Polizei und Zoll führen Drogenkontrolle zum Hurricane-Festival durch

Marihuana aus der Suppenkonserve

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Einer der ersten kuriosen Fund: Amphetamine und Marihuana in einer Suppenkonservendose.

Sottrum - Von Inken Quebe. Aufgeregt schnüffelt Lotte in Gummistiefeln, Schlafutensilien, Portemonnaies und Rucksäcken – diesmal landet sie keinen Treffer: Die Wagenhalterin hat keine Drogen dabei. Die Spürhündin bekommt trotzdem eine leckere Belohnung für die Suche nach Marihuana und Co. vor dem Hurricane-Festival in Scheeßel.

Auch in diesem Jahr führt die Anreise viele von der A1 durch Sottrum. An der B75 postieren sich am Donnerstag ab 14 Uhr etwa 25 Polizisten vom Zoll und der Direktion Lüneburg sowie fünf Spürhunde. Ihre Ziele: Rauschgift und alkoholisierte Fahrer. „Sie sind dafür speziell geschult. Es sind sozusagen unsere Experten in Sachen Drogenerkennung“, erklärt Heiner van der Werp, Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg. Es sind weniger Beamte als im vergangenen Jahr dafür im Einsatz, und auch die Kontrolle im Landkreis Verden gibt es inzwischen nicht mehr. „Die Kollegen fahren dort den ganz normalen Streifeneinsatz“, berichtet er.

In Sottrum steht einer der Polizisten direkt auf der Straße, um die Fahrer zu selektieren. „Er hat ein Gespür dafür, wen er weiterfahren lässt und wer in die Kontrolle muss“, so van der Werp. Für diejenigen, die der Beamte für überprüfungswürdig hält, geht es weiter auf den Parkplatz. „Wir führen bei jedem motorische und neurologische Tests durch“, erklärt der Rotenburger Polizist Tim Kaiser, einer der „Experten“. Wie reagieren die Augen auf Licht? Wie steht es um die Muskeln? Ein weiterer Test: Der Probant stellt sich hin, breitet die Arme aus und soll mit geschlossenen Augen schätzen, wann 30 Sekunden vorbei sind.

Hurricane-Kontrollen in Sottrum

„Wer unter Drogen steht, verschätzt sich dabei“, so Kaiser. Wer durchfällt – auch wenn Krankheiten ebenfalls Auslöser sein können –, dem bietet die Polizei einen freiwilligen Urintest an. Fällt dieser positiv aus, ordnen die Beamten einen Bluttest an. „Dafür haben wir einen Arzt vor Ort“, berichtet Kaiser. Bis zur Auswertung dauert es aber etwa drei Wochen.

Auch das Auto sowie Hab und Gut lassen die Polizisten von den Spürhunden durchsuchen. Wenn etwas versteckt wird, ist es in acht von zehn Fällen Cannabis, aber auch Ecstasy, Amphetamine und Kokain sind dabei. Insgesamt zeigen sich meisten kooperativ, berichtet der Beamte. „Alle sind in Festival-Laune. Viele geben sogar direkt zu, wenn sie etwas genommen oder im Auto haben“, so Kaiser. Manche machen sogar Angaben darüber, woher sie ihre Drogen haben.

Der Beamte selbst ist bereits zum fünften Mal bei der Kontrolle dabei und hat schon einiges erlebt. Die Festival-Besucher neigen offenbar zu Kreativität: Er berichtet von einem Fund in einem neuversiegelten Nutella-Glas. „Einer hat sogar seine Unterhose mit Alufolie ausgekleidet, sein ‚Zeug‘ mit Lavendelsäckchen hineingelegt, damit der Hund die Drogen nicht entdeckt“, erinnert sich Kaiser lachend. Doch genützt hat es nichts. Einen spektakulären Fund gibt es bereits innerhalb der ersten Stunde der Kontrolle: Ein Hurricane-Besucher hat eine Suppenkonserve mit einem Schraubverschluss ausgestattet und darin Amphetamine und Cannabis versteckt. In einem Fall haben die Beamten sogar 50 Gramm Marihuana sichergestellt.

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