Milky-Chance-Sänger Clemens Rehbein im Interview

„Für uns ist das nicht selbstverständlich“

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Clemens Rehbein von Milky Chance bei seinem Hurricane-Auftritt.

Scheeßel - Bei der Band Milky Chance aus Kassel zeigt der Pfeil eindeutig nach oben. Das Duo aus Clemens Rehbein und Philipp Dausch ist mit Singles wie „Down By The River“ oder „Stolen Dance“ nicht nur hierzulande erfolgreich. Eine Tour durch Nordamerika steht an. Beim Hurricane-Festival stellte sich Sänger Clemens Rehbein den Fragen der Kreiszeitung.

Aus Kassel in die große weite Welt. Wie selbstverständlich ist das für euch? Deutsche Bands haben es international ja nicht leicht.

Clemens Rehbein: Für uns ist gar nicht selbstverständlich. Wir wissen, dass es ein großes Privileg ist, was wir da erleben und machen dürfen. Das ist nicht normal.

Welchen Stellenwert haben Festival-Shows für euch?

Rehbein: Genau den, den auch alle anderen Konzerte haben. Man muss jede Show als wichtig ansehen, wenn man gerne auf der Bühne live Musik macht. Da müssen wir einfach unser Bestes geben. Aber Festivals mögen wir sehr gerne, weil wir da unter freien Himmel spielen können.

Steht ihr gerne auf großen Bühnen, oder sind es eher die Clubs, wo ihr gerne spielt?

Rehbein: Die Mischung macht’s. Ich meine, draußen open air zu spielen ist wunderschön, und in einem Club zu spielen hat auch was. Das hat beides seinen Charme.

Kommenden Monat geht ihr auf Nordamerika-Tournee. Wie wollt ihr den amerikanischen Markt für euch gewinnen?

Rehbein: Keine Ahnung (lacht). Wir waren ja schon mal drei Monate für einige Konzerte da. Wir haben da in allen möglichen Städten gespielt. Ich denke, am besten ist es immer, wenn man anfangs versucht, nah bei den Leuten zu sein und nicht direkt riesige Konzerte gibt.

Ist das Publikum dort anders als in Europa?

Rehbein: Vielleicht ein bisschen von der Mentalität her. Es ist ein bisschen extrovertierter, würde ich sagen. Aber man kann es auch nicht so pauschalisieren.

Welche Rolle spielt euer eigenes Label Lichtdicht Records bei eurer Arbeit?

Rehbein: Der Ansatz war, Dinge selber zu machen und entscheiden zu können. Das war die Idee, weshalb wir ein eigenes Label gegründet haben.

In Anbetracht eurer bisherigen Erfolge, seht ihr euch da noch als Künstler oder doch mehr als Unterhalter? Ich höre euch zum Beispiel häufig im Supermarkt.

Rehbein: Das ist der Knackpunkt. Wenn man etwas macht, das wächst, dann hat man es irgendwann nicht mehr in der Hand, was Leute daraus machen. Deshalb ist es wichtig, selbstbewusst zu sein. Ich glaube nicht, dass die Leute unsere Musik immer hundertprozentig so verstehen, wie ich sie verstehe. Und wenn unsere Songs im Supermarkt gespielt werden, dann können wir das nicht kontrollieren.

Stört euch das?

Rehbein: Nein. Es wäre anders zwar viel intensiver und vielleicht ein bisschen schöner, aber so geht es eigentlich jedem Musiker. Als wir angefangen haben, war es auch nie der Ansatz, dass die Leute alles verstehen. Ich freue mich immer, wenn die Leute etwas für sich persönlich aus der Musik mitnehmen können. Und dabei schreibe ich ihnen auch nichts vor. Schließlich vertrete ich in meinen Texten keine besondere Philosophie.

mro

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