In Flames beim Reload Festival

Bärtiger Death Metal mit Herz

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In Flames spielen am Freitag, 7. August, beim Reload Festival 2015

Sulingen - Von Pascal Faltermann. Bei Death Metal denkt der Otto Normalverbraucher an böse blickende, bärtige, stark tätowierte Männer, die mit ihrer Musik Trommelfelle platzen lassen.

Das könnte auch bei In Flames, einem der Headliner beim Reload Festival am Freitag und Sonnabend, 7. und 8. August, in Sulingen der Fall sein. Doch hinter Musik und Aussehen steckt mehr.

Die Bandmitglieder der schwedischen Metal-Stars In Flames haben ihr Herz nämlich am richtigen Fleck. Für eine Spendenaktion zu Gunsten der schwedischen Kinder-Krebshilfe haben sie sich etwas Ausgefallenes ausgedacht: Sie verkaufen Bärte. Es sind ihrem Gesichtshaarwuchs nachempfundene „Umhängebärte“. Die Erlöse werden gespendet. Auch in ihrer Musik hat das Metal-Quintett eine kreative Konstanz. Seit über zwei Jahrzehnten überzeugt die ursprünglich im Melodic Death Metal angesiedelte, mittlerweile stärker dem Modern Metal zugewandten Band mit Einflüssen aus verschiedenen Genres. Ständig haben sich die Schweden weiterentwickelt.

Dabei verlor die Band einen ihrer musikalischen Motoren: Als Gitarrist Jesper Strömblad die Band nach dem 2008er Album „A Sense of Purpose“ verließ, meldeten sich die Kritiker zu Wort und prophezeiten den bevorstehenden Zusammenbruch der Band aus Göteborg. Dazu ist es aber nie gekommen. Als eine Art Gegenreaktion lieferte die Band eines ihrer bisher besten Alben ab: „Sounds of a Playground Fading“, das mit Gold ausgezeichnet wurde und in Schweden und Deutschland die Charts anführte. 2014 erschien dann die Platte „Siren Charms“, das erste Album mit Niclas Engelin als festem Gitarristen der Band. Mittlerweile ist von den Gründungsmitgliedern keiner mehr dabei, die Kreativität der Band wird nun bestimmt von dem 1995 zunächst als Schlagzeuger, später als Gitarrist hinzu genommenen Björn Gelotte sowie dem ebenfalls 1995 eingestiegenen Gitarristen und Sänger Anders Fridén.

Das erste Zeichen, dass die Band einen anderen Weg einschlug, war die Wahl des Studios für die aktuelle Platte. Während sie früher in Göteborg aufgenahmen, wurde alles nach Berlin in die legendären Hansa Tonstudios verlegt. An den Ort in der Köthener Straße, an dem Künstler wie Iggy Pop, David Bowie, U2 und Killing Joke einige der einflussreichsten Klassiker der Rockgeschichte aufgenommen haben.

Hierhin zog sich die Band mit Produzent Roberto Laghi und Gesangsproduzent Daniel Bergstrand also zurück. Seit einigen Jahren arbeitet auch der schwedische Mixer Michael Ilbert in den Hansa Studios. Er wurde engagiert, um das Album zu mischen, nachdem Keyboard-Wizard Örjan Örnkloo wieder Synthesizer und sein charakteristisches Programming beigesteuert hatte. Sowohl Gitarrist Björn Gelotte als auch Sänger Anders Fridén sind davon überzeugt, dass die Umgebung einen Einfluss auf das Endergebnis hatte. Alle Details, groß wie klein, greifen ineinander und haben den elf neuen Songs einen dunkleren Sound und Unterton verliehen. In Flames spielen beim Reload am Freitag, 7. August, ab 23.45 Uhr auf der Hauptbühne.

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