Pascow im Interview

„Aufgekratzt und angestachelt“

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Die Band Pascow mit Sänger Alex Thomé (2.v.r.) kommt zum Reload-Festival.

Sulingen - Von Pascal Faltermann. Texte mit Aussage, laut hinaus gebrüllt und intelligent verpackt. Die Punkband Pascow aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland kann das. Beim Reload-Festival in Sulingen am Freitag, 5. Juli, ab 17 Uhr wollen sie das auch auf der Bühne beweisen. Ein Interview mit Sänger Alex Thomé und Schlagzeuger Ollo.

Laut Internet-Blogs und Berichten sollen Sie nicht die Fleißigsten sein, was das Üben angeht. Gehen Sie fürs Reload in den Proberaum?

Der NDR berichtet mit Fotos und Livestream

Alex: Auf welchen Internet-Blogs treibst du dich denn rum? Nun, als faul würde ich uns nicht bezeichnen, es ist nur so, dass wir zuweilen viele berufliche oder private Projekte am laufen haben, so dass nicht immer die Zeit bleibt, die wir gerne für den Proberaum hätten. Und wenn wir es dann in den Proberaum schaffen, arbeiten wir derzeit am liebsten an neuem Material um in absehbarer Zeit ein neues Album veröffentlichen zu können. Was das Reload-Festival angeht, so werden wir sicher mindestens einmal das Set vorher proben, wenn nicht noch eine Song-Idee dazwischen kommt, die unbedingt ausprobiert werden muss.

Ollo: Ich dachte es reicht wenn wir vorher duschen?

Was verbindet Sie mit dem Reload-Festival? Gibt es irgendeinen Bezug oder eine kleine Anekdote?

Alex: Ich glaube hier müssen wir passen. Für jeden von uns ist es das erste Mal, dass wir das Festival besuchen und somit hoffen wir, dass wir nach dem Festival eine ordentliche Geschichte zum Thema „Reload“ erzählen können. Wir werden auf jeden Fall unseren Teil dazu beitragen, auch nach unserem Auftritt.

Warum sollten sich die Leute Ihren Auftritt anschauen und was sollten sie vorher trinken?

Alex: Mexikaner, Bier und Kaffee haben sich als ausgezeichnete Vorbereiter für unsere Konzerte bewährt. Ab einer gewissen Dosis stellt sich die Frage des „Warum“ dann auch nicht mehr.

Ollo: Weil wir frisch geduscht sein werden und das Internet sagt, dass wir auch schon mal Konzerte gespielt haben sollen, die nicht ganz so übel waren.

Sie spielen am Freitag nach Marathonmann und vor Iwrestledabearonce. Wird es schwer für Sie, die Stimmung von Marathonmann zu toppen oder brauchen Iwrestledabearonce nach Ihnen nicht mehr auf die Bühne, weil die Fans alle platt sind?

Alex: Ich mag die Platte von Marathonmann und ich bin gespannt, wie gut sie live sind. Die Band findet ja zur Zeit auch auf vielen Kanälen statt und ist sehr präsent. Bisher habe ich sie noch nicht live gesehen, weiß aber, dass einige Leute deren Shows richtig gut finden. Außerdem ist es oft so, dass wir besonders aufgekratzt und angestachelt sind, wenn eine Band vor uns richtig Gas gibt. Dann fühlen wir uns mehr herausgefordert, als wenn eine Band vor uns auf der Bühne eine ganz ruhige Kugel schiebt. Iwrestledabearonce sind dann nochmals eine ganz andere Liga, die werden wohl ihr eigenes Ding durchziehen, egal was die beiden Deutschpunktröten vorher gemacht haben. Außerdem bin ich gespannt, wie viel von unserem Publikum überhaupt auf dem Festival sein wird. Es gibt ja auch viele Leute, die ständig Clubkonzerte besuchen, Festivals aber wie die Pest meiden. Warten wir es ab.

Ollo: Hui, mal schauen, vielleicht heißt unsere neue Platte dann „iwrestledamarathonmannonce“ oder „abearwersteldpascowaftertherewasamarathonmann“.

Was liefern Sie in den 30 Minuten dazwischen ab?

Alex: Auch wenn ich ein Freund von kurzen Sets bin, so sind 30 Minuten für ein aussagekräftiges Konzert etwas wenig. Bis sich die Band richtig eingespielt und das Publikum auf die Sache eingelassen hat dauert es meist ein paar Songs und dann ist der Zauber auch schon fast wieder vorbei. Bei einem Festival wie dem Reload ist es natürlich gar nicht anders zu machen und dann gilt es in 30 Minuten zumindest eine Vorstellung davon zu vermitteln, was auf einem regulären Clubkonzert auf die volle Distanz möglich ist.

Ollo: 30 Minuten reichen uns auf jeden Fall aus, um das Thema duschen wieder zur Sprache zu bringe

Wann kommt eigentlich Ihre nächste Platte?

Alex: Im Sommer oder Herbst werden wir ins Studio gehen und die Songs einspielen. Wir hatten gehofft, die Platte Ende des Jahres veröffentlichen zu können, werden es aber nicht schaffen, so dass es wohl Frühjahr 2014 werden wird, bis das gute Stück erscheinen wird.

Wie weit sind Sie denn?

Alex: Wie gesagt, die finalen Aufnahmen haben noch nicht begonnen. Wir sind momentan noch am Songwriting und werden mit mehr oder weniger fertigen Songs ins Studio gehen. Dort wird dann noch an Feinheiten gearbeitet, aber die Strukturen etc. werden fertig sein. So haben wir es jedes Mal gemacht und das hat auch immer gut funktioniert. Wahrscheinlich werden wir dieses Mal 2-3 Tage länger im Studio sein um ein paar Kleinigkeiten auszuprobieren, die man in Endeffekt doch nicht auf der Platte hören wird. Musikerquatsch eben. :-)

Aufbau des Reload-Festivals

Aufbau für das Reload-Festival in Sulingen

Das Line-Up

Reload-Festival 2013: Das Line-Up

Warum hat es eigentlich so lange gebraucht, um mal in Bremen ein Konzert zu spielen und was gefiel Ihnen so gut, dass Sie gleich wieder kommen zum Ärztival am 24. August?

Alex: Jetzt wo wir das „Bremer Loch“ kennen, werden wir regelmäßig vorbeikommen.

Ollo: Die Breminale war übrigens ein sehr sehr schönes Festival! Und wenn man solch charmante Gastgeber wie am 24.08 hat, nimmt man die Einladung gerne an!

Sie scheinen als Rheinland-Pfälzer den Norden zu mögen. Zumindest würdet Sie laut dem Songtitel “Trampen nach Norden“ lieber dort ans Meer als im Süden.

Alex: Wahrscheinlich vermissen wir das Meer wirklich, wir haben ja nur einen Fluß mit komischen Schleifen. Allerdings ist uns das Meer im Süden genauso lieb wie das Meer im Norden. Die Anziehungskraft des Nordens kommt bei uns eher durch musikalische Vorlieben und die eigene Mentalität, die ich eher nordisch denn als südländisch bezeichnen würde.

2001 haben Sie den Song „Hamburg“ heraus gebracht. Wie würde der Song heißen, wenn Sie ihn jetzt erneut schreiben?

Ollo: Der Song hatte sich auch auf das Thema „Hamburger Schule “ bezogen, die damals omnipräsent war. Heute sind wir da toleranter und haben die Vorzüge von dunklen Klassenzimmern und Bier als Pausenbrot kennengelernt.

Alex: Hätten wir heute nochmals Lust einen Song über eine hippe Stadt zu schreiben, an die man Freund und Freundin verliert, so wäre es dieses Mal wohl Berlin. Allerdings ist diese Thematik mittlerweile schon von verschiedenen Stellen bearbeitet worden, so dass es nichts Neues sondern nur noch eine Wiederholung wäre. Aber auch auf der neuen Platte werden Städtenamen an einigen Stellen auftauchen, so dass eine gewisse Konstante in unserem Stücken erhalten bleibt.

Bilder vom Reload 2012

Reload Festival am Sonntag

Reload am Samstag -Teil 1

Reload am Samstag - Teil 2

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