Einmal Bahnhof – Bändchenzelt bitte

Hurricane: Bollerwagenkids leisten Knochenarbeit für wenige Euro pro Fahrt

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Anton Mittelstädt fährt mehrere Touren, um ein schönes Sümmchen zu erwirtschaften.

Früher sah man sie an wenigen Tagen im Jahr zu dieser Zeit zu Dutzenden, heute scheinen sie fast ausgestorben: die Bollerwagenkids des Hurricane-Festivals.

Scheeßel - Für die Kinder und Jugendlichen des Beekeorts war es jahrzehntelang eine verlässliche Einnahmequelle: Bollerwagen oder Fahrradanhänger hinters Rad oder die eigenen Muskeln gespannt (einige Jahre lang war sogar ein Rasenmähermann am Start), vielleicht noch ein Schild mit „Hurricane-Express“ oder ähnlich basteln, und los ging‘s. 

Tausende mit der Bahn oder dem Auto anreisender Besucher nahmen ihre Dienste gern in Anspruch und ließen sich ihr Gepäck für ein paar Euro bis zum Campingplatz befördern.

Kids leisten harte Knochenarbeit

Eine Fahrt kostet je nach Strecke und Verhandlungsgeschick heute fünf bis zehn Euro, dafür sind die dienstbaren Geister schon mal eine halbe Stunde auf dem Gelände unterwegs. Am Ende sind Tageseinnahmen von 150 Euro keine Seltenheit, harte Knochenarbeit, Muskelkater, Regen- und Bierduschen inklusive.

Für Anton Mittelstädt läuft es am ersten Anreisetag gut: Bei dem 13-Jährigen fielen die letzten beiden Schulstunden aus; entsprechend eher war er am Start. 

Einige Touren zwischen Bahnhof und Bändchenzelt hat er schon mit seiner vom Anhänger aufgemotzten Sonderkonstruktion absolviert. Sie leistet ihm nun schon im dritten Jahr gute Dienste. Seine „Kunden“ seien bis jetzt alle sehr nett gewesen, „bei der letzten Fahrt gab´s sogar zwei Euro Trinkgeld!“

Alle Infos zum Hurricane findet ihr in unserem Ticker.

Besucher bringen immer weniger Vorräte mit

Auch Antons Kollegen treten kräftig in die Pedale.

Später wollen auch andere Kumpels aus der Klasse kommen. Sie werden sich in die Schlange derer einreihen, die am Bahnhof auf Kundschaft warten – dem Campingplatz-Supermarkt ist es wohl geschuldet, dass die Besucher immer weniger Vorräte von Zuhause mitnehmen. 

Wie oft er heute noch fahren will? „Mal sehen, vielleicht bis es dunkel wird.“ Und allgemein? „Ein, zwei Jahre bestimmt noch.“ Dann ist Anton selbst im besten Hurricane-Alter.

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