András Schiff

Ein Feuerwerk am Klavier

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András Schiff

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Nicht nur das mit vielen Preisen ausgezeichnete „Quatuor Mosaiques“ sitzt in diesem Orchester, auch andere Quartettspieler sind zu sehen und weitere Brühmtheiten bei den Bläsern: Die von dem ungarischen Pianisten András Schiff 1999 für die Mozartwoche in Salzburg gegründete „Cappella Andrea Barca“ besteht aus handverlesenen Solisten. Es ist dennoch nicht selbstverständlich, dass sie zu einem derart betörenden Klang zusammenwachsen können, wie es am Donnerstagabend im Philharmonischen Kammerkonzert in der Glocke zu hören war. - Von Ute Schalz-Laurenze.

Und es war ein Programm vom Feinsten: zwei strahlende C-Dur-Sinfonien, eine vom 14-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy, den Robert Schumann als den Mozart des 19. Jahrhunderts bezeichnete, eine vom 24-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart, ein Jahr, bevor er Salzburg den Rücken kehrt und voller Power nach Wien geht.

Wer nun dachte, hier stehe die Anfängerarbeit eines begabten Jugendlichen gegen die Meisterschaft des erfahrenen und berühmten Komponisten, musste sich getäuscht sehen. Voller quirliger Einfälle und berückender Klangpoesie, voller Nachweise gut gelernter und beherrschter Kompositionstechnik erklang der Mendelssohn, wie ein Hurrikan Mozarts Ecksätze mit einem Andante aus Silberfäden.

Beide zählten auch zu den berühmtesten Pianisten ihrer Zeit: Der Pianist Schiff setzte ihnen ein unvergesslisches Denkmal mit den Interpretationen von Mendelssohns 2. Klavierkonzert op. 40 und Mozarts d-Moll-Konzert KV 466. Ein „Klavierfeuerwerk“ nannte Mendelssohn den letzten Satz seines Konzertes, und so spielte Schiff es auch.

Schließlich das große d-Moll-Konzert: Man konnte geradezu baden in der Genauigkeit mit dem vollkommen kammermusikalisch brodelnden Orchester, man konnte baden in einer Musizierweise, die den Dialog mit dem Klavier in unerwartete emotionale Tiefen führte.

Ein ganz berührendes Erlebnis ist Schiffs Art, vom Klavier zum Dirigieren aufzustehen und umgekehrt: seine wendige Körperlichkeit scheint die Musik selbst zu sein. Zum Lohn gab es Ovationen für die Musiker.

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