Hurricane 2015: Die Bilanz

Kirmes, Krach und Kinderkrankheiten

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Die Festival-Verantwortlichen um FKP-Scorpio-Chef Folkert Koopmans (Mitte) ziehen Bilanz. n

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Das hat Tradition beim Festival: Bevor die Besucher draußen für das finale Abendprogramm ihre letzten Kraftreserven mobilisierten, traten drinnen, im Pressezelt, die Hurricane-Verantwortlichen um Veranstalter Folkert Koopmans am Sonntagnachmittag vor die versammelten Journalisten. Das vorläufige Fazit der 19. Ausgabe: wenig ernsthafte Zwischenfälle, viel Rambazamba.

"Wir haben ein schönes Festival gehabt“, brachte es Koopmans auf den Punkt, ohne aber nicht nochmals auf die anfänglichen Schwierigkeiten mit dem neu eingeführten Chip-Bezahlsystem einzugehen. „Das bereits auf einigen unserer Veranstaltungen erfolgreich erprobte System selbst war nicht schuld, es lag an der externen Funkverbindung", verteidigte sich der FKP-Scorpio-Chef. Nachdem spätestens am Freitagmorgen die größten Probleme aus dem Weg geräumt worden seien, habe man mit Blick auf das bargeldlose Bezahlverfahren auch während des laufenden Festivalbetriebs noch „die eine oder andere Kinderkrankheit“ feststellen müssen. Koopmans: „Das verhält sich wie mit einem neuen Rennauto, da klappt auch anfangs nicht alles.“

Eher nüchtern äußerte sich der Festivalchef zu den vergleichsweise eher geringeren Besucherzahlen. Das erste Mal seit fünf Jahren sei das Hurricane dieses Jahr nicht ausverkauft gewesen. Mit 65 000 Besuchern, die sich nicht von dem mauen Headliner-Programm hatten abschrecken lassen, lag die Veranstaltung zehn Prozent unter den Vorjahreswerten. „Man kann nicht von einem Rekord zum nächsten jagen – insofern ist das in Ordnung“, äußerte er sich.

Das sah auch der musikalische Festivalleiter Stephan Thanscheidt so. Seinen Worten nach hätten in diesem Jahr so ziemlich alle großen Festivals in Europa mit der Verpflichtung zugkräftiger Bands zu kämpfen gehabt. So habe man auch den Wunschkandidaten, die Foo Fighters, nicht an Land ziehen können. Was den Festivalablauf betrifft, seien sämtliche Künstler sehr glücklich mit ihren Shows gewesen.

Und auch die eingesetzten Rettungskräfte und Ordnungshüter zeigten sich zufrieden. Während Polizeisprecher Heiner van der Werp einen „erfreulichen Kriminalitätsrückgang“ vermelden konnte, was seiner Einschätzung nach wohl auch dem bargeldlosen Bezahlsystem geschuldet gewesen sei, sprach Jan Bauer, Leiter des DRK-Sanitätsdienstes bis zum frühen Abend von 1 700 im Versorgungszelt durchgeführten Behandlungen – und damit weniger als noch im Vorjahr. Aus rettungsdiensttechnischer Sicht hätten 110 Besucher mit den festivalüblichen Erkrankungen und Verletzungen ins Krankenhaus gefahren werden müssen.

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Die am Donnerstagabend unter den ersten Fans vorherrschende Frustration über das nicht funktionierende Pay-System – sie habe sich laut van der Werp hier und da zwar entladen, aber: „Wir können, was das angeht, nicht von nennenswerten Ereignissen sprechen.“

Für die Gemeindefeuerwehr ergriff Scheeßels Bürgemeisterin Käthe Dittmer-Scheele das Wort. „Nichts Dramatisches dabei“, fasste sie sich kurz. Ein paar brennende Dixi-Toiletten und Müllcontainer hier, einzelne technische Hilfeleistungen dort – die Kameraden seien ähnlich gefordert gewesen wie beim letztjährigen Festival. Was das Müllkonzept angeht, sei ihr das Festival vergleichsweise sauberer erschienen. „Ich erhoffe mir aber, dass das bei der 20. Auflage noch besser wird.“

Nach einer halben Stunde war alles gesagt. Am Montag ist das Hurricane 2015 wieder Geschichte, die große Abreisewelle vom Eichenring ist der endgültige Schlussakt. Bereits ab 12 Uhr will FKP Scorpio die Vorverkaufskanäle für die Wildcards freischalten. Das Festival 2016 findet vom 24. bis 26. Juni statt. Bis Freitag, versprach Koopmans, sei das Gelände wieder in besenreinem Zustand.

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