Friedliche Abreise für 78.000 Hurricane-Fans

Das Fest der Dosensammler beginnt

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Tschüss Festival: Wie immer musste auch das Scheeßeler Ortsschild dran glauben.

Scheeßel - Montagvormittag am Eichenring: Vor nicht einmal zwölf Stunden sind auf den Bühnen die letzten Riffs verklungen – mehr als zwei Drittel der Hurricane-Besucher sind schon abgereist, viele bereits am Vorabend. Nennenswerte Staus im Kernort und auf den Zufahrtsstraßen blieben im Unterschied zur Anreise aus.

Kleinere Stockungen hatte es am Vorabend beispielsweise auf der Bundesstraße nach Verden durch Kontrollen der Autofahrer gegeben. Auch am Bahnhof: Trotz voller Bahnsteige ein überaus friedlicher, geordneter Rückzug. Einen Stau vor dem Tunnel habe es noch nicht gegeben, berichtet eine Ordnerin: „Seit 9 Uhr fließt der Strom der Leute ganz stetig.“

Hurricane: Besucher-Fazits in drei Worten

Auf den Zuwegungen tummeln sich die Kräfte der Straßenreinigung – Spuren des Festivals sind kaum noch zu sehen. Anders verhält es sich auf den Campingplätzen. Dort herrscht die übliche Spur der Verwüstung: Zerstörte Pavillons und Zelte, umgekippte Campingstühle oder gar ganze Sofagarnituren wie auf den Wohnmobil-Stellplätzen. Durch die Luft wirbeln Plastikcapes und zerstörte Zelte, dazwischen jede Menge mehr oder weniger kuriose Hinterlassenschaften: Neben den obligatorischen Raviolidosen Schilder mit Sprüchen, eine überdimensionale Plastikpalme und ein Weihnachtsmannkostüm.

Ab 12 Uhr darf gesammelt werden

Und natürlich Bierdosen. Auf die haben es die Sammler abgesehen. Im allgemeinen Kehraus fängt das Fest für sie erst richtig an: Ganze Armadas stehen vor dem Gelände in den Startlöchern, bis Polizei und Ordner das Gelände um 12 Uhr freigeben. „Die müssen warten, um dem Abreiseverkehr nicht in die Quere zu kommen“, so die offizielle Begründung vonseiten der Polizei.

Impressionen vom Festivalende

Eine Romafrau mittleren Alters, die ihren Namen nicht nennen will, schimpft, während sie ein Wurfzelt voller gesammelter Dosen über den Platz zieht. Sie ist mit einem ganzen Trupp aus Neuss angereist, fünf Stunden Fahrt, schon am Samstag. Um die 1000 Euro hat sie in der Tasche, „normalerweise sind es pro Festival 5000“.

Hurricane-Abreise am Montag: Was bleibt, ist Müll

Die meisten Grüppchen sind gut organisiert: Einer passt auf die großen Plastiksäcke auf, während der Fahrdienst unterwegs ist, um die Beute in den Sprinter zu laden. Andere decken sich mit allem ein, was man so brauchen kann, vom Grill bis zum Planschbecken. Dazwischen trinken die letzten Festivalisten ein Abschiedsbier, lassen das Geschehene Revue passieren oder verstauen ihre Siebensachen. Jennifer und Garret haben ihren Bollerwagen gepackt und streben Richtung Ausgang. Immerhin 13,5 Stunden Fahrt erwarten die beiden Engländer, bis sie mit der Fähre wieder im heimischen Liverpool ankommen. Sie sind zum ersten Mal hier: „Für Glastonbury bekommt man ja nie Karten!“ Auch wenn sie durch die lange Anreise den ersten Festivaltag komplett verpasst haben („Bei Green Day waren wir noch auf der Fähre!“) – sie wollen wieder kommen – wie viele.

hey

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