Gäste und Gastgeber beim Reload Festival:

„Das sind anständige Leute“

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Gäste und Gastgeber während des Reload Festival vor zwei Jahren: Helga und Otto Meyer (hinten) mit Ann-Katrin Albers und Sophie Dieske (vorne v.l.).

Sulingen - Otto Meyer gibt sich gut gestellt, Helga Meyer auch – auf dem Meierhof hält das Ehepaar Fremdenzimmer vor. „Das wir komplett ausgebucht sind, kommt eher selten vor“, sagt Otto Meyer. Aber: Am zweiten Augustwochenende ginge bei den Meyers nichts mehr. „Seit Monaten schon nicht“, erklärt Ehefrau Helga. Das Reload Festival in Sulingen (Freitag und Sonnabend, 7. und 8. August) wirft seine Schatten voraus.

Nein, er werde das Festival nicht besuchen, sagt Otto Meyer. „Das ist nicht meine Musik – und wohl eher was für junge Leute.“ Er höre gerne Operetten, auch mal Udo Jürgens oder Andrea Berg. „Eben Schlager.“ Meyer mit Blick auf die Gäste des „Reload“: „Die Jugend muss auch ihren Spaß haben.“ Festival-Gänger sind laut, auf Krawall aus, hinterlassen Dreck? Der 75-Jährige habe mit den Gästen des Meierhofs, übrigens einem der ältesten Höfe in Sulingen, andere Erfahrungen gemacht. „Anständige Leute, die einfach nur gut drauf sind und feiern wollen. Das sollen sie auch.“

2012 und 2013, während der beiden letzten Auflagen des Festivals in Sulingen, hatte unter anderem Ann-Katrin Albers bei den Meyers Quartier bezogen – und hat sich auch für den Zeitraum des Festivals 2015 ein Zimmer auf dem Hof im Kreuzungsbereich Meierdamm/Lindenstraße reserviert.

2013 war die damals 18-Jährige aus Haren im Emsland angereist. Sie besuche gerne Festivals, sagte die junge Frau bei ihrem zweiten Besuch in Sulingen. „Aber eine eigene Dusche, die muss schon sein.“

Otto Meyer hat Ann-Katrin Albers und deren damalige Begleiterin Sophie Dieske in guter Erinnerung. „Das waren nette Mädchen und nette Gespräche; etwa über unsere Pferde.“

Helga Meyer nickt: „Die beiden jungen Frauen waren sehr ordentlich und pflegeleicht. Da haben wir mit anderen Gästen schon schlimmere Erfahrungen gesammelt.“

Das Ehepaar Meyer hofft, dass sich das „Reload“ auch langfristig am Standort Sulingen etabliert. „Das ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die Stadt“, sagt Otto Meyer. „Zum einen wird den Sulingern etwas geboten, zum anderen lernen so junge Leute die Stadt kennen, die sonst nie hierher gekommen wären. Der ein oder andere Gewerbetreibende wird auch ein paar Euro mehr verdienen. Allein deshalb sollte man die Veranstaltung unterstützen. Festivals heute sind doch schon etwas anderes, als die vor 30 oder 40 Jahren. Und mit dem Lärm: Das kann auch nicht schlimmer sein, als wenn sonntagsabends die ganzen 40-Tonner auf der Lindenstraße an unserem Hof vorbeirauschen. Das Festival ist einmal im Jahr für zwei Tage.“ Er gehe davon aus, dass die Veranstalter nach besten Kräften auf die Anlieger Rücksicht nehmen.

Meyer erinnert sich noch an das Pfingstfestival 1982 im Bereich des Barrierer Kirchweges. „Da war ich 42 Jahre alt und mit einem 10000-Liter-Fass für die Stadt Sulingen als Entsorger unterwegs. Da hat man echte Typen gesehen.“

Helga und Otto Meyer halten auf dem Meierhof acht Betten vor. „Ferien auf dem Bauernhof“, sagt Helga Meyer. Während Otto Meyer sich überwiegend um den Pferdehof kümmert, betreut sie die Gäste. „Oft auch Monteure, hier und da Gäste von Gesellschaften wie Hochzeiten oder Konfirmationen“ – und am zweiten Augustwochenende eben Gäste des Sulinger Festivals. Tickets für das „Reload“ gibt es noch in allen Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung sowie im Internet unter der Adresse www.nordwest-ticket.de.

oti

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