Ressortarchiv: Kultur

Schon Platon träumte von einer geschlossenen Gesellschaft

Schon Platon träumte von einer geschlossenen Gesellschaft

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Woher kommt die Angst vor dem Fremden? Aus einer DDR-typischen repressiven Erziehungskultur, sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer. Aus dem Gefühl, von der eigenen Regierung nicht mehr ernst genommen zu werden, sagt der Politologe Werner Patzelt. Aus einer natürlichen Disposition des Menschen, sagt der Hirnforscher Manfred Spitzer.
Schon Platon träumte von einer geschlossenen Gesellschaft
Mehr furcht- als fruchtbar

Mehr furcht- als fruchtbar

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Entgegen mancher Warnungen müssen wir uns für die Zukunft wohl doch nicht warm anziehen. Kuschelige 60 Grad beträgt die durchschnittliche Temperatur auf der Erde des ausgehenden 22. Jahrhunderts. So jedenfalls beschreibt es uns Anja Hilling in ihrer Dystopie „Nostalgie 2175“, die jetzt am Theater Bremen Premiere hatte.
Mehr furcht- als fruchtbar
Wahlumfragen gehören verboten

Wahlumfragen gehören verboten

Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin.
Wahlumfragen gehören verboten
Gegen die Fliehkräfte der Liebe hilft nur das Netz des Clans

Gegen die Fliehkräfte der Liebe hilft nur das Netz des Clans

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Auf den Straßen erlebten sie eine nie da gewesene Beschleunigung des Verkehrs. In ihren Berufen standen sie an gigantischen Maschinen oder aber in künstlich erleuchteten Großraumbüros. Und statt langwieriger Briefwechsel sprach man plötzlich durch Telefonleitungen über tausende von Kilometer hinweg: Bedenkt man, welchen tiefgreifenden Umwälzungen die Menschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgesetzt waren, erscheinen die Herausforderungen unserer Tage vergleichsweise klein. - Von Johannes Bruggaier.
Gegen die Fliehkräfte der Liebe hilft nur das Netz des Clans
Urin? Ganz recht!

Urin? Ganz recht!

Bremen - Von Andreas Schnell. Sie sind glücklich, meistens jedenfalls, produzieren genossenschaftlich, nehmen psychedelische Drogen – die Bewohner von Pala, einer fiktiven Insel, auf der Aldous Huxley, Schöpfer berühmter Dystopien, der Menschheit ein wenig Hoffnung gönnt. Bevor er sie wieder zunichte macht.
Urin? Ganz recht!
Voll ins Risiko

Voll ins Risiko

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Was macht ein überragendes Streichquartett aus? Ja, klar: radikale und extreme Umsetzung der interpretatorischen Vorschriften, Homogenität, als wäre es ein Instrument, gleichzeitig Klangschönheit und Individualität der vier Instrumente. Musiker, die das können, gibt es unzählige, Spitzenleistungen sind immer wieder bei den Philharmonischen Kammerkonzerten zu hören. Wir haben auch schon gemeint, diese oder jene Streichquartette seien nicht mehr zu toppen: nun aber versagen tatsächlich die Worte, wenn wir jetzt das schwindelerregende Niveau des Pavel Haas Quartettes aus Prag zu beschreiben versuchen. - Von Ute Schalz-Laurenze.
Voll ins Risiko
Der Mensch verschwindet hinter geopolitischen Interessen

Der Mensch verschwindet hinter geopolitischen Interessen

Bremen - Von Andreas Schnell. Der große amerikanische Bassist Mike Watt begann unlängst ein Konzert mit der Erinnerung: „It‘s about people“, sagte er nachdrücklich. Um Menschen geht es. Was natürlich auch deswegen eine Ansage ist, weil es dann in der Realität oft doch nicht um sie geht. Sondern um, beispielsweise, geopolitische Interessen, deren Verfolgung bekanntlich immer wieder Menschen zum Opfer fallen. - Von Andreas Schnell.
Der Mensch verschwindet hinter geopolitischen Interessen
Selbst handeln in Zeiten von Apple und Facebook

Selbst handeln in Zeiten von Apple und Facebook

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Wer dieser Tage im Internet Debatten um die Flüchtlingsproblematik verfolgt, muss den Eindruck gewinnen, eine Mehrheit der Bevölkerung klatsche den rechten Gewalttätern von Freital und Heidenau Beifall. Die Wahrheit ist, dass Meinungsbilder im Netz mit der Wirklichkeit nicht viel gemein haben. Man redet nicht gerne allein gegen die geballte Macht eines brauen Mobs an, und weil jeder so denkt, entsteht jener Effekt, den die Kommunikationswissenschaftlerin Elisabeth Noelle-Neumann einmal als „Schweigespirale“ beschrieben hat: Je exklusiver die eigene Meinung erscheint, desto weniger traut man sich, sie zu verkünden. Autonomie bedarf des Mutes, doch der Mensch mag es bequem. Was also ist zu tun, um autonomes Denken und Handeln zu schützen? - Von Johannes Bruggaier.
Selbst handeln in Zeiten von Apple und Facebook
Illusionen der Liebe

Illusionen der Liebe

Berlin - Von Andreas Schnell. Es war eigentlich wie in Bremen. Zumindest wenn Benedikt von Peter Regie führte. Am Ende gab es viel Jubel – und Buhrufe satt. Nur dass die letzte Bremer Inszenierung des einstigen hiesigen Musiktheaterchefs, eine eigenwillige Fassung der „Entführung aus dem Serail“, zugleich die gründlichste Dekonstruktion der Oper an sich, dann doch beinahe einhellig beklatscht wurde.
Illusionen der Liebe
Adele mit Album „25“ auf Rekordkurs

Adele mit Album „25“ auf Rekordkurs

London - Die britische Sängerin Adele (27, „Hello“) ist mit ihrem neuen Album „25“ auf Rekordkurs. In den USA hat sie innerhalb von drei Tagen 2,3 Millionen Exemplare verkauft, wie „Billboard.com“ berichtete.
Adele mit Album „25“ auf Rekordkurs
„Fuck“ sagte der Teddy: Bremer Moks-Theater erweckt das Tier in dir

„Fuck“ sagte der Teddy: Bremer Moks-Theater erweckt das Tier in dir

Bremen - Von Henning Bleyl. „Fuck“ sagt der Teddy, gern auch „Fotze“, er hat halt das Tourette-Syndrom: Das Kuscheltier steht unter dem Zwang, ständig schlimme Worte sagen zu müssen. Die Besitzerin des Teddys, genannt „Giraffe“, hat noch ganz andere Zwänge und Nöte: „Der Mann, der mein Vater ist“, wie sie demonstrativ distanziert formuliert, ist in denkbar schlechter Verfassung – weil „die Frau, die meine Mutter war“, tot ist. Jetzt ist der vulgäre Teddy Giraffes wichtigster verbliebener Genosse. - Von Henning Bleyl.
„Fuck“ sagte der Teddy: Bremer Moks-Theater erweckt das Tier in dir
Sicherungen durchgebrannt

Sicherungen durchgebrannt

Hannover - Von Jörg Worat. Sinnfrei, übergeschnappt, unlogisch: Das alles muss keineswegs gegen einen vergnüglichen Theaterabend sprechen. Es garantiert allerdings ebensowenig einen künstlerischen Erfolg, wie die Premiere von „Perplex“ in der Cumberlandschen Bühne bewies.
Sicherungen durchgebrannt
Was fürs Herz

Was fürs Herz

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. An der Musik des russischen Komponistern Sergej Rachmaninow (1873-1943) scheiden sich die Geister: Ein sentimentaler Salonkomponist ist er den einen, ein emotionaler Herzmusiker den anderen. Darüber lässt sich kaum diskutieren, zumal er Apologeten wie Tadlern Argumente liefert.
Was fürs Herz
Einfach die Besten

Einfach die Besten

Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin
Einfach die Besten
Freibier am Strafgerichtshof

Freibier am Strafgerichtshof

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Natürlich war Krieg schon immer nicht nur grausam, sondern auch lächerlich. Das gilt insbesondere für sein Pathos, mit dem ja ausgerechnet das Versagen jeder dialektischen Konfliktlösung gefeiert wird.
Freibier am Strafgerichtshof
Zum Hanteltraining mit Wattestäbchen spielt kein Streichquartett

Zum Hanteltraining mit Wattestäbchen spielt kein Streichquartett

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Das Gerhard-Marcks-Haus ist zwecks Sanierung geschlossen, weg ist es deshalb aber noch lange nicht. In einem Gröpelinger Atelierhaus überbrückt das Bremer Bildhauermuseum die Umbauzeit mit kleinen Ausstellungsprojekten. Künstler reagieren auf eine Skulptur von Gerhard Marcks: So lautet das Konzept. Zuletzt hatte sich das eher hilflos ausgenommen, als Studenten des Studiengangs Kulturvermittlung mit kindlicher Pappfigur und noch kindlicherer Schnitzeljagd die Ursache für Orpheus‘ melancholische Anwandlung zu ergründen versuchten. - Von Johannes Bruggaier.
Zum Hanteltraining mit Wattestäbchen spielt kein Streichquartett
Wenn aus Kraft Klänge werden

Wenn aus Kraft Klänge werden

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Seit 1994 betreute die1945 in Cheongju geborene Koreanerin Younghi Pagh Paan sechzehn Jahre lang die Professur für Komposition an der Hochschule für Künste in Bremen. Dieses Jahr erhielt sie den Preis der Europäischen Kirchenmusik, am 30. November wird sie siebzig Jahre alt. Wir sprachen mit der Komponistin über Kunst und Lehre, Heimat und in der Fremde und ihre Zukunft. - Von Ute Schalz-Laurenze.
Wenn aus Kraft Klänge werden
Vollkommen italienisch

Vollkommen italienisch

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Unter Zeitgenossen galt er als der „Friedenskaiser“, denn im Gegensatz zu Ludwig VIX führte Leopold I nur Verteidigungskriege. Eigentlich hatte er aber ein einziges Interesse: die Musik. Über 160 geistliche Werke hat er komponiert, Opern, Serenaden, Kantaten.
Vollkommen italienisch
Kultur-Lexikon: Kulturschaffende erklären Fachbegriffe

Kultur-Lexikon: Kulturschaffende erklären Fachbegriffe

Syke - Was ist eigentlich eine „Kadenz“? Was macht ein „Kurator“? Und warum mögen Musiker das Fis nicht? Kulturschaffende aus der Region erklären für uns ab sofort jeden Mittwoch Fachbegriffe aus ihrem Berufsalltag.
Kultur-Lexikon: Kulturschaffende erklären Fachbegriffe
Was ist… ein Fis?

Was ist… ein Fis?

Bremen - Von Uli König. „Wie viele „Fisse“ hat die Tonart?“ – so habe ich es schon oft gehört. Um es klarzustellen: Ein Fis ist ein um einen Halbton erhöhtes F. Als Vorzeichen wird ein kleines Kreuzchen vor die Note gesetzt. An den Notennamen wird die Silbe „is“ angehängt. So wird also aus F Fis, aus C wird Cis, und so weiter. Parallel dazu werden um einen Halbton erniedrigte Töne mit einem kleinen b gekennzeichnet, an den Notennamen wird die Silbe -(e)s gehängt: Aus E wird Es, aus A As, aus G Ges, und so weiter. Einzige Ausnahme: die Note H wird dann B genannt. - Von Uli König.
Was ist… ein Fis?
Optisch ein Vergnügen – bis zur letzten Partiturseite

Optisch ein Vergnügen – bis zur letzten Partiturseite

Hamburg - Von Markus Wilks. Beifall während der Ouvertüre und lautstarke Zustimmung am Ende: Der neue „Figaro“ an der Staatsoper Hamburg kam beim Publikum an. Man feierte eine wunderschön anzusehende, kreative Bühnenlösung, der allerdings der Biss einer großen Mozart-Inszenierung fehlte.
Optisch ein Vergnügen – bis zur letzten Partiturseite
Erwartungen erfüllt

Erwartungen erfüllt

Hannover - Von Jörg Worat. Mal wieder ein Mannes: Ist es nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, wenn eine Uraufführung von Hannovers Ballettdirektor Jörg Mannes mit großer Verlässlichkeit alle Erwartungen erfüllt? Sie lauten: sehr sauberes Handwerk, hohe Musikalität und keine Überraschungen – das war jetzt bei „Was ihr wollt“ nach Shakespeare nicht anders. Und vielleicht, so mag man aus dem gewohnt enthusiastischen Beifall schließen, legt das Opernhaus-Publikum auf die besagten Überraschungen auch gar keinen gesteigerten Wert. - Von Jörg Worat.
Erwartungen erfüllt
Kinder haften für ihre Eltern

Kinder haften für ihre Eltern

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Als der Diebstahl aufgeklärt, der Täter geständig und das entwendete Feuerzeug wieder im Besitz der reichen Frau Pogge ist, wird eine Entschuldigung fällig: von der Bestohlenen – nicht vom Dieb. Ein solcher, lässt sich nämlich Frau Pogge (Irene Kleinschmidt) von ihrer vorlauten Tochter Pünktchen (Lisa Guth) erklären, sei der Anton gar nicht. Das Feuerzeug habe er ja bloß mitgehen lassen, weil er arm und seine Mutter krank sei. Ach so.
Kinder haften für ihre Eltern
Zum Glück gibt‘s den „Weibermarsch“

Zum Glück gibt‘s den „Weibermarsch“

Oldenburg - Von Wolfgang Denker. Ist überall auch „lustig“ drin, wenn „lustig“ draufsteht? Immerhin trägt die am Oldenburgischen Staatstheater neu inszenierte Operette den Titel „Die lustige Witwe“. Um die Frage zu beantworten: Nein! Zumindest nicht, wenn sie so banal daherkommt, wie Regisseur Ansgar Weigner sie präsentiert hat. - Von Wolfgang Denker.
Zum Glück gibt‘s den „Weibermarsch“
Groß wie ein Bär, glänzend wie Leder

Groß wie ein Bär, glänzend wie Leder

Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin.
Groß wie ein Bär, glänzend wie Leder
Ausgelotete Sounds

Ausgelotete Sounds

Oldenburg - Von Andreas Schnell. Der Eiffel-Turm im Friedenszeichen ist am Samstagabend auf den Vorhang des großen Hauses des Staatstheaters projiziert – auch in Oldenburg wird getrauert.
Ausgelotete Sounds
Stockende Textmaschine

Stockende Textmaschine

Oldenburg - Von Andreas Schnell. Der Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja im Oktober 2006, ausgerechnet am Geburtstag Wladimir Putins, sorgte international für Furore, vor allem im Westen, wo der Fall als symptomatisch für den postsowjetischen russischen Staat gedeutet wurde, der – so der kaum zu überlesende Subtext – so postsowjetisch dann doch nicht ist. - Von Andreas Schnell.
Stockende Textmaschine
Achtung an Gleis meins!

Achtung an Gleis meins!

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist, achten Sie auf die gelbe Linie! Wer sie überschreitet, muss damit rechnen, in den Sog des einfahrenden Zuges zu geraten. Und der kann Windgeschwindigkeiten eines ausgewachsenen Wirbelsturms erreichen – mit tödlichen Folgen.
Achtung an Gleis meins!
Luftschiffe aus dem „Verwahrhaus“

Luftschiffe aus dem „Verwahrhaus“

Hannover - Von Jörg Worat. Eine sehr spezielle Installation kann man zurzeit im Sprengel Museum in Hannover sehen: Die Rekonstruktion der „Klingebiel-Zelle“ fasziniert in künstlerischer Hinsicht und weist zugleich auf ein Politikum hin. Denn es ist eine Debatte darüber entbrannt, was mit dem Original geschehen soll. - Von Jörg Worat.
Luftschiffe aus dem „Verwahrhaus“
Bayerischer Buchpreis: Ehrenpreis für großartige Cornelia Funke

Bayerischer Buchpreis: Ehrenpreis für großartige Cornelia Funke

München - Die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke hat in München beim Bayerischen Buchpreis den Ehrenpreis erhalten. Funke verstehe es wie kaum sonst jemand, Geschichten zu erzählen.
Bayerischer Buchpreis: Ehrenpreis für großartige Cornelia Funke
Nachhaltig verunsichert

Nachhaltig verunsichert

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Treffen sich Herr X und Frau A im Luxushotel. Sagt Herr X: „Entschuldigung, kennen wir uns nicht?“ Sagt Frau A: „Ich denke nicht!“ So geht großes Kino.
Nachhaltig verunsichert
Scheitern, Seelenqualen und chaotische Komik

Scheitern, Seelenqualen und chaotische Komik

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Man fasst es ja kaum, dass das kleinste Festival Deutschlands – mit nur einem Konzert – nun schon zum 46. Mal stattfindet: Der Delmenhorster Komponist Hans Joachim Hespos hat es gegründet, es findet Jahr für Jahr an jedem 11.11. statt, „damit niemand sagen kann, er habe den Termin nicht gewusst“ (Hespos). Und es funktioniert, zwar nicht eben in Massen, doch das Publikum erscheint zuverlässig.
Scheitern, Seelenqualen und chaotische Komik
Was für ein Zirkus

Was für ein Zirkus

Bremen - Von Andreas Schnell. Was ist ein Gefühl? Wo sind meine Erinnerungen, wenn ich sie nicht mehr habe? Ist Led Zeppelin eine Frage des Bewusstseins? Fragen, die selbst die Gehirnforschung bis heute nicht beantworten kann.
Was für ein Zirkus
Das ist die zweitteuerste nackte Frau der Welt

Das ist die zweitteuerste nackte Frau der Welt

New York - Als es zum ersten Mal ausgestellt wurde, löste das Bild einen Skandal aus. Jetzt kam der legendäre Akt erstmals unter den Hammer, erzielte einen Rekord - und wieder kam es fast zu einem Tumult.
Das ist die zweitteuerste nackte Frau der Welt
Starrend im Hausflur

Starrend im Hausflur

Bremen - Von Mareike Bannasch. Manchmal sind es nur zehn Meter, dann wieder hundert: Ein schmaler Streifen Niemandsland, mitten in der Hauptstadt. Wo nur noch zerfallene Architektur vom Glanz vergangener Tage erzählt, während nebenan die Blauhelmtruppen patrouillieren. Was früher einmal ein lebhafter Straßenzug in der Altstadt Nikosias gewesen sein mag, trägt heute einen weniger klangvollen Namen: Pufferzone. Sie soll für die Bewohner den Frieden erhalten – indem sie die Menschen konsequent aussperrt, Begegnungen unterbindet und den Gedanken an Versöhnung aushebelt. Das gelebte Absurdum.
Starrend im Hausflur
Vortritt für die großen Gefühle

Vortritt für die großen Gefühle

Bremerhaven - Von Wolfgang Denker. Wenn eine Inszenierung von Puccinis Oper „La Bohème“ emotional berührt und mitten ins Herz trifft, ist eigentlich alles gut. In diesem Sinne hat Regisseur Oliver Klöter im Bremerhavener Stadttheater einen Volltreffer gelandet. Seine Inszenierung ist sehr sorgfältig und stimmig ausgefallen, zudem mit vielen Details angereichert. Und sie konterkariert nicht den emotionalen Gehalt der Musik. - Von Wolfgang Denker.
Vortritt für die großen Gefühle
Schweinereien eines Vögelchens

Schweinereien eines Vögelchens

Oldenburg - Von Johannes Bruggaier. Zu Ibsens Zeit war das Stück noch ein Skandal. Eine Ehefrau, die einfach wegläuft, Mann und Kinder sitzen lässt, bloß weil sie gerne ein bisschen mehr ernst genommen werden möchte: Nein, dafür ließ sich wahrhaftig kein Verständnis erwarten in einer Gesellschaft, der die Ehe als Sakrament galt.
Schweinereien eines Vögelchens
Postdramatik nach Beckett

Postdramatik nach Beckett

Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin.
Postdramatik nach Beckett
Im blühenden Kriegszustand

Im blühenden Kriegszustand

Syke - Von Johannes Bruggaier. Und wenn der letzte Schuss gefallen, der letzte Schurke verhaftet, der letzte Taliban vertrieben ist, dann, ja dann werde sich das Volk in einer „blühenden Demokratie“ wiederfinden und ein Leben in Frieden und Freiheit führen. So hatte es US-Präsidenten George W. Bush versprochen, wenige Tage nachdem er den Angriff auf Afghanistan befohlen hatte. Vom letzten Schuss aber träumen sie am Hindukusch noch heute. Und die „blühende Demokratie“ ist so weit entfernt wie eh und je. Was sind die Ursachen?
Im blühenden Kriegszustand
Auf der Kante balanciert

Auf der Kante balanciert

Bremen - Von Tim Schomacker. Diese Frau ist ein echtes Kulturschauspiel. Unglaublich geerdet sitzt sie da, schwer, fast fest. Dabei von unprätenziöser Freundlichkeit. Wie sie dem Orchester Einsätze signalisiert. Wie sie auf den eigenen wartet. Grande Dame ihrer Zunft und zugleich von einer eigenartig androgynen Altheit. Was etwas andres ist als Ältlichkeit. - Von Tim Schomacker.
Auf der Kante balanciert
Henkel hilft Hand

Henkel hilft Hand

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Auch Design will designt werden. Was hilft das formschönste Kaffeeservice, wenn es im Schaufenster auf einer hässlichen Tischdecke steht? Das Bremer Wilhelm-Wagenfeld-Haus rückt nun erstmals die Präsentation des Produkts in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Genauer gesagt: seine fotografische Inszenierung. Unter dem Titel „Die Entdeckung der Dinge“ zeigt es, wie der Produktdesigner Wagenfeld seine Entwürfe ins rechte Licht zu rücken verstand.
Henkel hilft Hand
Von Hexentänzen und Nachtfahrten

Von Hexentänzen und Nachtfahrten

Bremen - Von Wolfgang Denker. Lange Zeit war Till Brönner die Galionsfigur der deutschen Jazz-Szene. In den vergangenen Jahren hat er aber ernsthafte Konkurrenz bekommen: Der 37-jährige Pianist Michael Wollny hat sich vom Geheimtipp zur festen Jazz-Größe gemausert und schon jede Menge Preise abgeräumt, darunter den Echo als Instrumentalist des Jahres. - Von Wolfgang Denker.
Von Hexentänzen und Nachtfahrten
Was ist… eine Gage?

Was ist… eine Gage?

Oldenburg - Von Lisa Jopt. Über Geld spricht man nicht, sagt man. Liebe Leute, wir MÜSSEN über Geld sprechen. Sonst werden wir übers Ohr gehauen. Das kann man mit uns Schauspielerinnen übrigens sehr gut machen. Wir sind nämlich von der guten Stimmung abhängig, damit wir uns öffnen. Logo. Und wir haben auch Angst, dass jemand merkt: In Wirklichkeit können wir gar nichts oder zumindest nicht so gut, wie es aussieht. Daher sind wir auch persönlich berührt, wenn man an uns glaubt und uns einen Job anbietet. Ganz schlechte Verhandlungsbasis, nicht wahr?
Was ist… eine Gage?
Besessen durch den Ozean

Besessen durch den Ozean

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Dass dieser Klavierabend im Sendesaal gemeinsam mit der Philharmonischen Gesellschaft ein Erlebnis werden würde, war einerseits klar: Seit vielen Jahren klettert der 26-jährige Hamburger Alexander Krichel die Karriereleiter empor. 2013 war mit dem Echo-Klassik der erste Höhepunkt erreicht. Andererseits ist nicht immer sicher, dass die Hochbegabten ihr Potential behalten, und sich selbstkritisch weiterentwickeln können: verfrühte Lorbeeren und ein gnadenloser Konzertbetrieb sind gefährlich. - Von Ute Schalz-Laurenze.
Besessen durch den Ozean
Sprengstoff in Farben

Sprengstoff in Farben

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Anfangs, sagt ter Hell, habe er noch eine Arabeske im Sinn gehabt. Sanft schwingende Linien, filigran gestaltete Ornamentik. Doch dann sei ihm die Liebe in die Quere gekommen. Eine Frau, die von ihm nichts wissen wollte. Eine Zurückweisung, die Kränkung, die Wut. „Dann haut man irgendwann einfach nur noch die Farbe drauf!“
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Der wortkarge Bahnreisende

Der wortkarge Bahnreisende

Bremen - Von Mareike Bannasch. Dichtes Gedränge vor der Tür, ungeduldig schiebende Massen, hektisch hin und her wuselnde Mitarbeiter: Im Foyer der Bremischen Bürgerschaft geht fast nichts mehr. Alle wollen sie ihn lesen hören, einen dieser selten gewordenen öffentlichen Intellektuellen: Navid Kermani. Niemand geringeren als den aktuellen Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels haben die Organisatoren für die Eröffnung der „Globale – Festival für grenzüberschreitende Literatur“ eingeladen.
Der wortkarge Bahnreisende
Schnipp, schnapp sind die Finger ab

Schnipp, schnapp sind die Finger ab

Hannover - Von Jörg Worat. Auf den Straßen paradieren viele geschminkte und maskierte Gestalten. Und auch im Schauspielhaus Hannover sind die Monster los: Kaum vorstellbar, dass es eine Premiere gibt, die besser zu Halloween passt als „Shockheaded Peter“. - Von Jörg Worat.
Schnipp, schnapp sind die Finger ab