Foto-Festival: Von Scheeßel bis Sibirien

+
Festivalbesucher feiern am 18.06.2011 beim Hurricane-Festival im niedersächsischen Scheeßel (Kreis Rotenburg-Wümme) vor einer dunklen Wolkenkulisse.

Hannover - Kinder auf einem Schrottplatz in Ghana, Mädchen in einer sibirischen Modelschule oder gealterte Kiezgrößen auf der Hamburger Reeperbahn: Das 3. Lumix Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover präsentiert von diesem Mittwoch an vier Tage lang 60 Reportagen aus aller Welt.

 „Uns geht es um eine ganzheitliche Darstellung des menschlichen Lebens“, sagte Festivalleiter Rolf Nobel am Dienstag. Bildergeschichten von Kriegsschauplätzen stehen neben eher kuriosen Storys, etwa aus einem Obdachlosenheim in Weimar oder vom Hurricane-Festival in Scheeßel.

Eine kostümierte Festivalbesucherin verlässt am 18.06.2011 eine Toilette während des Hurricane-Festivals im niedersächsischen Scheeßel (Kreis Rotenburg-Wümme).

Fotografen setzen ihr Leben aufs Spiel, um die Gräuel des Krieges zu dokumentieren und Menschen bei ihrem Kampf für die Freiheit zu begleiten. Der junge Fotograf Rémi Ochlik wurde im Februar in Syrien von einer Granate getötet. Wenige Stunden zuvor hatte ihn ein Freund für das Lumix Festival angemeldet. Mit Zustimmung der Angehörigen sind in Hannover Ochliks Bilder vom Arabischen Frühling zu sehen. Viele Lumix-Teilnehmer haben bereits internationale Preise gewonnen. Ein Bild von Kai Löffelbein ist beispielsweise als Unicef Foto des Jahres ausgezeichnet worden. Der 31-Jährige dokumentiert in „Kids of Sodom“, wie Kinder auf einem riesigen Elektroschrottplatz in Ghana ungeschützt zwischen giftigen Dämpfen Metallteile sammeln. Die Südtirolerin Antonia Zennaro porträtiert in „Die verschwindende Meile“ Prostituierte und Barbesucher auf dem Hamburger Kiez. Es sind Menschen, die die goldenen Zeiten der Reeperbahn noch erlebt haben. „Mich hat interessiert, was übrigbleibt vom schnellen Geld, vom schnellen Rausch“, sagte die 31-Jährige.

Festivalbesucher trinken am 18.06.2011 Alkohol beim Hurricane-Festival im niedersächsischen Scheeßel (Kreis Rotenburg-Wümme).

Die eindringlichen Porträts in dunklen Farben entstanden erst nach monatelangen Gesprächen, um Vertrauen zu schaffen. Ausgelassene und skurrile Szenen vom Hurricane-Festival in Scheeßel, wo 73 000 Musikfans vor einem Jahr feierten, zeigt die Bilderstrecke von dpa-Fotograf Julian Stratenschulte. „Das Spannende waren nicht die Bands auf der Bühne, sondern das ganze Drumherum“, sagte Stratenschulte. Für die riesige Fotoschau auf dem Expo-Gelände hatten sich 1170 Fotografen aus 73 Ländern beworben. Eine Jury wählte die Teilnehmer aus. Organisatoren sind der Fotojournalismus-Studiengang der Hochschule Hannover sowie die Fotojournalistenvereinigung Freelens. Schon bei seiner zweiten Ausgabe vor zwei Jahren hatte das Festival 20 000 Besucher angezogen. Zum Abschluss werden mehrere Preise verliehen, unter anderem auch für die beste Multimedia-Produktion. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Die Techniktrends 2018 im Überblick

Die Techniktrends 2018 im Überblick

Autositze werden immer gesünder

Autositze werden immer gesünder

Dschungelcamp 2018: Das passierte am Montag

Dschungelcamp 2018: Das passierte am Montag

Dior zeigt sich surreal zu Beginn der Couture-Schauen

Dior zeigt sich surreal zu Beginn der Couture-Schauen

Meistgelesene Artikel

Kommentare