Erst AC/DC, jetzt Sulingen

„Fett ist fett“ - Kaiser Franz Josef bringen den Hard Rock aufs Reload

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Sham, Tom und Pete auf der Reload-Bühne. Im Hintergrund: Kaiser Franz Josef.

Von Marvin Köhnken. Wer glaubt, das Reload besteht nur aus brachialem Dampfgehämmer, dem lehren die Macher des Festivals Jahr für Jahr eines Besseren. Eine dieser Ausnahmen waren dieses Mal Kaiser Franz Josef. Die Wiener brachten ehrlichen Hard Rock auf die Bühne und wurden dafür mit lauten Zugabe-Rufen belohnt.

Die Band-Karriere der drei Musiker hätte dabei nicht fulminanter starten können. Kurz nach der Gründung im Jahr 2010 standen die selbstbewussten Österreicher von jetzt auf gleich als Vorband von AC/DC auf der Bühne vor 83.000 Zuschauern. Wie und warum? Das ist selbst Sänger und Gitarrist Sham ein Rätsel. Im Interview mit kreiszeitung.de berichten er und seine Bandkollegen Pete (Bass) und Tom (Drums), wo sie herkommen, wo sie hingehen und wie sie in Sulingen aufgenommen wurden.

Auf derselben Bühne wie AC/DC - im Gründungsjahr der Band - schon klar, andere haben auch mal klein angefangen. Hat es sich gelohnt, gleich so richtig durchzustarten?

Sham: Es war auf jeden Fall eine Riesen-Erfahrung. Das musst du dir mal vorstellen, du spielst da eigentlich den größten Gig, den du je spielen wirst.

Wie ist es dazu gekommen?

Ich weiß es bis heute nicht. Wir haben ans AC/DC-Management Probeaufnahmen geschickt, mehr war‘s nicht. Es hat gar keine offizielle Ausschreibung gegeben.

Was sagt ihr den Leuten, die sagen, eure Musik irgendwo schon mal gehört zu haben und die euch mit den Stars aus den 70ern vergleichen?

Pete: In erster Linie sind das Komplimente.

Sham: Die Leute versuchen, irgendwelche Bands zu finden, mit denen sie uns vergleichen können und sagen können: „Das gefällt mir so gut wie...“. Und das ist dann natürlich sehr positiv.

Sänger und Gitarrist Sham

Beim Reload habt ihr keine Nische, ganz sicher aber eine Lücke ausgefüllt und Zugabe-Forderungen erhalten. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, diese Art ehrlicher Hardrock zu machen?

Sham: Das kommt einfach aus uns raus.

Pete: Das kommt vom Herzen. Wenn wir Songs schreiben, schreiben wir so drauflos. Und was dann dabei rauskommt, ist dann so. Aber manchmal sagen wir bei einigen Songs auch, wenn das so oder so gemacht wird, wird es noch interessanter. Einem konkreten Trend oder Sound gehen wir aber nicht nach.

Sham: Es ist auf jeden Fall kein Metal. Es wird nie Metal sein. Ich bin eigentlich gar kein großer Metalfan, das ist der Pete. Es muss hart sein aus anderen Gründen.

Spiegelt sich das in den Texten wieder?

Sham: Nein, das ist jetzt schwierig zu erklären. Manchmal gibt es Popsongs, die hart sind. Es ist ein Gefühl, was ich als hart bezeichne. Ich empfinde das, was wir machen, als hart und erfreue mich einfach am Musikmachen. Fetter Sound ist fetter Sound! Und fetter Sound ist hart.

Bassist Pete

Franz Joseph I. ist der Anfang und das Ende eines ganzen Reiches. Geht es auch ein bisschen weniger martialisch? Was hat euer Name zu bedeuten?

Sham: Klar, wir sind aus Österreich und haben den Namen einfach geil gefunden. Vor allem: In unseren Kreisen - als wir angefangen haben - haben viele Bands versucht, möglichst nicht aus Österreich zu kommen und nicht diesen Stempel aufgedrückt zu bekommen. Wir wollten uns da aber nie anbiedern an diese Szene, sondern haben gesagt: Es ist okay, das wir aus Österreich kommen. Wir wollten unsere Herkunft nicht verbergen. Außerdem klingt‘s geil, es kürzt sich gut ab, es gibt einiges her.

Wo kann man euch auf der Bühne überall erleben?

Sham: Wir haben dieses Jahr viele Premieren in Europa. In Spanien, Frankreich...

Pete: ...UK...

Sham: ...und Luxemburg war auch dabei. Die Schweiz, da haben wir mittlerweile ein paarmal gespielt.

Tom: Und Ungarn.

Sham: Ungarn war auch dabei.

Drummer Tom

Beim Reload lag das Battlefield gerade eben vor euch - eine angemessene Location hier in Sulingen? Habt ihr euch wohl gefühlt:

Alle drei: Absolut!

Sham: Gerade ist für uns auch die Sonne rausgekommen, das sorgt natürlich für noch mehr Festival-Stimmung. Der Platz war recht gut gefüllt für den Anfang eines zweiten Festival-Tages und für ein bis dahin beschissenes Wetter. Das war absolut befriedigend. Die Leute waren motiviert, während unserer Musik sind noch einige dazugekommen, das war sehr schön.

Ganz nah dran: Die Fans vor der Reload-Bühne

 © Spahr
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 © Köhnken
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Wie geht es künftig für euch weiter, gibt es große Pläne?

Sham: Wir haben das nächste Album quasi fertig, jetzt kommt die Pre-Production und das Aufnehmen. Da gibt es besondere Pläne, wir wollen aber noch nichts verraten. Wir produzieren das Album selber in unserem Studio. Rauskommen soll es 2019.

Pete: Wir wollen unsere Veröffentlichungstempo ein wenig nach oben bringen.

Sham: Definitiv. Wir wissen ja, dass wir langsam sind, wir sind ja Österreicher. 

Pete: Und im Endeffekt gibt‘s dann gar kein neues Album... (lacht)

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