LaBrassBanda schmieden auf dem Hurricane eine Nord-Süd-Allianz

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Dieses Mal haben es LaBrassBanda auf die Hauptbühne geschafft. Foto: Heyne

Scheeßel - Von Mareike Bannasch. Als Bayer im Norden hat man es nicht leicht: Der Sommer ist eigentlich immer mies, die Menschen hanseatisch unterkühlt und zu allem Überfluss versteht niemand was man sagen möchte.

Zumindest letzteres ist am Freitagabend ein ums andere Mal das Problem, als LaBrassBanda-Frontmann Stefan Dettl zum Mirko greift und die Massen zum Mitsingen animieren möchte. Egal wie deutlich der Sänger in der – Achtung, Klischee – braunen Lederhose auch spricht, die Musikfans vor der Green Stage verstehen ihn nicht. Macht aber nichts, mittanzen können sie allemal und darauf kommt es bei dieser Völkerverständigung der etwas anderen Art schließlich an. Eine nicht ganz alltägliche Nord-Süd-Allianz, die vor allem dank einem gelingt: Frontmann Dettl. Nicht nur, dass er auf der Trompete rasend schnell zwischen ruhigem Reggae-Tonläufen und schnellem Stakkato-Rhythmus hin und her wechselt, er wirbelt zudem wie ein Derwisch über die Green Stage. Dabei gibt er mal den Punker, mal den harten „Hurricane“-brüllenden Rocker und zeigt scheinbar ganz nebenbei, was so alles in seinem Instrument steckt, das in langen Solopassagen immer wieder ausreichend Platz eingeräumt bekommt. Allerdings könnte die Abmischung besser sein, selbst Liedtexte auf Englisch sind schon hinter der ersten Absperrung nicht mehr zu verstehen. Das ist jedoch nur ein kleiner Wermutstropfen eines ansonsten sehr überzeugenden Auftritts.

Ein Erfolg, zu dem nicht nur Dettl seinen Teil beträgt, auch die anderen Mitglieder der Band aus Übersee am Chiemsee loten die Grenzen von Posaune, Tuba und Trompete aus und gehen noch darüber hinaus. So zum Beispiel in einem Falco-Nena-Kraftwerk-Medley, das auch den Letzten in der mittlerweile sehr dicht gedrängt stehenden Masse zum Hüpfen und Springen animiert. „Rock me Amadeus“ in der bayerischen Version befindet offenbar auch die Generation Smartphone für tanztauglich, besonders wenn der eingängige Refrain von fünf Bläsern gespielt wird. Keine Überraschung also, dass es LaBrassBanda seit ihrem letzten Auftritt vor drei Jahren von der kleineren Red Stage nun auf die Hauptbühne geschafft hat. Allerdings bekommen sie nur 45 Minuten eingeräumt, viel zu wenig für die Feierwütigen auf dem Eichenring und die Jungs von LaBrassBanda. Aber wer weiß, vielleicht reicht es beim nächsten Mal für mehr Spielzeit. Zu wünschen wäre es ja.

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