„Schaufenster Hurricane“: Scheeßeler Gewerbetreibende zeigen ab Freitag Momentaufnahmen des Festivals

Ein Blickfang mit Mehrwert

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Die Mühen haben sich gelohnt: Stolz zeigt Thorsten Finner die „Hurricane“-Motive, die ab Freitag in rund 50 Scheeßeler Geschäften die Blicke auf sich ziehen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. „Viele Köche verderben den Brei“, sagt der Volksmund. Dass es auch anders gehen kann, beweisen die Verantwortlichen einer Fotoausstellung, die am Freitag um 15 Uhr im Vorfeld der langen Einkaufsnacht vor dem „Head Spa“-Salon an der Großen Straße in Scheeßel Vernissage feiert.

Mit „Schaufenster Hurricane“ ist die Werkschau überschrieben, mit der die örtliche Geschäftswelt das Festivalpublikum wieder ein Stück weit in den Beeke-Ort zurückholen möchte. Und der Name ist Programm.

„Bei uns gibt es das Rund-um-sorglos-Paket“, wirbt „Hurricane“-Veranstalter FKP Scorpio für sein Festival. Und in der Tat: Vom Bühnenprogramm über die verschiedenen Campingmöglichkeiten bis hin zur Verpflegung via Foodtruck oder dem Supermarkt direkt auf dem Gelände – den Besuchern wird der Aufenthalt inzwischen so angenehm wie möglich gemacht.

Kurze Wege, alles vor Ort – für die Gemeinde Scheeßel schön und schade zugleich. Schön, weil den Bürgern so beispielsweise der Müll in den Vorgärten erspart bleibt. Schade, da nun einfach deutlich weniger Festivalgänger in den Beeke-Ort kommen, durch die Läden stöbern und sich mit Bier, Brot und Grillfleisch beim örtlichen Ladenbetreiber eindecken.

Da das Bedauern bei den Scheeßelern überwiegt, hat sich der örtliche Gewerbe- und Verkehrsverein (GVS) etwas überlegt: In Kooperation mit der Gemeinde, dem Festival-Veranstalter und der Rotenburger Kreiszeitung als Medienpartner haben die Geschäftsleute mit dem „Schaufenster Hurricane“ eine Aktion ins Leben gerufen, die so deutschlandweit wohl ihresgleichen suchen dürfte.

So gleicht der gesamte Kernort vom 12. bis 26. Juni einer Kunst-Galerie – aber die ausgestellten Werke, hängen nicht einfach nur an kahlen, grauen Wänden, sondern dort, wo generell schon der Grundstock für eine gewisse Aufmerksamkeit gelegt ist: im Schaufenster. Insgesamt 160 Motive haben es in die Auswahl geschafft.

Um das ehrgeizige Pilot-Projekt, das selbst von Festival-Chef Folkert Koopmans höchstpersönlich begeistert aufgenommen worden war, voranzutreiben, war vor allem sein Knowhow gefragt: Thorsten „Todde“ Finner – diesmal nicht als Musiker, sondern als Werbefachmann mit Arbeitsplatz in der „smp.werbeagentur“.

Noch am Dienstag standen die gerahmten, großformatigen Bilder in den Geschäftsräumen an der Großen Straße in Reih und Glied, bereit zur Auslieferung an die örtlichen Läden, wo sie ab morgen Nachmittag für die Passanten gut einsehbar hängen sollen. Dort, sagt der 34-Jährige, habe er in den vergangenen Wochen vorgesprochen, um so viele Gewerbetreibende wie möglich für die Ausstellungsteilnahme zu begeistern. Mit Erfolg: „Vom Versicherungskaufmann über den Bäcker und Modehändler bis zum Autohaus – die Leute waren der Idee gegenüber total aufgeschlossen“, so Finners Resümee. Am Ende seien um die 50 Geschäfte mit ins Boot geholt worden, deren Inhaber nun dazu aufgerufen sind, die in einheitlichem Weißton gerahmten und beim Werbeteam gedruckten Bilder aufmerksamkeitswirksam bei sich zu platzieren. Und Finner übertreibt nicht, wenn er von „qualitativ hochwertigen Motiven“ spricht: Da treffen Künstler in ekstatischer Bühnen-Pose auf spektakuläre Stillleben sowie aus dem ganz normalen Festival-Wahnsinn gegriffene Momentaufnahmen – allesamt festgehalten von einer Handvoll professioneller Fotografen aus dem Hause Scorpio und mit Pascal Faltermann und Guido Menker von der Rotenburger Kreiszeitung. „Ich hatte seit längerem den Wunsch, ausgewählte Bilder auszustellen“, sagt der 34-jährige Journalist Faltermann seine spontane Zusage, Bilder aus dem persönlichen Festival-Fundus aus zehn aufeinanderfolgenden Jahren als Fotograf zur Verfügung zu stellen. „Das ,Hurricane‘ gibt so unglaublich viele kuriose und einzigartige Motive her, die diesen Rahmen absolut verdient haben“, fügt Faltermann an.

Dass die ausgestellten Werke nicht etwa vorrangig kommerziellen Dingen dienen sollen, betont Vize-GVS-Vorsitzender Carsten Gehse, der ebenfalls intensiv in die Vorbereitungen eingebunden war: „Natürlich wäre es ein schöner Nebeneffekt, wenn die Leute – angehalten durch die Aktion – auch in die Geschäfte gehen würden. Grundsätzlich ist es aber unsere Intention, dem Festival einen Mehrwert zu bieten und mittels eines ,Wir-Gefühls‘ zu zeigen, dass wir Scheeßeler Geschäftsleute eine Einheit sind.“ Nicht umsonst, ergänzt der Friseurmeister, handele es sich beim GVS nicht nur um einen Gewerbe, sondern eben auch um einen Verkehrsverein.

Offenheit für das Festival demonstrieren auf der einen Seite, Geschlossenheit zeigen auf der anderen – ein Modell, das nach Auskunft von Thorsten Finner in Zukunft auch andersweitig in Scheeßel zum Tragen kommen könne. „Denkbar wäre eine ähnliche Schaufenster-Ausstellung beispielsweise auch zum Beeke-Festival oder in Anlehnung an unsere Avides Hurricanes.“

Überhaupt würden ihm und seinen Mitstreitern schon zahlreiche weitere Ideen durch den Kopf schweben, die das Musik-Festival betreffen. „Wenn unsere Werkschau gut angenommen wird und Scorpio für sich auch einen Mehrwert sieht, kann man da sicher für das nächste Jahr drauf aufbauen“, ist er überzeugt.

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