Torfrock ein heimlicher Headliner

Mit Plattdeutsch und Pogo gegen norddeutsches Schmuddelwetter

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Von Luka Spahr. Der Himmel hat das staubgeplagte Husten der Metal-Fans erhört. Während das Reload Festival in Sulingen am Freitag noch in pulverisierter Erde versank, sah es am Samstag und damit am letzten Festivaltag schon ein wenig besser aus.

Wiederkehrende kleinere Regengüsse sorgten für einen angenehmen Nebeneffekt: Es staubte deutlich weniger. Und das, obwohl wieder 12.000 Fans der Rockmusik zu Größen wie In Flames, Kreator und Torfrock tanzten.

Rund 250 ehrenamtliche Helfer hatten am Wochenende Sulingens bekannteste Großveranstaltung aufgebaut. Aus ganz Deutschland waren daraufhin Rock- und Metalfans angereist. Während am Freitag Eskimo Callboy, Flogging Molly und Papa Roach auf der Bühne standen, überzeugte der Samstag schließlich noch einmal mit einem mindestens ebenbürtigen Programm.

Nachdem Mr Hurley & Die Pulveraffen am Vormittag die mittlerweile eingerockten Festivalbesucher zum Frühschoppen empfangen hatten, luden Kaiser Franz Josef und The Night Flight Orchestra zu einer kleinen Zeitreise ein. Mit ihrem beeindruckendem Gesang und mitreißenden Riffs erinnerten sie an den Rock der vergangenen Jahrzehnte. Deez Nuts und Mantar holten die Festivalgänger schließlich zurück in die Gegenwart. Gerade letztere zogen mit ihrem explosiven Gemisch aus E-Gitarre und Schlagzeug alle Aufmerksamkeit auf sich. Oberkörperfrei lieferte Frontmann Hanno Klänhardt eine Show der Superlative auf der Bühne ab. Damit war die Pogo-Tanzfläche eröffnet und die Tanzwütigen kannten kein Halten mehr.

Mantar-Frontmann Hanno Klänhardt lieferte eine Show der Superlative.

Linea Diering aus Münster zeigte sich am Nachmittag begeistert: „Es ist wieder super toll und die Bands sind richtig geil.“ Zusammen mit ihren Freunden aus der Heimat war die gebürtige Eydelstedterin komplett dem Reiz des Reloads erlegen.

Moshen zum Reload-Abschluss am Samstagabend

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Ihre gute Laune und die der anderen Besucher ließ auch beim Wetterumschwung am Nachmittag nicht nach. Deez Nuts brachten nämlich nicht nur eine ordentliche Ladung tanzbarer Musik mit sich, sondern leider auch die Regenwolken. Ab diesem Moment wurde das Gelände durch flatternde Capes und herumfliegende Regenschirme beherrscht. Genau so schnell, wie der Wolkenbruch anfangen hatte, hörte er jedoch auch wieder auf. Nur die zunehmende Kälte, die musste man sich im Lauf des Abends schon noch selbst von den Knochen pogen und tanzen.

Ein Schwall Regen und stürmische Winde zogen am Samstagnachmittag über das Gelände.

Das traf sich gut. Denn die Kultband Torfrock sorgte bereits am späten Nachmittag für einen starken Andrang vor der Bühne. Zahlreiche Fans zeigten sich textsicher bis in die letzte Zeile und sangen die Hymnen mit, die entweder sie oder ihre Elten durchs Leben begleitet haben.

Torfrock-Sänger Klaus Büchner kam mit einem Fagott zur Metal-Party.

Torfrock-Sänger Klaus Büchner trug nicht nur ein Lied auf plattdeutsch, sondern auch eigene Gedichte vor. Und: Da die Band wohl getrost als generationsverbindend bezeichnet werden kann, passte die Truppe auch perfekt zu der vom Veranstalter erstmals ausgerufenen „Opa meets Enkel“-Aktion.

Etwas generationsspezifischer war dagegen die Folgeband Madball. Die New Yorker Hardcore-Band ging gleich in die Vollen. Sänger Freddy Cricien gab es für die Besucher in der ersten Reihe sogar schon während der ersten Songs zum Anfassen. Publikumsnähe, die viele wohl begeistert haben dürfte und die auch Thomas Jensen aufgefallen sein dürfte. Der Gründer des Wacken Open Air war am Samstag in Sulingen und überzeugte sich von der guten Arbeit des Teams.

Regenschauer, Torfrock und gute Stimmung beim Reload am Samstag

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Spektakulär wurde es schließlich im weiteren Verlauf des Abends. Nach Dragonforce und Sick Of It All, die das Publikum zum Glühen brachten, kamen mit Kreatur und In Flames schließlich die Headliner des Samstagabends.

Mit bis ins Letzte ausgefeilten Shows und beeindruckenden Special Effects traten die Headliner an, um den Besuchern einen würdevollen Abschied auf dem diesjährigen Sulinger Rockfestival zu bereiten. Bis es Ende August 2019 erneut heißt: „Live loud & Rock On!“

Das Reload-Fazit

„Wir sind wahnsinnig glücklich“, fasste Stefan Reuter aus dem Team der Organisatoren bereits am Freitagabend den Auftakt und am Samstag auch das ganze Festival-Wochenende zusammen. Mit vielem hätten die Organisatoren gerechnet, aber an einen Ausverkauf hatte im Vorfeld keiner denken mögen. Dann ist es aber so gekommen. 

Reload 2018 - Campingplatz- und Infield-Stimmung am Freitag

Reload 2018 - Campingplatz- und Infield-Stimmung am Freitag

12.000 Fans feierten am Wochenende in Sulingen. Und die Veranstaltung verlief dabei auch hinter den Kulissen sehr erfolgreich, so die Organisatoren. „Keine besonderen Vorkommnisse“ war die Hauptaussage der großen Pressekonferenz am Samstag direkt auf dem Festival. 

Oliver Kastens, der mit seiner Firma OKS Security für die Sicherheit der Besucher verantwortlich war, zeigte sich sehr zufrieden. Es habe weder mehr noch weniger Zwischenfälle als in den vergangen Jahren gegeben. Auch Roman Kaminski, Einsatzleiter der Malteser, fällte ein positives Fazit. Mit rund 120 kleineren Behandlungen pro Tag liege das Festival sogar noch „unter normal“ bei dieser Größenordnung.

Gut gelaunt und hochgelobt: Helfer vom TuS Sulingen in einer der fünf Bier-Theken auf dem Infield.

Nicht zuletzt Andre Jürgens, Geschäftsführer der Reload Event GmbH, hatte keinerlei Beanstandungen. „Der Anreiseverkehr lief für 12.000 Gäste sehr, sehr gut“, reflektierte er die beiden ersten Festivaltage. Auch das Feedback von der Stadt Sulingen und den Anliegern sei toll, so Jürgens. 

So habe es eine Nachbarschaftsversammlung im Vorfeld der Veranstaltung geben, die gut angenommen worden sei. Weniger genutzt - was aber wohl besser so ist - wurde hingegen das Notfall-Telefon, mit dem alle Sulinger einen direkten Draht zur Festivalleitung hatten.

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