„So wie wir sind“ geht in der Weserburg in die zweite Runde

Alles offen

Auch Abdoulaya Konatés „Papillon (violet, jaune et ocre)“ íst in der neuen Ausstellung zu sehen. Foto: Sammlung Reydan Weiss

Bremen - Von Rolf Stein. Die neue Offenheit, die Janneke de Vries der Weserburg bei ihrem Amtsantritt vor rund einem Jahr verordnet hat, ist in sich offen: Sie zeigt sich innenarchitektonisch, schon im Foyer, wirkt strukturell, indem das Zentrum für Künstlerpublikationen neue, größere Räume bekam und die Bibliothek aus dem Keller in den zweiten Stock wanderte. Und sie öffnet gewissermaßen die DNA des Hauses, nämlich die Sammlungen, um ihre Bestandteile neu zu verketten.

„So wie wir sind 1.0“ hieß die im März vergangenen Jahres eröffnete große Sonderausstellung, die ein Jahr lang das Haus dominierte. 140 Arbeiten von 80 Künstlern verteilten sich auf der Hälfte der Ausstellungsfläche, nach Themen wie Zufall, Landschaft, Körper und Alltag gruppiert, woraus sich neue Sichtweisen auf die Arbeiten ergeben sollen.

Morgen startet nun der zweite Teil dieses Projekts, „So wie wir sind 2.0“. Wobei die Generationsnummer suggerieren könnte, dass es sich um nicht einfach eine folgende, sondern auch neuartige Generation des ersten Teils handeln könnte. Was immerhin nicht ganz gemogelt ist. Denn ab Freitag sind nicht nur neue Zusammenstellungen in den bereits vorhandenen Themenarealen zu sehen, sondern auch neue Themen: Ästhetischer Widerspruch ist das eine, Identitäten das andere. Und neu im Haus sind auch etliche der Werke, nämlich 132 aus insgesamt 185 in „So wie wir sind 2.0“ präsentierten Arbeiten. Neu und ab morgen zu besichtigen ist auch der Künstlerraum für Norbert Schwontkowski, der als feste Einrichtung fürderhin im gleichen Takt wie „So wie wir sind“ erneuert werden soll und schon einstimmt auf die große Schwontkowski-Ausstellung in der Bremer Kunsthalle ab dem 21. März.

Für Janneke de Vries und Ingo Clauß, die die Ausstellung gemeinsam konzipiert haben, ist „So wie wir sind 2.0“ eine Art Lackmustest. Beim ersten Mal hatten sie den Neuanfang an ihrer Seite. Ob das Konzept auch in Serie funktioniert, muss sich nun erweisen. Der Anspruch ist dabei, ebenfalls im Geiste der Offenheit, für jeden etwas zu bieten, also nicht nur versierten Kennern zeitgenössischer Kunst, sondern auch neugierigen Laien.

Und angesichts der insgesamt dann doch beträchtlichen Fläche (2 500 Quadratmeter) und Menge sollte das auch klappen. Hilfreich ist, dass auch einige bekannte Namen dabei sind, an denen sich teils ganz frische Positionen reizvoll reiben. Ein Frühwerk von Christo, an dem man, wie de Vries anmerkt, sehen könne, wie interessant jener einmal angefangen habe, trifft auf eine Fotoarbeit von Peter Piller, der sich mit Sexismus in der Werbung auseinandersetzt. Andernorts liegt Richard Serras „Left Corner Square“ im Clinch mit einer schön schief in den Raum verkanteten Mauer des jungen Bremers David Hepp, dann wieder haben die Kuratoren eine Fotografie von Wim Wenders mit einer Installation von Kaari Upson kombiniert.

Und wem all das noch nicht genügt, für den gibt es auch noch einen kleinen Kanada-Schwerpunkt, der schon einmal an die „jazzahead“ und das dazugehörige Festival, an dem sich mittlerweile schon traditionell diverse Bremer Kultureinrichtungen beteiligen. Da das Partnerland der Jazz-Messe in diesem Jahr Kanada ist, zeigt die Weserburg bis Anfang Juni zwei Werkgruppen der kanadischen Künstlerin Kapwani Kiwanga, danach kommt ihr Landsmann, der Fotokünstler Jeff Wall zum Zuge.

Sehen

„So wie wir sind 2.0“ läuft bis zum 10. Januar 2021. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr.

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