Hurricane-Festival im Finanz-Check

Ein wirtschaftlicher Mikrokosmos

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Die Schlangen vor den Aufladestationen für die RFID-Chips bleiben in diesem Jahr beim Festival aus.

Scheeßel - Von Matthias Röhrs. Über Geld spricht man bekanntlich nicht, trotzdem tun wir es. Auf dem Hurricane-Festival in diesem Jahr gibt es nicht nur viel Musik, es ist auch eine ganze Menge Geld im Umlauf.

Wie viele Münzen und Scheine an diesem Wochenende durch die Hände der 75.000 zahlenden Festival-Besucher gehen, vermag Katja Wittenstein, Marketing-Chefin beim Veranstalter FKP Scorpio, nicht zu sagen. Aber dennoch: Wir haben alles Wissenswerte zum Thema Geld und Festival mit ihr besprochen – von A bis Z.

A wie „Automaten“

Damit nicht jeder seinen Geldbedarf für das ganze Wochenende von Zuhause mitbringen oder ständig mit sich herumtragen muss, stehen auch in diesem Jahr wieder zwei Geldautomaten für die Festivalbesucher zur Verfügung. Sie sind am Info-Point auf dem Campingplatz zu finden. Die Geräte sind mit jeder Menge Technik versehen, um die Bargeldbestände vor Unbefugten zu sichern. Es sind auch immer Ordner in der Nähe, verspricht Wittenstein.

B wie „Bargeldlos“

Nachdem die Veranstalter in den vergangenen Jahren immer wieder bargeldlose Bezahlsysteme getestet haben, bezahlt man in diesem Jahr auf dem Hurricane wieder cash. Der Grund liegt in den technischen Problemen, die diese Systeme hatten. Im vergangenen Jahr reichte beispielsweise die Funkverbindung anfangs nicht aus, damit das sogenannte RFID-System reibungslos funktioniert. Beim ersten Versuch, ein bargeldloses Bezahlsystem einzuführen, 2013, mussten die Veranstalter beim Festivaltag sogar kurzfristig wieder auf Bargeld zurückgreifen.

F wie „(Schließ-)Fächer“

Auch in diesem Jahr gibt es auf dem Hurricane-Festival wieder die Möglichkeit, seine Wertsachen wegzuschließen. Dazu stehen laut der Marketing-Chefin Schließfächer am Info-Point zur Verfügung. Wer ein entsprechendes Ticket hat, kann diese in den Resorts und der Clublounge nutzen – gegen eine Gebühr.

K wie „Konsum

Mit dem Kauf der Eintrittskarte ist das Geldausgeben auf dem Hurricane natürlich noch lange nicht vorbei. Auf dem Eichenring und den umliegenden Campingplätzen gibt es wieder allerhand Konsummöglichkeiten, nicht nur am Getränke- oder Merchandise-Stand. Neben zahlreichen Imbissbuden gibt es wieder kostenpflichtige Attraktionen wie das Riesenrad oder Bungee-Jumping. Außerdem gibt es, wie immer, einen Markt, wo Händler ihre verschiedenen Accessoires feilbieten. Ebenso gibt es wieder ein Supermarkt-Zelt, wo der Discounter Penny alles Mögliche an Getränken und Nahrungsmitteln zu handelsüblichen Preisen verkauft.

P wie „Pfand“

Damit keiner seine leeren Bierdosen und Plastikflaschen wieder mit nach Hause nehmen oder auf dem Gelände lassen muss, gibt es auf dem Gelände Pfandautomaten. Die haben sich in den vergangenen Jahren schon bewährt.

S wie „Sicherheit“

Dass man diebstahlfrei wieder nach Hause kommt, kann man bei FKP Scorpio natürlich nicht garantieren. Der Veranstalter hat aber Tipps parat, damit Festivalgänger das Risiko so gering wie möglich halten können. „Die notwendigen Wertsachen nah am Körper tragen in abschließbaren Taschen. Wertsachen nicht an einer Stelle tragen – nach Möglichkeit verteilen“, so Wittenstein. Bei Verlust sollte man auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei erstatten. Das geht auch noch nach dem Festival.

U wie „Umsatz“

Eine Gelddruckmaschine ist auch ein Festival wie das Hurricane nicht. Die Kosten für die Produktion sowie die Künstlergagen übersteigen die Einnahmen aus dem Ticketverkauf, erklärt Wittenstein. „Aus dem Grund ist jeder Festivalveranstalter auf Einnahmen aus der Gastronomie, aus dem Merchandising und letztendlich auch aus dem Sponsoring angewiesen,“, sagt sie. Ohne diese Komponenten mache es wirtschaftlich keinen Sinn, ein derartiges Festival zu veranstalten. „Das Risiko ist gewaltig“, so Wittenstein. Denn kommt nur die Hälfte der Besucher, muss der Veranstalter trotzdem alle Bands bezahlen, die Bühne aufstellen – kurz: das Festival am Laufen halten. Wie viel FKP Scorpio am Hurricane verdient, will man auf Nachfrage allerdings nicht verraten.

V wie „Versicherung“

Sollte ein Festivalgast etwas verlieren, beziehungsweise bestohlen werden, dann greift die Reiseversicherung – falls vorhanden und die Police das hergibt. Daher rät FKP Scorpio bei Anfragen in dieser Richtung eben immer zu einer Reiseversicherung, wenn sie das Hurricane-Festival besuchen. Sollte in bestimmten Fällen der Veranstalter haftbar sein, greift seine Haftpflichtversicherung. „Dies unterliegt immer einer Prüfung des Versicherers, ist aber in der Regel problemlos“, so Wittenstein.

Z wie „Zukunft“

Die Zukunft des Hurricane ist bargeldlos. Davon ist man bei Scorpio überzeugt. „Wir entwickeln die Idee mit unterschiedlichen Anbietern weiter und wollen erst mit einem ausgereiften System wieder zum Festival kommen“, so die Marketing-Leiterin. Man arbeite sogar bereits an einem Comeback im kommenden Jahr. Ob das gelingt, hänge von vielen Faktoren ab, die nun einer nach dem anderen bewertet werden. Doch: „Erst wenn alle Weichen richtig stehen, kann ein Einsatz beim Hurricane wieder in Betracht gezogen werden.“

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