„Reload“-Standortfrage: Gesellschafter für Planungen mit Perspektive

Vechta sitzt im Nacken

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„Donots“-Sänger Ingo Knollmann beim „Reload“-Auftritt Sonntagabend. Verlässt das Festival Sulingen? ·

Sulingen - Von Carsten Schlotmann. Auf Mühlenkamps Feld ist nach dem „Reload“-Festival Ruhe eingekehrt; langsam, aber sicher. Helfer der Veranstalter beseitigen die letzten Überbleibsel. Was bleibt, ist die Frage nach dem Standort einer Neuauflage in 2014.

Donnerstag tagt der Verwaltungsausschuss der Stadt. Inwieweit die Beigeordneten die Option einer eigenen Standortempfehlung für Folgeveranstaltungen ziehen, ist offen. Sulingens Bürgermeister Harald Knoop gestern auf Anfrage: „Wir werden das sicherlich ansprechen.“

Kurzfristig wolle Verwaltung den Kontakt mit den Veranstaltern suchen, um gemeinsam Möglichkeiten zu erörtern. Mühlenkamps Feld ist aus Sicht des Bürgermeisters mittelfristig passé. Entwicklungsmöglichkeiten in dem Gewerbegebiet scheinen auf den ersten Blick ausgeschlossen. Sehr zum Bedauern der Sulinger Mit-Gesellschafter der „Reload GmbH und Co KG“, Gunter Koop und John-Henrik Landwehr. Während Koop insbesondere den Camping-Bereich westlich des eigentlichen Festival-Geländes einen „anheimelnen Charme“ zubilligt, weiß Landwehr insbesondere die Infrastruktur zu schätzen. „Das macht doch vieles einfacher.“

Koop und Landwehr verhehlen nicht, dass ihnen jeweils zwei Herzen in der Brust schlagen. Koop, Mitglied im Rat der Stadt Sulingen, sieht in dem Festival einen Werbeträger für das Mittelzentrum. Landwehr fühlt sich als Vorsitzender der „Initiative“ verpflichtet, Beiträge zur Verbesserung des Leistungsangebotes der Stadt zu entwickeln, auch in ihrer Funktion als Wohn- und Kulturstandort. Als Beteiligte an der Veranstaltungsgesellschaft dürfen Koop und Landwehr Alternativ-Standorte von Mitbewerbern nicht ignorieren. „Vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass die Veranstaltung wachsen muss, um sich irgendwann mal selbst zu tragen“, sagt Gunter Koop.

Wünschenswert wäre demnach eine Fläche, die langfristig 20.000, wenn nicht sogar 25.000 Festival-Gästen Platz bieten kann.

John-Henrik Landwehr: „Nicht von heute auf morgen, aber zumindest perspektivisch.“

Eine Perspektive sieht der „Initiative“-Vorsitzende unweit von Mühlenkamps Feld, östlich der Barenburger Straße; wohl auch mit Blick auf die Option, auf die Infrastruktur von Mühlenkamps Feld in Teilbereichen auch in Folgejahren zurückgreifen zu können.

Landwehr erinnert an die Beratungen im Sulinger Stadtmarketing, in deren Zuge sich schon vor über zehn Jahren Rat, Verwaltung und Werbegemeinschaft an den Planungen für ein neues Veranstaltungsgelände versucht hatten.

Gescheitert waren die Planungen unter anderem an der Haushaltssperre, die der damalige Stadtdirektor Klaus Dinklage ausgesprochen hatte.

„Wenn man jetzt die Kräfte bündelt, könnte das heute was werden“, sagt Landwehr. „Gehen wir das perspektivisch an, würden sich sicher auch Veranstalter wie die des ‚Reload‘ oder etwa einer möglichen Neuauflage der ‚Informa‘ mit einbringen.“ Beide Gruppen investierten jeweils nicht unerheblich in Infrastruktur wie Strom- und Wasserversorgung oder auch Absperrungen, um sie nach kurzer Zeit wieder zu beseitigen.

Konkrete Planungen hat John-Henrik Landwehr noch nicht in der Tasche, hofft aber auf konstruktive Gespräche mit den Vertretern der Stadt, wohlwissend, dass der Mitbewerber Vechta mit seinem Stoppelmarkt-Gelände der Stadt Sulingen im Nacken sitzt.

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