Lufthansa geht noch: Boy im Interview

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Valeska Steiner

Scheeßel. Von Pascal Faltermann - „Little Numbers“ heißt ihr größter Hit. Der Song, der vielen im Ohr bleibt. Doch eine kleine Nummer sind die Sängerin Valeska Steiner und die Hamburger Musikerin Sonja Glass längst nicht mehr.

Ihr Konzert beim Hurricane-Festival in Scheeßel begannen sie mit „Drive“, ihren großen Erfolg gab es erwartungsgemäß zum Schluss. Vor dem Konzert gaben sie uns ein Interview.

Sonja Glass

Wie sind Sie sich eigentlich beim Popkurs 2005 in Hamburg über den Weg gelaufen? Steiner: Der Popkurs ist wie eine Kontaktbörse für Musiker, das ist kein richtiges Studium. Da werden jedes Jahr etwa 50 Musikern Proberäume zur Verfügung gestellt und wild in allen Variationen ausprobiert. Wir haben uns relativ schnell gefunden und bemerkt, dass wir gut zusammen arbeiten können, ähnliche Vorstellungen und einen ähnlichen Geschmack haben. Ich bin danach aber erstmal zurück nach Zürich, wo ich noch wohnte, und kam erst zweieinhalb Jahre später wieder.

Wie war Ihre Festivalpremiere beim Southside gestern?

Steiner: Unser erstes richtiges Festival hat alle Erwartungen so was von übertroffen, unfassbar. Wir waren richtig geflasht.

Was macht für Sie den großen Unterschied aus zwischen Festival und Clubkonzert?

Glass: Am Samstag war es ja unser erstes richtiges Festival, und da hatte ich das Gefühl, dass es einfach eine buntere Mischung an Leuten ist.

Steiner: Man trifft hinter der Bühne ja auch viele andere Bands – die Atmosphäre ist auf jeden Fall anders.

Schauen Sie sich denn auch andere Auftritte an?

 Steiner: Auf jeden Fall. The Shins haben wir uns angeschaut und The XX.

Keine vermeintlich großen Bands?

Glass: Doch, The Cure habe ich ein bisschen gesehen.

Steiner: Beirut habe ich gesehen. Das fand ich richtig toll.

Glass: Die habe ich leider verpasst.

Sie werden es wahrscheinlich häufiger gefragt, aber wie erklären Sie sich den Erfolg ihres letzten Albums?

Glass: Ich kann es mir nicht richtig erklären. Ich denke, dass unsere Musik etwas mit den Leuten macht. Das es etwas auslöst, was sie mögen.

Steiner: Es gibt ja wahnsinnig viel gute Musik, die keinen Erfolg hat. Wir hatten auch Glück, so wie es sich entwickelt hat. Zwischendurch sah es nicht ganz so rosig aus. Es freut mich sehr, dass es sich alles an den richtigen Platz gerückt hat und dass es sich gelohnt hat, dran zu bleiben.

Ihr Song „Little Numbers“ ist unter anderem im Werbespot der Lufthansa zu hören. Geben Sie ihre Musik für alles her? Geht es ums Geldverdienen?

Steiner: Bei Sachen wie der Lufthansa sind wir schon sehr vorsichtig. Wir würden unsere Musik auf keinen Fall für alles hergeben oder nur weil es Geld gibt.

Glass: Wir hatten sehr viele Angebote und haben auch viel abgelehnt.

Warum?

Glass: Es gab viele Marken, mit denen wir uns nicht identifizieren konnten. Dann macht es auch keinen Sinn für uns.

Im Herbst geht es mit Katie Melua auf Tour. Meinen Sie, international Erfolg haben zu können?

Glass: Es ist für uns ein super Support, weil ich mir vorstellen kann, dass die Leute, die Katie Melua hören, auch uns mögen könnten. Und wir haben die Chance, in ganz Europa zu spielen.

Steiner: Wir waren gerade das erste Mal in Lille und Amsterdam. In Amsterdam war das Konzert ausverkauft. Ich denke, da hat uns auch sehr das Video zu Little Numbers geholfen, das über das Internet geteilt und gezeigt wurde.

Wie geht es weiter mit Boy? Wann kommt das nächste Album?

Glass: Wir haben jetzt einen richtigen Festivalsommer und viele Konzerte.

Steiner: Spätestens nächstes Jahr wollen wir wieder anfangen, neue Songs zu schreiben.

Also gibt es Mitte nächsten Jahres ein neues Album?

Steiner: Nein, so schnell geht das nicht. Wir sind eher langsame Schreiber.

Glass: Also müssen sich die Menschen noch gedulden.

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