„Wir kriegen was gebacken“

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Auf Szenen wie diese muss Sulingen verzichten: Inwieweit die Stadt 2015 wieder ein „Reload“ erlebt, ist offen.

Sulingen - Von „Man, geht gar nicht“ über „Trauerspiel“ bis „Lasst Euch nicht unterkriegen“ und „Jetzt erst recht“ – die Absage des „Reload Festivals 2014“ schlägt Wellen, vor allem auf den Internetkanälen.

Aber nicht nur da. Bürgermeister Rauschkolb gestern auf Anfrage dieser Zeitung: „Das ist traurig, sehr traurig.“ Rauschkolb gilt als Anhänger des Festivals. „Wir müssen als Stadt jetzt überlegen, wie wir den Veranstaltern eine mögliche Neuauflage im Folgejahr schmackhaft machen können.“

Gestern Morgen hatten die Gesellschafter der „Reload GmbH und Co. KG“ mitgeteilt, dass sie für das Kalenderjahr 2014 auf eine Ausrichtung der Veranstaltung verzichten. Die Bemühungen, einen Partner für die Veranstaltung zu finden, um gegebenenfalls durch die Nutzung von Synergien auch Kosten und Personal-Ressourcen zu sparen, waren bis dato noch nicht von Erfolg gekrönt (wir berichteten).

Dirk Rauschkolb: „Wir werden mit Sicherheit nicht Geld in die Hand nehmen, um die Veranstaltungs-Gesellschaft zu unterstützen, können aber gegebenenfalls für das Jahr 2015 bei der Suche nach einem Veranstaltungsgelände und der Schaffung von Infrastruktur behilflich sein. Wir werden das kurzfristig in den politischen Gremien besprechen.“

Die Diskussionen und Beratungen über ein neues Veranstaltungsgelände könnten so neuen Nährstoff bekommen. Rauschkolb mit Blick auf Wohnbebauung und Wasserschutz: „Das ‚Informa‘-Gelände am Hasseler Weg ist auf Dauer nicht ideal. Mittelfristig hätten wir das Thema ohnehin angehen müssen.“ Ihm selbst schwebe eine Dauerlösung vor, die auch Messen und anderen Freiluft-Veranstaltungen als neue Heimat dienen könnte. Der Bürgermeister mit Blick auf die Kosten: „Um so etwas zu entwickeln, müssen mehrere Parteien an den Tisch: Neben Veranstaltern in erster Linie Politik und Verwaltung oder auch die Stadtentwicklungsgesellschaft und der Kulturverein. Das ist eine echte Gemeinschaftsaufgabe.“

Andeutungen von Absichtserklärungen, die zumindest bei Veranstaltern wie „Initiative“ oder auch „Reload GmbH und Co. KG“ auf offene Ohren stoßen dürften. Gunter Koop, Mit-Gesellschafter der „Reload GmbH und Co. KG“, zugleich Vorsitzender des Kulturvereins Sulingen und der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Sulingen, bestätigt das: „Die ‚Initiative‘ hat bereits konkrete Vorstellungen geäußert. Das sollte man aufgreifen.“ „Initiative“-Vorsitzender John-Henrik Landwehr hatte vor Jahresfrist laut über eine Fläche gegenüber dem bisherigen Festival-Gelände auf „Mühlenkamps Feld“, östlich der Barenburger Straße, nachgedacht; allerdings in Unkenntnis der Flächen-Verfügbarkeit.

Koop hofft, dass die „Reload“-Geschichte in Sulingen weitergeschrieben werden kann. „Ich glaube, wir kriegen da was gebacken. Das Festival war inzwischen in Sulingen angekommen. Das hat uns die breite Unterstützung aus der Wirtschaft und aus den Vereinen gezeigt. Daran muss man anknüpfen.“ · oti

Bilder vom Reload 2013

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