„Niemals vor den Nachbarn ins Zelt gehen!“

Da, in der Mitte vor der Bühne, mit blauem Tocotronic-Shirt: Olaf.

Scheeßel - 17 mal Roskilde, 9 mal Hurricane, 4 mal Wacken, 3 mal Immergut und und und... Gegen die Bezeichnung „Festival-Experte durch ausgiebiges und exzessives Erleben“ hat der Rotenburger Olaf Precht nichts einzuwenden.

Der 38-jährige Programmierer verbringt jeden Sommer einige Tage „Abenteuerurlaub“ auf den Campingplätzen der großen und kleinen Festivals. Er hat Roskilde im Matsch versinken und Bizarre sowie Dynamo im Festival-Himmel verschwinden sehen. Und er gibt Tipps, was wichtig ist an diesen Tagen im Ausnahmezustand – und was nicht.

Was muss ich mitnehmen?

Durchhaltevermögen, ein Zelt, einen Schlafsack, eine Uhr mit Weckfunktion, um kein Konzert zu verpassen, und mindestens ein Paar Socken, wasserdicht verpackt an einem sicheren Ort. Alles andere findet sich beim Festival.

Was kann ich getrost zu Hause lassen?

Kameras und Laptop. Gitarre und Schlagzeug kann man gerne mitnehmen, habe ich auch selbst ausprobiert. Aber hinterher nicht weinen, wenn sie kaputt oder weg sind.

Das beste Getränk?

Bier (ganztags), Kaffee (morgens und wenn man müde vom Bier wird), Wasser (wenn einem zu schwindelig vom Bier wird) und Rotwein oder Cocktails (wenn einem nicht mehr schwindelig genug vom Bier wird). Dabei immer dran denken: „Wein auf Bier, das rat ich dir“ und „Bier auf Wein, das schmeckt fein!“

Und was ist mit Essen?

Die Spaghetti für 45 Kronen gegenüber der Orange Stage in Roskilde haben ja schon Kultstatus, ich bleibe aber Øksokød-Fan. Da gibt‘s nen dicken Teller, meist zwischen Arena und Orange Stage (auch Roskilde) vom vollständigen Tier. Sowas leckeres hab ich noch in keinem Steak-Haus der Welt bekommen. In Roskilde lohnt selber kochen nicht, weil das angebotene Essen so vielseitig und lecker ist, dass man auf keine Mahlzeit verzichten mag. Wichtig ist es, keine Mahlzeit aus falschem Geiz zu überspringen, das rächt sich sonst im Bereich der Kondition.

Was esse ich lieber nicht?

Irgendwas, was andere stehen gelassen haben. Kann immer auch ne Kippe drin sein.

Und wie macht man das mit den Toiletten?

Früh aufstehen und antizyklisch zum Massenandrang das große Geschäft verrichten. Zwischendurch findet sich immer ein Plätzchen. In Roskilde wird gerade viel mit Pissoirs für Mädchen experimentiert.

Und Schlafen, das geht auch?

Ohrstöpsel sind ganz wichtig! Und am besten nicht vor den Nachbarn ins Zelt gehen, sondern alle wichtigen und lauten Partys im Umkreis mitmachen. Um genügend Schlaf zu bekommen, auch mal tagsüber kurz die Augen zumachen.

Irgendwann ist man aber doch zu alt fürs Festival.

Vergangenes Jahr hat einer von den Caravan-Leuten aus Roskilde seiner Mutter zum 60. Geburtstag ein Roskilde-Ticket geschenkt, und sie ist tatsächlich mitgefahren und war begeistert. Ich glaube, man ist nie wirklich zu alt dafür. Die Gefahr besteht nur, das man irgendwann zu faul wird, die Strapazen auf sich zu nehmen. Das ist dann schade, aber manchmal der Lauf der Zeit. mk

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