Das nächste Mal gerne etwas länger: Clueso auf dem Hurricane

Ein Mann und der Boss

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Die erste Nacht auf dem Hurricane Festival begeistert mit tollen Auftritten von Clueso (Bild) und Imagine Dragons.

Scheeßel - Von Mareike Bannasch. Normalerweise ist so ein Festivalauftritt eher schnöde. Schnell die Band auf die Bühne karren, kurz die besten Hits gepaart mit ein paar Songs vom neuen Album spielen und gut ist. Ganz anders ist die Lage natürlich beim Headliner, die bekommen mehr Zeit, mehr Show – und meistens auch die größere Menge vor der Bühne.

Doch was ist mit all jenen, für die es noch nicht bis ganz oben im Line-Up gereicht hat? Die können mindestens genauso bombastisch auftreten, wie Clueso am Freitagabend beim Hurricane Festival eindrucksvoll beweist.

Dabei hat Thomas Hübner, so sein richtiger Name, eigentlich eine ziemlich miese Platzierung erwischt, parallel zu Green Day soll er spielen. Eine Herausforderung, keine Frage. Aber eine Herausforderung, die gelingt. Ziemlich schnell bilden sich vor dem Einlass zum Bereich direkt vor der Blue Stage lange Schlangen. Bei ihm wollen sie alle ganz vorne mit dabei sein, nicht nur die beseelt lächelnde Busladung voller Schulmädchen, auch die mehr oder weniger harten Kerle versuchen, ganz nah beim gebürtigen Erfurter zu sein. Vielleicht haben sie ja schon gewusst, dass sich Clueso während seiner etwas über einstündigen Show immer wieder auf die Absperrung stellen wird, mit ihnen spricht und sich auch mal einen Hut ausleiht. Kurzum, hier menschelt es ganz gewaltig, während große LED-Leinwände immer wieder in schrillen Farben aufblitzen.

Doch natürlich geht es selbst bei einem Festival nicht ohne eine halbwegs passable musikalische Leistung. Clueso fährt hierfür das ganze Brett auf: eine mehrköpfige Bläserkombo, einen bejubelten Gastauftritt von Klaas Heufer-Umlauf und ein Potpourri aus alten und neuen Hits. Dazu zählt natürlich auch Cello, jener Song, den er vor einigen Jahren gemeinsam mit Udo Lindenberg aufgenommen hat. Der Alt-Rocker von der Elbe ist natürlich nicht in persona dabei, aber immerhin seine Silhouette – auf eine LED-Leinwand projiziert. Eine sympathische Geste an den Urheber dieses grandiosen Songs, während der Flügelhornbläser seinen großen Auftritt hat. Überhaupt, die Bläser. Immer wieder sorgen sie dafür, dass die durchweg intelligenten Texte und gekonnten Rap-Einlagen den passenden Rahmen bekommen. Anklänge an Reggae und wummernder Beat kommen eben sehr viel voluminöser daher, wenn sie live von Bläsern gespielt werden.

Udo Lindenberg und ja, irgendwie auch Klaas Heufer-Umlauf sind ja bereits große Namen. Es geht aber noch eine Nummer größer, so ganz groß. Die Rede ist von niemand anderem als dem Boss: Bruce Springsteen. Nein, nicht was Sie jetzt denken, er ist nicht mit auf der Bühne, Scheeßel ist dann doch vier Nummern zu klein für ihn. Aber Clueso hat einen Song von ihm gecovert, den Klassiker „I'm on fire“. Aber nicht nur dass, er hat ihn auch noch übersetzt. Majestätsbeleidigung? Mitnichten. Die deutsche Version ist mit einem Wort: fabelhaft. Nicht nur, weil Clueso einen kongenialen Saxofonisten an seiner Seite hat. Sondern auch, weil der Sänger dem Song zwar durch die andere Sprache ein neues Gewand verpasst hat, es aber dennoch schafft, die besondere Stimmung dieser Liebeserklärung beizubehalten. Kein Wunder, dass die Masse, die sich seit Beginn des Auftritts stetig vergrößert hat, da jubelt – sie hat allen Grund dazu. Bei so viel Lob muss es doch noch irgendwas Schlechtes geben. Ja, der Auftritt ist viel zu kurz. Ganz im Gegensatz zu dem von Green Day, deren zweieinhalb stündiges Konzert durchaus einige Längen hat.

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