Mit dem Smartphone durch den Staub

Sulingen - Von Pascal Faltermann - Mit Schlamm in den Schuhen, Sand in den Taschen und Ravioliresten an den Händen rennen sie zwischen den Zelten umher. Doch ein Großteil der Festivalbesucher hat trotz Dreck, Staub und Alkohol ein Handy häufig sogar ein Smartphone in den verschmierten Fingern.

Schon im Vorfeld informieren sich die Besucher im Internet, kaufen ihre Karten im Netz und planen die Anreise via Facebook. Während der Veranstaltung wird das Erlebte gepostet. Das ist auch beim Reload-Festival, (15. bis 17. Juni) in Sulingen so. Das Festival wird digital und für die Veranstalter ist es wichtig, im Netz präsent zu sein. Bei Julian Knickmann laufen die digitalen Fäden des Reload zusammen. Er betreut die Homepage und Facebook-Seiten.

Was machen Sie eigentlich alles im Internet? Und: wieso? Ist das Ihr Job?

Julian Knickmann: Im Onlinebereich betreiben wir natürlich die gängigen Plattformen, um Besucher und Fans auf dem Laufenden zu halten (Homepage, Facebook, MeinVz ...), streben aber auch bewusst Partnerschaften mit vielen zielgruppenorientierten Online-Magazinen und Plattformen an, um dadurch auch einen größeren Radius an Leuten zu erreichen. So arbeiten wir beispielsweise sehr erfolgreich mit der Seite Festivalisten.de zusammen, die uns auch als Partner präsentieren und über die wir ein breites Spektrum an Festivalinteressierten erreichen können. Solche Partnerschaften und Aktivitäten sind wichtig, da wir im weitläufigen WorldWideWeb die Leute nicht ausschließlich über unsere eigenen Kanäle erreichen. Wir machen das Ganze ehrenamtlich und neben unseren eigentlichen Jobs.

Wie wichtig ist die Kommunikation über die Facebook-Seite?

Julian Knickmann: Facebook ist natürlich durch den Hype der letzten Jahre und mit einer millionenschweren Community, eine wichtige Werbeplattform geworden. Deshalb legen wir großen Wert darauf, auch dort alle Informationen rund um das Festival zu posten. Seien es neue Bandbestätigungen, Infos zum Ticketverkauf oder einfach um es für Gewinnspiele zu nutzen. Durch das Teilen der Beiträge gibt es höhere Chancen, schnell und kurzfristig eine große Zahl an Leuten effektiv zu erreichen. Hinzu kommt, dass heutzutage fast jeder täglich täglich seine Social-Media Kanäle durchschaut.

Wird das Internet auch dazu genutzt, um Festivalbesucher während des Festivals zu informieren?

Julian Knickmann: Wir haben eigens für das Festival eine Smartphone-App programmiert, über die wir unsere Besucher auch während des Festivals mit News erreichen können und auch die Tage direkt vor dem Festival nutzen wir alle Möglichkeiten, um allgemeine Informationen (Anreise etc.) zu publizieren, damit vor Ort niemand im buchstäblichen „Regen“ stehen muss. Aber auch für den Fall von Programmänderungen ist so etwas immer eine gute Möglichkeit der Kommunikation. Außerdem wird die Festival-App immer dankend von den Leuten angenommen, da so auch Papier für den Druck von Zeitplänen eingespart.

Wie viele Personen arbeiten an der Homepage und der Facebook-Seite?

Julian Knickmann: An der Homepage arbeiten drei Leute, die auch ihre Freizeit opfern, um die Page immer auf dem Laufenden zu halten. Zudem kümmere ich mich zu 90 Prozent allein um unsere Facebook-Page und verwalte diese.

Auf welche Bands freuen Sie sich selbst am meisten? Und kommen Sie überhaupt dazu, sich Bands anzuschauen?

Julian Knickmann: Grundsätzlich freue ich mich auf so ziemlich jede Band des Festivals, denn ich bin für jegliche Musikgenres offen und freue mich immer, wenn ich von einer Band live einfach überrascht werde. Aber um Namen zu nennen: Ich freue mich besonders auf die exklusive Festivalshow von Slash und auch die Australier von Parkway Drive, die extra für unser Festivalwochenende den Weg nach Deutschland auf sich nehmen. Ob ich diese letztendlich auch sehe, ist immer eine spontane Entscheidung, je nachdem ob gerade Zeit ist und der Organisationsalltag vor Ort es zulässt. Es fallen zwischendurch immer viele Arbeiten an, die einen davon abhalten können.

Wie stark ist Ihre Homepage frequentiert? Wie viele Besucher haben Sie im Monat?

Julian Knickmann: Im Schnitt seit Anfang des Jahres 40.000 Besucher im Monat. Die letzten Wochen vor dem Festival ist das Interesse natürlich immer etwas höher, weswegen wir dann auch schon einmal gute 6.000 bis 7.000 Besucher pro Tag verzeichnen.

Was macht für euch der Festival-Gedanke aus?Wie wichtig ist die Musik beim Festival?

Julian Knickmann: Ich denke es gehört einfach mehr dazu als „nur“ ein Festival auf dem Band X und Y auftreten und internationale Namen haben. Natürlich macht das für viele Leute einen gewissen Reiz aus, aber auch das Beisammensein mit Freunden und Kumpels, um einfach mal drei Tage komplett abzuschalten vom Alltag ist sicher ein großer Teil von dem, weswegen man zu einem Festival fährt. Einfach das gemütliche Zusammensein, mit ein paar Bier und gutem Wetter und dabei über die Welt zu quatschen, bis einem nach dem Wochenende der Arbeitsalltag wieder einfängt. Andere Leute fliegen in den Sommerurlaub und viele machen aus einem Festivalbesuch schon einen Urlaubstrip mit eigenem Kühlschrank, um es sich auch bei uns gut gehen zu lassen.

Wie groß wollt ihr noch werden?

Julian Knickmann: In diesem Jahr werden wir wohl knapp unter 10.000 Leuten am Festivalwochenende landen, je nachdem wie auch das Wetter mitspielt, das ist auch immer sehr entscheidend für den Verkauf an den Tageskassen. Unser Ziel für die nahe Zukunft ist es, die 10.000 zu überschreiten und uns auch mittelfristig in diesem Sektor zu etablieren. Aber wir wissen auch, dass die Festivallandschaft Deutschland reichlich bestückt ist und man als Veranstalter immer nach guten Ideen sucht, um den Leuten nicht nur das Standardfestival zu bieten, welches man im Sommer zuhauf auf der Landschaftskarte finden kann. Es bleibt daher also abzuwarten, was sich aus dem Ganzen entwickeln kann, wir sind aber zuversichtlich das wir nunmehr im siebten Festivaljahr über die Jahre zahlreiche interessante Kontakte aufbauen konnten, die uns eventuell auch dabei helfen können unsere gesteckten Ziele zu erreichen.

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