Neue Marktordnung setzt vorerst auf Verständnis statt auf Strafe

Marktordnung: Verbote ohne Konsequenzen

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Hunde, Fahrräder, Waffen und Glasflaschen haben auf dem Freimarkt eigentlich nichts mehr zu suchen. An ersten Wochenende waren dennoch zahlreiche Menschen mit Hunden an der Leine oder Glasflaschen im Gedränge unterwegs.

Bremen - (kg). Es ist schon seltsam mit der neuen Marktordnung für den Bremer Freimarkt. Theoretisch soll sie Hunde, Fahrräder, Waffen und Glasflaschen vom Freimarkt fernhalten. In der Praxis hat das Verbot bisher keine Konsequenzen und auch die Überprüfungen finden lediglich nach Sicht statt. Verständnis wecken statt sanktionieren – so sieht die derzeitige Strategie aus.

Dass es keine Eingangskontrollen geben würde, stand schon im Vorfeld fest. Aus Sicht von Marktmeisterin Claudia Lange macht das auch keinen Sinn. „Schließlich handelt es sich hier um keine geschlossene Veranstaltung, sondern um ein offenes Volksfest“, begründet sie dieses Vorgehen. Einen Sicherheitsdienst einzusetzen, der die Besucher systematisch kontrolliert – das mache keinen guten Eindruck. Stattdessen sollen die Polizeibeamten vor Ort verstärkt auf Verstöße achten und diese dann auch ansprechen. Das Problem ist nur: Konsequenzen hat das Verbot noch keine. Zwar können Verstöße mit bis zu 500 Euro Bußgeld geahndet werden. Angewandt wird diese Möglichkeit bisher aber nicht. Mehr als einen Hinweis auf die geltenden Regeln haben die „Missetäter“ nicht zu erwarten. Die Verantwortlichen setzen stattdessen darauf, dass mit der Zeit ein Umdenken bei den Besuchern stattfindet.

„Das Verbot muss sich erst in den Köpfen der Menschen festsetzen“, glaubt Lange. Damit das passiert, haben die Schausteller nun Plakate in Auftrag gegeben, die vor allem im Eingangsbereich des Freimarktes aufgehängt werden sollen. „Das ist eine kurzfristige Maßnahme, die wir uns nach dem Wochenende haben einfallen lassen“, so die Marktmeisterin. Zudem werde das Innenressort noch einmal verstärkt mit Informationen an die Öffentlichkeit gehen. Bleibt die Frage, ob ein Verbot ohne Sanktionen eine Verbesserung gegenüber dem rechtlich unverbindlichen Verhaltenskodex darstellt, der früher auf dem Freimarkt galt. Auch drängt sich der Eindruck auf, dass Polizei und Stadtamt den Schwarzen Peter gerne an die jeweils andere Seite abgeben möchten.

„Für die Kontrollen der Marktordnung ist das Stadtamt verantwortlich“, sagt Dirk Siemering von der Polizeipressestelle. „Unsere Beamten unterstützen das zwar, aber zuständig ist das Stadtamt.“ Im Stadtamt sieht man das anders. „Die Kontrollen vor Ort müssen die Polizeibeamten durchführen“, betont Marktmeisterin Lange. „Dazu haben unsere Mitarbeiter gar nicht die Befugnisse.“ Offenbar muss sich noch vieles einspielen rund um die neue Marktordnung. Nach dem Freimarkt soll auf jeden Fall eine Bilanz gezogen und über weitere Maßnahmen für die kommenden Jahre beraten werden. Derweil fällt die Gesamteinschätzung der Polizei für das erste Freimarktswochenende positiv aus. Bis auf ein paar kleinere Vorfälle sei alles friedlich geblieben, heißt es aus der Polizeipressestelle.

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