Ressortarchiv: Kultur

Höllenritt ins gelobte Land

Höllenritt ins gelobte Land

Bremen - Von Rolf Stein. Die Eröffnung ist, sagen wir, bizarr. Und – auch wenn „Perv“ durchaus zu Recht als Liebesgeschichte deklariert ist – nicht unbedingt etwas für romantische Gemüter. Es geht um den Verlust von Jungfräulichkeit, und ein bisschen mag man sich an Frank Wedekinds legendäres Pubertierenden-Drama „Frühlings Erwachen“ erinnert fühlen.
Höllenritt ins gelobte Land
Große Namen, brisante Stoffe

Große Namen, brisante Stoffe

Hamburg - Die Intendantin des Hamburger Schauspielhauses, Karin Beier, setzt auch in der kommenden Spielzeit auf aktuelle, brisante Theaterstoffe. „Ich habe das Gefühl, dass die Gesellschaft zur Zeit politisiert ist und daher auch anders auf ihre Stadttheater blickt und das Publikum dankbar dafür ist, dass wir Themen, die jetzt sehr viel diskutiert werden, auch auf der Bühne diskutieren“, sagte Beier gestern in Hamburg.
Große Namen, brisante Stoffe
Einen Monat freier Eintritt

Einen Monat freier Eintritt

Hamburg - Von Carola Große-Wilde. Der „Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich (1774-1840) hat ein neues Zuhause: Erwartungsvoll blickt er neben anderen Meisterwerken des deutschen Romantikers wie „Das Eismeer“ und „Meeresufer im Mondschein“ in die Ferne. Wirkungsvoll in Szene gesetzt mit neuester LED-Technik, umgeben von grüngrauen Wänden und edlem gebeizten Eichenparkett. Am Samstag wird die Hamburger Kunsthalle, eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Deutschlands, nach einer umfangreichen Modernisierung wiedereröffnet – endlich können die Besucher lange vermisste Meisterwerke wiedersehen und neu entdecken.
Einen Monat freier Eintritt
Karg, aber weit

Karg, aber weit

Bremerhaven - Von Radek Krolczyk. Mit der Ausstellung „The Arctic Series II“ der Künstlerin Nathalie Grenzhaeuser widmet sich die Kunsthalle Bremerhaven nicht zum ersten Mal einem maritimen Thema. Erstaunlich kleinteilig und konkret ist die Schau. Zumindest verglichen mit dem, was man an gleicher Stelle sonst zu sehen bekommt: meist Kunstwerke nämlich, deren Wirkung sich eher im Kopf als vor den Augen entwickeln.
Karg, aber weit
Alles, nur nicht in die Schweiz

Alles, nur nicht in die Schweiz

Hannover - Von Jörg Worat. „Hamlet“ und „Othello“ kennt man, „Einzelstern“ oder „Das Schmürz“ weniger: 22 Neuproduktionen unterschiedlichster Art hat das hannoversche Staatsschauspiel jetzt für die kommende Saison vorgestellt. Ein Gespräch mit Intendant Lars-Ole Walburg.
Alles, nur nicht in die Schweiz
Jede Menge Visitenkarten

Jede Menge Visitenkarten

Bremen - Von Ulla Heyne. Nun ist sie schon wieder Geschichte, die Jazzahead, einer der weltweit wichtigsten Treffpunkte in Sachen Jazz. Die Messehallen und viele weitere Bremer Spielstätten wurden auch in der elften Auflage vier Tage lang zum Mekka der Improvisation. In den Messehallen buhlten Künstler, Labels, internationale Netzwerke und Organisatoren von Festivals um die Gunst der Fachbesucher.
Jede Menge Visitenkarten
Mit Gruß von Lenin

Mit Gruß von Lenin

Bremerhaven - Von Rolf Stein. Tatjana liebt Eugen, aber der will sich nicht fest binden. Lieber flirtet er mit Olga, der Liebsten seines Freundes Lenski. Der findet das gar nicht witzig, fordert Eugen zum Duell und kommt dabei ums Leben. Jahre später begegnen sich Eugen und Tatjana wieder. Sie hat den Fürsten Gremin geheiratet.
Mit Gruß von Lenin
Der Mob regiert

Der Mob regiert

Bremen - Von Rolf Stein. Eine eindrucksvolle Kulisse: Als befänden wir uns im Inneren eines Kellergewölbes, tief unten in einem Staudamm vielleicht, denn die Mauern aus Sichtbeton laufen nach oben hin aufeinander zu. Das Innere eines Kraftwerks, sozusagen. Oder fällt einem das nur ein, weil wir in diesem Raum von Katrin Plötzky, den Klaus Schumacher für seine Inszierung von Arthur Millers „Hexenjagd“ per raffinierter Ausleuchtung für atmosphärische Schattenspiele und Raum-im-Raum-Effekte nutzt, Zeuge einer Dynamik werden, die gefährlich aus dem Ruder läuft – bis der Damm bricht?
Der Mob regiert
Süße Überraschung für Fans: Beyoncé veröffentlicht „Lemonade“

Süße Überraschung für Fans: Beyoncé veröffentlicht „Lemonade“

Los Angeles - R&B-Sängerin Beyoncé hat ihren Fans völlig ohne vorherige Ankündigung das Wochenende mit einem neuen Album versüßt. Darauf sind einige andere Megastars zu hören. Einige sind trotzdem sauer.
Süße Überraschung für Fans: Beyoncé veröffentlicht „Lemonade“
Ein geigerischer Brocken

Ein geigerischer Brocken

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Sarah Christian, seit 2015 Konzertmeisterin der Deutschen Kammerphilharmonie, wird sich für ihr Solodebut dieses Konzert ausgesucht haben: Ein richtiger geigerischer Brocken ist das 1904 entstandene Violinkonzert des Finnen Jean Sibelius. Der Komponist hatte eigentlich eigentlich Geiger werden wollen, dementsprechend ist das Stück mit enormen Schwierigkeiten gespickt.
Ein geigerischer Brocken
Hey, ho, let’s go!

Hey, ho, let’s go!

New York - Von Rolf Stein. Es war ein Schock. Eher ein Erdbeben. Dessen Erschütterungen immer noch spürbar sind. Als heute vor 40 Jahren das schlicht „Ramones“ betitelte Album der gleichnamigen New Yorker Band erschien, war Punk zwar schon in der Welt. Aber so mustergültig hatte noch niemand den neuen Sound auf den Punkt gebracht: 14 Songs in einer knappen halben Stunde, ohne Gitarrensoli, dafür mit jeder Menge lustigem Nihilismus, aufgenommen in vier Tagen. Auf dem Cover: vier Typen in uniformen Lederjacken, Turnschuhen und zerrissenen Jeans. Was das damals bedeutete, wird schnell klar, vergegenwärtigt man sich, was in der Pop-Welt 1976 los war: Die Eagles veröffentlichen „Hotel California“, Led Zeppelin ihr Doppel-Live-Album „The Song Remains The Same“, Deep Purple lösen sich auf (nicht zum letzten Mal), Peter Gabriel überlässt Phil Collins den Sänger-Job bei Genesis. Rock ist ein Dinosaurier geworden, auf Stadiongröße aufgebläht. Der Minimalismus der Ramones, die sich 1974 in Queens gegründet hatten, ist ein Schlag ins Gesicht. Die Botschaft: Lerne zwei Akkorde, gründe eine Band. Und auch wenn es die Sex Pistols und The Clash schon gab, als die Ramones das erste Mal in England spielten, berichten Ohrenzeugen, dass nach den Ramones die Szene kollektiv beschleunigte.
Hey, ho, let’s go!
Erst kommt der Bauch

Erst kommt der Bauch

Bremen - Von Rolf Stein. Er ist einer der ältesten Kunstpreise in Deutschland. Christoph Grunenberg, Chef der Bremer Kunsthalle, vermutet gar: „möglicherweise der älteste Preis für Gegenwartskunst“. Der Kunstpreis der Böttcherstraße wird seit 1955 an in Deutschland lebende Künstler verliehen, bis 1985 jährlich, seither alle zwei Jahre. Immerhin 30 000 Euro erhält der Preisträger.
Erst kommt der Bauch
Die netten Mörder von nebenan

Die netten Mörder von nebenan

Bremen - Wahrscheinlich finden sich überall Mörder, auch in unserer Nähe. Etliche ihrer Taten kommen nicht einmal ans Tageslicht, bleiben – als Unfälle deklariert –  ungesühnt. Und vielleicht ist es nur eine Laune des Schicksals, die uns davon abhält selbst zu töten – und so zum Mörder zu werden.
Die netten Mörder von nebenan
„Wir könnten gelassen sein“

„Wir könnten gelassen sein“

Bremen - Von Rolf Stein. 1953 schrieb der amerikanische Dramatiker Arthur Miller sein Stück „Hexenjagd“: Es erzählt von einer Gesellschaft im Ausnahmezustand, von Hysterie, von Selbstjustiz. Eine wahre Geschichte, die sich im Jahre 1692 an der amerikanischen Ostküste zugetragen hatte.  iller war es derweil nicht um die Aufarbeitung historischer Geschehnisse zu tun. Als er sein Stück herausbrachte, gab es in den USA eine neue Hexenjagd. Nur dass die Hexen diesmal Kommunisten waren. Der Regisseur Klaus Schumacher inszeniert Millers „Hexenjagd“ nun am Theater Bremen. Vor der Premiere sprachen wir mit ihm über die Aktualität des Stücks.
„Wir könnten gelassen sein“
Der Traum vom neuen Zuhause

Der Traum vom neuen Zuhause

Bremen - Von Jens Laloire. Ein Mädchen wird in einem ihr fremden Land in einer ihr unbekannten Stadt irgendwo in Westeuropa ausgesetzt. Niemand kennt das Mädchen und sie redet mit niemandem, da ihr eingetrichtert worden ist, dass sie schweigen solle, wenn andere sie etwas fragen.
Der Traum vom neuen Zuhause
Niemand ist hier wirklich dicht

Niemand ist hier wirklich dicht

Hannover - Von Jörg Worat. „Eines noch“, sagt die Figur auf der Bühne des Schauspielhauses. Unkomische Worte eigentlich, und doch geht ein Glucksen durch die Zuschauerreihen. Denn es ist 0.30 Uhr, die Premiere von „Die Brüder Karamasow“ nähert sich der Marke von fünfeinhalb Stunden und überbietet die im Programmheft angegebene Länge locker um 60 Minuten.
Niemand ist hier wirklich dicht
Torloses Unentschieden

Torloses Unentschieden

Oldenburg - Von Tim Schomacker. Früher hat Rocko Schamoni bei Konzerten zwischendurch mal aus abstrusen Kriminalromanen gelesen. Die waren ziemlich daneben. Aber Schamonis Lesen dermaßen erstaunlich – zugleich! – ganz echt und total abgeklärt gespielt ungelenk, dass diese Miniaturen einem performativ die Schuhe auszogen.
Torloses Unentschieden
Der letzte Funke

Der letzte Funke

Bremen - Von Mareike Bannasch. Am 7. Mai ist Schluss, endgültig. Jedenfalls wenn man Morten Harket Glauben schenken mag. Immer wieder gab er in den vergangenen Wochen der Presse zu Protokoll, dass er und seine Bandkollegen sich nichts mehr zu sagen hätten, dass das Feuer nicht mehr da sei – und es daher auch keinen Grund mehr gäbe, noch einmal als A-ha auf die großen Bühnen der Welt zurückzukehren.
Der letzte Funke
Ohne Schizophrenität geht es nicht

Ohne Schizophrenität geht es nicht

Bremen - Von Rolf Stein. Bevor Sie sich aufmachen, die neue Inszenierung von Shakespeares „Was ihr wollt“ im Theater am Leibnizplatz zu sehen, nehmen Sie sich ein bisschen Zeit und einen Schauspielführer zur Hand, sofern Ihnen der Stoff nicht mehr gegenwärtig ist. Das wird helfen, den Abend zu genießen. Ulrich Greb hat für seine Deutung der Lage nämlich zu recht drastischen Mitteln gegriffen. Zum einen sind die Geschlechter überkreuz besetzt, Männer spielen konsequent Frauen, Frauen ausnahmslos Männer, nur einer soll sich nicht entscheiden müssen, weil er Bruder und Schwester spielt.
Ohne Schizophrenität geht es nicht
Lasst viele Blüten blühen

Lasst viele Blüten blühen

Bremen - Von Rolf Stein. Bremen – das hört für viele Bremer in etwa an der Lesum auf. Und für viele Bremen-Norder fängt es dort, aus umgekehrter Perspektive, erst an. Gut, Vegesack ist auch in der Stadt ein Begriff. Und treuen Theaterzuschauern ist Bremen Farge bekannt. Da hat schlielich Hans Kresnik den U-Bootbunker Valentin bespielt. War damals bundesweit in den Feuilletons. Natalie Driemeyer, Dramaturgin am Theater Bremen und künstlerische Leiterin des Festivals „Auswärtsspiel: Blumenthal“, kennt ihn: den „Mythos Farge“. „Die letzten Tage der Menschheit“ sind im Bremer Norden so etwas wie eine Legende. Tief eingegraben haben sie sich in das kollektive Gedächtnis. Aber das ist schon ganz schön lange her. Premiere war im Juni 1999.
Lasst viele Blüten blühen
Multiplizierte Bässe

Multiplizierte Bässe

Bremen - Von Tim Schomacker. „Herausfordernd“, sagt Junya Oikawa. Der 1983 in Sendai geborene Komponist, Stipendiat der Elektrokunst-Vorzeigeanstalt ZKM in Karlsruhe, ist einer von vier Musikern, die die Bremer Reihe Elektronischer Musik für einen Abend zu zwei „gemischten Doppeln“ zusammenknotet. Duos, die es so noch nie gegeben hat. Und die – nach mehr oder weniger umfangreichem Austausch von Ideen und Daten im Vorfeld – jeweils zwei Tage Zeit haben, etwas Gemeinsames zu schaffen.
Multiplizierte Bässe
Sing zum Abschied leise Wagner

Sing zum Abschied leise Wagner

Bremen - Von Rolf Stein. Die Stimmung am Theater Bremen scheint gut zu sein. Während im Bremer Norden die Vorbereitungen auf das erste „Auswärtsspiel“ des Hauses laufen, stellte gestern Intendant Michael Börgerding der Presse das Programm für die nächste Spielzeit vor, nachdem Kulturstaatsrätin Emigholz ihre Freude über gute Besucherzahlen Ausdruck verliehen hatte.
Sing zum Abschied leise Wagner
Unappetitliche Machtspiele

Unappetitliche Machtspiele

Bremen - Von Jens Laloire. Etliche männliche Führungskräfte sind „Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen“, die von Raffgier getrieben den bevorstehenden Klimakollaps ignorieren und die Menschheit so um ihre Zukunft bringen. Das zumindest behauptete die Autorin Karen Duve vor anderthalb Jahren in ihrem Pamphlet „Warum die Sache schiefgeht“, in der sie die Strukturen der Konzerne, Banken und Parteien anprangerte.
Unappetitliche Machtspiele
Liebe per Prinzenrolle

Liebe per Prinzenrolle

Bremen - Von Mareike Bannasch. Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der holden Maid mit dem langen blonden Haar. Jahrelang wird sie von einer bösen Hexe hoch oben im Turm gefangen gehalten – bis der wackere Prinz kommt und die Schönheit rettet. „Rapunzel“ heißt das Märchen, geschrieben von den Brüdern Grimm. Oder doch nicht? Sind die Grimmschen Hausmärchen am Ende nicht mehr als ein schnödes Plagiat?
Liebe per Prinzenrolle
Ankunft auf der großen Bühne

Ankunft auf der großen Bühne

Hannover - Von Jörg Worat. Der Tanz in Hannover“, sagt Kulturdezernent Harald Härke, „war da, ist da und wird immer bleiben.“ Ersteres ist nicht zu bestreiten, letzteres zu hoffen, und die mittlere Position ist gerade ganz besonders in den Fokus gerückt: Die niedersächsische Landeshauptstadt hat den Zuschlag für die Ausrichtung des „Tanzkongresses 2016“ bekommen. Vom 16. bis zum 19. Juni finden mehr als 70 Einzelveranstaltungen mit rund 200 Referenten und Kunstschaffenden statt. Über 700 Fachbesucher werden erwartet, aber auch für Normalsterbliche gibt es ein attraktives Angebot. „Zeitgenoss*in sein“ lautet das schon in grafischer Hinsicht etwas komplizierte Motto.
Ankunft auf der großen Bühne
Kein Konzert mit Poschner verpassen!

Kein Konzert mit Poschner verpassen!

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Markus Poschner und die Bremer Philharmoniker schienen im letzten Konzert wild entschlossen, mit Igor Strawinskis Ballett „Petruschka“ in einer konzertanten Wiedergabe zu zeigen, dass man keine Inhaltsangabe braucht: So wild und grotesk klangen die Jahrmarktsklänge des ersten und letzten Bildes, so ironisch und witzig kamen die dumpf-stampfenden Klänge des Mohren rüber, so absurd schien der Trompetentanz der Ballerina, so leidend die Unglücksfigur Petruschka, der „ewig unglückliche Held aller Jahrmärkte in allen Ländern“ (Strawinski).
Kein Konzert mit Poschner verpassen!
Rocko Schamoni im Interview

Rocko Schamoni im Interview

Oldenburg - Von Rolf Stein. Paul ist verliebt – in seine Mitschülerin Katharina Himmelfahrt, mit der er im Schultheater „Die Leiden des jungen Werther“ spielt. Und sie liebt ihn. Aber eine grausame Wendung macht aus Paul das, was man einen Verlierer nennt.
Rocko Schamoni im Interview
Lebensfreude auf der Überholspur

Lebensfreude auf der Überholspur

Bremen - Von Wolfgang Denker. Goran Bregovic und seine „Wedding and Funeral Band“ sind ein Ereignis – so auch am Sonntag in der Bremer Glocke. Steigern sich die Begeisterungsschübe des Publikums üblicherweise über den Abend stetig, ist hier alles anders: Bereits als die Musiker sich musizierend durch die Seitengänge in Richtung Bühne bewegen, gibt es kein Halten mehr.
Lebensfreude auf der Überholspur
Horizontales Imponiergehabe

Horizontales Imponiergehabe

WOLFSBURG - Von Jörg Worat. Zeit zum Durchatmen? Aber warum denn: Zum Auftakt der Tanz-Gastspiele beim Festival „Movimentos“ bekam das Publikum im „KraftWerk“ der Autostadt die ganz große Dröhnung um Augen und Ohren gehauen. Die Deutschlandpremiere von „Y Olé!“ riss die Besucher zu Ovationen im Stehen hin.
Horizontales Imponiergehabe
Legende vital

Legende vital

Bremen - Immerhin 350 Zuschauer waren gekommen, um Manu Dibango zu sehen. Einen Mann, der seit seinem Welterfolg „Soul Makossa“ 1972 eine der prominentesten Stimmen der afrikanischen Musik ist. Michael Jackson zitierte später in „Wanna Be Startin’ Something“ den „Soul Makossa“-Refrain, Rihanna und andere bedienten sich an gleicher Stelle.
Legende vital
Wehe, wenn du hustest

Wehe, wenn du hustest

Oldenburg - Von Mareike Bannasch. Nicht laut lachen! Nicht husten! Nicht schnell laufen! Nicht mit dem Geschirr klappern! Wer in diesem Amsterdamer Hinterhaus lebt, muss vor allem eins: Regeln einhalten. Es gibt etliche davon, so viele, dass es gar nicht einfach ist, den Überblick zu behalten. Das ist lästig und hat doch nur einen Zweck – Leben zu retten. Verstößt auch nur einer der acht Menschen im Versteck gegen die Regeln, reißt er alle anderen mit in den Tod.
Wehe, wenn du hustest
Der Müll, die Stadt, die Liebe

Der Müll, die Stadt, die Liebe

Oldenburg - Von Rolf Stein. Der erste Hingucker: Das Bühnenbild. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Sieht nach Oldenburg aus. Nur dass die Lambertikirche, wie der Rest der Bauten, von der Decke hängt. Der Bühnenboden ist allerdings, anders als vielleicht zu erwarten wäre, nicht der Himmel. Nicht direkt jedenfalls. Hierhin scheint vielmehr der ganze Müll der Stadt herabgeregnet zu sein. Müllsäcke liegen um einen Müllcontainer verstreut. Aber müssten wir nicht eigentlich einen Wald sehen? Es geht hier schließlich um den „Sommernachtstraum“, den Benjamin Britten 1960 nah an der Vorlage in eine Oper verwandelt hat. Britten mit Öko-Botschaft etwa?
Der Müll, die Stadt, die Liebe
Es wird brenzlig

Es wird brenzlig

Bremen - Von Rolf Stein. Als Friedrich Dürrenmatt „Die Physiker“ schreibt, ist der Kalte Krieg im vollen Gang: Die Berliner Mauer wird gebaut, die USA scheitern beim Versuch, Kuba via Schweinebucht zu erobern. In Bayern liefert das erste deutsche Kernkraftwerk Atomstrom, und die Sowjetunion verursacht mit der Zündung der Wasserstoffbombe Zar die bis heute größte menschengemachte Explosion. Brenzlige Zeiten.
Es wird brenzlig
Der Boy von Gloria

Der Boy von Gloria

Scheeßel - Von Ralf G. Poppe. 75.000 Fans auf dem Eichenring, Dreck, Party und viel Musik: Auf einer der Bühnen stehen am 25. Juni auch Boy und Gloria. Eigentlich nicht ungewöhnlich, hätten nicht beide Gruppen denselben Gitarristen.
Der Boy von Gloria
Endlich ein Ring für Oldenburg

Endlich ein Ring für Oldenburg

Oldenburg - Von Rolf Stein. Der Terror ist angekommen in Oldenburg. Keine Bange, nur im Theater. Und selbst da rein theatral. Mit dem gleichnamigen Stück, berichtete Christian Firmbach am Freitag auf der Spielzeit-Pressekonferenz, habe das Staatstheater einen Nerv getroffen.
Endlich ein Ring für Oldenburg
Jazz im Karohemd

Jazz im Karohemd

Bremen - Von Rolf Stein. Es geht wieder los: Bremen ist fast einen Monat lang in fremden kulturellen Händen – und ein Wochenende lang die (mindestens) europäische Hauptstadt des Jazz. Zum elften Mal lädt die Jazzahead die Fachwelt nach Bremen ein, und das Publikum hat auch was davon.
Jazz im Karohemd
„Szene muss sich umstellen“

„Szene muss sich umstellen“

Bremen - Von Rolf Stein. Groß, blond, im Ganzen eher norddeutsch sieht er aus: Rein optisch ist Nils Kercher nicht unbedingt jemand, den man automatisch mit Musik aus Afrika in Verbindung bringen würde. Und doch ist sein Album „Suku – Your Life Is Your Poem“ nicht zuletzt von westafrikanischen Klängen geprägt. Daneben finden sich Instrumente aus der klassischen Musik und Texte auf Finnisch und Englisch. Am Freitag eröffnet der Bonner Musiker seine Tournee mit einem Konzert in Bremen.
„Szene muss sich umstellen“
Der König ist tot

Der König ist tot

Addis Abeba - Von Rolf Stein. Man nannte ihn ehrfürchtig den König des äthiopischen Saxophons: Getatchew Mekuria, Jahrgang 1935, begann seine Karriere in den späten 40er-Jahren, spielte in den renommiertesten Orchestern Addis Abebas, übertrug den kriegerischen Shellela-Gesang auf das Saxophon, trat bis ins hohe Alter mit Kopfschmuck und Kriegerumhang auf. Seinem Stil wird eine Nähe zum Free Jazz nachgesagt, auch wenn Mekuria nach eigenen Aussagen weder Ornette Coleman noch Albert Ayler jemals gehört hatte.
Der König ist tot
Einmal Extremismus und zurück

Einmal Extremismus und zurück

Syke - Von Marvin Köhnken. Nach den Anschlägen von Brüssel machten sie wieder von sich reden: überzeugte Salafisten, die mit markigen Parolen um neue Anhänger für die in ihren Augen einzig gottgefällige Auslegung des Islam werben. Dominic Musa Schmitz aus Mönchengladbach hat sich bereits 2005 von sogenannten Da’wa-Missionaren und ihrer Prophetenarbeit überzeugen lassen. Der Jugendliche konvertierte, wurde zu einem „150-prozentigen Allah-Jünger“ und warb einige Jahre selbst um neue Mitglieder für die extremistische Glaubensrichtung des Islam.
Einmal Extremismus und zurück
Dem Alltag zugewandt

Dem Alltag zugewandt

Bremen - Von Rolf Stein. Nicht weniger als ein Standardwerk sei der Katalog zur Ausstellung „Kinder, Kerle, Charaktere“, findet Kunsthallen-Chef Christoph Grunenberg. Die Ausstellung selbst, die das druckgrafische Werk des niederländischen Künstlers Adriaen von Ostade (1610 bis 1685) aufarbeitet, eröffnet heute in der Kunsthalle.
Dem Alltag zugewandt
Schaurig schönes Morden

Schaurig schönes Morden

Bremen - Der Strick baumelt bereits im ersten Panel der Comic-Kurzgeschichte „The Long Black Veil“ vom Galgen. Und gemeinsam mit den Krähen vor dem ungesund-violetten Himmel lässt schon dieses eine wortlose Bild kaum einen Zweifel: Das wird kein gutes Ende nehmen. Allerdings dürfte das den meisten Lesern schon beim Titel klar gewesen sein: Denn der Stoff, den der niederländische Künstler Erik Kriek für seine Comic-Anthologie zusammengetragen hat, stammt aus weltberühmten Musikstücken.
Schaurig schönes Morden
Gehen lassen

Gehen lassen

Oldenburg - „Gehenlassen“ –das gilt eher als etwas, das man sich nicht tun lassen soll. Andererseits: Reisende soll man nicht aufhalten. Als „Wanderung in ein Leben nach der Arbeit“ ist „Gehenlassen“, eine Performance der „Frl. Wunder AG“, angekündigt. Und das ist natürlich so eine Sache: Im Allgemeinen und speziell in unserer Gesellschaft ist ein Leben nach der Arbeit eigentlich nur im Ruhestand denkbar. Denn der Feierabend ist eher Teil der Erwerbssphäre, weil wir in ihm nicht zuletzt unsere Arbeitskraft wiederherstellen.
Gehen lassen
Freunde ehren Hofer Festivalleiter Heinz Badewitz zum Abschied

Freunde ehren Hofer Festivalleiter Heinz Badewitz zum Abschied

München - Enthusiasmus und Empathie - damit hat Heinz Badewitz Filme und ihre Macher gefördert. Auf der Trauerfeier nach seinem Tod sind sich seine Wegbegleiter einig: Es bleibt eine große Lücke.
Freunde ehren Hofer Festivalleiter Heinz Badewitz zum Abschied
Singend aufs Schafott

Singend aufs Schafott

Bremen - Es war eine Jahrhundertleistung von Maria Callas, als sie Opern aus dem italienischen Bel Canto-Repertoire wie Cherubinis „Medea“, Spontinis „Vestalin“, Donizettis „Anna Bolena“ und vor allem „Lucia di Lammermoor“ wiederentdeckte. Die Sängerin machte auf einzigartige Weise deutlich, dass hinter den selbstgefällig-virtuosen Koloraturen – so die weit verbreitete Meinung – viel mehr steckt: Drama in jedem Ton, in jeder Verzierung, in jeder Melodie. Eben der ganze Reichtum der seelischen Bewegung. Gaetano Donizettis siebzig Opern verlangen entsprechende Top-Besetzungen. Die Premiere der 1834 entstandenen Oper „Maria Stuarda“ am Theater am Goetheplatz am Samstagabend wurde nicht zuletzt wegen der exorbitanten gesangstechnischen Schwierigkeiten mit Spannung erwartet.
Singend aufs Schafott
Unvergessliche Hölle

Unvergessliche Hölle

Bremen - Fast monochromatisch wirken die Bilder, großzügig verteilt auf die Wände des Galerieraums im Bremer Ostertorviertel. Gleich gegenüber dem Eingang hängt ein zwei Meter breites Bild, das aus der Ferne marmoriert wirkt, mit großen abgeblätterten Stellen. An einer anderen Wand sehen wir ein kleines Schwarzes. Ein anderes ist in kräftigen Grünschattierungen gehalten.
Unvergessliche Hölle
Originalgetreuer Wiederaufbau von Palmyra möglich

Originalgetreuer Wiederaufbau von Palmyra möglich

Hamburg - Der originalgetreue Wiederaufbau des syrischen Weltkulturerbes Palmyra ist nach Ansicht des Altertumsexperten Udo Hartmann möglich.
Originalgetreuer Wiederaufbau von Palmyra möglich
Mehr als ein Selfie

Mehr als ein Selfie

Hamburg - Die Fotos sind körnig und unprofessionell – doch ganz nah dran. Eindrücke, die Flüchtlinge mit Einwegkameras auf ihrer Route nach Europa festgehalten haben, zeigt die Ausstellung „Refugee Cameras“ an diesem Wochenende in Hamburg. Flüchtlinge selbst haben die bewegenden Momente während ihrer Fahrt per Schlauchboot, der Landung auf den griechischen Inseln und dem Weg durch die Balkanstaaten aufgenommen.
Mehr als ein Selfie