Lukas Liveticker

Das Hurricane Festival zwischen Bühnengraben und Biertheke

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Volontär Luka Spahr schildert an dieser Stelle die nächsten drei Tage seine ganz persönlichen Eindrücke aus Scheeßel

Das Hurricane Festival zwischen Bühnengraben und Biertheke. Unser Volontär Luka Spahr schildert an dieser Stelle die nächsten drei Tage seine ganz persönlichen Eindrücke aus Scheeßel. Er testet Getränke auf ihren Erfrischungsgrad, Bands auf ihre Tanzbarkeit und Festivalcamps auf ihren Partygehalt.

Ein Abschluss-Fazit

Als ich mein erstes Fazit unten gezogen habe, war das Festival eigentlich noch gar nicht vorbei. Man sagt, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Abgesehen davon, dass aber der Abend schon längst erreicht war, könnte man das erste Fazit eigentlich fast so stehen lassen. 

Nur eine kleine Sache sollte noch erwähnt werden: Das für mich beste Konzert auf dem Hurricane 2019. Das fand nämlich direkt nach meinem letzten Eintrag statt. Eigentlich zähle ich mich nicht zu den großen The-Cure-Fans. Klar, ich kenne Lieder wie “Friday I’m in love” und “Boys don’t cry”. Aber dann hört es auch schnell schon wieder auf. Dennoch: Was sich da am Abend auf der Bühne ereignet hat, war für mich der professionellste Auftritt auf dem ganzen Festival. Robert Smith trägt alleine schon 95 Prozent des Konzertes durch seine gigantische Stimme und seine unnachahmliche Präsenz auf der Bühne. 

Die restlichen 5 Prozent kamen an diesem Abend durch einen astreinen Sound. Der war bei weitem nicht bei allen Auftritten auf dem Festival so gut. Vielleicht hatten die ihre eigenen Tontechniker dabei. So einen satten, ausgewogenen Klang habe ich auf jeden Fall selten erlebt. Kritiker an diesem Abend habe ich sagen hören: The Cure, die alten Männer da auf der Bühne bringen’s nicht mehr. Und ich sagen: Doch! Ich kenne die Jungs jetzt nicht von damals, aber so wie sie gestern auf der Bühne standen: Wow! Da kann kaum einer der jungen Musiker unter 40 mithalten. 

Und dann? Achja, dann gab es ja noch den zweiten Headliner an diesem Abend. Bei den Foo Fighters war es fast noch voller als bei The Cure. Ich muss allerdings sagen: Meine Musik ist es nicht so. Stimmung gemacht haben die wohl, mich hat es allerdings nicht abgeholt. Ich muss jedoch zugeben, dass ich mich noch nie so richtig mit der Band um Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl beschäftigt habe und an diesem Abend auch schon relativ flott nach den ersten paar Liedern völlig K.O. nach Hause gefahren bin. 

Aber eine Sache, die habe ich sowohl bei The Cure als auch bei den Foo Fighters noch beobachtet: Das Publikum wurde immer älter. Super viele von den Jüngeren sind vor The Cure und den Foo Fighters schon abgereist. Der Altersschnitt ging im Verlaufe des Abends bestimmt noch einmal um fünf bis zehn Jahre runter. Die Foo Fighters konnten dabei noch mehr Jugendliche anziehen als The Cure. 

Jetzt mein Gesamtfazit vom Festival: Ich habe Staub und Hitze lieber als Schlamm und Regen und ich finde kleinere Festivals doch ein bisschen besser als große. Und jetzt das große Aber: Solch hochkarätige Bands, die findet man hier im Norden wohl nur auf dem Hurricane Festival. Deswegen: Wir sehen uns nächstes Jahr in Scheeßel!

Das erste Fazit

Staub, Hitze, Müdigkeit und Sonnenbrände. So lässt sich der letzte Festivaltag in Scheeßel eigentlich gut beschreiben. Ach ja. Und dann war da natürlich noch die Musik. 

Angekommen auf dem Gelände habe ich zuerst Royal Republic für mich entdeckt. Ziemlich geile Musik auf der Hauptbühne. Dann wollte ich mir ALMA im Zelt anschauen. Erstaunlicherweise herrschte dort aber ein so großer Andrang, dass die Sicherheitskräfte den Einlass zwischenzeitig sogar stoppen mussten. 

Eine ziemlich Enttäuschung war dann mein großer Favorit für das Hurricane: Interpol. Genau wie Annenmaykantereit konnten sie irgendwie nicht richtig Stimmung auf die Bühne bringen. Auch das Publikum war heute bei 28 Grad in der Spitze und nach drei Tagen Festival eher auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen zum Dösen. 

Von Interpol bin ich dann ziemlich schnell zu Faber gewechselt. Richtige Entscheidung! Hier war ordentlich was los und die Stimmung war super. 

Gerade bin ich nochmal über den Campingplatz gelaufen. Es liegt viel Müll rum, einige haben schon ihre Sachen zusammengepackt und ins Auto gebracht. Alles Verwertbare, was übrig geblieben ist, wird von Flaschensammlern eingesammelt, die hier zu tausenden sind. Irritierend, dass viele Besucher Ihren Pfand nicht mitgenommen haben. Das Geld könnten Sie gut gebrauchen. 

Ich war schockiert von den Preisen für Getränke und Essen auf dem Hurricane. Ein Bier 0,4 Liter für 4,50 Euro plus 2 Euro Pfand. Eine winzige Falafel-Rolle für 7 Euro. Da rächen sich vielleicht die hohen Standgebühren und Abgaben für die Händler. Zumindest Leitungswasser gibt es überall auf dem Gelände kostenlos. Das wird auch rege genutzt.

Annenmaykantereit und Mumford and Sons

Ein wenig Ernüchterung am Samstagabend. Habe mich wahnsinnig auf Annenmaykantereit gefreut. Aber da war ich scheinbar nicht alleine mit. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Bereich vor der Bühne mit tausenden von Menschen geflutet. Ich wurde immer genervter und bin immer weiter nach hinten gegangen. Betrunkene riefen die ganze Zeit „Es tut mir leid, Pocahontas“. 

Dabei ist das neue Album doch so ruhig! Die Band konnte trotz allem aber auch keine gute Stimmung auf die Bühne bringen. Viel besser im Anschluss: Mumford und Sons überraschte mich positiv. Ich hatte einen viel besseren Platz und die Stimmung war grandios. Geile Musik, aufmerksames Publikum. 

Alle, die einfach nur Bässe zum Tanzen brauchten, waren derweil bei Macklemore. Der hat auch eine fette Show gemacht. Und während in jeder Dorfdisco DJ Udo nach Mitternacht die alten Kamellen hervorkramt, übernimmt die Aftershow-Party beim Hurricane kein Geringerer als Steve Aoki. Was für eine Stimmung! Was für ein Sound! Was für Pyroeffekte! Gegen zwei Uhr dann mit Hunderten anderen am Scheeßeler Bahnhof auf dem Weg nach Hause. Es Pendeln doch mehr Leute zum Festival als gedacht.

Mumford and Sons Konzert

Zu Gast bei CampFM

Wow, ballert das. Sowohl die Sonne als auch der Beat. Nach einem entspannten Einstieg mit SYML auf der Coast Stage bin ich einmal quer übers Gelände zum Festivalradiosender CampFM an der Wild Live Stage gegangen. Dabei bin ich fast in der Sonne verglüht und habe mich bei vielen Besuchern gefragt, ob sie nur so gut gelaunt wegen der Bands und des dritten Festivaltags sind oder ob der Alkohol heute einfach besonders stark wirkt. Während ich jetzt hier im Pressezelt den Text über CampFM und diesen Eintrag schreibe, fällt mir fast das Dach überm Kopf zusammen. Zuerst die Orsons, jetzt die 257ers. Wenn die Stimmung vor der Bühne gerade genau so gut ist, wie der Bass hier die Tische vibrieren lässt, dann… *klapptlaptopzuundrenntzurbühne*

Vorfreude auf The Wombats und Annenmaykantereit

Auf gehts für mich heute am Samstag in Runde zwei, für manch anderen schon in Runde drei. Mittlerweile ist es wieder so warm, dass auch der härteste Partygänger wieder wach sein dürfte. Das Hurricane-Team informiert schon auf allen Kanälen, dass die Besucher genug trinken sollen und die Sonnencreme nicht vergessen. Und so gehts heute bei mir weiter: Um 15 Uhr bin ich gespannt auf den Auftritt von SYML. Dürfte perfekte entspannte Klänge zum schönen Wetter geben. Dann schaue ich noch einmal bei CampFM vorbei, wo mir Moderatorin Melle und ihre Kollegen von ihrer Arbeit auf dem Festival berichten. Ruckzuck will ich danach den Bericht schreiben, um The Wombats und Annenmaykantereit zu sehen. Gerade auf Letztere freue ich mich enorm. Das letzte Album war der Hammer! Schade, dass ich heute Nachmittag Enno Bunger wohl verpasse. Wäre der perfekte Anschluss an SYML gewesen. Aber alles kann man wohl nie haben.

Sicherheit auf dem Hurricane

Erster Eindruck heute übrigens: Krass! Polizeibeamte direkt am Bahnhof, die den Weg sichern. Poller die Lkws am Durchbrechen der Absperrung hindern sollen. Und dann immer wieder wirklich hochgerüstete Polizisten. Ich fühle mich im ersten Moment nicht wirklich sicher, sondern bin eher irritiert, dass ich die Lage scheinbar falsch eingeschätzt habe. Andererseits: Bei einem Festival dieser Größe ist das eine andere Sache als bei einem kleinen Dorffest. Das sieht man schon an dem 21-Jährigen, der nach einer Schlägerei letzte Nacht jetzt in einer Bremer Augenklinik liegt. Hierfür ist es gut, dass Sicherheitskräfte da sind, um möglichst schnell einzugreifen. Direkt am Eingang spreche ich mit einigen der Polizisten. Sie begrüßen mich freundlich. Einer von ihnen ist auch bereit für ein Foto. Später denke ich: Gut zu wissen, dass sie im Ernstfall da sind.

Luxus-Camping auf dem Eichenring

Mein erster Rundgang über das Festival führte mich übrigens nicht über die regulären Campingplätze, sondern direkt in die Luxus-Bereiche des Hurricane-Resorts. Dort stehen fertig aufgebaute Zelte und Hütten. Es gibt WLAN, Strom, richtige Toiletten und Betten mit Matratzen. Zwischendrin sind auch immer wieder selbstaufgebaute Zelte zu sehen. Mitten auf dem Platz steht ein riesiger Pool. In einem der großzügigen Fertigzelte treffe ich Celina, Katharina und Damian, der mit seinen 14 Jahren noch einmal deutlich jünger als die beiden Frauen ist. Ihr Zelt ist nicht nur mit drei Betten ausgestattet. Es gibt auch einen kleinen Kleiderschrank, einen Sitzsack und sogar einen Teppich in der Mitte des Zeltes. Die Drei erzählen mir allerdings, dass das alles auch seinen Preis hat. Eine Kaution mussten sie auch zahlen. Was sie an ihrer Unterkunft am meisten schätzen? Die richtigen Toiletten. Ich bin beeindruckt von der Zeltausstattung, finde es tatsächlich auch ein bisschen cool, bin aber in erster Linie beeindruckt, was für durchschnittlich normale und nette Menschen hier wohnen. Von Snobs und Spießern weit und breit nichts zu sehen.

Luxus-Camping im Hurricane-Ressort

Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
 © Mediengruppe Kreiszeitung
Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
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Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
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Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
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Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
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Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
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Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
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Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
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Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
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Luxus-Camping im Hurricane-Ressort
 © Mediengruppe Kreiszeitung

Poetry Slam auf dem Hurricane Festival

Wow, was schreit der denn da rum? Haben heute sicher viele auf dem Campingplatz gedacht. Auf der Wild Live Stage ging es pünktlich zum Frühstück um 11 Uhr mit einem Poetry Slam los - und das zum Teil ganz schön laut. Ich dachte zuerst, es sei der erste jemals hier auf dem Festival. Unsere Fotografin Ulla stellt klar: Vor ein paar Jahren gab es schon einmal einen kleinen Slam. Da wurde das Mikro durch ein Fahrrad angetrieben.

Poetry Slam am Freitag - ohne Fahrräder, dafür mit vier Künstlern auf der Bühne.

2019 wurde das Fahrrad dann doch durch ein paar große Generatoren ausgetauscht. Auch die Zuschauerzahlen dürften gewachsen sein. Einige hundert Besucher haben sich hier entspannt vor der Bühne eingefunden. Ulla ist beeindruckt, wie viele es sind. Vier Kandidaten treten gegeneinander an. Die Zuschauer werten mit Punktetafeln.

CampFM-Meeting verschoben - so läuft‘s manchmal

So läuft das Leben auf dem Festival auch manchmal. Angekommen bei CampFM haben wir leider erfahren, dass gerade alles ziemlich stressig bei denen ist. Wir haben uns für morgen nochmal verabredet. Der Bericht über den Festival-Radiosender kommt also erst morgen. Die Zeit überbrücken wir mit zahlreichen Fotos und kleinen Geschichten hier bei Kreiszeitung.de für euch.

Luka auf dem Hurricane: Zwischen Bühnengraben und Biertheke

„Da stehen wir nun: Am Tag des kalendarischen Sommeranfangs, bei schönstem Wetter, mitten auf einem der größten Festivals im Norden: dem Hurricane. Und was machen wir? Wir besuchen unsere Kollegen! Herzlich willkommen zu diesem Feed. Ich bin Luka Spahr von der Kreiszeitung und will in den kommenden drei Tagen an dieser Stelle einen persönlichen Einblick von meine Arbeit und natürlich auch meine Freizeit auf dem Festival liefern. Jetzt stehe ich mit meiner Kollegin Ulla Heyne also hier, mitten auf dem Campingplatz, und besuche die Kollegen der Radiozunft. Ein ausführlicher Bericht über den Hurricane-Sender CampFM folgt im Laufe des Tages. Stay tuned!“

Das Line-Up beim Hurricane Festival

Freitag, 21. Juni

DIE TOTEN HOSEN, TAME IMPALA, PARKWAY DRIVE, BILDERBUCH, PAPA ROACH, BOSSE, ENTER SHIKARI, TRETTMANN, CIGARETTES AFTER SEX, UFO361, ALICE MERTON, TEESY, BETONTOD, DIE HÖCHSTE EISENBAHN, LEONIDEN, FRITTENBUDE, POND, FLUX PAVILION, NEONSCHWARZ, SHAME, GURR, BLACK HONEY, #HURRICANESWIMTEAM, POETRY SLAM FEAT. SLAMMER FILET

Samstag, 22. Juni

MUMFORD & SONS, MACKLEMORE, STEVE AOKI, ANNENMAYKANTEREIT, BLOC PARTY, FLOGGING MOLLY, FRANK TURNER & THE SLEEPING SOULS, THE WOMBATS, 257ERS, DESCENDENTS, DIE ORSONS, MUFF POTTER, FÜNF STERNE DELUXE, LA DISPUTE, ME FIRST AND THE GIMME GIMMES, JOHNNY MARR, ZEBRAHEAD, SCHMUTZKI, MONTREAL, PASCOW, IDLES, ENNO BUNGER, SYML, MOGUAI, RAZZ, ALEX MOFA GANG, THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM, ROSBOROUGH, STEINER & MADLAINA, THE DIRTY NIL, ABRAMOWICZ, ULF, HIGHHEELSNEAKERS

Sonntag, 23. Juni

FOO FIGHTERS, THE CURE, INTERPOL, WOLFMOTHER, THE STREETS, CHRISTINE AND THE QUEENS, ROYAL REPUBLIC, FABER, BAUSA, OK KID, ELDERBROOK, YUNG HURN, YOU ME AT SIX, BEAR'S DEN, GROSSSTADTGEFLÜSTER, LAUV, ALMA, MAVI PHOENIX, THE GARDENER & THE TREE, SKINNY LISTER, SWMRS, DANGER DAN, SOOKEE, TEN TONNES, THE SHERLOCKS, LION, SEA GIRLS, POETRY SLAM FEAT. SLAMMER FILET

Warm-Up-Party am Donnerstag

QUERBEAT, MONTREAL, RADIO HAVANNA, BEAUTY & THE BEATS, D.KLANG, MASSENKARAOKE MIT DEN HANSEMÄDCHEN

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