Festival-Kampagne

Plakate mahnen zur Vorsicht

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Das Banner hängt: Heiner van der Werp (v.l.), Christoph Steinke und Uwe Bausdorf vor der Brücke Block-Wohlsdorf.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Feiern auf dem Hurricane-Festival ganz ohne Alkohol? Für die meisten Besucher undenkbar. Polizei und Verkehrswacht haben dafür Verständnis – solange sich niemand betrunken oder unter Rauschgifteinfluss hinters Steuer setzt.

Mit der Aktion „Vollgas feiern, nüchtern fahren“ wollen sie während des Open Airs nun vor allem junge Fahranfänger auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machen.

Die Zahlen lassen aufhorchen: Jeden einzelnen Tag verursachen auf deutschen Straßen rund 20 alkoholisierte 18- bis 24-Jährige einen Crash. Und: Jeder elfte Verkehrstote geht auf einen Alkoholunfall zurück. „Gerade junge Fahrer unterschätzen die Gefahren von Promille im Blut“, weiß Christoph Steinke, Kontaktbeamter bei der Rotenburger Polizei.

Gemeinsam mit seinem Berufskollegen, Polizeisprecher Heiner van der Werp, sowie Uwe Bausdorf, Vorsitzender der hiesigen Verkehrswacht, rückte der Hauptkommissar am Dienstag zu einem Einsatz der unkonventionellen Art aus: An der ehemaligen Eisenbahnbrücke Block-Wohlsdorf, knapp vier Meter über der B75 zwischen Rotenburg und Scheeßel, brachte das Trio – gut sichtbar für die Autofahrer – ein rund sechs Quadratmeter großes Banner an. „Runter vom Gas!“ ist darauf in großen Lettern auf grasgrünem Hintergrund zu lesen.

Und genauso wie die Botschaft, heißt auch die 2011 gegründete Kampagne des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Die, erklärt Heiner van der Werp, mache zwar schon im dritten Jahr auf dem Festivalgelände mit einem eigenen Stand Station, „erstmals zeigt man nun aber auch jenseits des Eichenringes Präsenz“, so der Polizeisprecher.

Dafür sei man am Dienstag den halben Tag über quer durch das Scheeßeler Gemeindegebiet gefahren, um neben dem Mega-Banner auch 30 Plakate an den Zu- und Abfahrtswegen zum Festivalgelände aufzustellen. Eine Kooperation, von der sich van der Werp und seine beiden Mitstreiter viel erhoffen. Denn: „Immer wieder erwischen wir bei unseren jährlichen Straßenkontrollen hinterm Steuer junge Erwachsene, die offenbar einen Joint geraucht haben oder eben unter Alkoholeinfluss stehen.“

„Runter vom Gas!“ – in Anbetracht der ab Donnerstagnachmittag erneut zu erwartenden kilometerlangen Staus bietet der Aufruf ohnehin schon keine Alternative. Der Polizeisprecher klärt auf: „Uns geht es auch darum, die Autofahrer auf ausreichend Abstand zum Vordermann aufmerksam zu machen.“ Denn auch nicht gerade wenige Auffahrunfälle, sagt er, gehörten jedes Jahr während der An- und Abreisewelle dazu. „Das Festival ist dann für viele schon zu Ende, bevor es überhaupt losgegangen ist.“

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