Massenpanik bei der Loveparade: 30 Personen aus dem Landkreis sind zurück

„Der Tunnel war von Verletzten übersät“

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Unzählige Kerzen am Ort des Geschehens zegen von der Trauer der Menschen

Syke / Duisburg - Rotenburg - Von Pascal Faltermann · Bei der Loveparade in Duisburg sind bei einer Massenpanik 21 Menschen gestorben, mehr als 500 wurden verletzt. Auch 30 Personen aus dem Landkreis Rotenburg waren auf einer von der Online-Community Party-Bouncer organisierten Tour bei der Millionenparty. Wie Organisator Hendrik Voß aus Rotenburg gestern mitteilte, sind alle gesund wieder nach Hause gekommen.

Die Fahrt nach Duisburg startete am Samstagmorgen gegen 8 Uhr in Scheeßel. Nach und nach sammelte der Bus 50 Gäste ein. „Davon kamen 30 aus Sottrum, Scheeßel und Rotenburg“, sagte Voß, der zusammen mit dem Rotenburger Jan Scherweit die Tour organisiert hatte, auf Nachfrage. Weitere Gäste seien in Bremen hinzugestiegen.

Trauer um die Toten der Loveparade

Bilder: Trauer um die Toten der Loveparade

Nonstop und noch gut gelaunt ging es zur Loveparade. Doch schon beim Eintreffen in Duisburg sahen die Reisenden viele Absperrungen, die einen Ausstieg am Gelände nicht ermöglichten. Der Bus musste das Gelände umfahren und parkte an der MSV-Arena. „Erste Zweifel hatten wir, als uns bereits um 15 Uhr Gäste aus Richtung des Haupteingangs entgegenkamen und von hoffnungsloser Überfüllung sprachen“, schilderte Voß.

Entwarnung für Großveranstaltungen im Nordwesten

Loveparade-Tragödie im Nordwesten unwahrscheinlich

Bei den Besuchern habe sich Enttäuschung breit gemacht, als sie auf die aggressiven Menschen am einzigen Eingang des Tunnelbereichs, durch den die Techno-Fans wollten, stießen. Aus allen Richtungen seien die zahlreichen Raver dorthin geströmt. Die beiden Rotenburger Voß und Scherweit, die Fotos und Videos für die Internetseite Party-Bouncer machten, konnten dem Chaos durch einen Presseeingang entgehen. „Diesen haben wir aber auch nur sehr mühsam erreicht“, so Voß.

Nachdem die Tour-Organisatoren mit der Berichterstattung angefangen hatten, wollten sie gegen 16.30 Uhr wissen, wie es den mitgereisten Gästen geht. Aufgrund eines Zusammenbruchs des gesamten Handy-netzes mussten sie das Gelände aber wieder verlassen. Als sie den Tunnel am Haupteingang betraten, um die Partyzone hinter sich zu lassen, bot sich ihnen ein grausames Bild. „Die Bauzäune sahen aus, wie von einem Panzer überrollt, der Tunnel war von Verletzten nur so übersät, und viele weinende Menschen sagten uns, dass hier etwas sehr Tragisches passiert sein musste“, so Voß.

Massenpanik bei der Loveparade

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

In einer Massenpanik wurden die Menschen erdrückt oder stürzten beim Fluchtversuch in die Tiefe. Als die jungen Männer den Tunnel verließen, fingen ihre Handys an zu klingeln. Eine SMS jagte die nächste. Freunden, Verwandte und Kollegen wollten wissen, was los ist und wie es ihnen ging. „Zu dem Zeitpunkt war noch von zehn Toten die Rede, was uns eine Polizistin auf Anfrage sofort bestätige“, sagte Voß.

Über die Internetseite Facebook informierten sich die Rotenburger. Außerdem verschickten sie diverse SMS an Freunde und Familie und verließen umgehend den Ort des Geschehens, um sich auf den Weg zum Bus zu machen und die Mitfahrer zu kontaktieren. „Einige haben mit eigenen Augen gesehen, wie junge Leute vor Erschöpfung zusammengeklappt sind und von einer hysterischen Masse einfach überlaufen wurden“, berichtete Voß. Nachdem die Veranstaltung im Laufe des Abends abgesagt wurde, fuhr der Bus gegen 0.30 Uhr mit allen Gästen sicher nach Hause.

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