Walking Acts heizen beim Hurricane ein

Party-Grannys auf dem Hackenporsche

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Die Grannys heizen im Backstage-Bereich ein.

Von Johanna Müller. Für Stimmung sorgen beim Hurricane Festival nicht nur die Musiker auf der Bühne. Auch die Walking Acts verbreiten rund um die Stages gute Laune.

Aufgeregt? Nein, das sind Martin Long und Geof Atwell keinesfalls. Sie ziehen sich lediglich den Lippenstift noch einmal nach und dann geht die nächste Runde am Freitagnachmittag los. Denn die beiden Senioren aus England treten als Granny Turismo, also Party-Omas auf Einkaufstrolleys auf.

Einmal sind die zwei schon über das Festivalgelände beim Hurricane gebraust und haben in viele lächelnde Gesichter geblickt. "Die Auftritte sind unterschiedlich, aber wir haben immer so viel Spaß dabei", sagt der 64 Jahre alte Long. In die Rolle der Oma Margery Long, mit der er übrigens nicht verwandt ist, schlüpft er am liebsten. 

Das Duo hat auch Engel und Wassermänner im Repertoire, doch die Tage als Granny Tourismo bereiten ihnen die meiste Freude. "Außer wenn es einen Crash gibt", sagt der 67-jährige Atwell. Doch nur selten machen ihre Trolleys Probleme, die übrigens keine versteckten Segways seien. Das versichern zumindest die Künstler.

Auszeit mit Yoga

Im Backstage-Bereich des Hurricane erholen sie sich zwischen den Auftritten. Sie entspannen auf modernen Lounge-Möbeln aus Paletten, trinken Kaffee und halten auch mal einen kurzen Plausch mit Musikern wie Clueso oder Klaas Heufer-Umlauf.

In der Pause werden aus den Grannys wieder die echten Kerle Martin Long (links) und Geof Atwell - naja, fast. 

Auch Job Temberge vom Team Close Act kommt hier zur Ruhe. Der Niederländer, der seit einigen Jahren seinen 32. Geburtstag feiert, ist zum ersten Mal beim Hurricane dabei. Er und seine zwei Kollegen treten mit den sogenannen i-Puppets auf. Die großen Puppen, die an Außerirdische erinnern, kommen gut bei den Hurricanern an. "Die Leute spielen gerne mit uns", sagt der Künstler.

Während er nach einer kurzen Erfrischung gerne gleich wieder raus ins Getümmel möchte, entspannt einer seiner Teamkollegen bei etwas Yoga. Die Auftritte sind anstrengend, aber zu lang dürfen die Pausen nicht sein, findet Termberge. "Man darf die Spannung nicht verlieren."

Job Temberge mit seiner i-Puppet.

Europäische Crème de la Crème

Wer von den insgesamt fünf Walking Acts beim Hurricane wann und wo auftritt, hat Sven Lackmann ganz genau im Blick. Mit seiner Firma Eventsolutions bespielt er bereits zum sechsten Mal das Infield mit besonderen Künstlern aus ganz Europa. "Die sieht man nicht auf jedem Straßenfest", sagt der Eventmanager, der sich mit der Planung viel Mühe gegeben hat. Und das zahlt sich jetzt aus: "Wenn ich meinen Job im Vorfeld gut mache, läuft es auf dem Festival selbst entspannt für mich".

Also sitzt Lackmann ebenfalls auf den Paletten-Sesseln und behält die Übersicht. Seine Kollegin tut das gleiche beim Southside, dort gibt es ein ähnliches Programm. Beim Hurricane dabei zu sein, ist für den Hamburger, der in Bomlitz bei Walsrode geboren wurde, immer wieder ein tolles Erlebnis. "In der Schulzeit habe ich hier gefeiert, heute darf ich selbst mitmischen."

Party mit den Grannys

Die Ruhe im Backstage-Bereich ist vorbei, die Grannys gehen wieder auf Tour. 

Die Grannys heizen im Backstage-Bereich ein.

Mit Partymusik und viel Tempo drehen sie ihre Runde durch die Paletten. "Die Leute lieben die Grannys, egal ob Jung oder Alt - alle freuen sich", verrät Long. Und auch das Duo liebt die Grannys.

Auf dem Infield heizen sie dann ihrem Publikum richtig ein. Sie tanzen, klatschen sich mit den Festivalisten ab und machen Selfies mit ihnen. So eine Oma wünscht sich wohl jeder. "Ich finde die total toll", sagt Larissa aus Düsseldorf. Auch Harm aus Fintel bleib stehen. Seine Reaktion: "Ein bisschen Quatsch gehört beim Festival dazu."

Hurricane Festival: Walking Acts heizen ein

Hurricane-Festival: Konzerte am Freitag

Camping-Bilder vom Freitag

Das Hurricane von oben

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