Kultur beim Festival - und andere Ärgernisse

Tickt´s noch? - das etwas andere Hurricane-Blog

Das Hurricane Festival läuft an und das Wetter erst einmal Amok. In Scheeßel herrschst auch 2018 der ganz normale Wahnsinn. Was sonst nicht berichtet wird (bestimmt, weil es einfach nicht zu glauben ist), lest ihr in diesem etwas anderen Festival-Blog.

***Sonntag, 14 Uhr, Mareike Bannasch

Einhörnerstempeln ödet dich an? Bemalte Brustbeutel brauchst du auch nicht? Dann hat das Hurricane genau das Richtige für dich: Eis. Ja, Eis. Von der besten Manufaktur der Welt, McDonald's. 

Wenn die Aktion „My McFlurry“ gut anläuft, soll es im kommenden Jahr weitere kreative Entfaltungsmöglichkeiten geben: Festival-Burger (die Reihenfolge der Käsescheiben und Wurstlappen ist frei verfügbar), Eichenring-Zuckerwatte (mit drei knalligen Farben sowie jede Menge Glitter zur Auswahl) oder Karies-Brause (vier klebrige Farbstoffe frisch aus dem Einhorn-Euter). 

***Sonntag, 13 Uhr, Ulla Heyne

Ihr vermisst den Steinzeitmann, die Riesenameisen, den Minibus oder die Omas auf ihren fahrenden Koffern? Wir auch! Versprochen hatte der Veranstalter keine Veränderungen bei den Walk Acts. Fakt: Auf dem Festivalgelände zwischen Green und Blue Stage, dem natürlichen Habitat der schrägen Besucher, wurden lediglich am Freitag einige lila Stelzenläufer gesichtet. 

Gerücht: Die Walk Acts haben das gemacht, was sie am besten können: weggehen. Einige der ausgebüchsten Hingucker sollen bei Soltau an der A1 gesichtet worden sein. Für die lila Stelzenläufer besteht keine Gefahr: die Heimreise in den Europapark Rust (so die unübersehbare Heimatadresse) ist, selbst mit Riesenschritten, zu weit.

***Sonntag, 10.40 Uhr, Ulla Heyne

Angebotserweiterung

Nachdem die Fans sich an mehreren Ständen mit Artikeln des täglichen Festivalbedarfs eindecken können (Gummistiefel, Luftmatratzen, Pavillons), ist nach eingehender Marktanalyse nun eine Erweiterung der Produktpalette geplant. In Zukunft sollen auch Shisha-Pfeifen, Beate-Uhse-Puppen und Einhorn-Onesies und Gaffatape mit dem Aufdruck „Free Hugs“ angeboten werden, „halt die Grundausstattung“, so ein Sprecher.

Gegen den Kommerz, Ulla Heyne

Das linke Bündnis „Gegen Kommerz“ hat das Festival scharf kritisiert. Es sei ein Unding, dass mit dem Bedürfnis der Menschen Rockmusik Geld gemacht werde, so ein Sprecher. Er forderte die Umwandlung des Festivals in einen gemeinnützigen Verein. Weitere Forderung: Verbot des Tragens von Merchandise aus dem aktuellen Jahr – dies führe zu nicht wiedergutzumachenden Imageschäden in punkto Coolnessfaktor. Darüber hinaus solle Kreativität wieder belohnt werden: Ähnlich wie beim Müllpfand soll unter dem Stichwort „Einhornpfand“ eine Prämie eingeführt werden, die kostümierte Besucher belohnt.

***Samstag, 17.17 Uhr, Mareike Bannasch

Der Vorteil Papierband, Mareike Bannasch

Seit Jahren beschwert sich die Pressemeute, dass sie statt Stoffbändern nur hässliche Attrappen aus Papier für den Aufenthalt auf dem Eichenring bekommt. Mobbing? Missachtung? Presse-Disse ? Ganz im Gegenteil: Was vielen nicht wissen, Armbänder sind Nährboden für Keime, Seuchen, vielleicht sogar den qualvollen Tod. Wenn sich nur einer im Pressezelt ansteckt, fällt auch der Rest wie die Fliegen. Also sind die Papierfetzen vor allem eins: Ein Beitrag zur Arterhaltung.

Hilfe gegen den sicheren Tod: Hurricane-Papierbändchen.

***Samstag, 14.50 Uhr, Ulla Heyne

Zweitvermarktungskonzept

Noch ist das neue Marketingkonzept nur ein Gerücht – doch dass die Hurricane-Organisatoren nach der Erschließung neuer Zielgruppen schielen (siehe Platin Lounge für das Hamburger Derby-Publikum), ist Fakt. Gemunkelt wird, dass das neue Konzept Pauschalangebote für Junggesellenabschiede und Kindergeburtstage vorsieht. In Erprobung sind neben Rutsche und Riesenrad neuerdings auch Leuchtebecher, Konfettikanonen (gegen Aufpreis) und Seifenblasenduschen, die nach ersten Erkenntnissen sehr gut angenommen werden. Strittig ist allerdings die Frage, ob sowohl für die Kinder als auch die Junggesellen ein sogenannter „Muttizettel“ vorgeschrieben werden soll.

*** Schweigende App, Ulla Heyne und Mareike Bannasch

Das Schweigen der Lämmer, der Einhörner (die paar, die noch am Start sind) oder gar der Veranstalter? Im falschen Film jedenfalls könnte man sich wähnen, wenn man bedenkt, mit wie viel Energie die Hurricane-Macher im Vorfeld die im Vorjahr ins Leben gerufene festivaleigene App gepusht haben. Und nu? Das Schweigen im Walde. Das Letzte war der Hinweis am Donnerstag, die Regenjacke anzuziehen: Es gäbe Regen. Liegt´s an den fehlenden Katastrophen? Oder daran, wie hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, dass eine Hackertruppe namens „Klappe jetzt“ sich ins System gehackt hat, um sämtliche Staumeldungen an den Einlässen, Angebotsdurchsagen für Bierhuschen und ähnliches zu unterbinden? Oder einfach daran, dass es wegen der spärlichen Besucherzahlen einfach keine Engpässe gibt? Egal – wir bleiben dran.

Schweigt sich aus: die Hurricane-App.

***Samstag, 12.50 Uhr, Ulla Heyne

Rüge vom Gewerbeaufsichtsamt

Die zunehmende Anzahl an Bändchen für die verschiedenen Bereiche bringt die Securitys am Einlass an ihre Grenzen. Nun hat sich auch das Gewerbeaufsichtsamt eingeschaltet: Die Anzahl der an einem Handgelenk angebrachten Bändchen pro Festival soll auf 27 begrenzt werden. „Mehr ist den Securitys nicht zuzumuten“, so eine Behördensprecherin. Falls dies nicht eingehalten werde, „dann müssen wir in Zukunft auf einem Befähigungsnachweis der Mitarbeiter bestehen“, so die deutliche Ansage. Angedacht seien Tests vergleichbar mit den einschlägigen Intelligenztests für Piloten oder mindestens ein Master-Abschluss. Auch der Gleichstellungsbeauftragte der örtlichen Gemeinde begrüßt das Vorhaben: „Sonst werden Besucher mit kurzen Unterarmen diskriminiert“, so das Argument, „bei einigen reichen die Bändchen schon bis zum Oberarm.“

*** Freitag, 17.50 Uhr, Ulla Heyne

Angebot für Hurricane-Swimteam

Der mit Spannung erwartete zweite Song des Hurricane-Swimteams, der zur offiziellen Eröffnung auf der Green Stage vorgestellt wurde, hat nicht nur bei Festivalbesuchern für Begeisterung gesorgt. Dank der Livestreams einiger großer Medien sind auch andere Segmente der Musikwelt auf die Hamburger Hitschmiede aufmerksam geworden.

Im Gespräch sind Auftritte bei Florian Silbereisens „Herbstfest der Volksmusik“, in der Hamburger Plattenkiste sowie Anfragen für einen Beitrag für den nächsten Eurovision Song Contest aus Molwanien und Nerbien-Montesegro.

*** Freitag, 14.08 Uhr, Ulla Heyne

Anreiseärger

Nachdem der Graumarkt um die „Anreisetaxis“ bereits in der Vergangenheit für Aufsehen gesorgt hatte (Stichwort „Bollerwagenmafia“) geraten die flinken Boten, zumeist Kinder und Jugendliche, nun erneut in den medialen Fokus. Unmut regt sich bei den sie begleitenden Eltern, die oft stundenlang am Bahnhof stehen, um das Wohlergehen der Kinder zu überwachen, aber auch die Preisverhandlungen mit den Besuchern zu steuern. 

„So geht das nicht, ich bin fix und fertig“, so eine Scheeßeler Mutter, die aus Angst vor Repressalien ihres Filius anonym bleiben möchte. Sie fordert, wie viele Betroffene, geregelte Arbeitszeiten („Bis zur Tagesschau mach ich das, aber dann ist Schluss!“), einen Unterstand sowie eine Gewinnbeteiligung von mindestens zehn Prozent. Der radikalen Forderung nach Campingstühlen und Thermoskannen mögen sich die meisten Eltern nicht anschließen: „Wir wollen es ja nicht übertreiben“, so eine der gemäßigten Stimmen. Geplant ist die Gründung einer Müttergemeinschaft.

*** Freitag, 10 Uhr, Ulla Heyne

Verwirrung um Sirene

Pünktlich um 10 Uhr wurde die Sirene des Hurricane Festivals getestet. Dies führte bei vielen Besuchern allerdings zu einiger Verunsicherung. Einige hielten den Dezibeltest für das letzte DJ-Set der Motorbooty-Party und versammelten sich dort zum Weitertanzen, andere für den ersten Auftritt auf der Greenstage, nämlich den neuen Song des Hurricane Swim Teams, und verlangten Einlass zum bislang noch gesperrten Infield. Trotz kleiner Tumulte soll die Security an den Eingängen alles im Griff gehabt haben.

*** Freitag, 8.58 Uhr, Ulla Heyne

Noch ist das neue Marketingkonzept nur ein Gerücht – doch dass die Hurricane-Organisatoren nach der Erschließung neuer Zielgruppen schielen (siehe Platin Lounge für das Hamburger Derby-Publikum), ist Fakt. Gemunkelt wird, dass das neue Konzept Pauschalangebote für Junggesellenabschiede und Kindergeburtstage vorsieht. 

In Erprobung sind neben Rutsche und Riesenrad neuerdings auch Leuchtebecher, Konfettikanonen (gegen Aufpreis) und Seifenblasenduschen, die nach ersten Erkenntnissen sehr gut angenommen werden. Strittig ist allerdings die Frage, ob sowohl für die Kinder als auch die Junggesellen ein sogenannter „Muttizettel“ vorgeschrieben werden soll.


*** Donnerstag, 14.23 Uhr, Ulla Heyne

„Sunside“ statt „Hurricane“

Lange hatten die Organisatoren überlegt, wie dem jährlichen norddeutschen Schlechtwetterphänomen von genau vier Tagen Mitte Juni beizukommen ist. Eine Terminverschiebung kommt nicht infrage - der internationale Buchungszirkus von Headlinern mit Festivals wie Roskilde, Glastonbury & Co. lässt es nicht zu. 

Just, nachdem vor rund einer Stunde durch den aufgezogenen Sturm bei Lauenbrück ein Baum auf die Anfahrtstrecke gefallen war, sind findige Köpfe nun auf die Lösung des Dilemmas gekommen: Das „Hurricane“ wird umbenannt! Erste Vorschläge sind „Sunside“, „Flautenfest“ und „Brisenbiege“. Die Organisatoren möchten sich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht offiziell äußern – vermutlich werden die Vorschläge zunächst einer Marktumfrage zur Besucherakzeptanz durch die Marketingabteilung unterzogen.

*** Donnerstag, 13.45 Uhr, Ulla Heyne

Sag mal, geht´s noch? Da gibt eine Kulturredakteurin Hurricanetipps – und findet Feine Sahne Fischfilet doof? Ja, kann die Alte überhaupt über Musik schreiben? Die ist doch bestimmt jenseits der 30!

Die Güllestürmer in den unsozialen Netzwerken haben recht: Geht ja gar nicht! Und überhaupt: Frauen, die über Musik schreiben, wo die meisten Bands doch Kerle sind… Womöglich schreibt die noch über Reggae – dabei ist die weiß wie ein Ikea-Spannbettlaken. Mann, Mann, Mann!

hey

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Hamas ruft Gaza-Waffenruhe mit Israel aus

Hamas ruft Gaza-Waffenruhe mit Israel aus

Horror-Crash auf der A81 am Samstag - die Bilder

Horror-Crash auf der A81 am Samstag - die Bilder

Fotostrecke: Werder beim Blitzturnier in Essen

Fotostrecke: Werder beim Blitzturnier in Essen

Deichbrand 2018: Beste Stimmung auf den Campingplätzen

Deichbrand 2018: Beste Stimmung auf den Campingplätzen

Meistgelesene Artikel

Aldi auf dem Deichbrand - Mega-Discounter vertraut auf Paletten-Charme

Aldi auf dem Deichbrand - Mega-Discounter vertraut auf Paletten-Charme

Baustellen und Ersatzverkehr auf dem Weg zum Deichbrand

Baustellen und Ersatzverkehr auf dem Weg zum Deichbrand

Hier kannst du das Deichbrand Festival im Livestream verfolgen

Hier kannst du das Deichbrand Festival im Livestream verfolgen

Der Freitag beim Deichbrand Festival: Glückssteine und Bieryoga

Der Freitag beim Deichbrand Festival: Glückssteine und Bieryoga

Kommentare