Hurricane-Festivalleiter im Interview:

„Wir halten uns an alle Datenschutzregeln“

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Jasper Barendregt

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Kurz vor dem Start des Hurricane ist das bargeldlose Bezahlsystem „YouChip“ in die Diskussion geraten. Wir befragten Festivalleiter Jasper Barendregt zur Gefahr einer erneuten Panne in Scheeßel.

Sind Sie angesichts der Pannen mit dem Bezahlsystem in England noch entspannt?

Japser Barendregt: Aber absolut. Was dort passiert ist, kann beim Hurricane nicht passieren – dafür haben wir vorgesorgt.

Sie waren ja vor Ort: Was ist da genau passiert?

Barendregt: Es gab Synchronisierungsprobleme zwischen dem Online- und dem Offlineserver. Durch die großen Datenmengen, die es kurz vor dem Festival und während des Festivals zu synchronisieren galt, kam es zu technischen Pannen bei einigen wenigen Besuchern. Der dortige Veranstalter sprach von bis zu einem Prozent der Gäste.

Aber in Scheeßel ist die Situation doch ähnlich – „YouChip“ ist das einzige Bezahlsystem, die Besuchermenge ähnlich groß.

Barendregt: Das schon. Aber in Scheeßel verlassen wir uns nicht auf das leider nicht immer stabile Internet auf der grünen Wiese. Wir schließen am Mittwochabend die Möglichkeit zur Online-Registrierung und Aufladung und synchronisieren direkt im Anschluss alle Daten. Zu Synchronisierungsfehlern kann es also nicht mehr kommen. Außerdem haben wir eine große Anzahl an Aufladestationen und können bei etwaigen Problemen zusätzliches Personal an den Helpdesks mobilisieren.

Ist die Einführung bei einem so großen Festival nicht ein Wagnis?

Barendregt: Nein, im Gegenteil. Abgesehen davon, dass sich der immense Aufwand erst ab einer bestimmten Besucherzahl lohnt – immerhin reden wir allein von rund 700 Bezahlstationen –, wir hätten es nicht bei unserem Flaggschiff eingesetzt, wenn wir nicht absolut überzeugt davon wären. Zudem haben wir das System 2014 bereits bei Festivals in Schweden und den Niederlanden getestet, wo die Affinität zum Bezahlen mit Chipkarte größer ist, und hatten viele begeisterte Reaktionen, selbstverständlich auch Lernmomente.

Zurück zur Registrierung: Wer das noch nicht erledigt hat, kann also auf dem Festival nichts kaufen?

Barendregt: Nein, das bargeldlose Bezahlen ist auch ohne Registrierung möglich. Man muss nur seinen Chip vor Ort aufladen.

Was ist mit dem Vorwurf des gläsernen Besuchers?

Barendregt: Wir gesagt: Jeder kann auch komplett anonym am Bezahlsystem teilnehmen, ohne sich zu registrieren. Jeder entscheidet also selbst, ob er sich registriert und die Online Funktionen des Systems nutzt, oder lieber anonym bleiben möchte.

Wie steht es mit der Sorge von Datenschützern, dass die Daten weiterverwertet werden?

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Barendregt: Generell halten wir uns an alle Datenschutzregeln und Gesetze. Derjenige, der vorab ein Profil erstellt und somit die Möglichkeit nutzt, vor dem Festival sein Guthaben bequem aufzuladen, hinterlegt einige wenige Daten bei uns in der Datenbank. Bankdaten fürs Aufladen des Profils werden direkt auf einer sicheren Bezahlseite eingegeben, und es findet somit keine Speicherung dieser Daten von uns statt. Für das Rücküberweisen eventueller Restguthaben aufs Bankkonto speichern wir nach dem Festival Name und Kontonummer, damit wir dieses Geld auch tatsächlich rücküberweisen können. Eine Auszahlung vor Ort ermöglicht es unseren Gäste auch komplett anonym das Festival zu besuchen. Weiterhin nutzen wir die Profildaten, konform der AGB, niemals um einzelne Konsumprofile oder Bewegungsprofile zu erstellen. Komplett anonymisiert werten wir die Gesamtdaten aus, um  das Festival als solches fürs kommende Jahr zu optimieren. Die sogenannte „Big Data“ sind eine rein statistische Auswertung für den Veranstalter, der daraus Schlüsse ziehen kann wie: Welcher Bierstand macht Sinn, welchen können wir im kommenden Jahr weglassen, verkleinern oder gar vergrößern, um welche Uhrzeit wird genau welches Produkt oft nachgefragt, wie erwünscht sind Angebote wie veganes Essen, biologisches Essen oder lokale Produkte? Die Einzelprofile, die von den Besuchern erstellt werden, werden nach Ablauf des gesetzlichen Rückzahlungszeitraums gelöscht.

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