CampFM und die kleine Legende

Musik und Infos für alle: Das Hurricane-Radio sendet aus dem Container

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Im Container vereint: Melle, Grone, Textautor Luka, Fabian und Stoffi.

Ein Radio in einem Container, bei dem man einfach am Fenster klopfen kann und bei dem man, wenn man etwas Kluges zu sagen hat, direkt live „on air“ gehen kann. Klingt spartanisch und ein wenig planlos, ist es auch. Aber für’s Hurricane Festival in Scheeßel reicht es oder ist vielleicht sogar genau das Richtige. Was alteingesessene Radiomoderatoren jetzt komplett in die Verzweiflung stürzen dürfte ist bei CampFM Programm.

Der Container steht auch noch direkt neben einer großen Bühne mit lauter Musik. Von ruhiger Studioatmosphäre also weit und breit nichts zu sehen. Hier kracht auch mal ein Gitarrensolo in die Moderation oder eine wichtige Ansage wird durch lautes Grölen unterbrochen. In dem Container mit dem großen aufblasbaren Radio auf dem Dach sitzen Grone, Stoffi, Melle und Fabian. Sie sind die Köpfe hinter dem Radiosender CampFM, der zwar ganzjährig auf Sendung ist, zur Festivalsaison aber erst seine ganze Wirkung entfaltet. Auf der UKW-Frequenz 92,7 sendet das Team seit 2010 rund zehn Kilometer um den Eichenring sein Programm zum Hurricane. Vormittags geht‘s los - die Sendung laufen bis in den Abend hinein.

Von Müdigkeit ist allerdings nichts zu sehen, als die vier zum Gespräch mich hinter ihren kleinen Container einladen. Auf Bierbänken und bei einem Eis erzählen sie, wie sie regelmäßig zur Festivalsaison ihre angestammten Berufe verlassen und in den kleinen Wohnwagen direkt hinter dem Sende-Container einziehen. Wenn sie nicht gerade „on air“ auf dem Festival sind, heißen sie eigentlich Christina Gronwald, Christoph Karrasch, Melle Lenz und Fabian von Dawans und arbeiten bei Deltaradio, dem NDR, ProSieben und dem Inselradio auf Lanzarote. Melle erklärt: „Ich arbeite bei Deltaradio, also auch für normales Radio, nur halt in einem festen Studio und nicht auf dem Acker. Die Leute, die dort anrufen, sind außerdem in der Regel nüchtern.”

Programmplan bei CampFM eher unwichtig

Aber dieser Job wie auch die richtigen Namen der vier sind auf dem Festivalgelände wohl erstmal genau so unbedeutend wie ein fester Programmplan. Den gibt es nämlich auch nicht. „Viele fragen immer: ,Was sind denn so eure Programminhalte?`. Da muss man leider am Morgen sagen: ,Ich habe keine Ahnung´”, so Melle. 

Hurricane Festival 2019 - liebenswerte Chaoten auf dem Festival

Hurricane 2019 - liebenswerte Chaoten auf dem Festival

Während Grone und Stoffi den meisten Festivalbesuchern als Moderatoren bekannt sein dürften und Fabian der Techniker des kleinen Studios ist, hält Melle eher im Hintergrund die Fäden in den Händen. So treffen etwa bei ihr auch die WhatsApp-Nachrichten und Anrufe im provisorischen Sendestudio ein. Wer zu faul ist, um zum Fenster am Studio zu kommen, schreibt einfach eine Nachricht an 0160/93103074 und kann damit sogar im Programm landen. Das ist genau so spontan wie es klingt.

Wenn man aber noch einmal genau nachhakt, kann man das Programm schon ein wenig eingrenzen. Neben viel, viel Musik geht es etwa um die Bands auf dem Festival, Stimmen der Besucher, Tipps zur Anfahrt und natürlich auch wichtige Ansagen vom Veranstalter. Deswegen ist das Radio, das als Marke parallel auch auf vielen anderen Festivals zum Einsatz kommt, auch fester Bestandteil des Sicherheitskonzepts. 

Fotos vom Hurricane-Infield am Samstag

Fotos vom Hurricane-Infield am Samstag
 © Ulla Heyne
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 © Ulla Hey ne
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 © Ulla Heyne

2016 etwa, als das Hurricane Festival im wahrsten Sinne des Wortes einen Hurricane erlebte und im Regen versank, da war das Radio wichtig, um alle Besucher zu erreichen. Gerade wenn die Handynetze überlastet sind - und das sind sie oft. Eine Botschaft, die die Moderatoren damals immer wiederholten: Am sichersten seid ihr im Auto. Und als sie da so im strömenden Regen saßen, erzählt Stoffi, kam ein wenig die Langeweile auf. 

Alle Infos zum Hurricane Festival in unserem Live-Ticker.

Aus einem Hurricane wurde eine kleine Legende

Während die Besucher in ihren Autos saßen und teilweise laut im Auto gemeinsam die Lieder mitsangen, habe er sich seine Ukulele geschnappt und aus dem geflügelten Satz „Am sichersten seid ihr im Auto” einen kleinen Song gebastelt. Der wanderte natürlich gleich ins Radio und prompt haben sich damals die Festivalbesucher per WhatsApp eingeschaltet und Songzeilen beigesteuert. Da habe es nicht lang gedauert und es war ein neuer Song geschrieben, so Stoffi. 

Nur wenige Zeit später war der Song auf einmal bei Spotify in den Charts auf Platz 1. Heute singt Stoffi das Lied vor Tausenden Besuchern auf der Hurricane-Hauptbühne. Er ist Sänger des Hurricane-Swim-Teams und Teil einer kleinen Legende. Einer Legende, die ihren Ursprung bei CampFM fand.

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