„Es ist ja Festival“

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Gäste und Gastgeber: Helga und Otto Meyer (hinten) mit ihren Gästen Ann-Katrin Albers und Sophie Dieske (vorne v.l.).

Sulingen - Von Carsten Schlotmann. Otto Meyer strahlt bis über beide Ohren: Die Fremdenzimmer, die seine Ehefrau im Meierhof vorhält, sind ausgebucht, längst ausgebucht. „Alles junge Damen“, sagt Meyer. „Es ist ja Festival“, weiß Helga Meyer. Das „Reload“ ist bei den örtlichen Gewerbetreibenden längst angekommen. Willi Ziebell, stellvertretender Marktleiter des E-Centers: „Kurz nachdem wir heute Morgen aufgemacht haben, standen schon die ersten Festival-Kunden vor der Tür.“

Nein, Zeit, dem „Reload“ auf Mühlenkamps Feld einen Besuch abzustatten, hat Otto Meyer nicht. „Wir müssen morgen zum 70. Geburtstag.“ Und: „Das ist wohl eher etwas für die jungen Leute“, spricht er – und sucht den Blickkontakt zu Ann-Katrin Albers. Die 18-Jährige ist mit Freundin Sophie Dieske (19) aus Haren im Emsland angereist, kennt den Meierhof schon vom „Reload 2012“. „Ich besuche gerne Festivals“, sagt die 18-Jährige. „Aber eine eigene Dusche, die muss schon sein.“ Sophie Dieske begleitet ihre Freundin wohl aus Solidarität: „Eigentlich muss Zelten sein“, sagt sie. Die 19-Jährige ist erfahren im Besuch von mehrtägigen Open-Air-Veranstaltungen. Wie zur Bestätigung zeigt sie die fünf Festival-Bänder am rechten Handgelenk.

Ann-Katrin Albers und Sophie Dieske machen sich auf in Richtung Innenstadt, zum Shoppen. Albers: „Letztes Jahr waren Zug und Bus tierisch voll. Dieses Jahr reise ich mit kleinem Gepäck. Aber das ein oder andere braucht man eben doch noch.“

In den Sulinger Baumärkten wird man die beiden Emsländerinnen ob ihrer Quartier-Wahl nicht antreffen. Gegebenenfalls aber andere Festival-Gäste. Laut Arno Fennker, Leiter des Baumarktes bei Leymann-Baustoffe, habe er an den Räumen an der Berliner Straße bis Freitagnachmittag eher weniger Festival-Gäste ausgemacht. „In der Regel kommen die nicht zu uns.“ Maik Höfener, Marktleiter des „hagebaumarkt“ in Sulingen: „Wir merken das schon seit Donnerstagabend.“ Kühlboxen, Einweg-Grills, leichte Camping-Artikel wie Hocker: „Alles geht.“ Die „Reload“-Kunden seien entspannt. „Ich würde mir das Festival gerne auch mal angucken“, sagt Höfener. „Aber ich darf arbeiten.“

Laut Alicia Rehmann, Mitarbeiterin des „Dänischen Bettenlagers“, habe sich das Festival schon in der Vorwoche durch eine Steigerung der Umsatzzahlen speziell im Bereich der Camping-Artikel angekündigt. „Letztes Jahr war unser Sortiment in Teilbereichen ausverkauft. Dieses Jahr haben wir vorgesorgt.“

Insbesondere Sulinger hätten sich schon Tage vor Beginn des Festivals mit Zelten, Schlafsäcken, Camping-Stühlen und Luftmatratzen eingedeckt. „Ich glaube, die zelten auch da, man könnte ja etwas verpassen.“

Fotos vom Freitag

Reload: Bands und Festivalbesucher am Freitag

Zusätzlich eingedeckt mit typischen Festival-Artikeln haben sich auch die Mitarbeiter des REWE-Marktes. Inhaber Torsten Meier spricht von Dosen-Bier („Am besten gehen halbe Liter“, O-Ton Meier), Plastik-Besteck, Grill-Fleisch. Schon seit Donnerstagabend sichte man immer wieder Festival-Gäste in den Markträumen. Einige hätten sogar Grill-Fleisch telefonisch vorbestellt. „Die reisen aus Flensburg und Osnabrück an.“

Willi Ziebel vom „E-Center“: „Viele kommen inzwischen mit kleinem Gepäck nach Sulingen, kaufen hier, was sie brauchen.“ Angefangen beim Grill über Holzkohle und Grillfleisch bis hin zur Zahnbürste und zur Zahnpasta. Und: „Die Leute sind echt nett, muss ich sagen. Dass da mal einer aus der Rolle fällt, kommt selten bis gar nicht vor.“

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