Polizei führt in Sottrum Drogenkontrollen durch

Mit Spürnase und Hightech bei der Hurricane-Anreise

+
Spürhund Croc kommt nur in konkreten Verdachtsfällen zum Einsatz. Trotzdem gab es für den Rüden gestern Nachmittag in Sottrum einiges zu tun.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Auch in diesem Jahr führt die Anreise viele Hurricane-Besucher von der Autobahn 1 durch Sottrum zum Scheeßeler Eichenring. Im Wieste-Ort selbst haben am Donnerstagnachmittag Rauschgiftexperten der niedersächsischen Polizei Stellung bezogen und mehrere Stunden lang Festival-Fans auf Drogen hin kontrolliert.

Auf der Bundesstraße 75 quer durch den Sottrumer Ortskern fließt langsam der Anreiseverkehr zum Hurricane-Festival in Scheeßel. Am Straßenrand in Höhe der alten Turnhalle steht ein Polizist, der sich immer wieder den fahrenden Autos entgegenstellt. Er hebt seine Kelle, lässt den Fahrer langsam heranfahren. Nur einen Augenblick lang hat er Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Ein Fahrer weicht dem prüfenden Blick des Beamten aus. Das reicht dem Polizisten, er winkt das Auto aus dem Verkehrsfluss zur Drogenkontrolle beim Schützenhaus.

Wer kontrolliert wird und wer nicht, entscheidet der Polizeibeamte nach Bauchgefühl. Bei der Hitze wechseln sich die Polizisten in regelmäßigen Abständen ab. Auf der Wiese hat gerade Spürhund Croc seinen Einsatz. Er wirkt hektisch, während er durch einen roten Golf tigert und alles beschnüffelt. Draußen liegt das Gepäck der Reisegruppe, auch das wird eindringlich von Croc geprüft.

Die Entscheidung, ob er ein Auto herauswinkt, fällt der Beamte in einem kurzen Augenblick – und vertraut dabei auf seinen Instinkt.

Der Rüde muss nicht bei jedem Fahrzeug ran, sondern nur, wenn die Polizisten den konkreten Verdacht haben, dass ein Fahrer oder Mitfahrender unter den Einfluss von Rauschmitteln steht oder mitführt. „Alles andere wäre unverhältnismäßig“, erklärt Einsatzabschnittsleiter Marcel Mehmen. Bei etwa zehn Prozent der kontrollierten Autos, schätzt er, werden die Beamten auch fündig.

Drogenkontrolle bei der Hurricane-Anreise

Der rote Golf gehört zu eben jenen zehn Prozent. Marihuana, Amphetamine – „die üblichen Verstöße“, sagt Mehmen. Die Hurricane-Besucher hatten noch versucht, das Marihuana unter dem Sitz zu verstecken, zudem fanden die Beamten heraus, dass zwei von ihnen berauscht waren. Die Fahrerin gab außerdem zu, vor einigen Tagen einen Joint geraucht zu haben. Blut- und Urintests müssen jetzt alle über sich ergehen lassen. Die Drogen werden von den Beamten einkassiert. Nach der Kontrolle dürfen die Festival-Fans weiter Richtung Eichenring fahren. Trotzdem werden die Beamten Ermittlungsverfahren wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz einleiten. Ein bisschen abseits des Geschehens steht ein grauer Transporter – das mobile Labor des Landeskriminalamts (LKA). „Damit können wir unbekannte Substanzen forensisch sicher bestimmen“, sagt Christian Vidal, der Dezernatsleiter Chemie beim LKA. Je nach Komplexität dauere das 15 bis 60 Minuten.

Eine Beamtin prüft im mobilen Labor des LKA mit einem Infrarotspektrometer eine verdächtige Substanz. 

Sottrum ist nicht die einzige Kontrollstation der Polizei bei der Hurricane-Anreise. „Wir sind an mehreren Autobahnanschlüssen“, sagt Polizeisprecher Heiner van der Werp, dazu mehrere mobile Teams. Insgesamt rund 50 Beamte sind im Einsatz, weniger als in den vergangenen Jahren, so van der Werp. So würde sich beispielsweise der Zoll nicht mehr an den stationären Kontrollen beteiligen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liverpool kegelt Hoffenheim aus der Champions League - Bilder

Liverpool kegelt Hoffenheim aus der Champions League - Bilder

Blutspuren von toter Journalistin in U-Boot entdeckt

Blutspuren von toter Journalistin in U-Boot entdeckt

Eiskalt oder scharf: Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen

Eiskalt oder scharf: Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen

Kaktusfeigen richtig öffnen

Kaktusfeigen richtig öffnen

Meistgelesene Artikel

Der Reload-Lageplan zeigt, wo es lang geht

Der Reload-Lageplan zeigt, wo es lang geht

Kommentare