Ressortarchiv: Kultur

Der Aufstieg endet im Cabrio

Der Aufstieg endet im Cabrio

Oldenburg - Von Corinna Laubach. Welchen Wert hat Liebe in der Konsumwelt? Ist Gefühl gekoppelt an Geld? Fragen, an denen sich Ödön von Horváths Klassiker „Karoline und Kasimir“ abarbeitet – und die scheinbar nicht aus der Mode kommen. Horváths Werk aus den 30er-Jahren zeugt von einer beachtlichen Beständigkeit. Bei aller Modernität, Emanzipation und Gleichschaltung, bedingungslose Liebe bleibt ein Trugschluss. Aber träumen, träumen darf man.
Der Aufstieg endet im Cabrio
Gericht erlaubt freies Kopieren fremder Beats

Gericht erlaubt freies Kopieren fremder Beats

Karlsruhe - Für die Musikbranche ist es ein Einschnitt: In ihrem Urteil zum „Sampling“ in Hip-Hop und Rap entscheiden die Karlsruher Richter im Sinne der Kunstfreiheit.
Gericht erlaubt freies Kopieren fremder Beats
Die Paradoxie der Comics

Die Paradoxie der Comics

Erlangen - Von Jan-Paul Koopmann. Wenn Hella von Sinnen im gelben Kostüm mit schwarzem Zickzack als Charlie Brown die Comic-Gala moderiert, dann ist das ein bisschen lustig. Und sehr ernst ausgerechnet dann, wenn sie den Aufzug im Witz erklärt: „Je suis Charlie“.
Die Paradoxie der Comics
Verflüssigung als Konstante

Verflüssigung als Konstante

Bremen - Von Rolf Stein. Es erscheint alles so wohlgeordnet: Menschen begegnen sich in festgefügten Kontexten, bilden Gruppen, und innerhalb dieser Gruppen Paare, die sich (meist) wieder trennen, um neue Paare zu bilden, die sich wieder trennen. Das ist mehr oder weniger normal, vielleicht ist es sogar spießig. „Square“, quadratisch, nennt das die englische Sprache. Im Quadrat gedacht ergibt das einen Würfel. Spießig hoch zwei, sozusagen.
Verflüssigung als Konstante
Rockavaria in München: Harter Rock, sanfte Töne und starker Regen

Rockavaria in München: Harter Rock, sanfte Töne und starker Regen

München - Von wegen Rentner-Rock: Die alten Herren des Heavy Metal zeigen in München, dass zumindest ihre Musik noch taufrisch ist. Für Turbulenzen sorgt am Sonntag ein Unwetter.
Rockavaria in München: Harter Rock, sanfte Töne und starker Regen
Don’t Believe the Heimorgel

Don’t Believe the Heimorgel

Oldenburg - Von Tim Schomacker. Die zweite, nun ja: Hälfte des Abends dauert ziemlich genau drei Minuten und dreißig Sekunden. Das Publikum nach der Pause für die vermeintlich perfekte Popsonglänge noch einmal hereinzuholen, ist konsequent. Schließlich ging es in den knapp neunzig Minuten von Hälfte eins im Wesentlichen darum, einen solchen zu bauen.
Don’t Believe the Heimorgel
Gelungener Poesie-Marathon

Gelungener Poesie-Marathon

Bremen - Von Jens Laloire. Am Ende, 20 Minuten vor Mitternacht, ist der Kopf voll mit Poesie, einfühlsamen Versen aus Schweden, schwermütigen Gedichten aus Österreich, musikalischer Lyrik aus Jamaika und filigranen Poemen aus Deutschland. Über dreieinhalb Stunden erstreckte sich die Eröffnungsveranstaltung des 17. Internationalen Literaturfestivals „Poetry on the Road“ am Freitag im ausverkauften Theater am Goetheplatz. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Veranstaltung bereits eine Dreiviertelstunde alt ist, als Moderatorin Silke Behl endlich den ersten Gast vorstellen darf. Zuvor gibt es den üblichen Vorlauf einschließlich der offiziellen Begrüßung durch die Staatsrätin für Kultur, Carmen Emigholz.
Gelungener Poesie-Marathon
Pointen ringen Literatur nieder

Pointen ringen Literatur nieder

Bremen - Von Jens Laloire. „Hey, Fleisch ist mein Gemüse“, so habe ihn vor Kurzem irgendein Fremder in der Kneipe angequatscht. Ohne Begrüßung oder Anrede habe der ihm einfach nur den Titel seines Erfolgsromans an den Kopf geworfen, erzählt Heinz Strunk zu Beginn seines Auftritts im Bremer Schlachthof.
Pointen ringen Literatur nieder
Kunst zum Draufhauen

Kunst zum Draufhauen

Hannover - Von Jörg Worat. Wollten Sie immer schon mal die moderne Kunst nach Strich und Faden verprügeln? In der Kestnergesellschaft ist das jetzt möglich: „Punch This Painting“ steht unübersehbar auf einem Selbstporträt von Ahmet Ögüt, und genau so ist das auch gemeint: Der Käufer des im Jahre 2010 versteigerten Ölgemäldes musste sich bereit erklären, bei öffentlichen Präsentationen Fausthiebe zuzulassen. Was eine gewisse Logik hat in einer Ausstellung, die unter dem Titel „Stellung nehmen“ läuft.
Kunst zum Draufhauen
Mit Beratung für ältere Tätowierte

Mit Beratung für ältere Tätowierte

Münster - Unsichtbare Stege, auf denen man über Wasser gehen kann, ein Wohnzimmer im Museumsbau und Tattoo-Beratung für Senioren: Mit ungewöhnlichen Skulpturen, Installationen und Performances soll die fünfte Auflage der Freiluft-Ausstellung „Skulptur Projekte“ im Sommer 2017 mehr als 600 000 Kunstinteressierte aus aller Welt nach Münster locken. Ein Jahr vor dem Start der renommierten Schau informierten die Kuratoren gestern über immer konkreter werdende Ideen und Konzepte.
Mit Beratung für ältere Tätowierte
„Axl hat Spaß dabei“

„Axl hat Spaß dabei“

Hamburg - Vor ihrem Deutschland-Debüt mit Guns’N’Roses-Sänger Axl Rose am Mikrofon in Hamburg haben die Rock-Legenden von AC/DC eine positive Zwischenbilanz der Europa-Tour gezogen. „Es hat Spaß gemacht, es war sehr aufregend“, sagte Gitarrist Angus Young (61) im Interview. Es sei natürlich anders als mit dem erkrankten AC/DC-Sänger Brian Johnson (68), dem die Ärzte eine Zwangspause verordnet haben. „Aber Axl hat Spaß dabei. Er macht es sehr gut.“
„Axl hat Spaß dabei“
„Wir haben noch viel Energie“

„Wir haben noch viel Energie“

Oldenburg - Von Irena Güttel. Schauspieler arbeiten, wenn andere Menschen Feierabend haben. Sie stehen bis spät abends auf der Bühne, proben an Wochenenden und lernen ihren Text in der Freizeit. Die Bezahlung: oft alles andere als üppig. Und der Druck steigt. Viele Theater leiden unter den klammen öffentlichen Haushalten. Sie sparen am Personal, produzieren gleichzeitig aber mehr, um mehr Zuschauer anlocken zu können.
„Wir haben noch viel Energie“
Der Rest steht fassungslos davor

Der Rest steht fassungslos davor

Hannover - Von Rolf Stein. Der Mann hat alles gesehen: Tony Allen, 1940 im nigerianischen Lagos geboren, brachte sich mit 18 Jahren selbst das Schlagzeugspiel bei, während er als Toningenieur beim Radio arbeitete. 1964 lud ihn Fela Kuti ein, bei seiner Highlife-Band vorzuspielen. Es war der Beginn einer 15 Jahre währenden Zusammenarbeit, die die afrikanische Musikwelt gehörig aufmischte und einige der wichtigsten Alben der Pop-Geschichte hervorbrachte. Unter dem Einfluss der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA und dem Funk von James Brown erfanden Allen und Kuti den Afrobeat. Aus Soul, Jazz, Highlife und Funk sowie traditionellen Yoruba-Rhythmen hatte Allen einen ganz eigenen Schlagzeugstil geschaffen, der das Fundament für die ausufernden, immer politischer werdenden Stücke Fela Kutis war.
Der Rest steht fassungslos davor
Kurze Konferenz zum langen Abschied

Kurze Konferenz zum langen Abschied

Bremen - Von Wolfgang Denker. Eigentlich sei ihm mehr nach „Premiere“ als nach „Derniere“ zumute, sagt Markus Poscher bei der Pressekonferenz der Bremer Philharmoniker zur Saison 2016/2017. Aber es ist nun einmal so: Die kommende Spielzeit wird für Markus Poschner die letzte als Generalmusikdirektor in Bremen sein.
Kurze Konferenz zum langen Abschied
Veritable Entdeckung

Veritable Entdeckung

Oldenburg - Von Erik Hermann. Als im Jahr 2013 beim Wexford Festival die Belcanto-Oper „Cristina, Regina di Svezia“ von Jacopo Foroni ausgegraben wurde, sprach man von der Entdeckung des Jahres. Das Oldenburgische Staatstheater hat sich nun die deutsche Erstaufführung gesichert und gleich mit dem Coup einer Live-Übertragung im Rundfunk verbunden. Die Reihe von Wiederentdeckungen hat nach der erfolgreichen „La dame blanche“ vor einem Jahr damit eine würdige Fortsetzung gefunden.
Veritable Entdeckung
Terrorismus der Leidenschaft

Terrorismus der Leidenschaft

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Wenn das Publikum langsam den Zuschauerraum füllt, steht er schon da: Werther, Kultfigur das späten 18. Jahrhunderts im Skandalroman von Johann Wolfgang von Goethe, Maßstab und Vorbild aller unsterblich Liebenden.
Terrorismus der Leidenschaft
Der Prosecco ist noch warm

Der Prosecco ist noch warm

Bremen - Von Rolf Stein. Möchten Sie einmal einer echten Direktorin bei der Arbeit zusehen? Dann haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Der illustre Schreibtisch steht, wenn schon nicht mitten im Ausstellungsraum der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK), dann aber doch bestens exponiert in dessen hinterer linker Ecke. Dafür ist der Raum, der bislang das Direktorat beherbergte, Teil der Ausstellungsfläche.
Der Prosecco ist noch warm
„Überlebt!“: Geschichte in ungesunden Brauntönen

„Überlebt!“: Geschichte in ungesunden Brauntönen

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. An der Folter kommt man nicht vorbei: Weder beim Erzählen noch beim Lesen dieses Comics über Chiles Militärdiktatur. Einfach weiterblättern geht nicht, wirklich hinsehen aber auch nicht. Und schon ist man mittendrin in dem Dilemma, das der Comic „Überlebt!“ mit Bravour auflöst: Wie an die tausendfachen grauenhaften Verbrechen erinnern, wenn man die Hoffnung, die einen damals in den Untergrund gehen ließ, noch nicht aufgegeben hat? Wenn man den Kampf für die Freiheit nicht pathetisch abfeiern, das bestialische Verbrechen aber auch nicht als Gruselkabinett inszenieren will?
„Überlebt!“: Geschichte in ungesunden Brauntönen
Arbeit ohne Arbeiterin

Arbeit ohne Arbeiterin

Oldenburg - Von Radek Krolczyk. Eine alte und eine junge Frau begegnen sich in einem noch im Bau befindlichen Gebäude irgendwo in Rio de Janeiro. Die erste ist Schauspielerin, berühmt geworden durch ihre Rollen in brasilianischen Telenovelas. Während der Militärdiktatur war sie im bewaffneten Kampf aktiv, später dann in der Arbeiterbewegung. Die Machthaber bestraften sie für ihr Engagement mit mehreren Jahren Haft. Die andere wuchs in einer der zahlreichen Favelas in Rio auf und wurde durch ihre feministischen Funk-Carioca-Songs bekannt. Sie besingt darin auf sehr offensive Weise ihre sexuellen Erfahrungen.
Arbeit ohne Arbeiterin
Neue Musik für Skeptiker

Neue Musik für Skeptiker

Hannover - Von Jörg Worat. Immer noch besonders, aber nicht mehr so elitär: Das ist der Eindruck nach den ersten Tagen der „KunstFestSpiele Herrenhausen“ unter dem neuen Intendanten Ingo Metzmacher. Der renommierte Dirigent scheint ein gutes Händchen dafür zu haben, das tendenziell eher skeptische hannoversche Publikum auch für Ungewöhnliches zu interessieren.
Neue Musik für Skeptiker
Verbotene Schönheit ohne Scham

Verbotene Schönheit ohne Scham

Bremen - Von Mareike Bannasch. Eine Figur, wie aus einem Alptraum: Aus dem unheimlichen Dunkel der Nacht tritt sie uns entgegen. Eingehüllt in eine weiße Burka, nur die schmalen Augenschlitze sind frei. Doch stieren hier überhaupt Augen in die Dunkelheit? Keine Ahnung.
Verbotene Schönheit ohne Scham
Magischer Realismus

Magischer Realismus

Austin - Es war eine späte Anerkennung, als Guy Clark im vorletzten Jahr einen Grammy für das beste Folk-Album mit nach Hause nehmen durfte. Folk-Sänger war er allerdings wohl eher in einem allgemeineren Sinne. Musikalisch stand er deutlich in einer Tradition großer Country-Songwriter, in deren Lyrik sich populäre Mythen und Sentiment mit einem präzisen Realismus verbinden.
Magischer Realismus
Güllen ist überall

Güllen ist überall

Hannover - Von Jörg Worat. Elegant, hochmusikalisch, Spuren eines nicht gar zu tiefgründigen Humors und am Schluss großer Jubel: Uraufführungen von Ballettdirektor Jörg Mannes im Opernhaus liefen zumeist nach einem mehr oder minder verlässlich voraussagbaren Muster ab. Soweit schön, aber mit einem gewissen Gewöhnungseffekt. Nun „Der Besuch“: Jubel ja, Muster nein.
Güllen ist überall
Zwei Brandraketen

Zwei Brandraketen

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Was ist das für eine Oper, die von 1903 bis 1928 in Paris tausend Aufführungen erlebte und in Deutschland vor dreißig Jahren wiederentdeckt wurde? Dabei liegt „Werther“ ein zutiefst deutsches Thema zugrunde: Johann Wolfgang Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“, mit dem der Dichter 1774 seine unglückliche Liebe zu der verheirateten Charlotte Buff verarbeitete. Im Roman verliebt sich Werther in die verlobte Charlotte, die ihn bittet, bis Weihnachten die Stadt zu verlassen. Als er zurückkommt, weist ihn Charlotte erneut ab, Werther erschießt sich.
Zwei Brandraketen
Erlösende Auflösungen

Erlösende Auflösungen

Oldenburg - Von Rolf Stein. Es hat sich eine Menge verändert im Universum von Motorpsycho, seit sich die Band 1989 in Trondheim gründete. Damals warfen sie als gelegentlich auch zornige junge Männer alles, was sie so an Musik mochten, auf einen Haufen: von norwegischen Folk-Weisen über tolle Post-Hardcore-Pop-Songs bis zu fies schleifenden Rock-Monstern. Auf eine Weise war das damals durchaus kompatibel mit Grunge. Und so kam es auch vor, dass Motorpsycho mit Punk-Bands gemeinsam in verschwitzten Jugendfreizeitheimen auftraten. Später wurden nicht nur die Hallen größer, sondern auch der musikalische Horizont: Dinge wie Jazz, Country und Southern-Rock kamen dazu, was einen gewissen Reifeprozess andeutet.
Erlösende Auflösungen
Aktuell durch Wiederholung

Aktuell durch Wiederholung

Bremen - Von Matthias Röhrs. Eine Band, die sagt was sie denkt: „Kmpfsprt“. Auch auf „Intervention“, dem neuen Album der Kölner, folgen Statements gegen Rassismus oder Sexismus auf Lieder gegen Kommerz und beschissene Jobs. Beliebig fortsetzen ließe sich diese Reihe, schließlich ist Punkrock immer eine Reaktion auf aktuelle Themen. Und einen Titel wie „Intervention“ wählt eine Band nicht zufällig für ein Lied und schon gar nicht für ein Album. Am Pfingstsonntag hat „Kmpfsprt“ es im gut gefüllten Bremer Tower Musikclub vorgestellt.
Aktuell durch Wiederholung
Die besten Ideen hat immer der Vollidiot

Die besten Ideen hat immer der Vollidiot

Hannover - Von Jörg Worat. Es ist ja so eine schöne Story: 1844 eröffnet ein Einwanderer aus dem bayrischen Rimpar in Montgomery, Alabama, eine kleine Textilhandlung und legt damit den Grundstein für eine Investmentbank, die 164 Jahre später zusammenbricht, was der globalen Finanzkrise neue Dimensionen verleiht. Diese sonderbare Familiensaga hat Stefano Massini fleißig recherchiert und in eine sprachliche Form gebracht. Ob „Lehman Brothers“ allerdings deswegen schon ein grandioses Stück ist? Jedenfalls hat es seine Tücken, wie die Premiere im hannoverschen Schauspielhaus bewies.
Die besten Ideen hat immer der Vollidiot
Deutscher ESC-Beitrag: Gruftie-Song eines Schulmädchens

Deutscher ESC-Beitrag: Gruftie-Song eines Schulmädchens

Bremen - Von Rolf Stein. Alljährlich zum Bardenwettstreit „Eurovision Song Contest“ (ESC) fühlt der Bremer Komponist Christoph Ogiermann für unsere Zeitung dem deutschen Teilnehmer auf den Zahn. Nach dem desaströsen letzten Platz im vergangenen Jahr will nun Jamie-Lee Kriewitz die deutsche Ehre verteidigen. Ob ihr das tatsächlich gelingt, da haben ESC-Experten so ihre Zweifel – genauso wie Ogiermann.
Deutscher ESC-Beitrag: Gruftie-Song eines Schulmädchens
17 Verlage beteiligen sich am Fest für Comic-Nerds

17 Verlage beteiligen sich am Fest für Comic-Nerds

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Umsonst macht misstrauisch. Vor allem wenn es um Dinge geht, die eigentlich ein Schweinegeld kosten. Heute aber, zum „Gratis Comic Tag“, darf man die Vorsicht ruhigen Gewissens mal beiseite lassen – die Sache hat wirklich keinen Haken. Nur ein bisschen verführt werden soll man. Zum Comiclesen nämlich.
17 Verlage beteiligen sich am Fest für Comic-Nerds
Reinheit ist eine Illusion

Reinheit ist eine Illusion

Bremen - Von Rolf Stein. Mit den Carolina Chocolate Drops wurde Leyla McCalla bekannt. Die Band aus North Carolina betrieb Wurzelforschung in Sachen amerikanischer Populärmusik, spürte den Ahnen von Rock und Country nach und wurde dafür unter anderem mit einem Grammy geehrt. McCalla wollte sich dann aber doch lieber ihrer Solo-Karriere widmen. Was sich musikalisch schnell erschließt, hört man ihr erstes Solo-Album „Vari-Colored Songs“ vom vorletzten Jahr, auf dem sie Gedichte von Langston Hughes mit Spielweisen aus Louisiana und Haiti kombinierte.
Reinheit ist eine Illusion
Spiel mit den Räumen

Spiel mit den Räumen

Bremen - Von Rolf Stein. Nächstes Jahr wird’s rund: Da feiert der Bremer Förderpreis für Bildende Kunst seine 40. Ausgabe. Dass diese Förderung, die den jeweiligen Preisträger mit 5  500 Euro und einer Einzelausstellung samt Katalog beglückt, fruchtet, zeigt die Liste der bisherigen Preisträger, auf der so illustre Namen wie der von Norbert Schwontkowski stehen.
Spiel mit den Räumen
Rein in die Gosse

Rein in die Gosse

Bremen - Von Mareike Bannasch. Es war am 9. August 2014, als der 18-jährige Michael Brown von sechs Schüssen niedergestreckt wurde. Sie alle kamen aus der Waffe eines weißen Polizisten, Brown selbst war unbewaffnet, dennoch plädierte der Beamte auf Notwehr – und wurde nicht angeklagt. Eine Ungerechtigkeit, die in den USA dieser Tage erschreckend normal ist. Hat sich seit der Aufhebung der Rassentrennung also nichts getan? Offenbar, zumindest wenn man Gregory Porter glauben kann.
Rein in die Gosse
Die vielleicht langsamste Ausstellung der Welt

Die vielleicht langsamste Ausstellung der Welt

Bremen - Von Radek Krolczyk. Das Bremer Künstlerhaus gehört zu den spannendsten und eigenwilligsten Ausstellungshäusern in Norddeutschland. Gleichzeitig ist es eines der Kleinsten. Fanny Gonella, die Direktorin des Künstlerhauses, zeigt immer wieder Einzelausstellungen spannender internationaler Künstlerinnen und Künstler, die in Deutschland bislang noch vollkommen unbekannt sind. So diesmal die Amerikanerin Margaret Honda.
Die vielleicht langsamste Ausstellung der Welt
Der spleenige Kandidat

Der spleenige Kandidat

Bremen - Von Rolf Stein. Es kommt nicht allzu häufig vor, dass ein ehemaliger Kandidat für den Gouverneursposten von Texas in Bremen auftritt. Es ist wohl allerdings noch ungewöhnlicher, dass ein Mann wie Kinky Friedman sich um diesen Posten bewirbt. Bemerkenswert ist das nicht nur wegen dieses eigentümlichen Vornamens, der übersetzt so viel bedeutet wie spleenig, verkorkst oder pervers.
Der spleenige Kandidat
Erhöhte Temperatur

Erhöhte Temperatur

Bremerhaven - Von Rolf Stein. Als vor fünf Jahren Yassin Musharbashs Roman „Radikal“ erschien, war die westliche Welt mit dem islamistischen Terror schon vertraut genug, um sich vorstellen zu können, dass „so etwas“ auch in Deutschland denkbar wäre. Seither ist bekanntlich einiges geschehen. Paris, Brüssel, Istanbul. Einerseits. Andererseits: Pegida, AfD, Freital. Chiffren, die mitten in eine hoch emotionalen Debatte hineinführen, die droht, zur gesellschaftlichen Zerreißprobe zu werden.
Erhöhte Temperatur
„Eindringlinge“: Seelenruhige Zusammenbrüche

„Eindringlinge“: Seelenruhige Zusammenbrüche

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Sie hat eine Doppelgängerin, die im Internet als Pornostar unterwegs ist. Klingt wie der Anfang eines Witzes – und ein bisschen lustig ist die Geschichte dann auch wirklich. Vor allem aber ist sie tieftraurig, melancholisch und so wunderschön, dass man im Anschluss gleich wieder zum Anfang blättern und sich mehr Zeit für die Bilder nehmen will. Und das lohnt sich nicht nur bei dieser, sondern bei allen fünf Erzählungen in Adrian Tomines neuer Comic-Anthologie „Eindringlinge“.
„Eindringlinge“: Seelenruhige Zusammenbrüche
„Die Seele in jedem Ton“

„Die Seele in jedem Ton“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. „Er war immer heiter, hatte einen trockenen Humor“, „Durch und durch ein vollkommen uneitler Musiker“, er „verlangte viel, hatte aber ohne Ende Geduld“ sagen die, die Hans-Wilhelm Kufferath als Lehrer und Freund kannten. „Er hat uns Türen geöffnet, von denen wir nichts wussten“, sagt ein Musiker des Neuen Kammeorchester Bremen (NKO). Und eine andere: „Er verlangte Wärme und Struktur des Klanges, so lange, bis er‘s von uns Laien bekommen hat“. 2004 gründete Kufferath das NKO – sein Orchester – und seitdem leitet er es auch, mit zwei Konzerten pro Jahr und einem ungemein anspruchsvollen Programm: Die große Sinfonik der Klassik und der Romantik sind vertreten. „Von allen geht unglaublich viel Herzblut rein, bis das Konzert steht“, sagt eine Geigerin. „Er hat uns immer gesagt, findet die Seele in jedem Ton.“
„Die Seele in jedem Ton“
Taufrische Silberfäden

Taufrische Silberfäden

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Als Paavo Järvi im Jahr 2004 künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen wurde, war viel die Rede von der Neugier auf ein neues Repertoire. „Ich möchte neue Sachen machen“, sagte Järvi damals. Daraus ist nicht ganz so viel geworden. Dafür hat das Orchester aber ein Spielniveau, das jede Kritik an immer denselben Stücken im Keim erstickt. Und nun wieder Ludwig van Beethoven „Eroica“, schon reichlich oft gehört.
Taufrische Silberfäden
Radiohead meldet sich mit neuem Song zurück

Radiohead meldet sich mit neuem Song zurück

London - Die britische Rockgruppe Radiohead hat sich mit einem neuen Song von ihrer kurzzeitigen Internetabstinenz zurückgemeldet. Die Band postete ein Video bei Instagram.
Radiohead meldet sich mit neuem Song zurück
Niveauvoll, aber langweilig

Niveauvoll, aber langweilig

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Beschränkt man sich auf das Niveau der Wiedergaben, so gibt es im Philharmonischen Abonnementskonzert am Montagabend nichts zu meckern. Die Bremer Philharmoniker bieten ein zuverlässiges, zum Teil überragendes Spannungsfeld, überzeugen durch rhythmische Genauigkeit und deutliche und intensive Klangfarben. Eine ganz andere Frage ist, welchen Komponisten diese Qualität zugute kommt. In den Konzerten des Orchesters fallen ungemein sorgfältige und gut durchdachte Programme auf, Programme, mit denen stilistische Beziehungen gezeigt und anregende Perspektiven aufgemacht werden. Dabei passiert es aber leider auch immer wieder, dass vor lauter Begeisterung, was zum Thema man alles gefunden hat, eine kritische Sicht auf die Qualität der Stücke verlorengeht.
Niveauvoll, aber langweilig
„Das ist anders als wild rumzuknipsen“

„Das ist anders als wild rumzuknipsen“

Bremen - Von Ulla Heyne. Neun Bilder in neun Stunden: Beim Bremer Fotomarathon treffen sich bis zu 300 Teilnehmer zu einer fotografischen Schnitzeljagd quer durch die Stadt. Zu welchen Themen die Bilder geknipst werden müssen, bleibt bis zum Startschuss geheim – genauso wie die einzelnen Zwischenstationen. Wir haben mit den Organisatoren des fotografischen Kräftemessens gesprochen.
„Das ist anders als wild rumzuknipsen“
Im Strudel des heißen Krieges

Im Strudel des heißen Krieges

Bremen - Von Rolf Stein. Da sitzen sie auf einer Drehscheibe, der eine Spirale aufgemalt ist, und drumherum, wie im Sportstadion: wir. In den folgenden knapp zwei Stunden sehen wir, wie sich eine Familie zerlegt. Schroffensteins sind sie alle. Aber das heißt ja nichts.
Im Strudel des heißen Krieges
Bis der Schweiß fliegt

Bis der Schweiß fliegt

Bremen - Von Mareike Bannasch. Kritik an Establishment und Regierung? Das ist nicht so sein Ding. Bosse konzentriert sich in seinen hymnischen Popsongs lieber auf die Therapie der Sorgen der Mitdreißiger. Und da gibt es ja auch eine Menge zu sagen, über die stetig steigenden Ansprüche von außen und ein Leben im Hamsterrad.
Bis der Schweiß fliegt
Die Magie des Wandels

Die Magie des Wandels

Bremen - Von Jens Laloire. Zwei Frauen in eng anliegenden roten Samtkleidern stolzieren auf Stöckelschuhen durchs gedämmte Licht, betören mit ihrer Grazie zwei Männer, die einen Blick auf das Damen-Duo werfen. Die beiden Frauen sind allerdings vorerst mit sich selbst beschäftigt, umtänzeln sich, schmiegen sich aneinander, verwickeln sich in ein Duett. Doch ihr Tanz bringt auch die Männer in Bewegung, sodass sich das Duett zum Quartett erweitert.
Die Magie des Wandels
Neues Album? Radiohead löscht Internetauftritte

Neues Album? Radiohead löscht Internetauftritte

London - Mysteriös: Am Sonntag verschwanden alle Einträge auf den Social-Media-Seiten der Rockband Radiohead. Hat das etwas damit zu tun, dass bald ihr neuntes Album auf den Markt kommen könnte?
Neues Album? Radiohead löscht Internetauftritte
Zeitungen mahnen mit Ai Weiwei zu Pressefreiheit

Zeitungen mahnen mit Ai Weiwei zu Pressefreiheit

Berlin - Zahlreiche deutsche Tageszeitungen rufen am Dienstag, den 3. Mai, mit einer vom chinesischen Künstler Ai Weiwei gestalteten Titelseite zum Erhalt der Pressefreiheit auf.
Zeitungen mahnen mit Ai Weiwei zu Pressefreiheit
Vertane Chancen

Vertane Chancen

Oldenburg - Von Corinna Laubach. Der erste Blick ist ein vernichtender. Liliom soll nachhaltig zeigen, dass dieser Eindruck nicht trügt. Der Frauenheld vom Jahrmarkt ist alles, nur kein anständiger Mensch. Beängstigend wie bedrohlich zugleich schwingt eine übergroße Gondel aus Stahlstangen im Bühnenfonds hin und her. Ein Taktgeber. Der Gedanke an einen Diamanten kommt auf – doch Liliom bleibt bis zu seiner vertanen Chance am Ende des Stückes eher roher Klotz, denn ungeschliffener Edelstein.
Vertane Chancen
Aufstand gegen die Sofakartoffeln

Aufstand gegen die Sofakartoffeln

Bremen - Von Rolf Stein. Tja. Wie kommt das nun zustande? Dass sich junge Leute, aufgewachsen in der besten aller möglichen Gesellschaften, nämlich der unseren, einer Ideologie zuwenden, die alles, was wir an Freiheit und Gleichheit hochhalten, schlichtweg nicht anzuerkennen scheint. Die Frage treibt derzeit nicht unwesentliche Teile der Gesellschaft um. Haben wir etwa etwas falsch gemacht?
Aufstand gegen die Sofakartoffeln