Royal Republic auf der Red Stage

Rauchen, Saufen, Feiern

Adam Grahn steht auch dank einer frühen Spielzeit auf dem Eichenring. - Foto: Menker

Scheessel - Von Mareike Bannasch. Es ist früh an diesem Freitagabend, sogar ziemlich früh. Nachdem sich der Einlass zum Bühnenbereich des Hurricane-Festivals wegen der Wassermassen vom Vortag immer wieder verzögert hat, stehen nun endlich die ersten Bands auf den Bühnen. So auch Royal Republic, die Punk-Rocker aus Schweden.

Diese sind aber offenbar andere Spielzeiten gewohnt. Frontmann Adam Grahn kommt bei den letzten Sonnenstrahlen des Tages nicht umhin, eines immer wieder zu betonen: wie früh es doch eigentlich ist. Offenbar funktionieren laute Gitarrenriffs und männliches Kreischen nur, wenn es dunkel ist oder sich das Publikum schon im Bierdelirium befindet. Weil die Massen dann leichter begeisterungsfähig sind? Oder die Lichtshow besser wirkt? Man weiß es nicht. Ist aber auch egal, denn an diesem Wochenende braucht es für Begeisterung nicht viel. Dieses Mal ist alles anders, statt des obligatorischen Regens gibt es Gewitter, Unwetter, Wassermassen, und davon jede Menge. So auch am Freitag, als das Festival direkt nach dem Auftritt der schwedischen Rocker für zwei Stunden unterbrochen werden muss – Gewitterpause.

Doch zurück zum Auftritt auf dem Eichenring: Selbigen spulen die vier Musiker dann doch arg routiniert ab. Adam Grahn, wie gewohnt stilsicher mit pomadiger Haartolle und akkurat frisiertem Bart, und seine Mannen wissen, was der Musikfan von ihnen erwartet: tanzbare Rhythmen, gepaart mit E-Gitarren und viel Schlagzeug. Der klassische Festival-Sound eben, der sich an diesem Nachmittag aus Songs von allen drei Platten speist. Zumindest zu einem Teil, denn der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem aktuellen Album „Weekend Man“, das im Februar erschienen ist. Eine Platte, die wie geschaffen für einen Nachmittag unter Zehntausenden ist.

Vor allem der Titelsong „Weekend Man“ könnte zu einer Art inoffizieller Hurricane-Hymne werden. Thematisiert das Stück doch als eine Art vertonte Hausparty die Vorzüge eines Wochenendes ohne Zwänge und Beschränkungen, Tage, an denen nur eines zählt: Rauchen, Saufen, Rumhuren. Man kommt nicht umhin, Publikum und Band diese Momente zu gönnen. Zumal das Ganze durchaus stimmig arrangiert ist. Während der instrumentale Hintergrund hier zum schmückenden Beiwerk verkommt, lässt der Song viel Raum für Adam Gahns markanten Gesang, nur ab und an kommen Zweitstimmen zur Unterstützung hinzu. Und so fällt die Entscheidung vor und auf der Bühne ziemlich leicht: Heute ist Party angesagt, laut und wild. Zumindest einen kleinen, kostbaren Moment lang – bevor das nächste Unwetter am Horizont aufzieht.

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