Weltstar schnuppert Varreler Luft

„Dieser Ort ist etwas ganz Besonderes“

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Bobby Kimball (r.) mit Helmut Frank, dem Organisator der Festivals „A Heart for Stuhr“.

Varrel - Von Sandra Hellmers. Ein Mann an einem Keyboard, in der Idylle des Guts Varrel. Er singt Rock-Klassiker, mit lauter Stimme. Unprätentiöses Auftreten, freundliche Art und sichtbarer Spaß an der Musik – einen Weltstar stellt man sich anders vor.

Doch dieser Mann ist einer: Bobby Kimball, „die“ Stimme der Rockband Toto. Am Sonnabend, 31. August, tritt er beim Festival „A Heart for Stuhr“ in Varrel auf.

Seine bewegte Geschichte und sein Charisma machen ihn zu einem Menschen, der viel zu erzählen hat. Noch heute tourt er durch die Welt und singt die großen Hits seiner früheren Band, deren Gründungsmitglied er war. „Hold the line“, „Rosanna“ oder „Africa“ – das sind Werke, die heute als Rock-Klassiker gelten. Toto existiert noch immer, nur ohne ihn. Die alten Kollegen sehen ihn und seine Musiker von „Men Behind“ daher als Tribute-Band. Kimball selbst meint, dass er dazu als Stimme von Toto jedes Recht hat.

„Würde man die Rolling Stones immer noch als solche betrachten, wenn Mick Jagger nicht mehr dabei wäre?“, fragt er provokativ und unterstreicht, dass er sich stets als Frontmann der Gruppe sah. Mit den meisten heutigen Band-Mitgliedern verstehe er sich gut, mit manchen sei er befreundet, sagt Kimball. Nur auf einen sei er nicht gut zu sprechen, der würde schlecht über ihn reden und Lügen verbreiten. Er nennt keinen Namen, aber mit einem Grinsen schiebt er nach: „Nur so viel: Derjenige spielt Gitarre.“

In seiner Zeit bei Toto lernte Kimball die größten Stars der Musikindustrie persönlich kennen. „Michael Jackson zum Beispiel war ein toller Mensch. Ich hasse es, wie teilweise über ihn geschrieben wurde“, sagt der Sänger. Schon 1984, auf dem Höhepunkt des Erfolgs, verließ er die Erfolgsformation. 1983 hatte er sechs „Grammys“ für das Album „Toto IV“ gewonnen. Auch wenn zu lesen ist, dass Drogenprobleme der Auslöser für die Trennung waren, sieht Kimball das anders: „Ich habe mich einfach nicht mehr wohl gefühlt, ich möchte glücklich sein und glückliche Menschen um mich haben.“

Kimball lebt diese Einstellung auch außerhalb seines musikalischen Schaffens. Er engagiert sich für regenerative Energien und im Tierschutz. „Wir haben nicht viel Zeit auf diesem Planeten. Wir sollten sie nutzen, um ihn positiv zu verändern“, erklärt der Musiker, der nach seiner Trennung von Toto zeitweise auch in Deutschland lebte und mit dem Produzenten Frank Farian zusammenarbeitete. 1999 kehrte er für einige Jahre zu Toto zurück. Heute tourt er als Solist um die ganze Welt, mit den Songs von Toto und anderen – und mit seiner Mission für Umwelt- und Tierschutz.

Kimball ist jetzt 66 Jahre alt, doch erschöpft ist er nicht. „Ich kann noch so müde sein – wenn ich auf die Bühne gehe, ist das vorbei. Das Publikum und ich geben uns gegenseitig so viel Energie, das ist unglaublich“, sagt Kimball. Der größte Lohn sei das Lächeln, das er seinen Fans ins Gesicht zaubern könne. Er kommt gern: „Ich liebe Deutschland, ich liebe diese Region. Und dieser Ort ist auch etwas ganz Besonderes“, erklärt er mit einem Blick auf die alten Gemäuer des Guts Varrel. Man darf sich auf den energiegeladenen Auftritt einer Rocklegende freuen – mit vielen Songs von Toto und anderem aus Blues und Soul.

Organisator Helmut Frank kündigt Großes an: „Dieses Jahr werden wir die Bühne ganz besonders ausgestalten. Das hat Stuhr noch nicht gesehen.“

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