Klo darf sich jeder setzen

Auf dieses goldene Klo darf sich jeder setzen

New York - Das neueste Ausstellungsstück des New Yorker Guggenheim-Museums glänzt nicht nur schön, es hat auch einen hohen Gebrauchswert: Die Toilette ist aus purem Gold.
Auf dieses goldene Klo darf sich jeder setzen
Grammy-Gewinner Faltermeyer veröffentlicht Biografie

Grammy-Gewinner Faltermeyer veröffentlicht Biografie

Vaterstetten - Harold Faltermeyer hat in Hollywood als Komponist Karriere gemacht, seine bayerischen Wurzeln dabei aber nicht vergessen. Jetzt hat der Grammy-Gewinner seine Biografie "Grüß Gott, Hollywood" veröffentlicht.
Grammy-Gewinner Faltermeyer veröffentlicht Biografie
„Ich interessiere mich nicht für die Romantik der Dunkelkammer“

„Ich interessiere mich nicht für die Romantik der Dunkelkammer“

Neuenkirchen - Von Radek Krolczyk. Beinahe kunstlos wirken die Arbeiten des in Ulm geborenen und in Bremen lebenden Künstlers Michael Schmid, dessen Werke auch schon in New York zu sehen waren. Allerdings nur auf den ersten Blick. Oft verweisen sie eher auf angewandte Kunst, zeigen Logos, Markenzeichen. Der zweite Blick offenbart bald eine kunstvolle Bearbeitung. Der Kunstverein Springhornhof in Neuenkirchen zeigt derzeit eine Auswahl der Arbeiten von Schmid.
„Ich interessiere mich nicht für die Romantik der Dunkelkammer“
Henry Purcells „Indian Queen“ beschließt das Musikfest Bremen

Henry Purcells „Indian Queen“ beschließt das Musikfest Bremen

Bremen - Von Rolf Stein. Zum Abschluss haute das Musikfest Bremen noch einmal auf die Pauke. In nicht nur einem Sinne. Seinen zweiten Auftritt bei der diesjährigen Ausgabe des Festivals hatte Dirigenten-Shooting-Star Teodor Currentzis mit dem Ensemble Musica Aeterna. Auf dem Programm stand die Neufassung des Werks von Regie-Revoluzzer Peter Sellars, für das er mit Currentzis aus der knappen Stunde, die Purcell bis zu seinem Tod komponiert hatte, einen über dreistündigen Theaterabend machte. Ergänzt wurde das erhaltene Material durch Teile aus anderen Purcell-Werken, die Textebene ergänzen Fragmente aus dem Roman „La niña blanca y los pájaros sin pies“ der nicaraguanischen Autorin Rosario Aguilar.
Henry Purcells „Indian Queen“ beschließt das Musikfest Bremen
Das Theater Bremen eröffnet die letzte Spielzeit von Markus Poschner mit „Parsifal“

Das Theater Bremen eröffnet die letzte Spielzeit von Markus Poschner mit „Parsifal“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. So richtig Oper wie immer gibt es in Marco Stormans neuer Inszenierung von Richard Wagners letzter Oper „Parsifal“ am Theater Bremen nur im zweiten Akt: wenn der böse Klingsor seine Mädels rumschickt und besonders Kundry im Tüllkleidchen zusetzt, dass sie die Verführung Parsifals zu schaffen habe. Das Orchester sitzt im Graben und die großartige Nadine Lehner scheitert.
Das Theater Bremen eröffnet die letzte Spielzeit von Markus Poschner mit „Parsifal“
Das Festival „Tanztheater International“ in Hannover freut sich über eine Auslastung von 94 Prozent

Das Festival „Tanztheater International“ in Hannover freut sich über eine Auslastung von 94 Prozent

Hannover - Von Jörg Worat. Zehn Produktionen an ebenso vielen Tagen, 94 Prozent Auslastung, knapp 3 100 Besucher: Das ist die Bilanz des Festivals „Tanztheater International“. Die gute Resonanz hat inzwischen schon Tradition und scheint diesmal in besonderem Maße verdient. Zu sehen waren mehrere hochinteressante Produktionen und gegen Ende zwei herausragende.
Das Festival „Tanztheater International“ in Hannover freut sich über eine Auslastung von 94 Prozent
Gar nicht verkopft

Gar nicht verkopft

Hannover/Bremen - Von Jörg Worat. Für manche Musiker ist eine Orchesterstelle die Erfüllung aller Träume – endlich Sicherheit. Nicht so für Thorsten Encke: Nach drei Jahren als 1. Solocellist im Philharmonischen Orchester Gera kündigte er. Das war im Jahr 1999, und der Sprung ins kalte Wasser sollte sich lohnen. „Ich habe in dieser Zeit zwar viel gelernt, aber wollte mich meinen eigenen Projekten widmen“, sagt der 50-Jährige heute. Zu besagten Projekten gehört das 2011 gegründete Ensemble „musica assoluta“, das heute mit dem Programm „Echos“ im Bremer Sendesaal gastiert.
Gar nicht verkopft
Kein Weg, nur Wandern

Kein Weg, nur Wandern

Luzern - Von Ute Schalz-Laurenze. Beim Eintritt muss man seine Schuhe abgeben. Gegen Söckchen und eine Nummer. Im Zuschauerraum, von den üblichen Plüschsitzen leergeräumt, liegen Matratzen, Kissen, stehen winzige Dreieckshocker, normale Stühle und für die, die's doch noch brauchen, auch zwei Reihen normaler Theatersitze. Das Ganze um- und aufgebaut nach dem Vorbild des runden Shakespeare'schen „Globe“. Auf den zwei Rängen sitzt das in vier Gruppen verteilte Orchester mit 85 Musikern, die damit 250 Besuchern gegenüberstehen.
Kein Weg, nur Wandern
Dissidenz in Düsterbusch

Dissidenz in Düsterbusch

Bremen - Von Rolf Stein. Es waren wahrscheinlich nicht zufällig zwei Programmpunkte aus dem Osten Deutschlands, die beim ausverkauften Festival zum neunten Geburtstag des Bremer Szene-Buchladens „Golden Shop“ Aufschlüsse über die Relevanz von Punk als Ästhetik und Haltung gaben.
Dissidenz in Düsterbusch
Ein bisschen Show darf sein

Ein bisschen Show darf sein

Bremen - Von Wolfgang Denker. Er macht es spannend bei seinem Abend mit Werken von Jean Philippe Rameau, der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis. Nachdem sein Orchester Music Aeterna auf der Bühne der Glocke Platz genommen hat, verlöscht die Saalbeleuchtung komplett. Nur die Notenpulte der wenigen Musiker, die das erste Stück „La Cupis“ intonieren, sorgt für etwas Licht.
Ein bisschen Show darf sein
Den Utopien auf der Spur: Jahresausstellung des BBK im Syker Vorwerk

Den Utopien auf der Spur: Jahresausstellung des BBK im Syker Vorwerk

Syke - Von Mareike Bannasch. Millionen Menschen auf der Flucht. Kinder, die mit Bildern von Krieg und Zerstörung aufwachsen. Ganz zu schweigem vom Terrorismus islamistischer Fanatiker, dessen hässliche Fratze uns immer öfter in Atem hält. Wirklich keine unbeschwerten Zeiten, in denen wir leben. Angesichts solch trüber Nachrichten wird es Zeit für schillernde Zukunftsvisionen, für mitfühlende Ideen und Konzepte – kurzum: Zeit für Utopien. Für den Traum von einem perfekten Staat, wie ihn der englische Gelehrte Thomas Morus 1516 beschrieb. Gewiss, heute sind unsere Vorstellungen von der idealen Gesellschaft andere als vor 500 Jahren. Trotzdem lohnt es sich, das Konzept der Utopie genauer zu betrachten, wie die aktuelle Ausstellung im Syker Vorwerk zeigt.
Den Utopien auf der Spur: Jahresausstellung des BBK im Syker Vorwerk
Eine kurze Geschichte des Comics

Eine kurze Geschichte des Comics

Bremen - Von Rolf Stein. Die Geschichte des Comics in Kenia ist relativ jung. Kein Vergleich mit den USA, mit Frankreich oder Belgien. Und selbst für afrikanische Verhältnisse hat sich die „siebte Kunst“ hier erst spät etabliert. In den 50er-Jahren begann Edward G. Gitau die Comicstrip-Reihe „Juha Kalulu“ für eine Tageszeitung zu zeichnen. Aber im Grunde wurde die Kunstform erst in den 70er-Jahren populär.
Eine kurze Geschichte des Comics
Mary Reid Kelly zeigt in der Kunsthalle Bremen Arbeiten zum Ersten Weltkrieg

Mary Reid Kelly zeigt in der Kunsthalle Bremen Arbeiten zum Ersten Weltkrieg

Bremen - Von Rolf Stein. Geschichte wird gemacht, sang einst Peter Hein bei den Fehlfarben. Dass sie vor allem, wenn auch nicht nur, von Männern gemacht wird, versteht sich beinahe von selbst. Wobei: Verstehen ist vielleicht nicht ganz der richtige Begriff. Dazu wäre erst einmal zu begreifen, wie zum Beispiel Kriege gemacht werden, die, erst einmal abgeschlossen, zu den bedeutendsten geschichtlichen Daten gehören.
Mary Reid Kelly zeigt in der Kunsthalle Bremen Arbeiten zum Ersten Weltkrieg
„Alle haben einen Defekt“

„Alle haben einen Defekt“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Das sogenannte Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ war Richard Wagners letztes musikdramatisches Werk, entstanden 1882, ein Jahr vor dessen Tod; nach seinem Willen sollte nur in Bayreuth aufgeführt werden. Bis heute besteht die außerordentliche Diskrepanz zwischen dem zum Teil überwältigenden Wunder seiner Musik und dem Inhalt, einer krausen Mischung aus christlichen Erlösungsmythen, fernöstlicher Philosophie, politischem Weltentwurf und unverhohlener Frauenfeindlichkeit.
„Alle haben einen Defekt“
„Madgermanes“: Deutsch-deutsche Afrikaner

„Madgermanes“: Deutsch-deutsche Afrikaner

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Erinnerung sei eine läufige Hündin, schwafelt einer, die sich mal hier und mal dahin lege. Diese vermeintlichen „afrikanischen Volksweisheiten“ machen einem Birgit Weyhes Graphic Novel „Madgermanes“ zwischendurch doch irgendwann fast madig.
„Madgermanes“: Deutsch-deutsche Afrikaner
Alle gegen das Schmürz

Alle gegen das Schmürz

Hannover - Von Jörg Worat. Was zum Kuckuck ist ein Schmürz? Man weiß es nicht, bevor man Boris Vians Theaterstück „Die Reichsgründer oder Das Schmürz“ gelesen hat. Man weiß es allerdings auch danach nicht – dem Text ist lediglich zu entnehmen, dass besagtes Schmürz sich im Schlepptau einer durchgeknallten Familie befindet und die ganze Zeit verprügelt wird.
Alle gegen das Schmürz
Verloren im Slapstick

Verloren im Slapstick

Hannover - Von Jörg Worat. „Hotel Savoy“ von Koen Tachelet nach Joseph Roths Roman aus dem Jahre 1924: Das ist die erste Saisonpremiere des hannoverschen Staatstheaters im Schauspielhaus, und natürlich ist es eine große. Es ist auch eine lange – eine unter dem Strich zu lange, die aber ihre Qualitäten hat.
Verloren im Slapstick
Perlen eines Hochbegabten

Perlen eines Hochbegabten

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Auf den ersten Blick ist es ein lockeres Unterhaltungsprogramm: „Spanische Variationen“, gespielt vom Orquestra de Cadaqués beim Musikfestkonzert in der Bremer Glocke. Auf den zweiten Blick allerdings bietet sich am Sonntagabend ein Konzert, das geprägt ist von außerordentlichem programmatischen Nachdenken und aufschlussreichen Informationen.
Perlen eines Hochbegabten
Zwischendurch ein Selfie

Zwischendurch ein Selfie

Hannover - Von Jörg Worat. Das Festival „Tanztheater International“ ist fraglos eine hochprofessionelle Angelegenheit. Doch gern schmuggelt die künstlerische Leiterin Christiane Winter auch schon mal eine Position ins Programm, die auf der Arbeit mit Tanzlaien basiert. Der französische Choreograph Mickaël Phelippeau pflegt diesen Ansatz – 2014 zeigte er ein Stück mit dem damals 15-jährigen Schüler Ethan, nun war im Ballhof 2 die drei Jahre ältere Anastasia Moussier am Start.
Zwischendurch ein Selfie
Zeitlose Trauer

Zeitlose Trauer

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Der mexikanische Tenor Rolando Villazón hat einmal gesagt, er sei kein Sänger und kein Tenor, sondern ein Darsteller. Allein von der Stimme her hatte er viele Krisen zu überstehen; ganz einfach gesagt, hat er sicher zu viel und das falsche Fach gesungen. Und das aus folgendem Grund: Weil seine Stimme – „ein wildes Tier“, wie er sie selbst einmal nannte – ihn mit den zugrunde liegenden Emotionen überwältigt. Dazu hat der „Darsteller“ immer ein wenig zu viel gekaspert. Kein Wunder, dass die Spannung für eine Aufführung im Musikfest groß war, die mit Claudio Monteverdis „L‘Orfeo“ wieder die Basiskonzeption des Musikfestes untermauerte.
Zeitlose Trauer
Umsonst und draußen

Umsonst und draußen

Bremen - Von Rolf Stein. Das Metropole Orkest gehört zu den Stammgästen des Musikfests Bremen. Die hochdekorierte Formation stand am Freitagabend nun schon zum vierten Mal auf dem Programm. Dieses Mal, so verspricht Jules Buckley, seit drei Jahren Chefdirigent des niederländischen Ensembles, würde man die Angelegenheit auf ein neues Level heben. Behilflich sind dem Orkest dabei im ersten Set mit Christian Scott aTunde Adjuah und Rik Mol zwei Trompeter, im zweiten eine zwölfköpfige Abordnung des texanischen Funk-Jazz-Kollektivs Snarky Puppy.
Umsonst und draußen
Kein Hallo, kein Danke

Kein Hallo, kein Danke

Bremen - Von Rolf Stein. Armenien ist eines dieser Länder, die wir, wenn überhaupt, eher aus den weltpolitischen Nachrichten kennen als durch ihre Kultur.
Kein Hallo, kein Danke
Immer schön gefällig bleiben

Immer schön gefällig bleiben

Bremen - Von Mareike Bannasch. Eigentlich hat sich Jean Rondeau vor allem als Cembalist einen Namen gemacht, und als ein verdammt guter noch dazu. Eigentlich, denn das ist noch längst nicht alles. Der französische Musiker, mit seinen doch recht jungen 25 Jahren als ausgesprochener Spezialist für Barockmusik gehandelt, hat nämlich noch eine zweites Gesicht: das des Jazzmusikers. Diese Seite zeigte Rondeau am Mittwochabend gemeinsam mit seinem Quartett Note Forget im BLG-Forum in der Überseestadt.
Immer schön gefällig bleiben
Lieder aus der Heimat

Lieder aus der Heimat

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, einen der unbestritten ganz großen Sänger sozusagen bei der Rückkehr zu seinen Wurzeln zu erleben. Der im US-Staat Washington geborene Bariton Thomas Hampson ist in unseren Breiten unter anderem bekannt als Almaviva, als Don Giovanni, als Posa, aber vor allem auch als Liedsänger.
Lieder aus der Heimat
Der neue Beat aus der Wüste im Bremer Lagerhaus

Der neue Beat aus der Wüste im Bremer Lagerhaus

Bremen - Von Rolf Stein. Zu laut, zu viel Bass – so lautete die Beschwerde einiger weniger Konzertzuschauer am Mittwoch im Bremer Kulturzentrum Lagerhaus. Was die Problematik des Weltmusikbegriffs ganz hübsch auf den Punkt bringt. Weltmusik, das ist ein – tragischerweise – immer noch gern genommener Begriff für Musik, die vor allem eines nicht ist: aus den Metropolen der westlichen Industrieländer. Und die zweitens auf eine allerdings schwer bestimmbare Weise von den dort gängigen musikalischen Genres abweicht. Oft genügt da ein Akzent, eine Anmutung einer Tradition, die wir als solche nicht identifizieren können müssen.
Der neue Beat aus der Wüste im Bremer Lagerhaus