Laut, warm aber auch ruhig

Wenn Terror auf tanzende Marathonmänner trifft

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Laut, warm aber auch ruhig startet der erste Tag des Reload-Festivals in Sulingen

Sulingen - Von Pascal Faltermann. Die Security spritzt tanzende Menschen nass. Mit Wasser gekühlte Besucher pogen, tanzen und halten sich in den Armen. Auf der Bühne wirbeln Musiker durch die Gegend. Laut dröhnen Bass und Gitarren aus den Boxen. Und doch herrscht noch eine Gewisse Ruhe über dem Gelände des Reload-Festivals in Sulingen.

Auch Veranstalter und Rettungsdienst sind am Freitagabend gelassen. Bei sommerlichen Temperaturen, die sich das ein oder andere Open-Air wünschen würde, startet die dreitägige Musikveranstaltung am Freitag in das Wochenende. Das Wetter war anscheinend so gut, dass sich der Großteil der mittlerweile mehr als 5000 Gäste hauptsächlich in ihren Camps auf dem Zeltplatz aufhielten. Trinkspiele, Flunkyball, Bierbong oder einfach nur gemütliches Grillen zogen viele Besucher den ersten Bands auf der Hauptbühne vor. Während sich die Gäste also in der Sonne bräunten, eine Bowle mischten oder noch ein Mittagsschläfchen hielten, starteten die Herren der Nachwuchsband Into the Wild das musikalische Programm und gaben den Musikern von Silent Screams das Mikrophon in die Hand. Doch mit stillen Schreien war da nichts. Laut gebrüllt und rasant ging es zur Sache. Mit den Münchenern Marathonmann tanzten dann die ersten Festivalisten und grölten anschließend mit den Punks von Pascow und den Bremern Slime. 

Doch wirklich voll war es vor der Bühne noch nicht. Alle ließen es ruhig angehen. Vor allem die Besucher. Das Veranstalterteam um André und Sebastian Jürgens steckt zwar selbst im Dauerstress, sieht den ersten Tag aber ebenfalls als gelassen und ruhig an. Der am Donnerstag noch komplett durchweichte Platz für Crew und Presse konnte am Freitag freigegeben werden, auch wenn sich das ein oder andere Auto noch fest fuhr. Auch die Bühne wurde erst auf den letzten Drücker fertig, weil Lastkraftwagen im Matsch stecken blieben. Erstaunlich viele Wohnmobile und Caravane seien angereist, wodurch ein Platz für die größeren Fahrzeuge freigegeben wurde. Zu Staus sei es aber nicht gekommen, lassen die Reload-Veranstalter wissen. 

Auch der Rettungsdienst hatte nicht viel zu vermelden. "Wir hatten bis zum Abend keine Krankentransporte und nur kleinere Behandlungen", sagte Malteser-Sprecher Roman Kaminski. Schnittwunden oder eine blutende Nase seien bisher alles gewesen. Die Wildeshauser Malteser-SEG ist mit 46 Mitgliedern vor Ort, die in Schichten eingesetzt sind, unterstützt werden sie von der Sulinger Rettungswache. Doch genug der Ruhe: Spätestens mit der Band Terror ging dann ab 20.45 Uhr gestern Abend die Post ab. The Gaslight Anthem und Hatebreed gaben dann bis nach Mitternacht ihr Stelldichein. 

Fotos vom Freitag

Reload: Bands und Festivalbesucher am Freitag

Am Samstag spielen dann übrigens die Australier Airbourne, die richtig kurzfristig noch in das Programm rutschten, da Motörhead abgesagt hatten, weil Frontmann Lemmy Kilmister mit anhaltenden Beschwerden zu kämpfen hat. Der Motörhead-Sänger hatte sich nach einem Sturz wegen eines Hämatoms im Krankenhaus behandeln lassen müssen, zudem trägt er einen Defibrillator. Den Abschluss bilden am Sonntag Highlights wie Papa Roch, die Donots, Caliban oder die Monsters of Liedermaching.

Anreise und erste Bands am Donnerstag

Reload-Festival: Anreise und erste Bands am Donnerstag

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