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Mein Hurricane: Marvin hängt an der Green Stage

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Scheeßel - Von Marvin Köhnken. Im vergangenen Jahr sind wegen des Wetters einige Auftritte von Bands ausgefallen, die ganz klar auf meiner Must-See-Liste eines gelungenen Hurricane-Festivals stehen. In diesem Jahr stehen ein paar von ihnen wieder am Eichenring auf der Bühne.

Nichts deutet darauf hin, dass dieses Mal erneut die Sintflut über das Festival hereinbricht. Beides kommt meiner persönlichen Line-Up-Planung sehr entgegen.

Marvin Köhnken will rocken. 

Für mich ist in diesem Jahr der Freitag der Tag, an dem ich gleich zu Beginn des regulären Bühnenbetriebs voll auf meine Kosten kommen werde – und an dem ich auch gleich drei Bands hintereinander weg empfehlen möchte. Den Rest des Festivals werde ich dann mit dem Entdecken neuer Bands verbringen und die bekannten Gesichter weitgehend meiden.

„I've got to rock!“, heißt es gleich zum Auftakt auf der Green Stage mit Danko Jones. Da erinnere ich mich an gute alte Hard-Rock-Zeiten und muss nicht so viel darüber nachdenken, was die Band da auf der Bühne eigentlich von mir will – ich höre in jedem Riff, dass dort oben schweißtreibender Rock dazu auffordert, den Ärger des Alltags zu vergessen.

Viel Freude zum Start

Okay, für die Attitüde von Frontmann Danko Jones (wie die Band, lässt sich gut merken) mag es um 16 Uhr eigentlich noch ein wenig früh sein, als Opener rechne ich aber mit viel ausgelassener Freude vor und auf der Bühne. In gewisser Weise übernimmt die Gruppe aus Kanada den Part, den 2016 Royal Republic innehatte: Straight forward – selbstironisch – und garantiert partytauglich.

Weil das ewige Hin und Her von Bühne zu Bühne nun gar nichts ist, was ich mir beim Hurricane unbedingt geben muss, bleibe ich im Anschluss direkt vor der Green Stage. Und versuche ab 17.10 Uhr Frank Turner und The Sleeping Souls zu genießen. Keine Frage, Turner hat was zu sagen, er bringt es rüber und geht seinen Weg. Nur – ich habe ihn zuletzt weniger genossen als in der Frühphase seiner Karriere. Da waren die Bühnen noch kleiner, die Verstärker leiser und von einer Band gab es auch noch nichts zu hören.

Nun heißt das aber nicht, dass Frank Turner sich dadurch disqualifiziert hätte, dass er und seine Musik auf die großen Bühnen gewechselt sind. Um zu erfahren, wie er auf dem Hurricane funktioniert, ist es allemal wert, seinen Auftritt zu sehen. Auch auf seinen Platten ist seine Musik als Rock-Mischung mit Einflüssen aus Folk und Punk über jeden Zweifel erhaben. Seinen Gig zu verpassen wäre zumindest grob fahrlässig, zumal er im vergangenen Jahr wegen des Unwetters am Samstag nicht zu Zuge gekommen war. 

Kaum bewegt und viel erlebt

Weil aller guten Dinge nun einmal drei sind, folgt für mich sodann mein persönliches Highlight des diesjährigen Hurricane-Festivals: die Folk-Rocker Flogging Molly – ab 18.25 Uhr eine Stunde lang auf der Green Stage, an der ich mich mittlerweile wohl schon blind auskennen sollte. Nachdem es 2016 nicht mit einem Auftritt geklappt habe, haben die Musiker aus Los Angeles in diesem Jahr sogar ein brandneues Album im Gepäck, das es für mich ohne Zweifel mit den frühen Werken der Band aufnehmen kann.

Etwas weniger Druck, etwas mehr traditionell irische Elemente – und mit dem irischen Sänger Dave King in gewohnt guter Form, verbindet Flogging Molly gehaltvolle Texte mit eingängigen Rhythmen. Immer wieder wird es dabei auch persönlich, das Schicksal von Kings Familie spielt in seiner Musik eine besondere Rolle. Auf der großen Bühne spielt das natürlich weniger eine Rolle, die Kraft in den teils höchst politischen, teils heilkräftigen Texten greift aber ohne Zweifel um sich. „Life is Good“ heißt das neue Album – wenn ich Flogging Molly höre, bin ich überzeugt, dass es stimmt. 

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