Darum ist das Festival ausverkauft

Der Hurricane-Hype

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Hurricane Festival 2016 in Scheeßel: Das sind die Gründe für den Hype und die "Ausverkauft"-Meldung.

Scheeßel – Von Pascal Faltermann. Vier Monate bevor die erste Band die Gitarren in die Hand nimmt und den Verstärker aufdreht, ist das Hurricane Festival vom 24. bis zum 26. Juni ausverkauft. Das war 2015 anders.

Die Veranstaltung auf dem Eichenring zwischen Scheeßel und Westervesede blieb hinter den erwarteten Verkaufszahlen zurück. Nur 65.000 statt mehr als 73.000 Besucher fanden den Weg in die niedersächsische Rock'n'Roll-Gemeinde. Doch was hat der Veranstalter FKP Scorpio anders gemacht? Eine Erklärung.

Der nachlassende Festival-Kampf

Der Festivalmarkt in Deutschland war 2015 umkämpft, umstritten und inflationär. Das Ringen der Konzertveranstalter um Besucher, mündete in einem Preiskampf um die großen Bands, die Headliner. Die Gagen für die angesagtesten Musiker und Stars der Rock- und Popszene stiegen und stiegen. Zudem gab es zahlreiche neue Festivals, die auf dem Livemusik-Acker ihre Ernte einfahren wollten. Das größte Gefecht lieferte sich Konzertveranstalter Marek Lieberberg, Organisator des „Rock am Ring“ und „Rock im Park“, mit der Deutsche Entertainment AG (Deag). Die Deag erhöhte die Konkurrenz zu Lieberberg mit drei neuen Festivals: „Grüne Hölle Rock“ am Nürburgring (jetzt „Rock im Revier“), „Rockavaria“ in München und „Rock in Vienna“ wurden aus dem Boden gestampft. Das hatte auch Auswirkungen auf das Hurricane. Dieses Jahr konnte sich ein routinierter Festival-Veranstalter wie FKP Scorpio frühzeitig auf die Situation einstellen und den Markt besser überschauen und einschätzen.

Die Headliner

Festivalchef Folkert Koopmans räumte vor dem 2015er Festival ein, dass er gerne einen weiteren Headliner gehabt hätte, diesen aber nicht bekam. Der musikalische Festivalleiter Stephan Thanscheidt verriet auf der abschließenden Pressekonferenz, dass so ziemlich alle großen Festivals in Europa mit der Verpflichtung zugkräftiger Bands zu kämpfen hatten. Das Hurricane habe so die Foo Fighters, den Wunschkandidaten, nicht an Land ziehen können. Das war für 2016 anders. Bereits am 21. Oktober 2015 gab FKP Scorpio die erste Bandwelle bekannt und mit ihr Rammstein. Eine Band, die nahezu alle Festivalgänger anspricht und so ziemlich jede Location ausverkauft. Wer Rammstein nicht mag, schaut sich zumindest gerne die Pyroshow an. Mit Deichkind, The Offspring, Mumford & Sons und The Prodigy legten die Hurricane-Macher dann früh mit größeren Namen nach. Alles Bands, auf die sich eine breite Festivalmasse einigen kann. Das war 2015 mit dem Rapper Marteria oder Florence and the Machine als Headliner anders, da beide eher ein bestimmtes Genre ansprechen als die Masse. 2016 reisen nun auch musikalische Schwergewichte nach Scheeßel.

Die gehypten Bands

Nicht zu unterschätzen sind Künstler wie AnnenMayKantereit oder Axwell Λ Ingrosso. Während die Jungs von AnnenMayKantereit als Senkrechtstarter aus Deutschland ein junges Indie-Volk anziehen, eröffnet sich mit den Schweden von Axwell Λ Ingrosso eine fast neue Zielgruppe. Das schwedische DJ-Duo steht für House-Musik und Techno wie auf dem Tomorrowland, wo im vergangenen Jahr 180.000 Gäste feierten.

Die Mischung

Der Mix macht's. Die Zusammenstellung eines Programms aus so ziemlich allen Richtungen, scheint ihre Wirkung zu haben. Von Punk (Pennywise, Good Riddance) bis Hip Hop (Trailerpark, Genetikk), Rock (The Hives, Royal Republic) bis Techno (Axwell Λ Ingrosso), Indie (Bloc Party, Maximo Park) bis Elektro (Boys Noize) scheint alles dabei zu sein. Typische Festivalbands wie Dropkick Murphys oder umstrittene Künstler wie Haftbefehl haben ihren Weg ins Line-up gefunden. Zudem ein paar härtere Sachen wie Kvelertak. Ähnlich sieht es der Veranstalter selbst. Katja Wittenstein, Marketing-Chefin bei FKP Scorpio, sagt: „Wir vermuten dass das an unserem ausgezeichneten Gesamtpaket liegt, wo im perfekten Mix für alle das Coolste dabei ist.“

Der Geburtstag

Der Geburtstag – Es ist die 20. Auflage des Hurricane Festivals und damit der 19. Geburtstag, auf den immer wieder verwiesen wird. Eine große Sause soll es werden, die sich die Besucher nicht entgehen lassen wollen. Es ist ein nicht ausgesprochenes Versprechen, dass etwas passieren wird. Dabei steht nicht fest, ob sich zur Geburtstagsfeier großartig etwas ändert.

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