Ressortarchiv: Kultur

Mittel ist nicht Zweck

Mittel ist nicht Zweck

Was war? Was wird? "Bruggaiers Kulturwochen" schauen hin.
Mittel ist nicht Zweck
Mankell: Nach Sterben fühlt es sich nicht an

Mankell: Nach Sterben fühlt es sich nicht an

Düsseldorf - Seit knapp einem Jahr kämpft der Erfinder von Kommissar Kurt Wallander gegen den Krebs - seinen neuen „ständigen Begleiter“, wie er sagt. Das Leben und Überleben ist auch Thema in Henning Mankells neuem Buch.
Mankell: Nach Sterben fühlt es sich nicht an
Alles ganz schön hier

Alles ganz schön hier

Bremen - Von Mareike Bannasch. Das Leben in Belleville könnte nicht schöner sein. Gelbe und orangene Farben, Plexiglas wohin man blickt, leises Meeresrauschen kündet von feinem Sandstrand. Und erst die Einwohner, gut sehen sie aus, wie sie im grauen Einheitsdress zum dröhnenden Techno-Beat tanzen. Und den gelben Wohncontainer (Bühne und Ausstattung: Gabor Doleviczenyi) in den Dreh- und Angelpunkt ihrer Straßendisko verwandeln. Einfach mal die Sorgen vergessen, das Leben ist ja auch so schon schwer genug. Zumindest woanders, in Belleville kennt man Probleme wie Flucht, Überfremdung und Armut nicht. Oder? - Von Mareike Bannasch.
Alles ganz schön hier
Alter Waise statt altersweise

Alter Waise statt altersweise

Bremen - Von nichts kommt bekanntlich: nichts. Faule Schüler bekommen diesen Sinnspruch eingetrichtert, Unternehmer versehen mit ihm ihren Bildschirmschoner, aufstrebende Fußballer tätowieren ihn sich in den Arm. Dabei war er so nie gemeint.
Alter Waise statt altersweise
Im Kraftraum der Hölle

Im Kraftraum der Hölle

Bremen - Von Mareike Bannasch. Jeden Abend stehen sie in den Fitnessstudios der Republik, die schweißüberströmten Massen, die nach acht Stunden am Schreibtisch ihren Körper stählen. Ohne Rücksicht stemmen sie Gewichte, prügeln bis zur Bewusstlosigkeit auf Sandsäcke ein oder arbeiten an der perfekten Bauchmuskulatur. Sport ist schon lange nicht mehr nur Ausgleich, er ist Auszeichnung, nationales Ritual oder einfach auch nur eine bedrohliche Form der Selbstkasteiung. Zumindest wenn es nach Stefan Panhans geht.
Im Kraftraum der Hölle
Mit „artist“ Kunst denken

Mit „artist“ Kunst denken

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Kunst war schon immer für die Augen da – und natürlich auch fürs Hirn. Seit Marcel Duchamp allerdings hat sich die Reihenfolge verschoben. Der Urvater der Konzeptkunst hatte von der herkömmlichen Malerei eher abschätzig als einer „retinalen“ Kunst gesprochen, was so viel bedeuten sollte wie: ein bloßes Handwerk der Illustration, Produktion von Tapeten für den Alltag. Kino könne das heute besser, urteilte der Duchamp und sandte deshalb für die nächste Jahresausstellung der New Yorker „Society of Independent Artists“ kurzerhand ein schnödes Urinal aus der Massenproduktion ein. Kunst, heißt es seitdem, ist fürs Gehirn da – und natürlich auch für die Augen. - Von Johannes Bruggaier.
Mit „artist“ Kunst denken
Kehrwoche im Pub

Kehrwoche im Pub

Dublin - Von Johannes Bruggaier. Wenn das Königin Elisabeth I. wüsste! Tausende Mädchen drängeln sich vor der Bühne des „Citywest“-Hotels bei Dublin. Lockige Haare mit Glitzerkram, knallbunte Kleidchen und ein großer Traum: dort oben auf der Bühne den Sieg davonzutragen in den „All Ireland Championships of Irish Dance“ –so schnell, so exakt und so leicht zu steppen wie keine andere unter dem Transparent mit der irischen Harfe.
Kehrwoche im Pub
Doppelter „Hans“ für Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch

Doppelter „Hans“ für Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch

Hamburg - Beim Hamburger Musikpreis „Hans“ hat in diesem Jahr Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch gleich doppelt abgeräumt.
Doppelter „Hans“ für Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch
Poetisch weht er, der Gazevorhang

Poetisch weht er, der Gazevorhang

Hamburg - Welten prallen aufeinander, als Marianne (Judith Rosmair) und Roland (Johann von Bülow) einander bei einem Barbecue begegnen. Er ist Imker, sie Quantenphysikerin, und schlagartig beginnen beide eine intensive Beziehung bis zum Ende ihrer Tage. Oder etwa doch nicht? Es könnte alles auch ganz anders kommen, denn durch jede einzelne Entscheidung eines Menschen entsteht quasi ein neues Universum, aus dem wieder andere hervorgehen. So könnte die Verbindung zwischen Marianne und Roland tragisch verlaufen, aber auch witzig, larmoyant, kühl, vorwurfsvoll oder gewalttätig. Das schildert der junge britische Dramatiker Nick Payne in seiner verschachtelten, von Dialogwiederholungen geprägten Szenenfolge „Constellations“.
Poetisch weht er, der Gazevorhang
Leise läuten die Kuhglocken

Leise läuten die Kuhglocken

Bremen - Von Mareike Bannasch. Die Erleichterung war Sabine Dehm sichtlich anzumerken. Mit einem Jahr Verspätung stellte sie gestern Vormittag das Programm von „Tanz Bremen“ vor.
Leise läuten die Kuhglocken
Ein klarer Fall für hartnäckiges Beklatschen

Ein klarer Fall für hartnäckiges Beklatschen

Hannover - Von Jörg Worat. In der Morgendämmerung der Moderne kannte die Bildhauerei-Szene zwei große Antipoden: Aristide Maillol (1861-1944), für den die in sich geschlossene Figur das Ideal darstellte, und Auguste Rodin (1840-1917), der das Instabil-Dynamische schätzte. Leicht zu erraten, welche dieser beiden Positionen einen Choreographen besonders reizen muss, erst recht, wenn auch noch eine irre Liebesgeschichte dazukommt: „Der Kuss – Rodin und Claudel“ hat Hannovers Ballettdirektor Jörg Mannes sein neues Stück genannt und so den Namen einer berühmten Plastik mit den Protagonisten einer berühmten Liaison verbunden. Die Premiere im Opernhaus war ausverkauft und wurde, das stand eigentlich schon vorher fest, lautstark bejubelt. - Von Jörg Worat.
Ein klarer Fall für hartnäckiges Beklatschen
Krachende Cluster

Krachende Cluster

Bremen - Von Andreas Schnell. „Der Varèse ist ein richtiger Ohrwurm“, sagt eine Konzertbesucherin zu einer Bekannten in der Pause. „Der Varése“, das ist ein rund achtminütiges Stück elektronischer Musik – und nicht unbedingt das, was die meisten Leute so vor sich hinsummen.
Krachende Cluster
Monstermama

Monstermama

Bremen - Von Corinna Laubach. Die Spieluhr gibt leise harmonische Geräusche von sich. Ein Sternenhimmel wird über die riesige lange Tafel gezogen, der Mond geht auf. Welch wahrlich wunderschöne Rahmenkulisse für Mike Kennys „Nachtgeknister“ im Bremer Moks.
Monstermama
Die Vorteile des Fremden

Die Vorteile des Fremden

Bremen - Von Mareike Bannasch. Täglich kommen sie, zu Hunderten, eng aneinander gepfercht auf kleinen Booten. Viele von ihnen erreichen das vermeintlich gelobte Land nicht, sterben stattdessen in den Fluten des Mittelmeeres und werden zu einer Zahl in den Zwanzig-Uhr-Nachrichten. Anonym zwar, aber immerhin ist ihnen für einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit sicher. Doch wehe, diese Menschen suchen in deutschen Gemeinden Asyl. Dann formieren sich die Anwohner, sorgen sich vor Überfremdung, Wertminderung des Eigenheimes und gehen auf die Straße. - Von Mareike Bannasch.
Die Vorteile des Fremden
Erbe nur gegen Dankeshymnen

Erbe nur gegen Dankeshymnen

Was war? Was wird? "Bruggaiers Kulturwochen" schauen hin.
Erbe nur gegen Dankeshymnen
Hoffnung versaut das Leben

Hoffnung versaut das Leben

Oldenburg - Von Johannes Bruggaier. Eben am Bahnhof ist man dem aufdringlichen Obdachlosen noch wie so oft im großen Bogen aus dem Weg gegangen. Doch kaum sitzt man im Theater, ist er plötzlich wieder da: schiebt sich mit fettigem Haar und kurzen Hosen pöbelnd durch die Zuschaurreihen, bettelt um Geld, belästigt junge Frauen.
Hoffnung versaut das Leben
Oberammergau macht 2015 zum ersten Mal große Oper

Oberammergau macht 2015 zum ersten Mal große Oper

München/Oberammergau - Mit Verdis „Nabucco“ wird es im nächsten Jahr zum ersten Mal eine Oper auf der Bühne in Oberammergau geben.
Oberammergau macht 2015 zum ersten Mal große Oper
Immer schön oberflächlich

Immer schön oberflächlich

Bremen - Von Jessica Tisemann. Statt Basstürme nur ein weißer Vorhang: Ein heller Lichtkegel wandert langsam über das Laken – und schon kreischt die Masse. Doch plötzlich wird es stockfinster in der Bremer Messehalle. Erste Trompetenklänge kündigen den Maskenmann an. Dann eine Explosion, der Vorhang fällt und Cro lässt die Spiele beginnen.
Immer schön oberflächlich
Ekstase und Eskalation

Ekstase und Eskalation

London/Bremen - Von Pascal Faltermann. Konfetti fliegt, Wasserpistolen spritzen, Schimpftiraden prasseln auf die Schauspieler nieder – zuviel für Sky Du Mont. Damit wollte er sich nicht abfinden: „Ich dachte, dass das so nicht weitergehen kann.“
Ekstase und Eskalation
"Rocky Horror Show" kommt nach Bremen

"Rocky Horror Show" kommt nach Bremen

Vom 6. bis 11. Januar wird das Musical "Rocky Horror Show" im Musicaltheater Bremen zu sehen sein.
"Rocky Horror Show" kommt nach Bremen
Cro in der Halle 7

Cro in der Halle 7

Der Pandamasken-Rapper Cro spielte am Mittwochabend eines seiner Tourkonzerte in Bremen. In der Halle 7 an der Bürgerweide sorgte er für ein volles Haus.
Cro in der Halle 7
Auch NDR besitzt Kunst

Auch NDR besitzt Kunst

Bremen/Hamburg - Von Johannes Bruggaier. Nordrhein-Westfalens Kulturszene ist in Aufruhr. Erst versteigert der Casino-Betreiber „Westspiel“ zwei Werke des Popart-Künstlers Andy Warhol, immerhin einstiger Landesbesitz. Dann werden Pläne des Westdeutschen Rundfunks (WDR) bekannt, wonach der Sender mit Verkäufen aus seinem rund 600 Kunstwerke umfassenden Bestand sein Haushaltsdefizit verringern will. Für den Deutschen Kulturrat markieren die Pläne des WDR einen „Tiefpunkt der Kulturpolitik Nordrhein-Westfalens“. Wie aber sieht es mit den Rundfunkanstalten im Norden aus? - Von Johannes Bruggaier.
Auch NDR besitzt Kunst

Kontexte ändern sich

Bremen - Von Mareike Bannasch. “Escape fast gleich enter“: Unter diesem Titel steht das 18. Festival der „projektgruppe neue musik“, das morgen Abend im Sendesaal in Bremen startet. Der Titel, zwei Computerbefehle durch ein mathematisches Zeichen verbunden, bezieht sich dabei auf die Arbeitsweisen aktuellen Komponierens – bereits vorhandenes Material wird aufgegriffen, umgeformt und neu zusammengesetzt, sodass sich Klangphänomene und Kontexte ändern. Durch diese Eingriffe in bislang Bestehendes geraten nach Aussage der Projektgruppe auch Beschreibungen wie „gleich“ und „ähnlich“ ins Wanken. Empfindungen, die mit Hilfe von visuellen Effekten noch einmal verstärkt werden sollen. - Von Mareike Bannasch.
Kontexte ändern sich
Schon ist alle Nähe fern

Schon ist alle Nähe fern

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Der 1952 geborene Wolfgang Rihm hat sich kompositorisch mehrfach mit dem Werk von Johannes Brahms auseinandergesetzt. 2011 schrieb er für alle vier Sinfonien Stücke, die er vor der jeweiligen Sinfonie gespielt haben wollte. Sie zeigen einerseits eine empfindlich-interessante Annäherung, sie zeigen andererseits die ästhetische Position des Karlsruher Kompositionsprofessors: viel Spätromantik, nur manchmal lugt das 20. Jahrhundert hervor, das 21. schon mal gar nicht. Rihm nennt sein groß besetztes Stück „Nähe Fern 1“ und bezieht sich neben Brahms auf eine Zeile aus einem Gedicht Goethes: „Schon ist alle Nähe fern.“ Tiefe Streicher und tastend zarte Bläser scheinen etwas zu suchen, schwingen sich zu einem riesigen Crescendo auf, Zitate wie der berühmte Alphornruf schimmern durch. - Von Ute Schalz-Laurenze.
Schon ist alle Nähe fern
Durch die Brille Verdis

Durch die Brille Verdis

Hamburg - Von Ute Schalz-Laurenze. Vor 33 Jahren wurde an der Staatsoper Hamburg die Erstaufführung von Giuseppe Verdis „Luisa Miller“ in einer denkwürdigen Besetzung gespielt: Giuseppe Sinopoli dirigierte und Ruggiero Raimondi, José Carreras, Leo Nucci, Katia Riciarelli sowie Marjana Lipovsek sangen in einer umstrittenen Inszenierung von Luciano Damiani. Alles Namen, die noch heute im Kopf jeden Opernfreundes sind. Und nun: Premiere des selten gespielten Werkes, eins von insgesamt vier Schiller-Vertonungen, von denen nur „Don Carlo“ populär wurde. Unter der Leitung von Simone Young, die zu Beginn ihrer letzten Spielzeit als Generalmusikdirektorin und Intendantin nach reichlich viel Wagner und Strauss einen Schwerpunkt mit Werken des frühen Verdi bringt. - Von Ute Schalz-Laurenze.
Durch die Brille Verdis
Raus aus der Trotzphase

Raus aus der Trotzphase

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Fast 70 Jahre nach ihrem Erscheinen hat Pippi Langstrumpf gesiegt: keine bieder braven Annikas mehr in Mitteleuropa, nur noch selbstbewusste junge Frauen mit Sinn für Ironie, Witz und Courage.
Raus aus der Trotzphase
Ohne Katzen keine Rührung

Ohne Katzen keine Rührung

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Natürlich, sagt Sopranistin Anna Netrebko, sei sie Russin und werde dies auch bleiben. Das stimmt allerdings nur zur Hälfte. Denn seit 2006 ist die Operndiva zwar nicht im Besitz der deutschen Sprache, wohl aber des österreichischen Passes.
Ohne Katzen keine Rührung
Da heulen sie, die regennassen Massen

Da heulen sie, die regennassen Massen

Oldenburg - Von Mareike Bannasch. Eva Perón, Präsidentengattin, Wohltäterin und Kämpferin für „ihre“ Arbeiter. Von Millionen geliebt und eine Ikone, die in Argentinien noch immer von den Massen verehrt wird. Doch wer war die Frau hinter Pomp und Gut-Mensch-Fassade? - Von Mareike Bannasch.
Da heulen sie, die regennassen Massen

Beckmann-Gemälde unter dem Hammer

Berlin - Max Beckmanns letztes in Deutschland gemaltes Bild wird Ende November in Berlin versteigert. Die Villa Grisebach bietet das 1937 entstandene Ölgemälde bei ihren Herbstauktionen für einen Schätzpreis von bis zu 1,2 Millionen Euro an.
Beckmann-Gemälde unter dem Hammer
Marcel Beyer erhält Bremer Literaturpreis 2015

Marcel Beyer erhält Bremer Literaturpreis 2015

Bremen - Der Schriftsteller Marcel Beyer erhält den mit 20 000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2015 für seinen Gedichtband „Graphit“.
Marcel Beyer erhält Bremer Literaturpreis 2015
Fast schon tragisch

Fast schon tragisch

Bremen - Von Andreas Schnell. Eigentlich hatte John Garcia am Donnerstagabend im Aladin auftreten sollen, so wie beim letzten Mal, als er in Bremen zu hören war, damals allerdings mit der Formation Kyuss Lives.
Fast schon tragisch
Schluss mit Beschaulichkeit

Schluss mit Beschaulichkeit

Bremen - Von Wolfgang Denker. Es ist in Mode gekommen, Konzertprogrammen ein übergeordnetes Motto zu geben. So auch am Donnerstagabend beim Konzert der Deutschen Kammerphilharmonie mit Werken von Beethoven, Haydn und Schubert: „Steter Fluss und Eigensinn“ soll wohl auf die Emanzipation von Kunst und Künstlern in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts hinweisen.
Schluss mit Beschaulichkeit
Neues Museum: Berlin baut für die Meister

Neues Museum: Berlin baut für die Meister

Berlin - Mit 200 Millionen Euro soll in Berlin ein Museum der Moderne entstehen. Damit bekommt die Hauptstadt auch einen neuen Leuchtturm.
Neues Museum: Berlin baut für die Meister
Irrwege im Wortnebel

Irrwege im Wortnebel

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Haben wir nun – ach! – die „Buddenbrooks“, „Krieg und Frieden“ und leider auch den „Mann ohne Eigenschaften“ durchaus studiert mit heißem Bemühn. Und sind doch so klug als wie zuvor. Was die Welt im Innersten zusammenhält, vermochte uns weder Mann noch Tolstoi zu erklären, kein Musil und schon gar nicht Günter Grass. So ist der Roman denn ganz und gar dem schönen Schein gewidmet, ohne jede Aussicht auf konkrete Erkenntnis? - Von Johannes Bruggaier.
Irrwege im Wortnebel
Aus der Partitur der Terrorhysterie

Aus der Partitur der Terrorhysterie

Bremen - Von Johannes Bruggaier. In Amerika haben sich die Kritiker gar nicht mehr eingekriegt. Ein „magisches“ Buch sei das, hieß es über Richard Powers „Orfeo“, der Autor wurde als „Meister des Romans“ gefeiert. Jetzt ist das Buch auf Deutsch erschienen, und wer es bis etwa Seite hundert durchhält, mag sich verwundert die Augen reiben. - Von Johannes Bruggaier.
Aus der Partitur der Terrorhysterie
Nur keine Betroffenheit

Nur keine Betroffenheit

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Warum eigentlich werden unsere Kleider und Nahrungsmittel immer billiger? Weil Menschen in Bangladesch und Marokko zu Hungerlöhnen nähen oder Krabben pulen. Was vor einiger Zeit noch kaum einer wusste, ist heute dem Großteil der deutschen Konsumenten bekannt – Folge einer Jahre langen Aufklärungsarbeit von Medien und Kulturbetrieben, darunter auch den Theatern.
Nur keine Betroffenheit
„Der süße Gesang zersprengt jeden Fels“

„Der süße Gesang zersprengt jeden Fels“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. „Oltremontani“ oder auch „Fiamminghi“ wurden sie von den Italienern genannt, die Musiker aus Flandern. Die besten wurden abgeworben und verbrachten ihr weiteres Leben an den Höfen von Mantua, Neapel, Ferrara und in der Republik Venedig. Adrian Willaert, Jean de Macque, Giaches de Wert und Cyprian de Rore kann man schon als Italiener bezeichnen. Ihr Werk bildet nun den roten Faden für die neue Reihe des Ensembles „Weser-Renaissance“, die sein Leiter Manfred Cordes wieder in vier Konzerten gestaltet.
„Der süße Gesang zersprengt jeden Fels“
Alles eine Frage des Kleingelds

Alles eine Frage des Kleingelds

Syke - Was war? Was wird? "Bannaschs Kulturwochen" schauen hin.
Alles eine Frage des Kleingelds
István Szabó erhält Regiepreis

István Szabó erhält Regiepreis

München - Der ungarische Regisseur István Szabó ist am Sonntagabend in München mit dem Deutschen Regiepreis Metropolis ausgezeichnet worden. Mit seinen Filmen hielt er seinen Landsleuten den Spiegel vor.
István Szabó erhält Regiepreis
Natürliche Autorität und präzise Handarbeit

Natürliche Autorität und präzise Handarbeit

Bremen - Von Wolfgang Denker. Die halbdunkle Bühne ist in purpurnes Rot getaucht. Estrella Morente betritt sie allein und intoniert a capella das erste Lied: eine klare, dunkel grundierte Stimme von faszinierender Farbigkeit. Erst dann kommen die Musiker dazu – zwei Gitarristen und ein Percussionist. Dazu drei Herren, die für gesangliche Unterstützung und rhythmisches Klatschen (die Palmas) zuständig sind. Alle sind irgendwie miteinander verwandt – ein richtiges Familienunternehmen. - Von Wolfgang Denker.
Natürliche Autorität und präzise Handarbeit
In blauer Frischhaltefolie

In blauer Frischhaltefolie

Bremen - Von Andreas Schnell. Bevor Bremen die Gelegenheit hat, bis zum 16. November Tanztheater, Literatur, Musik und Filme aus Afrika zu erkunden, gab es zur Eröffnung von „Africtions – captured by dance“ ein Projekt des Bremer Choreographen Helge Letonja mit einem transkontinentalen und interdisziplinären Ensemble zu sehen, das sich als Brückenschlag hinüber ins Fremde als sinnig erwies.
In blauer Frischhaltefolie
Das Prinzip Hoffnung

Das Prinzip Hoffnung

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Mit zwei Konzerten im Sendesaal rückt ins Bewusstsein, dass in Bremen einer der großen Komponisten – neben Luigi Nono, Helmuth Lachenmann, György Ligeti, Bernd Alois Zimmermann – der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebt und nun seinen 90. Geburtstag feiert: Klaus Huber. Er lebt hier, weil seine Frau Younghi Pagh Paan langjährige Professorin für Komposition an der hiesigen Hochschule für Musik war. Huber selbst bildete unzählige, heute bekannte Komponisten aus zwei Generationen an der Hochschule für Musik in Freiburg aus und leitete dort das Institut für Neue Musik. Unter seiner Leitung erreichte es Weltgeltung. - Von Ute Schalz-Laurenze.
Das Prinzip Hoffnung
Benedikt von Peter verlässt das Theater Bremen: „Mein Herz blutet“

Benedikt von Peter verlässt das Theater Bremen: „Mein Herz blutet“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze und Mareike Bannasch. „La Bohème“ ganz ohne Frauen, „La Traviata“ als Monolog einer gescheiterten Marily: Benedikt von Peter sucht in seinen Inszenierungen stets das Außergewöhnliche, fernab der gewohnten Interpretationen.
Benedikt von Peter verlässt das Theater Bremen: „Mein Herz blutet“
Opern-Chef Benedikt von Peter verlässt Bremen

Opern-Chef Benedikt von Peter verlässt Bremen

Bremen - Von Mareike Bannasch. “La Bohème“, „La Traviata“, „Die Meistersinger von Nürnberg“: Mit seinem außergewöhnlichen Inszenierungen sorgt Benedikt von Peter seit 2012 als Leiter des Musiktheaters für Furore und die ein oder andere Diskussion. Außerdem erhielt er in diesem Jahr den Kurt-Hübner-Preis.
Opern-Chef Benedikt von Peter verlässt Bremen
Mehr als alte Pappe

Mehr als alte Pappe

Bremen - Von Mareike Bannasch. „Hier steh ich nun und schaue bang zurück; Vorüber rinnt auch dieser Augenblick“: Zeilen aus dem Gedicht „Die Zeit ist hin“ von Theodor Storm. Eigentlich zwei simple Sätze und zugleich doch auch Ursprung einer Auseinandersetzung zwischen altem und neuem, Gegenwart und Vergangenheit. Allerdings nicht mit Worten, sondern mit Pappe. Sogar ziemlich viel Pappe.
Mehr als alte Pappe
Filme, die berühren

Filme, die berühren

Düsseldorf/Münster - Ein schwul-lesbisches Filmfestival, Länderreihen mit Beiträgen aus Südamerika oder Polen, dazu Publikumsgespräche mit dem Regisseur: Im „Cinema & Kurbelkiste“ in Münster gibt es ein außergewöhnliches Programm und ein besonderes Flair. Das brauchen die Programmkinos auch, um gegen die Multiplex-Kinosäle bestehen zu können. Denn die Konkurrenz um die Zuschauer ist hart – und zwar nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Auch die Bremer Programmkinos müssen sich behaupten.
Filme, die berühren
„Herr Lehmann“ mit Bildern

„Herr Lehmann“ mit Bildern

Bremen/Köln - „Herr Lehmann“ ist der Roman, der Sven Regener berühmt gemacht hat. Als er 2001 erschien, war er ein Phänomen: Einerseits wurde er schnell zum Bestseller, andererseits begeisterte er die Kritiker, die Regener kein literarisches Talent zugetraut hatten.
„Herr Lehmann“ mit Bildern
„Wie schön ist ein Klang, der nicht wabert“

„Wie schön ist ein Klang, der nicht wabert“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Seit vielen Jahren sind die Bremer Philharmoniker mit dem Dirigenten Mario Venzago engstens verbunden: Der Schweizer hat dort unvergessliche Konzerte präsentiert, so zum Beispiel das große Schumann-Projekt. Nun konnte er das Publikum im letzten Philharmonischen Konzert mit seinen enorm genauen Vorstellungen von Musik ein weiteres Mal beglücken. Und an zwei großen Werken der Romantik zeigte er mit dem gut folgenden Orchester, was das heißt. - Von Ute Schalz-Laurenze.
„Wie schön ist ein Klang, der nicht wabert“
Nur an der Oberfläche

Nur an der Oberfläche

Hannover - Von Jörg Worat. Die Frage nach dem Lebenssinn – darunter macht's das Staatstheater Hannover diesmal nicht. Und bringt Weltliteratur auf die Schauspielhaus-Bühne, nämlich Leo Tolstois „Anna Karenina“ in einer Bühnenfassung von Armin Petras und einer Inszenierung von Sascha Hawemann.
Nur an der Oberfläche
Casino Bremen verkauft Bilder

Casino Bremen verkauft Bilder

Bremen - Von Mareike Bannasch. Das Casino Bremen hat, zumindest in finanzieller Hinsicht, auch schon bessere Zeiten gesehen. Auf der Suche nach Geldquellen für dringend nötige Umstrukturierungen, wurden die Manager der Bremer Spielbank im Museum Böttcherstraße fündig.
Casino Bremen verkauft Bilder