„Ich glaube, wir haben das wieder gerockt“

Bilanz: Hurricane-Festival geht friedlich zu Ende

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Feuerwehr-Sprecher Thomas Opitz (r.) und die übrigen Festival-Verantwortlichen zogen am Sonntag ein positives Hurricane-Fazit.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Drei Tage lang hat ganz Norddeutschland auf den Scheeßeler Eichenring geblickt, nun blicken die Organisatoren zurück. Rund zwölf Stunden vor dem offiziellen Ende des 21. Hurricane-Festivals zogen Veranstalter, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst am Sonntag ein positives Fazit.

„Ich glaube, wir haben das wieder gerockt“, sagte FKP-Geschäftsführer Stephan Thanscheidt vor der versammelten Presse und bedankte sich bei der Hurricane-Community für einen gelungenen Party-Marathon.

Der begann bekanntermaßen turbulent, denn schon bei der Anreise am Donnerstag wurden die Festivalfans wegen Starkregen und Hagel ordentlich nass. Angesichts des Unwetters hätten die Einsatzkräfte der Scheeßeler Gemeindefeuerwehr alle Hände voll zu tun gehabt, galt es doch, unter erschwerten Bedingungen – auch dieses Mal kam der Verkehr rund um das Gelände zeitweise komplett zum Erliegen - die Zufahrtsstraßen von umgestürzten Bäumen zu befreien, bilanzierte Sprecher Thomas Opitz. Im weiteren Verlauf sei man weit weniger gefordert gewesen. Opitz sprach am Nachmittag von bisher drei kleineren Brandeinsätzen.

Sicherheit spielt eine große Rolle

Dass dieses Mal natürlich die Sicherheit eine große Rolle gespielt habe, erklärte Heiner van der Werp, Sprecher der Polizei. „Man hat es ja auch gesehen: wir waren mit mehr und zum Teil auch anders bewaffnetem Personal vor Ort.“ An dem für das Innengelände neu eingeführte Rucksack- und Taschenverbot habe es seitens der Besucher kaum Kritik gegeben. „Die Menschen waren froh, dass wir da waren und für einen sicheren Rahmen gesorgt haben.“ Ferner berichtete er von einem Besucher, der am Samstagabend als vermisst gemeldet worden war. Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei hätten am frühen Sonntagmorgen ein kleines Waldstück nach dem 31-Jährigen durchsucht – ohne Erfolg. „Inzwischen können wir Entwarnung geben – der Mann hat sich aus Berlin gemeldet und ist wohlauf.“ Was den Stau am Anreisetag betrifft, müsse jetzt „nachgearbeitet werden, was da schief gelaufen ist“.

Volle 257ers-Dröhnung auf der Blue Stage

Beinahe schon „unspektakulär und langweilig“ habe sich das Festival aus Sicht der Rettungskräfte gestaltet. Insgesamt 2500 Hilfeleistungen habe man bisher auf dem Zettel, sagte Jan Bauer, Leiter des DRK-Sanitätsdienstes. Darunter fielen auch 38 im Rahmen der Kampagne „Wo geht`s nach Panama?“ Zum Hintergrund: Wer während des Festivals ungewöhnliche Beobachtungen machte, eine als bedrohlich empfundene Begegnung mit anderen Personen hatte oder sich bedrängt oder belästigt fühlte, erhielt durch die Frage nach Panama eine niedrigschwellige Hilfestellung. Einmal, so Bauer, habe man auf diese Weise eine junge Frau, die fünf Stunden lang ohne ihr Handy auf dem Gelände herumgeirrt war, so wieder mit ihrer Gruppe zusammenführen können. „Das war ein tolles Erlebnis.“

Keine Einsätze nach Sonnenbrand

Mit Sonnenbrand musste in diesem Jahr niemand ärztlich versorgt werden. Dafür mit Verbrennungen, Knochenbrüchen und allergischen Reaktionen, erklärte die leitende Notärztin Dorethea Hegebrand. „Bisher zählen wir 93 Einsätze auf dem Feld.“ Mitunter hätten sich Patienten auch untereinander geholfen. „Das macht dieses Festival aber auch immer wieder aus“, sagte sie. Dass Menschen hier friedlich und fröhlich miteinander feiern würden, sei jedenfalls „das beste Zeichen gegen den Terror“.

Tatsächlich konnten Matsch und Nässe den aus allen Himmelsrichtungen angereisten Fans den Spaß nicht nehmen. Mit Blick auf die Staus vom Donnerstag fand Scheeßels Bürgermeisterin, sozusagen der Kopf der genehmigenden Behörde, aber auch kritische Worte. Sie hätte sich gewünscht, „dass wir bei der Anreise nicht wieder testen müssen, ob das, was wir im letzten Jahr an Nacharbeitung perfektioniert haben, auch funktioniert.“ Die Scheeßeler würden dennoch das Festival mögen, nein noch mehr: „Wir sind stolz darauf.“

In der Nacht zu Montag sollte Norddeutschlands größtes Musikfestival mit dem Auftritt von Deutschrapper Casper enden. Zuvor spielten unter anderem noch Mando Diao, Fritz Kalkbrenner und Die Antwoord auf den Bühnen. Rund 78.000 Besucher waren an diesem Wochenende zum Hurricane auf dem Scheeßeler Eichenring gekommen. 

Zahlen von der Polizei:

Die Festivalkriminalität lag bis Sonntagabend laut Polizeimitteilung in einem ähnlichen Rahmen wie in den vergangenen Jahren. Die Beamten zählten bis dahin rund 80 Diebstähle, davon 21 Taschendiebstähle und 22 Diebstähle aus Zelten. Es kam zu 16 Körperverletzungen und sieben Sachbeschädigungen. Erfahrungsgemäß werden diese Zahlen in der folgenden Nacht und bei nachträglichen Anzeige-Erstattungen am Wohnsitz der Festivalbesucher noch leicht ansteigen, heißt es.

Die 22. Hurricane-Ausgabe findet vom 22. bis 24. Juni 2018 statt. Am Montag schon beginnt dafür der Vorverkauf.

Hurricane-Bands am Samstag

Auf dem Campingplatz beim Hurricane

Beste Stimmung auf dem Campingplatz beim Hurricane

Hurricane Festival: Walking Acts heizen ein

Hurricane-Festival: Konzerte am Freitag

Camping-Bilder vom Freitag

Hurricane-Konzerte und Infield-Stimmung am Freitag

Der Auftakt beim Hurricane - die Tore sind offen

Das Hurricane von oben

Donnerstag „Montreal“ auf der White Stage und Motor-Booty-Party

Hurricane Campingplatz am Donnerstag

Der Campingplatz ist eröffnet

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