So schlecht ist es dann doch nicht

Hurricane startet mit harten Klängen

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Immer schön den Finger zeigen: John-Coffey-Sänger David Achtern De Molen weiß, worauf es den Massen ankommt. Foto: Faltermann

Scheeßel - von Mareike Bannasch. Was war vorab nicht alles geschrieben worden: Von einer Mischung wie auf den neuesten Bravo-Hits und vom schlechtesten Line-Up aller Zeit war in diversen Onlineforen die Rede gewesen.

Handfeste Kritik, die sich auch in den Besucherzahlen mehr als deutlich zeigte. Zum ersten Mal seit Jahren ist die 19. Ausgabe des Hurricane Festivals auf dem Eichenring nicht ausverkauft. Doch was gibt es in Scheeßel wirklich zu hören? Ein Ausblick auf die kommenden Tage.

Zum Start am Freitag haben sich die Veranstalter zunächst einmal für die harten Klänge entschieden, und die fünf Musiker von John Coffey gebucht. Aus den Niederlanden kommend bieten sie alles, was das Hardcore-Herz begehrt: Fliegende Haare, wummernde Bässe und harte, ziemlich laute Gitarrenriffs. Eine Mischung, die sich irgendwo zwischen Brutalität und ziemlich ausgefeilten Arrangements einpendelt und dabei stark an eine von Gitarren angetriebene Dampflok erinnert, die vor nichts und niemandem Halt macht – und beim Publikum ankommt. Kein Wunder, denn hier wird so ziemlich jedes Stereotyp bedient, das bei Musikern härterer Gangart schnell zur Hand ist. Lautstarkes Fluchen und Aufforderungen zum eigentlich aus Sicherheitsgründen verbotenen Circle-Pit inklusive. Dass das Ganze mitunter an die schwedische Alternative-Rockband Royal Republik erinnert: geschenkt. Doch das ist an diesem ersten Festivaltag nur der Anfang eines Programms, das sich wohl am ehesten unter der Überschrift „Rock in jeglicher Form“ zusammenfassen lässt und mit der britischen Alternative-Rockband Placebo seinen Schlusspunkt findet.

Ganz im Gegensatz dazu steht die musikalische Zusammenstellung am Samstag. Kurz gesagt können die Musikfans einen reinen Rap-Tag auf dem Eichenring einlegen und sich von Bands wie Cro, Alligatoah, Marteria und nicht zu vergessen Jan Delay & Disko No.1 beschallen lassen. Aber nicht nur Wortkünstler bevölkern heute die Bühnen, auch Gitarrenfans werden im Programm fündig: Neben Adam Angst gibt sich auch das Farin Urlaub Racing Team kurz nach seinem Auftritt im Bremer Pier 2 im Mai (wir berichteten) erneut in unserer Region die Ehre.

Was bleibt denn da noch für Sonntag? Eine Menge, zumindest mit Blick auf all das, was die deutschsprachige Musikszene im Moment zu bieten hat. So treten unter anderem Jupiter Jones und Olli Schulz auf der Red Stage auf. Genau jener Bühne, auf der Casper als letzter Act des 19. Hurricanes gemeinsam mit einem DJ spielt. Allerdings haben die Festivalbesucher hier die Qual der Wahl, denn zeitgleich (um 22 Uhr) beginnt der Auftritt von Florence and the Machine, die in Scheeßel sicher nicht nur ihr aktuelles Album „How Big, How Blue, How Beautiful“ vorstellen werden. Und am Ende vor allem eins bestätigen: So schlimm ist das Line-Up dann doch nicht.

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