Lange Tradition, lange Wurst

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Hagen Keuneke (r.) und seine Frau stehen auf dem Freimarkt schon seit vielen Jahren am Würstchengrill.

BREMEN - von Nina Seegers.  Kulinarische Köstlichkeiten locken auf dem Bremer Freimarkt an jeder Ecke. Für viele Besucher darf bei einem ausgedehnten Bummel über das große Volksfest auch eine zünftige Bratwurst nicht fehlen. Die Bratwurstbuden der Bremer Schaustellerfamilie Keuneke sind jedes Jahr auf dem Freimarkt vertreten und feiern derzeit ihr 111-Jähriges.

Hagen Keuneke aus Grambke führt das Familienunternehmen schon in vierter Generation. Als er an einem der roten Tische unter seinem Wurstpavillon Platz nimmt, erzählt er, wie alles begann. Sein Urgroßvater sei damals aus Thüringen nach Vegesack gekommen und habe dort in seinem Haus am Sedanplatz Hausschlachtung betrieben. „Neben seinem Haus hat er dann an einem Stand auf dem Markt Würstchen verkauft, und weil das so gut lief, bald auch auf Volksfesten wie dem Bremer Freimarkt“, so Keuneke weiter. Auch wenn seitdem mehr als 100 Jahre vergangen sind, habe sich, was das Würstchenbudengeschäft angeht, nichts Grundlegendes verändert, findet Keuneke. „Früher ging’s auf den Volksfesten ein bisschen romantischer zu, und wir mussten unsere Wagen noch mit Kutschen ziehen“, erzählt er.

Während vom Grill ein angenehmer Holzkohlegeruch herüberweht, haben im Inneren der Bude seine Frau, die beiden Söhne und weitere Mitarbeiter all Hände voll zu tun, die Gäste zu bedienen. Auf der Karte stehen normale Bratwürste, Schaschlik, Currywurst, Krakauer und Pommes. Ein besonderer Hingucker ist die halbe Meter lange Grillwurst – stolze 180 Gramm bringt dieser Kaventsmann auf die Waage. „Wir halten unser Angebot absichtlich klein, denn meiner Meinung nach kann man nur dann eine hervorragende Qualität garantieren“, sagt Keuneke.

Die Keunekes besitzen insgesamt acht Wurstbuden, die auf etlichen Volksfesten in Bremen und „umzu“ sowie auf den Weihnachtsmärkten regelmäßig zum Einsatz kommen. Auf dem Freimarkt ist die Familie dieses Jahr mit zwei Ständen vertreten – gegenüber vom Riesenrad und mit einem Häuschen im Fachwerkstil in der Nähe des Eingangs am Hauptbahnhof. Eine fest etablierte Würstchenbude hat die Schaustellerfamilie seit zweieinhalb Jahren auch im Einkaufszentrum „Waterfront“.

Für Hagen Keuneke kam es nie infrage, beruflich einen anderen Weg als seine Väter einzuschlagen, erzählt er. „Wieso auch, wenn ich Würstchen doch so gerne mag?“, sagt er augenzwinkernd, der selbst täglich mindestens eine Bratwurst verdrückt, wie er berichtet. Außerdem seien Würstchenbuden ein krisensicheres Geschäft, ist sich Keuneke sicher. Und was genau macht die Keuneke-Wurst so erfolgreich? „Wir beziehen die Würstchen nach eigenem Rezept von einem Privatschlachter und grillen mit Holzkohle – das gibt den besten Geschmack“, weiß der Wurstexperte.

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