Ressortarchiv: Kultur

Bach für den Nachtclub

Bach für den Nachtclub

Hannover - Von Jörg WoratDie 21 Damen und Herren auf der Bühne der Orangerie wissen, was musikalische Variationen sind. Wie sie da Johann Sebastian Bachs Kantate „Nicht so traurig, nicht so sehr“ in unterschiedlichen Geschwindigkeiten interpretieren oder als Kanon oder – Moment mal, soll dies nicht eigentlich der Auftakt zum Festival „Tanztheater International“ sein? Schon recht, aber vor Grenzüberschreitungen ist man hier noch nie zurückgeschreckt.
Bach für den Nachtclub
Doch nicht lächerlich: Asia erspielen sich Respekt

Doch nicht lächerlich: Asia erspielen sich Respekt

Von Ulf KaackWORPSWEDE · Ein Relikt der Achtziger, die Bombastrocker der Formation Asia, gastierte am Donnerstagabend in der Music-Hall Worpswede vor vollem Haus und warfen die Frage auf, was in Ehren ergraute ehemalige Superstars bewegt, auch Jahrzehnte nach dem Einbüßen dieses Status vor kleinem Auditorium aufzutreten.
Doch nicht lächerlich: Asia erspielen sich Respekt
"Coolness über 35 Jahre ist ein sehr zweifelhaftes Lebenskonzept"

"Coolness über 35 Jahre ist ein sehr zweifelhaftes Lebenskonzept"

Hamburg - Singend grüßt Thees Uhlmann. Zwischen Verpackungen, Schallplatten, Musikzeitschriften und CDs sitzt er im Büro des Hamburger Labels Grand Hotel van Cleef. Er inspiziert das iPhone, das auf dem Tisch liegt, um das Interview über sein neues Album #2 aufzuzeichnen. Er pustet in den kleinen Lautsprecher und pult einen Papierschnipsel heraus.
"Coolness über 35 Jahre ist ein sehr zweifelhaftes Lebenskonzept"
Barock mit Sand und Muppet-Show

Barock mit Sand und Muppet-Show

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Man denkt beim Anblick von Barockinstrumenten an höfische Gesellschaften in prächtigen Schlössern, an geistliche Gesänge in mittelalterlichen Kirchen. An Sonne, Sand und Meer denkt man eher nicht.
Barock mit Sand und Muppet-Show
Der Wirklichkeit des Bildes auf der Spur

Der Wirklichkeit des Bildes auf der Spur

Bremen - Von Rainer Beßling. Es ist nicht das, wonach es aussieht. In dem Gemälde mit verführerisch exotischen Fernostimpressionen sind harte Rauschmittel verborgen. Für die kitschige Seelandschaft wurde Kokain vermalt. Praktischerweise lässt sich die Droge von der Farbe wieder lösen.
Der Wirklichkeit des Bildes auf der Spur
Bestsellerautor Wolfgang Herrndorf tot

Bestsellerautor Wolfgang Herrndorf tot

Berlin - Mit dem Abenteuerroman „Tschick“ stand Wolfgang Herrndorf monatelang auf den deutschen Bestsellerlisten. Jetzt ist der mehrfach preisgekrönte Schriftsteller, der an einem unheilbaren Gehirntumor litt, gestorben.
Bestsellerautor Wolfgang Herrndorf tot
Privat geglänzt

Privat geglänzt

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Am Ende gab es Ovationen für Marc Minkowski, seine „Musiciens du Louvre“ und sechs großartige Sänger. „Lucio Silla“ hatte am Sonntagabend zuvor auf dem Programm gestanden, eine frühe Oper Wolfgang Amadeus Mozarts für die erste Veranstaltung nach dem Eröffnungsabend des diesjährigen Bremer Musikfests.
Privat geglänzt
Die göttlichen Keulenschwinger vom Nil

Die göttlichen Keulenschwinger vom Nil

Syke - Von Johannes Bruggaier Sein Vater war der geliebte Führer, der Sohn ist vorerst ein militärisches Genie: Den absurden Titelkult nordkoreanischer Despoten nimmt man in Gesellschaften demokratischer Prägung nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis.
Die göttlichen Keulenschwinger vom Nil
Endorphingesättigt

Endorphingesättigt

Bremen - Von Lars Warnecke. Die selbst ernannte „beste Band der Welt“ hat die Hansestadt gerockt. Tausende feierten am Sonnabend die Ärzte auf der Bremer Bürgerweide. Die Berliner Punkrocker boten bei ihrem „Ärztival“ knapp zweieinhalb Stunden lang Klassiker und neue Hits.
Endorphingesättigt
Erschütternde Innerlichkeit

Erschütternde Innerlichkeit

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Der große Pianist Alfred Brendel ist nicht der einzige, der sich euphorisch über die Hochbegabung des 1992 geborenen taiwanesischen Pianisten Kit Armstrong geäußert hat.
Erschütternde Innerlichkeit
Geist und Körper

Geist und Körper

Bremen - Von Johannes BruggaierEs wäre auch Platz für mehr gewesen, im Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses. Doch die aktuelle Schau trägt den Titel „Die Solistin“.
Geist und Körper
Club-Festival in Hamburg St. Pauli

Club-Festival in Hamburg St. Pauli

Hören wir heuer die neuen Beatles? In Hamburgs Szene startete so manche Weltkarriere, und auch wenn die Pilzköpfe aus Liverpool und der Star-Club längst Geschichte sind...
Club-Festival in Hamburg St. Pauli
Graben ist Gold

Graben ist Gold

Hannover - Von Martin SommerRaubgut, sagen die einen. Ein in Kriegszeiten versteckter Schatz, mutmaßen andere. Es könnte sich aber auch um ein kostbares Opfer handeln. Niemand weiß, warum der Goldschatz von Gessel vor 3 500 Jahren vergraben wurde. Er kam im April 2011 beim Bau der Nordeuropäischen Erdgas-Leitung zutage und gilt als zweitgrößter bronzezeitlicher Goldschatz in Deutschland. Von heute an ist das 117-teilige und 1,7 Kilo schwere Geschmeide erstmals öffentlich zu sehen – als Höhepunkt der Ausstellung „Im Goldenen Schnitt. Niedersachsens längste Ausgrabung“ im Landesmuseum Hannover.
Graben ist Gold
Bilder einer Faszination und Krise

Bilder einer Faszination und Krise

Bremen - Von Rainer Beßling. Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle Bremen, ist derzeit weltweit unterwegs. Er bemüht sich um Leihgaben für eine große Picasso-Ausstellung im kommenden Frühjahr.
Bilder einer Faszination und Krise
Sanft entrückte Welten

Sanft entrückte Welten

Syke - Von Jörg WoratWer in jüngerer Zeit deutschsprachige Bücher von Robert Crumb kaufen wollte, kam um die Kontaktaufnahme mit Antiquariaten kaum herum.
Sanft entrückte Welten
Der berühmteste Kartenverkäufer ist tot

Der berühmteste Kartenverkäufer ist tot

Bremen - Von Lothar Behnke. Der Mann der Deutschland in die Landkarte des Rock‘n‘Roll zeichnete, ist tot, welch ein Verlust für uns, er war der Pate von uns allen und unserer Branche, durch ihn erlebte die deutsche Kulturszene eine Wertschätzung weltweit. Rock‘n‘Rau – Forever! Fritz Rau bleibt für mich, wie sicherlich für viele, eine herausragende Persönlichkeit im Musikgeschehen.
Der berühmteste Kartenverkäufer ist tot
Eklig, aber beliebt

Eklig, aber beliebt

Hannover - Von Jörg WoratVor 100 Jahren hatte der französische Künstler Marcel Duchamp die Idee, drei Fäden von je einem Meter Länge zu Boden fallen zu lassen und sie anschließend in der so entstandenen Lage auf Leinwand zu fixieren. Ein ironisches Spiel mit der wissenschaftlichen Exaktheit – als Längenmaß sind die Fäden in dieser Form natürlich nicht mehr brauchbar.
Eklig, aber beliebt
„Innerlich zieht es dir alles zusammen“

„Innerlich zieht es dir alles zusammen“

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Das neue Leben begann mit einem Taubheitsgefühl im Arm. Plötzlich Sehstörungen, Sprechprobleme. Die Ahnung: Das könnte ein Schlaganfall sein. Und dann die Angst.
„Innerlich zieht es dir alles zusammen“
Politische Figürlichkeit

Politische Figürlichkeit

Hamburg - Von Wilfried Dürkoop. Die Hamburger Kunsthalle widmet Ronald B. Kitaj (1932 – 2007) eine umfassende Retrospektive und zeigt gut 100 Ölbilder, Pastelle und Zeichnungen des Meisters romanartiger Kunst.
Politische Figürlichkeit
Sprachmusik

Sprachmusik

Bremen - Von Rainer Beßling. Spitz schnellen die Vokale auf, die Konsonanten trommeln „bits of bits“. Aus geheimnisvoll verschleierten Höhenlagen erklingt „cui bono?“.
Sprachmusik
„Ungeküsst sollst du nicht schlafen gehen“

„Ungeküsst sollst du nicht schlafen gehen“

Bremen - Von Wolfgang Denker. Zehn Tage hat er nur Zeit gehabt, der junge Dirigent Alexander Prior, um das umfangreiche Programm beim diesjährigen „Sommer in Lesmona“ in Knoops Park einzustudieren, als er für den ursprünglich vorgesehenen Dirigenten einsprang.
„Ungeküsst sollst du nicht schlafen gehen“
Animierte Architektur

Animierte Architektur

Bremen - Von Rainer BeßlingBis zum 9. November 1938 prägte sie das Erscheinungsbild des Bremer Schnoor-Viertels mit. In der Reichspogromnacht teilte sie das Schicksal von mehr als 1 000 jüdischen Gotteshäusern in Deutschland. Die Bremer Synagoge in der heutigen Kolpingstraße wurde niedergebrannt, später abgerissen und nach dem Krieg überbaut.
Animierte Architektur
Gewaltsam normal

Gewaltsam normal

Bremen - Von Andreas Schnell. Nachdem das Theaterlabor Bremen in vergangenen Spielzeiten immer wieder hochpolitische Stoffe und selten gespielte Autoren präsentierte, setzte es am Donnerstag in der Generatorenhalle der Energieleitzentrale nun dramatische Gegenwart in surrealer Form von einem der meistgespielten deutschen Gegenwartsdramatiker.
Gewaltsam normal
Romantik diesmal erlaubt

Romantik diesmal erlaubt

Von Johannes BruggaierOLDENBURG · 350 000 Euro als Minimum: Das war einmal. Eigentlich, sagt Filmfest-Direktor Torsten Neumann, bewege sich das Budget seines Festivals unterhalb jener Marke, die für das angestrebte Niveau erforderlich sei.
Romantik diesmal erlaubt
Bühnentatort Generatorenhalle

Bühnentatort Generatorenhalle

Bremen - Von Andreas SchnellSeit seiner Gründung 2005 hat das Theaterlabor schon so einiges mitgemacht: Anfangs im Waldau-Theater zu Gast, zog das Labor wenig später in den alten Güterbahnhof und dann für ein paar Jahre in die Concordia an der Schwachhauser Heerstraße, dorthin also, wo einst George Tabori (übrigens unter dem Label Theaterlabor) radikale Theaterexperimente feierte.
Bühnentatort Generatorenhalle
Licht des Nordens

Licht des Nordens

Von Rainer BeßlingWORPSWEDE · Als das Sprengel-Museum im Winter 1996/97 die „Wegbereiterinnen der Moderne in Deutschland“ würdigte, leistete es damit Pionierarbeit. Die Einsicht, dass auch Malerinnen und Bildhauerinnen einen entscheidenden Beitrag zur Avantgarde um 1900 leisteten, war noch nicht flächendeckend ausgebildet.
Licht des Nordens
„Tanztheater International“ in Hannover: „Es geht ums Menschsein“

„Tanztheater International“ in Hannover: „Es geht ums Menschsein“

Hannover - Von Jörg WoratEin zäher Brocken: Mehr als einmal war das Festival „Tanztheater International“ schweren finanziellen Turbulenzen ausgesetzt. Wankte zuweilen, aber fiel nie: So gibt es nun vom 29.
„Tanztheater International“ in Hannover: „Es geht ums Menschsein“
Hamburger Hexensabbat

Hamburger Hexensabbat

HAMBURG/BERLIN · Linientreu und präzise schreiten 18 Tänzerinnen und Tänzer imaginäre, immer gleiche Bahnen ab – vollständig nackt, wehrlos bis auf die pure Existenz. Eine halbe Stunde lang geht das so auf dunkler Bühne, zu wuchtig rhythmisch schlagenden Tönen.
Hamburger Hexensabbat
Bon Voyeur!

Bon Voyeur!

Bremen - Von Johannes BruggaierWer an der Bremer Hochschule für Künste ein besonders überzeugendes Diplom abzulegen vermag, der darf noch ein bisschen länger bleiben. „Meisterschüler“ nennt sich solch ein freiwilliger Nachsitzer dann. Das dazugehörige Stipendium erstreckt sich über zwei Semester, in denen der Glückliche laut Hochschule seinen „eigenen künstlerischen Weg intensiv ausloten“ soll.
Bon Voyeur!
Jelinek verstehen

Jelinek verstehen

Syke - Von Johannes BruggaierLetzte Spielzeit: „Aber sicher!“ Kommende Spielzeit: „Tod-Krank.doc“. Übernächste Spielzeit: „Faust 3“. Allein am Theater Bremen ist die Dramatikerin Elfriede Jelinek schwer in Mode.
Jelinek verstehen
„Sacre“ in zehn Variationen: Sammlung zum Hundertjährigen

„Sacre“ in zehn Variationen: Sammlung zum Hundertjährigen

Syke - Von Jörg Worat29. Mai 1913: Im Pariser Théâtre des Champs-Élysées ist die Hölle los. Besucher lachen, schimpfen, ahmen Tierlaute nach. Einige schlagen aufeinander ein, es kommt zu Duellforderungen.
„Sacre“ in zehn Variationen: Sammlung zum Hundertjährigen
Worum Sperlinge sich sorgen

Worum Sperlinge sich sorgen

Syke - Von Ute Schalz-Laurenze. Eine einsame Blockflötenspielerin steht auf einer Wiese und spielt in sich gekehrte Töne, die Vögel nicht nachahmen, aber immerhin assoziieren.
Worum Sperlinge sich sorgen
Der Nährboden des Faschismus

Der Nährboden des Faschismus

Syke - Von Johannes Bruggaier. Verzweifelt klammert sich Törleß an den einen Gedanken: „Das bin nicht ich! Nicht ich!“ Doch was ist er dann?
Der Nährboden des Faschismus
Satt und dekadent

Satt und dekadent

Syke - Von Johannes Bruggaier. Es ist eine penibel berechnete Konstruktion aus 21 Stahlrahmen, die sich im Syker Vorwerk vom Parkettboden zur Wand emporschwingt.
Satt und dekadent
Fetzig, zickig, schräg

Fetzig, zickig, schräg

Hannover - Von Jörg Worat. „Prog Rocks!“: Unter diesem Titel waren bislang zwei Doppel-CD-Sampler herausgekommen. Offenbar erfolgreich genug, um jetzt eine Fünfer-Box nachzuschieben, die eine ganze Reihe interessanter Aspekte vereint.
Fetzig, zickig, schräg
Ästhetisch erneuert

Ästhetisch erneuert

Bremen - Von Johannes Bruggaier. Mit seinem Amts antritt waren große Hoffnungen verbunden, bei Journalisten wie bei Politikern, bei Mitarbeitern wie beim Publikum. Jetzt hat Michael Börgerding, Generalintendant am Theater Bremen, seine erste Spielzeit hinter sich gebracht. Mit welchem Erfolg?
Ästhetisch erneuert