Ressortarchiv: Kultur

Heimat 2.0: Seid einfach, wie ihr wollt!

Heimat 2.0: Seid einfach, wie ihr wollt!

Bremen - Von Mareike Bannasch. Seufzend steht er da, ein Geschirrtuch fest umklammert und mit leicht debilem Lächeln –während sich im Hintergrund die Gäste aus dem Staub machen, natürlich ohne zu bezahlen. Doch Leopold, seines Zeichens Oberkellner, hat keine Augen für den leise davon trippelnden blauen Pappbus, er kann nur an eine denken: Josepha Vogelhuber, toughe Rössl-Wirtin und seine Chefin.
Heimat 2.0: Seid einfach, wie ihr wollt!
Literaturkritiker Fritz J. Raddatz gestorben

Literaturkritiker Fritz J. Raddatz gestorben

Hamburg - Er galt als einer der einflussreichsten Literaturkritiker Deutschlands: Jetzt ist der ehemalige Feuilletonchef der „Zeit“ Fritz J. Raddatz mit 83 Jahren gestorben.
Literaturkritiker Fritz J. Raddatz gestorben
Alles bleibt im Fluss: Weserburg-Umzug wird immer unwahrscheinlicher

Alles bleibt im Fluss: Weserburg-Umzug wird immer unwahrscheinlicher

Bremen - Von Henning Bleyl. Die Hinweise mehren sich, dass die Weserburg auf ihrem angestammten Platz auf dem Teerhof bleibt – und als eigenständiges Museum weitergeführt wird. Klaus Sondergeld, der Stiftungsrats-Vorsitzende des Museums, verweist auf Nachfrage auf einen Termin Mitte März, zu dem sich der Stiftungsrat öffentlich äußern werde – vorher nicht.
Alles bleibt im Fluss: Weserburg-Umzug wird immer unwahrscheinlicher
Da explodieren sie, die Totenschädel

Da explodieren sie, die Totenschädel

Bremen - Von Andreas Schnell. Einige der Älteren mögen sich erinnern: Monster Magnet gaben ihr Bremen-Debüt Anfang der Neunzigerjahre im mittlerweile zum Ausflugslokal umfunktionierten Wehrschloss. Wobei die Erinnerungen bei manchem leicht unscharf sein dürften. „It's a satanic drug thing – you wouldn't understand“, war die Parole und der Titel einer 1992 erschienenen Zusammenstellung früher Stücke der 1989 gegründeten Band, die mit einem Tape namens „Forget About Life, I'm High On Dope“ debütierte. Und David Wyndorf, schon seit Längerem einzig verbliebenes Mitglied aus alten Tagen, erwies sich in diesen Dingen durchaus als gewissenhaft, was ihn mindestens zweimal beinahe sein Leben gekostet hätte. - Von Andreas Schnell.
Da explodieren sie, die Totenschädel
Mark Forster im Pier 2 in Bremen

Mark Forster im Pier 2 in Bremen

Der deutscher Sänger und Songwriter Mark Forster war am Mittwochabend im Pier 2 in Bremen.
Mark Forster im Pier 2 in Bremen
Hell und klar meditiert

Hell und klar meditiert

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Es ist wenige Jahre her, da räumte ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm mit dem Titel „Pianomania“ auf diversen Filmfestivals einen Preis nach dem anderen ab. Die Hauptfigur des Streifens hieß Stefan Knüpfer, verantwortlicher Klavierstimmer des Unternehmens Steinway & Sons: ein Mann, der sein Leben in den Dienst des Klanges stellt, der mit Schraubenschlüsseln bewaffnet zwischen Konzerthalle und Aufnahmestudio tigert, um den Alfred Brendels und Lang Langs dieser Welt das perfekte Cis zu besorgen. - Von Johannes Bruggaier.
Hell und klar meditiert
Pralles Leben

Pralles Leben

Paderborn - Von Ralf Stiftel. Voller Sinnesfreude lässt Pieter Brueghel der Jüngere die Bauern aus dem flämischen Dorf springen und tanzen zu den Klängen der beiden Dudelsackbläser am rechten Bildrand. Dem eitlen Gockel vorn rechts mit dem Schmerbauch platzt bald die Hose, so produziert er sich vor seiner Partnerin. Andere Paare kuscheln sich aneinander. Kerle heben Krüge und saufen. Und mehrere Männer erleichtern sich an die Wand der windschiefen Kate.
Pralles Leben
Spaßmusik für die Pogo tanzenden Massen

Spaßmusik für die Pogo tanzenden Massen

Syke/Ibbenbüren - Von Pascal Faltermann. Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Veränderungen, Richtungswechsel bedeuten Abenteuer. Die Donots entwickelten zwei jahrzehntelang ihre Musik. Mal rockiger, mal poppiger. Jetzt wagen die Herren aus Ibbenbüren den größten Schritt ihrer Bandgeschichte. Sie veröffentlichen ihr erstes Album komplett in deutscher Sprache: „Karacho“. - Von Pascal Faltermann.
Spaßmusik für die Pogo tanzenden Massen
Dröhnen zum Blutrausch

Dröhnen zum Blutrausch

Bremen - Von Mareike Bannasch. Gut zwei Meter sind sie hoch. Zwei rote Trommeln, die fast schon bedrohlich zur Decke des Bremer Musicaltheaters ragen. Und vor denen die beiden Frauen wie kleine zarte Spielzeugpuppen aussehen. Zumindest so lange, bis sie zu zwei baseballschlägergroßen Trommelstöcken greifen und auf die Felle einschlagen als gäbe es kein Morgen mehr.
Dröhnen zum Blutrausch
Erben verklagen Deutschland vor US-Gericht wegen Welfenschatz

Erben verklagen Deutschland vor US-Gericht wegen Welfenschatz

Berlin - Von Nada Weigelt. Deutschland hat für NS-Raubkunst faire und gerechte Lösungen zugesagt. Jetzt sieht sich die Bundesrepublik mit einer US-Klage konfrontiert, die genau das Gegenteil behauptet. Es geht um den millionenschweren Welfenschatz.
Erben verklagen Deutschland vor US-Gericht wegen Welfenschatz
Mit Staubwedel in den Wunderwald

Mit Staubwedel in den Wunderwald

Bremen - Von Andreas Schnell. Was ist da los? Mitten im Urwald – ein scheinbar undurchdringlicher Blättervorhang, Vogelzwitschern, ein Baumhaus thront über der Szenerie – staubt einer die Blätter ab. Die dazugehörigen Pflanzen stecken allerdings in Töpfen.
Mit Staubwedel in den Wunderwald
Schrecken im Hobbykeller

Schrecken im Hobbykeller

Bremerhaven - Von Andreas Schnell. Fängt man erst einmal an, darüber nachzudenken, erschließt sich die Ergiebigkeit der Butter als Metapher ohne Weiteres: Sprichwörtlich ist sie uns geläufig („Alles in Butter“), im Bild pflügt das Messer geschmeidig durch sie hindurch, in der Fabel strampelt der Frosch so lange, bis die Milch zu Butter geworden ist, verstärkend verbindet sie sich mit Adjektiven wie weich und zart.
Schrecken im Hobbykeller
Kantig kühle Opulenz

Kantig kühle Opulenz

Bremen - Von Lars Warnecke. Freitagabend, kurz nach 20 Uhr. Während draußen vor der Halle noch einige Fans auf den Einlass warten, dröhnt drinnen schon – einer Einmarschhymne während eines Boxwettkampfs gleich – Ravels „Bolero“ durch die Lautsprecher. Was für ein opulenter Auftakt, der Erwartungen an etwas Großes schürt.
Kantig kühle Opulenz
Im großen Zirkus der Genres blüht die Anarchie

Im großen Zirkus der Genres blüht die Anarchie

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Gabby Young, wer ist das noch mal? Keine Ahnung, sagt das Bremer Konzertpublikum und gönnt dem Gast aus Großbritannien nur ein sehr spärliches Erscheinen.
Im großen Zirkus der Genres blüht die Anarchie
Popmusikjünger und Pegidabürger: Wer brüllt lauter?

Popmusikjünger und Pegidabürger: Wer brüllt lauter?

Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin.
Popmusikjünger und Pegidabürger: Wer brüllt lauter?
Trompeter-Legende Clark Terry tot

Trompeter-Legende Clark Terry tot

Washington - Er starb im Alter von 94 Jahren im Kreise seiner Familie: Der US-Jazztrompeter Clark Terry ist tot. Er hatte mit Größen des Jazz wie Count Basie und Duke Ellington gespielt.
Trompeter-Legende Clark Terry tot
Welfenschatz unter deutschen Kulturschutz gestellt

Welfenschatz unter deutschen Kulturschutz gestellt

Berlin - Der jahrelang umstrittene Welfenschatz, einer der wertvollsten Kirchenschätze des Mittelalters, darf nicht mehr aus Deutschland ausgeführt werden.
Welfenschatz unter deutschen Kulturschutz gestellt
„Timbuktu“ räumt bei Filmpreisen in Paris ab

„Timbuktu“ räumt bei Filmpreisen in Paris ab

Paris - Das Drama „Timbuktu“ hat bei den César-Filmpreisen das Rennen gemacht. Mit Wenders und Schlöndorff wurden gleich zwei deutsche Regisseure ausgezeichnet.
„Timbuktu“ räumt bei Filmpreisen in Paris ab
Donots-Fortschritt mit "Karacho"

Donots-Fortschritt mit "Karacho"

Syke / Ibbenbüren - Von Pascal Faltermann. Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Veränderungen, Richtungswechsel bedeuten aber auch Abenteuer. Die Donots entwickelten zwei jahrzehntelang ihre Musik. Mal rockiger, mal poppiger. Jetzt wagen die Herren aus Ibbenbüren den größten Schritt ihrer Bandgeschichte. Sie veröffentlichen ihr erstes Album komplett in deutscher Sprache: „Karacho“.
Donots-Fortschritt mit "Karacho"
Zwischen Currywurst, Oettinger und Doppelkorn

Zwischen Currywurst, Oettinger und Doppelkorn

Hamburg - Von Pascal Faltermann. Forte, fortissimo, fortefortissimo - die Lautstärke der Worte schwillt an und steigert sich. Geschrei, herausgespukte, entfesselte Wut springt dem Hörer entgegen. Felix Schönfuss ist sauer. Auf die Gesellschaft, auf eingeimpfte Verhaltensregeln, auf Nazis, Pegida und die NPD. All sein angestauter Frust muss raus.
Zwischen Currywurst, Oettinger und Doppelkorn
Siechend zum Bus

Siechend zum Bus

Von Mareike Bannasch. OLDENBURG
Siechend zum Bus
Raus aus der Sackgasse, rein in die Nacht

Raus aus der Sackgasse, rein in die Nacht

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Gut ein Jahr ist es her, dass die Europa-Chor-Akademie ihr neues Domizil in Bremen-Vegesack bezogen hat. Das dortige Gustav-Heinemann-Bürgerhaus war damals für rund neun Millionen Euro saniert worden und verfügt seitdem über einen Konzertsaal, dessen Akustik Chorleiter Joshard Daus gar mit dem großen Saal der Glocke vergleicht. - Von Johannes Bruggaier.
Raus aus der Sackgasse, rein in die Nacht
Ein Netz für Sockenfresser

Ein Netz für Sockenfresser

Bremen - Von Mareike Bannasch. Stocksteif steht er da, mittig im Scheinwerferlicht, nur die Kiefermuskeln zucken, während er von heimlichen Liebschaften singt. Von Sehnsucht, Verzweiflung und gemeinsamen Momenten im schummerigen Licht der Nachtclubs der Hauptstadt. Jenen Etablissements, in denen sie sich damals trafen, die Tänzer der letzten glorreichen Jahre der Weimarer Republik, um Freiheit, Liebe und irgendwie auch sich selbst zu feiern.
Ein Netz für Sockenfresser
Traue keinem schönen Schein

Traue keinem schönen Schein

Hannover - Von Jörg Worat. Mit dem Namen geht’s schon los. Wie soll man „Richard Lindner“ denn nun aussprechen, germanisch oder doch eher anglisiert? Wahrscheinlich hat der Künstler selbst nicht so genau gewusst, wo er eigentlich hingehörte: 1901 in Hamburg geboren, 1933 nach Frankreich emigriert, ab 1941 in New York lebend, wo er, inzwischen US-amerikanischer Staatsbürger, 1978 starb. Für die Pop-Art waren seine Bilder zu tiefgründig, für die Neue Sachlichkeit zu fetzig – höchste Zeit, dass Hannover nach langer Pause mal wieder eine größere Einzelausstellung dieser eigenartigen Kunst zeigt.
Traue keinem schönen Schein
Mehr Alte Musik für Bremen

Mehr Alte Musik für Bremen

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Bremen hat einen neuen Klangkörper. Im Haus der Wissenschaft wurde gestern das „Bremer Barockorchester“ gegründet. Ein Ensemble, das sich „speziell und ausschließlich der Interpretation der barocken und klassischen Orchestermusik im Sinne der historischen Aufführungspraxis widmete“ habe in der Stadt bislang gefehlt, hieß es gestern in einer Mitteilung. - Von Johannes Bruggaier.
Mehr Alte Musik für Bremen
Selbstapplaus

Selbstapplaus

Hannover - Von Jörg Worat. Dass Robert Musils Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ aus dem Jahr 1906 gemeinhin als wichtiges Stück Literatur gilt, hat seine Gründe. Sogar visionäre Züge sind dem Text angesichts dessen, was sich nach seinem Erscheinen in der Weltgeschichte so tat, zugesprochen worden.
Selbstapplaus
Reste der Rebellion

Reste der Rebellion

Bremen - Von Andreas Schnell. Was soll man über diesen Mann schreiben? Sich über ihn lustig machen, was wohl recht einfach wäre? Nein, das ist langweilig. Ihn für seinen Erfolg feiern? Oder für seine allzeit sympathisch aufrichtig wirkenden Bemühungen, ein echter Rocker zu sein? Nein, das ist leider noch langweiliger. Und eine Publikumsbeschimpfung verbietet sich ohnehin von selbst. Versuchen wir es also mit einer, soweit möglich, unvoreingenommenen Beobachterhaltung.
Reste der Rebellion
Gebrüllte Befehle sind gut fürs Kind

Gebrüllte Befehle sind gut fürs Kind

Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin.
Gebrüllte Befehle sind gut fürs Kind
Alles schwingt

Alles schwingt

Johannes Bruggaier - BREMENIn Westfalen soll er hoch in Ehren stehen, seine Heimatstadt Soest hat ihm ein Museum errichtet, und vor seinem Geburtshaus erinnert eine Tafel an den „bedeutenden expressionistischen Maler“. Interessant ist das gleich in zweifacher Hinsicht: zum einen, weil Wilhelm Morgner über das Westfälische hinaus keineswegs als „bedeutender“ Vertreter des Expressionismus bekannt ist, zum anderen, weil er auch den Soestern zu seinen Lebzeiten mehr als Bürgerschreck galt denn als Leinwandgenie.
Alles schwingt
So herrlich traurig, das ist kaum auszuhalten

So herrlich traurig, das ist kaum auszuhalten

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Es war ja schon beim Lesen klar, dass dieses Konzert der Deutschen Kammerphilharmonie traurig werden würde. Aber so traurig? Das zog so richtig runter, mag aber die Befindlichkeit einiger Hörer getroffen haben. Mutig war es auf jeden Fall und ungeheuer schlüssig. Und es präsentierte ganz große Werke der Musikgeschichte. - Von Ute Schalz-Laurenze.
So herrlich traurig, das ist kaum auszuhalten
Letzte Grüße in gewagten Posen

Letzte Grüße in gewagten Posen

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Die linke Hand selbstbewusst in die Hüfte gestemmt, der Mund lasziv geöffnet, und vor der Scham balanciert ein Dildo: Man kennt diesen Akt aus diversen Ausstellungen und Veröffentlichungen. Und manchmal wird dem aufmerksamen Kunstrezipienten auch der Name der Künstlerin untergekommen sein, Lynda Benglis – kein Name, der lange im Gedächtnis bleibt. Nackte Frau mit Dildo: Dieses Bild, das selbst eine liberal gesinnte Kulturredaktion nicht guten Gewissens auf eine Tageszeitungsseite heben mag, ist für den flüchtigen Betrachter schnell eingeordnet in die lange Reihe krawalliger Kunstprovokationen, irgendwo zwischen Feminismus und sexueller Befreiung. - Von Johannes Bruggaier.
Letzte Grüße in gewagten Posen
Knallbunt zum Straßenkampf

Knallbunt zum Straßenkampf

Bremen - Von Mareike Bannasch. Das wohl bekannteste Werk des französischen Komponisten Maurice Ravel bildet am Mittwochabend den Rahmen für „Nya“, eine Produktion der Compagnie „Ballet Contemporain d‘Algier“.
Knallbunt zum Straßenkampf
Galerie zeigt Bilder der ermordeten Fotografin Niedringhaus

Galerie zeigt Bilder der ermordeten Fotografin Niedringhaus

Hannover -  Knapp 100 Fotografien der in Afghanistan getöteten Anja Niedringhaus sind seit Donnerstag in der Galerie für Fotografie in Hannover zu sehen. Die Menschen in den Krisengebieten standen für die Pulitzer-Preisträgerin stets im Mittelpunkt ihrer Arbeit.
Galerie zeigt Bilder der ermordeten Fotografin Niedringhaus
Niedringhaus-Ausstellung in Hannover

Niedringhaus-Ausstellung in Hannover

Die Bilder der in ermordeten Afghanistan Fotografin Anja Niedringhaus werden in der Galerie für Fotografie (GAF) in Hannover ausgestellt.
Niedringhaus-Ausstellung in Hannover
Mit Freibier zur Hinrichtungsparty

Mit Freibier zur Hinrichtungsparty

Hannover - Von Jörg Worat. Das nennt man wohl Verknappung: An die 20 Einzelfiguren nebst einigen Menschengruppen wollte Friedrich Schiller für seine „Maria Stuart“ einst auf die Bühne schicken – Regisseur Dušan David Parízek begnügt sich mit vier Akteuren. Die kleine Besetzung sorgte für eine originelle, wenngleich uneinheitliche Premiere im Schauspielhaus in Hannover. - Von Jörg Worat.
Mit Freibier zur Hinrichtungsparty
Bis auf die Knochen

Bis auf die Knochen

Bremen - Von Mareike Bannasch. Wann genau Franz Schubert seine Sinfonie in C-Dur fertig stellte, ist bis heute unklar. Im Autograph auf März 1828 datiert, begann er vermutlich bereits im Sommer 1825 mit der Arbeit – nach der Uraufführung von Beethovens neunter Sinfonie ein Jahr zuvor stand er offenbar unter Zugzwang. Unter diesem Zeitdruck ist ein monumentales Werk herausgekommen, das nicht nur was die Länge angeht seiner Zeit weit voraus schien. Für die Bremer Philharmoniker und Generalmusikdirektor Markus Poschner Grund genug, mit der „Großen“ Sinfonie das dreitägige Schubert-Festival in der Bremer Glocke zu beenden.
Bis auf die Knochen
Kranz des Schauerlichen

Kranz des Schauerlichen

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. „Ich werde euch einen Kranz schauerlicher Lieder vorsingen“, kündigte Franz Schubert ein Jahr vor seinem Tod (1828) seinen Freunden an. Es handelte sich um die 24 Lieder der „Winterreise“, von denen den Freunden nur der später als Volkslied bekannt gewordene „Lindenbaum“ gefiel.
Kranz des Schauerlichen
Flamenco im Labor

Flamenco im Labor

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Er sei „der schnellste unter den Flamenco-Legenden“, heißt es in der Vorankündigung zu Israel Galváns Auftritt im Bremer Theater am Goetheplatz. Das verspricht nichts Gutes: Bei den Geigern etwa liegt der Geschwindigkeits-Weltrekord im Spielen des „Hummelflugs“ bei David Garrett.
Flamenco im Labor
„Wir sind voll, voll, voll“

„Wir sind voll, voll, voll“

Osnabrück - Von Beate Bößl. Die fünf imposanten Lichtelemente über der Bühne sehen mit ihren auseinanderstrebenden Neonröhren wie eine im Funkenflug erstarrte Silvesterrakete aus. Oder wie etwas radikal Explodierendes, dessen Schockwelle noch folgt. Sie bebildern passend (Bühne/Kostüme: Dominik Steinmann), was Dramaturg Peter Helling den Zuschauern bei der Stückeinführung zu „Der schwarze Obelisk“ mit auf den Weg gab: Man wolle weniger den Roman des gebürtigen Osnabrückers Erich Maria Remarque nacherzählen, als vielmehr ein Klima des Feierns und der Verunsicherung zeigen. - Von Beate Bößl.
„Wir sind voll, voll, voll“
Heroisches Schuhplatteln

Heroisches Schuhplatteln

Bremen - Von Andreas Schnell. Dieses Europa ist schon ein irres Projekt: Ein Staatenbündnis neuen Typs, durchaus mit Weltmachtanspruch, nach außen in mehrerlei Hinsicht zunehmend geschlossen auftretend, nach innen unter weitgehender Beibehaltung der nationalen Souveränität seiner Mitgliedstaaten.
Heroisches Schuhplatteln
Freude über Opern-Grammy bei Radio Bremen und Label cpo

Freude über Opern-Grammy bei Radio Bremen und Label cpo

Bremen/Georgsmarienhütte - Der Grammy ist für die Musikwelt das, was der Oscar für den Film ist: die wohl wichtigste Auszeichnung überhaupt. Deutsche Künstler triumphieren eher selten - außer in der Klassik.
Freude über Opern-Grammy bei Radio Bremen und Label cpo
Weiß ist sie, die Hölle im Sanatorium

Weiß ist sie, die Hölle im Sanatorium

Bremen - Von Mareike Bannasch. Weiß, überall nur weiß: Der Vorhang, die Krankenbetten, ja sogar die Kleidung der Bewohner dieses unwirklichen Ortes. Dort hat keine andere Farbe Platz, in dieser Sammlung von Verzweiflung, Krankheit und Tod.
Weiß ist sie, die Hölle im Sanatorium
Wenn Eltern nur das Beste wollen

Wenn Eltern nur das Beste wollen

Oldenburg - Von Johannes Bruggaier. Er wisse gar nicht, erklärt ein langhaariger junger Mann versonnen, wie oft er nun schon ins Theater gegangen sei: „Allein das Wort Theater macht mich glücklich!“ Da geht sein Nachbar im akkuraten Anzug auch schon an die Decke. Wegsperren sollte man ihn! „Ich mache dich zunichte!“ Hilfe! Was ist denn an Theater nur so schlimm?
Wenn Eltern nur das Beste wollen
Pop wirkt anders

Pop wirkt anders

Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin.
Pop wirkt anders
Die Welt, ein Albtraum

Die Welt, ein Albtraum

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. „Mich soll der Staat erhalten, ich bin für nichts als das Componieren auf die Welt gekommen“, meinte Franz Schubert, 1797 geboren und in die Wiener Restauration hineingewachsen. Sein Selbstbewusstsein entsprach in keiner Weise seinem Erfolg.Nun widmen die Bremer Philharmoniker unter dem Titel „An die Grenze“ Franz Schubert ganze drei Konzerte. Über Schuberts Leben, sein einsames Komponieren und die dazu ausgewählten Werke sprachen wir mit dem Generalmusikdirektor Markus Poschner.
Die Welt, ein Albtraum
Mit Magie hinter die Kulissen

Mit Magie hinter die Kulissen

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Für gewöhnlich, heißt es im Flyer zur Ausstellung, „zweifeln wir nicht an der Existenz des Bodens unter unseren Füßen oder des Baumes draußen vor dem Fenster“. Oh doch, genau daran zweifeln wir. Wir zweifeln mit Kant und mit Hegel. Vor allem aber zweifeln wir in der bildenden Kunst, im Realismus wie im Surrealismus und in nahezu jeder Ausprägung der Gegenwartskunst. - Von Johannes Bruggaier.
Mit Magie hinter die Kulissen
Malen in Stunden des Fleisches

Malen in Stunden des Fleisches

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Es ist das Jahr 1912, eine Künstlervereinigung mit dem Namen „Der blaue Reiter“ entwickelt expressionistische Ausdrucksformen, in Spanien und Frankreich manifestiert sich eine neue Strömung, die man später „Kubismus“ nennen wird. In dieser Zeit des Auf- und Umbruchs, des ersten Aufglühens der Moderne, fertigt der Maler Emile Bernard ein Selbstporträt an. Sein Überwurf sieht darin aus wie eine Toga, den Pinsel und die Farbpalette hält er wie ein Barockmaler, und über den Hintergrund erstreckt sich eine klassizistische Fassade: Da hat wohl jemand seine eigene Zeit verschlafen!
Malen in Stunden des Fleisches
Liebe und Tod auf Jiddisch

Liebe und Tod auf Jiddisch

Bremen - Von Andreas Schnell. Ein junger Mann und eine junge Frau treffen sich in einer Scheune in Litauen. Beide sind dem faschistischen Terror entronnen und müssen sich dort verstecken, weil sie Juden sind. Sie verlieben sich ineinander und verlieren sich nach dem Krieg. Der Mann wird seine Liebe erst wiedersehen, als sie schon tot ist und er ein alter Mann. So kann er nur noch das Versprechen erfüllen, das er ihr einst gab: Sie mit einer Nadel zu stechen, um festzustellen, ob sie wirklich tot ist.
Liebe und Tod auf Jiddisch
Ein Mann mit Seltenheitswert

Ein Mann mit Seltenheitswert

Bremen - Von Mareike Bannasch. Umrahmt von zwei Flaschen und behüteten Damen blickt der Herr mit Bart streng zum Betrachter. Allerdings ist es kein gewöhnlicher Café-Besucher, der sich hier gestört fühlt, sondern Vincent van Gogh (1853-1890). Entdeckt wurde die etwa postkartengroße Federzeichnung während der Vorbereitung für die Ausstellung „Emile Bernard – Am Puls der Moderne“, die ab Samstag in der Kunsthalle Bremen zu sehen ist. - Von Mareike Bannasch.
Ein Mann mit Seltenheitswert
Stürmisch gebetet

Stürmisch gebetet

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Für seine Songs legt er sogar die Hand ins Feuer. Steht plötzlich einfach da, am Bühnenrand, wärmt sich die Finger an den Flammen, die aus einer Schale in der aufwendigen Bühnendekoration züngeln: Roger Hodgson, die Engelsstimme, die aus der Kälte kommt.
Stürmisch gebetet