Und es gibt sie doch: Lebende Geister auf dem Freimarkt / „Manchmal muss ich mir das Lachen verkneifen“

Ein Zombie tanzt zu Michael Jackson

Keine Angst vorm bösen Mann – Zombie Tim Börschel verteilt auch schon mal Lutscher an Kinder.

Bremen - Von Nina Seegers · Um den Grusel- und Spaßfaktor zu steigern, treiben in der Geisterbahn „Geisterschloss“ auf dem Freimarkt lebende Geister und Zombies ihr Unwesen. Inhaber und Betreiber der Geisterbahn Andreas Kunz gewährt einen Blick hinter die Kulissen.

Die Wagen ruckelt kurz, bevor er anfährt und von Dunkelheit verschlungen wird. Hier und da leuchten in den Ecken plötzlich ekelerregende Figuren auf, die schreien, stöhnen und mit etwas nach einem greifen wollen. Plötzlich der Halt – und eine blutüberströmte Gestalt bespringt den Fahrwagen. „Lass mich rein!“, knurrt der Zombie... Gut, dass der Wagen mit einem Gitter versehen ist, durch das der Geist nicht hindurch kann.

Das „Geisterschloss“ ist keine herkömmliche Geisterbahn. Denn die Geister sind hier nicht aus Pappmaché, sondern aus Fleisch und Blut. Tim Börschel ist einer von ihnen. Als Straßenkünstler angefangen, ist er heute der Star des Geisterschlosses. Fast zwei Stunden benötigt er in der Maske. „Vergammelte Zähne, weiße Kontaktlinsen und ganz viel Kunstblut sind ein absolutes Muss. Wenn ich zum Beispiel mit Latexhaut arbeite, ist das sehr aufwendig und dauert sehr lange“, weiß der „Berufszombie“. „Wie bei einem Schauspieler ist es in meinem Job extrem wichtig, Mimik und Gestik zu kontrollieren. Zum Beispiel kommt es öfter zu Situationen, in denen ich mir das Lachen wirklich verkneifen muss.“

Börschel erschreckt nicht nur die Gäste in der Geisterbahn, sondern ist auch bekannt für seine Show performance: Dann steigt der Zombie für alle Freimarktgänger sichtbar aus einem Sarg und tanzt zu Michael Jacksons Hit „Thriller“. Inhaber der Geisterbahn, Andreas Kunz, erklärt: „Diese Show machen wir mehrmals am Tag, das kommt bei den Leuten richtig gut an. Uns ist es wichtig, das Publikum zu unterhalten und ihm etwas zu bieten.“

Andreas Kunz kommt aus einer Schaustellerfamilie. „Schon seit 1940 verdienen wir unser Geld mit Geisterbahnen“, erzählt der gebürtige Münchener stolz. Vor fünf Jahren hatte der 38-Jährige die Idee, mit lebenden Geistern zu arbeiten. „Wichtig ist es, dass sich unsere Geister individuell auf die Gäste einstellen. Abends, wenn wir vorwiegend erwachsenes Publikum haben, geben wir richtig Gas. Bei Kindern hingegen muss man etwas mehr Feingefühl beweisen. Die bekommen von unseren Geistern auch schon mal einen Lolli“, so Kunz.

Zum dritten Mal ist das Geisterschloss auf dem Bremer Freimarkt vertreten. Ansonsten ist Kunz mit seinem Team das ganze Jahr über auf den großen Jahrmärkten in Deutschland unterwegs. „Aber auf dem Freimarkt bin ich besonders gerne. Ich mag die Mentalität der Leute hier sehr.“ www.geisterschloss.com

Das könnte Sie auch interessieren

Ein Hochsommer-Wochenende schon im Frühling

Ein Hochsommer-Wochenende schon im Frühling

Kreisverbandskönigsschießen in Süstedt

Kreisverbandskönigsschießen in Süstedt

Aufgepasst: Das sind die acht häufigsten Irrtümer über Zecken

Aufgepasst: Das sind die acht häufigsten Irrtümer über Zecken

USA und Nordkorea verhandeln nach Gipfel-Absage weiter

USA und Nordkorea verhandeln nach Gipfel-Absage weiter

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.